2:01 Serge Gainsbourg – Ballade de Melody Nelson (1971)

September 29, 2010

Un petit animal
Que cette Melody Nelson
Une adorable garçonne
Et si délicieuse enfant
Que je n’ai con-
Nue qu’un instant.

Fünf Jahre vor L’Homme à tête de chou hatte Gainsbourg bereits ein Konzeptalbum geschrieben, Histoire de Melody Nelson. Auch darin ging es um eine Beziehung zu einer Frau und zwar einer vierzehn Jahre jungen Lolita, die offensichtlich von seiner damaligen Begleitung Jane Birkin inspiriert war. Er hat sie erst mit ca. 20 das erste Mal getroffen, das ganze Album ist also in gewisser Weise imaginiert. Wobei die Knabenhaftigkeit von Melody eindeutig von Jane herstammt. In dem heutigen Lied haucht Birkin mehrmals den Namen ihres Chansondoubles auf ihre lasziv-mädchenhafte Weise ins Mikro. Mir gefällt hier besonders der Bass und die sehr heimelige und gut abgehangene Atmosphäre, die er zusammen mit Gainsbourg’s Sprechgesang herstellt. Auch sehr gekonnt: Die recht zurückhaltend, aber immer punktgenau eingesetzten Streicher.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 214 Stücke ist hier.)

2:02 Sufjan Stevens – Redford (2003)

September 28, 2010

Gerade noch bei Facebook über die neue CD von Sufjan Stevens ein bisschen abgelästert und dann das. Ganz viel Mittelmaß bei 2:02 und nur Sufjan erhebt sich über all diese Mediokrität. Dabei ist dieses Instrumentalstück nicht gerade typisch – vielleicht doch, vielleicht ist er ja erst in den letzten Jahren in diesen orchestralen Sound hineingeschlittert, der aber sowas von abtörnend ist – es ist sehr sparsam und delikat instrumentiert, neben dem Klavier gibt es noch ein bisschen wabernden Hintergrundchorgesang, wenn ich das Stück höre, dann kitzelt es meine Seele. Es kam heute genauso unvermutet wie das Geschenk, das mir eine junge, schöne Frau vorhin mit ihrem Lächeln gemacht hat.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 213 Stücke ist hier.)

Ganz viele Bits

September 27, 2010

Die XML-Datei dieses Blogs, in der nur Text drin ist, ist jetzt nach gut anderthalb Jahren Blogexistenz 1,7 MB groß. Und würde damit nicht mehr auf eine altertümliche 3,5-Zoll-Diskette passen. Bescheuert, aber das ist so eine Zahlensache, die mir sehr gefällt und mich sogar irgendwie stolz macht. Das wäre doch bestimmt schon ein Buch mit mindestens 200 Seiten, oder?

2:03 Nick Drake – Road (1972)

September 27, 2010

You can say the sun is shining
if you really want to
I can see the moon
and it seems so clear

You can take the road
that takes you to the stars now
I can take a road
that I’ll see me through

Ganz viele phantastische Songs hier, z.B. Girlfriend in a Coma, Orgasm Addict, I’m so Tired, Griselda in der Fassung von Yo La Tengo, ein ruhiges Lied von den Kinks, das ich erst für eins von Yo La Tengo hielt u.v.a. Aber zu diesem kurzen Song von Nick Drake habe ich eine besondere Beziehung. Weil es nämlich das einzige Lied überhaupt ist, dessen Text ich auswendig kann. Damals Anfang 1980 als ich es das erste Mal gehört habe, konnte ich nicht anders als die paar Verse aufsaugen weil sie in dem Moment für mich eine tiefe Wahrheit über Nick Drake’s und mein eigenes Leben ausgedrückt haben und weil ich Angst hatte, sie zu verlieren. Wobei ich heute Nick Drake nach all dem was ich in der Zwischenzeit über ihn gelesen habe, nachträglich nicht mehr so wirklich abnehme, dass er den Weg zu den Sternen verschmäht hätte, wenn er den Erfolg denn gehabt hätte. Er ist seinen Weg gegangen, der leider eine Sackgasse war. Was mich heute etwas verstört an dem Text ist dieser Absolutheitsanspruch gekoppelt mit dem sich bequem machen in einer resignativen Haltung, die aber gleichzeitig sehr selbstgerecht ist. Und wenn ich mal ehrlich sein soll, dann war ich eigentlich nie so ein großer Mondfan, die Sonne und der Süden haben mich schon immer viel mehr angezogen. Inzwischen ist es jetzt allerdings wieder anders. Im Sommer auf dem Jakobsweg suche ich wie die Einheimischen den köstlichen, kühlen Schatten. Aber wenn es die Sonne nicht gäbe, dann gäbe es eben auch keinen Schatten.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 212 Stücke ist hier.)

2:04 The Feelies – Fa Cé-La (1980)

September 26, 2010

Get a message out to Mom and Dad,
„Everything is alright.“

Eines der bekanntesten Lieder der Feelies ist so kurz, dass es nur 43 Mitbewerbertracks auf meinem iPod gibt, von denen ihm keiner auch nur entfernt das Wasser reichen kann. Der flotte Song, der eigentlich fast ein Instrumental ist, gesungen wird außer dem Titel kaum etwas, ist von der ersten Platte Crazy Rhythms, die sich durch einen sehr klaren, luftigen, direkten Gitarrensound auszeichnete, der dadurch erreicht wurde, dass man die Gitarren direkt ans Mischpult angeschlossen hat ohne Verstärker oder Mikrofone zu benutzen. Sehr auffällig ist hier natürlich auch der dichte Rhythmusteppich aus diversen Schlaginstrumenten, der den Song unterfüttert und nach vorne treibt. Der Titel dieses Stücks gibt mir Rätsel auf. Da fällt mir die Tonleiter Do-Re-Mi-Fa-So-La-Si ein, da heißt es allerdings Fa-So-La, vielleicht haben die Feelies ja im Musikunterricht nicht richtig hingehört. An dem Bandnamen ist interessant, dass er wohl – wie auch der der Doors – auf Aldous Huxley zurückgeht. Ein Feelie war in Brave New World eine Fortentwicklung des Films, die außer Auge und Ohr auch den Tastsinn ansprach.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 211 Stücke ist hier.)

NoonSong

September 26, 2010

Hab ich jetzt schon auf Facebook geshared, muss natürlich auch ins Blog:

War gestern beim gutbesuchten NoonSong in der Kirche am Hohenzollernplatz in Berlin-Wilmersdorf. Da gibt es jeden Samstag
mittag eine ca. einstündige Gesangsdarbietung des Vokalensembles
sirventes Berlin (seh gerade, die sind sogar auf Facebook und werden
jetzt gleich von mir geliked), das gestern Werke von Orlando di Lasso
(mein Favorit…, läuft gerade auf der Website), Mendelssohn-Bartholdy,
Palestrina, Stobäus etc. gesungen hat. Dazu gibt es dann noch ein ganz bisschen Liturgie (einen Psalm, eine Mini-Predigt, das Vaterunser). Die eine Stunde Besinnung hat mir gestern sehr gut getan, vor allem die Kirchengesänge aus der Renaissance haben Ruhe und Kraft gespendet. Den Noonsong gibt es seit über anderthalb Jahren und das komplette Archiv aller Werke kann auf der Website in mp3-Form in guter Qualität runtergeladen werden, wenn man sich mit Namen und email registriert.

I don’t like journalists, #1

September 26, 2010

Und zwar denke ich da jetzt gerade an Heribert Prantl von der Süddeutschen, die ich eigentlich mag, wie er sich gerade im Presseclub echauffiert hat über die neuen Hartz IV-Regelsätze. Er sagt doch tatsächlich, dass man erst die neuen Sätze berechnen sollte und zwar natürlich so, dass da ein fettes Plus hinten rauskommt und dann gucken soll, ob das überhaupt im Budget drin ist. Also sozusagen the American way, erst die Knete mit der Kreditkarte auf Pump ausgeben und dann am Ende jammern, wenn das Finanzsystem zusammengebrochen ist. Und dann drischt der noch minutenlang völlig nichtssagende soziale Phrasen. Der ist noch nicht angekommen im heute, der lebt noch in der Zeit der sozialliberalen Koalition. Ein Traumtänzer wie er im Buche steht. Alle anderen in der Runde, besonders die Dame von der Zeit, waren übrigens durchaus vernünftig.

I don’t like films, #1

September 26, 2010

Das könnte vielleicht eine neue Reihe hier werden, bei Facebook fehlt er mir schmerzlich der „Gefällt mir Nicht“-Button, denn mir gefällt jeden Tag mindestens eine Sache überhaupt nicht. Bin halt ein Nieselpriem.

Gestern hat mir überhaupt nicht der Film Bal – Honig gefallen, der die diesjährige Berlinale gewonnen hat. Eine nahezu völlig handlungslose Aneinanderreihung von film stills, die abwechselnd den Wald und die Natur in der Nordosttürkei und ein Jungengesicht abbilden. Das Zweitbeste an dem Film war, dass nach knapp anderthalb Stunden endlich mal was passiert ist und der Vater beim Honigsammeln vom Baum gekracht ist – oh Mist, jetzt habe ich auch noch den Plot gespoilt – das wahre Highlight war vielmehr, dass der Typ zwei Reihen vor mir in dem Moment aus seinem Schlummer erwacht und zusammengeschreckt ist und uns alle, die wir auch im Halbschlaf dahindämmerten zurück in die Wirklichkeit geholt hat. Danke, lieber unbekannter Filmgänger. Ansonsten gefällt mir natürlich in dem Zusammenhang auch überhaupt nicht, was die deutsche Filmkritik zu diesem Film geschrieben hat, nämlich nur Elogen (wahrscheinlich war der Kinosaal auch deshalb verdammt gut gefüllt). Bei denen scheint Gruppenzwang zu herrschen, ich seh das jetzt mal positiv, mit dem Lesen von Filmkritiken braucht man auch nicht mehr seine kostbare Lebenszeit zu verschwenden. Der Einzige, der ihn nicht ganz so toll fand, war ein Schreiberling von der FAZ. Und die von mir geschätzte Zeit-Kritikerin hat sich wohl nicht zu dem Film geäußert.

P.S. Ein großes Vorbild ist in diesem Kontext natürlich Tanya Headon’s großartige Kolumne I Hate Music, die damals auf Tom Ewing’s Webzine Freaky Trigger erschien, übrigens der Tom Ewing, der auch der Vater des Musikforums I Love Music ist. Liebe und Hass sozusagen als zwei Seiten einer Medaille. In beiden Fällen hat man ein starkes Gefühl in Bezug auf etwas. Heiß oder kalt, Hauptsache nicht lau.

2:05 Ramones – Blitzkrieg Bop (1976, live 1977)

September 25, 2010

Shoot them in the back now
What they want, I don’t know

Zu Silvester 1977 waren die Ramones im Rainbow Theatre in London und haben ihre Show mit ihrem bekanntesten Song Blitzkrieg Bop eröffnet. Dieses Konzert wurde dann später für das Album It’s Alive ausgewählt. Wie man in dem Video sieht, das in zehn Minuten außerdem noch vier andere Songs featured, haben die Band und das Publikum gut abgerockt. Die Ramones habe ich lange überhaupt nicht wahrgenommen, aber ihre Mischung aus Melodie, Speed und Lärm, die unwahrscheinliche Fusion von Surfmusik à la Beach Boys mit Hard Rock á la MC5 und den Stooges hat schon ihren Reiz. Ich habe weiterhin Schwierigkeiten sie als eine der ersten Punkbands anzuerkennen weil Punk für mich irgendwie eine sehr britische Sache war mit viel working class Bewußtsein und die Ramones mehr etwas von einer Spaßband haben. Wie ich gerade sehe, gibt es in Berlin-Mitte das einzige Ramonesmuseum. In New York und in den Staaten generell hat sich kaum eine Sau für sie interessiert und hier werden sie im Museum verewigt. Auch wieder mal typisch.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 210 Stücke ist hier.)

2:06 Johann Sebastian Bach – Suite g-Moll BWV 995 IV Sarabande (ca. 1730, Óscar Cáceres)

September 24, 2010

Diese Bachsche Lautensuite im französischen Stil hatten wir in der gleichen Interpretation für Gitarre schon vor einigen Tagen; da war es der Schlussteil gewesen, der flotte Giguetanz, jetzt ist es die getragene Sarabande, ein höfischer Tanz aus der Barockzeit. Wieso schon wieder Bach? Na ja, zum einen kann es in einer Sammlung von Lieblingsmusik per definitionem nicht zuviel Bach geben, zum andern ist das hier ein wunderbares ruhiges Instrumentalstück zum Atem holen und ins Wochenende hinein chillen. Was mich hier wirklich völlig umhaut, ist die unglaubliche Langsamkeit der Musik, die geradezu paradox erscheint. Wie kann ein so kurzes Musikstück sich so viel Zeit nehmen, wie gehen so lange Pausen eigentlich in knapp über zwei Minuten rein? Das ist ein Wunder und im Grunde völlig unmöglich. Das kann nur Johann Sebastian.

P.S. Zu dem zeitlupenhaften Tempo würde übrigens ganz gut passen, dass die Sarabande wohl von einem andalusischen Fruchtbarkeitstanz herstammt. Ich muss jetzt unbedingt noch zwei Assoziationen in diesem leicht chaotischen Blogeintrag unterbringen. Zum einen strahlt die Musik für mich eine sehr starke Würde aus, zum andern finde ich, dass sie etwas von einem Understatement hat, da steckt so viel Meisterschaft drin, aber sie wird nicht ostentativ nach außen getragen.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 209 Stücke ist hier.)

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September 23, 2010

In Berlin verfestigt sich zunehnmend der Eindruck, dass die Einheimischen sehr inzestuös unterwegs sind. Kontakte knüpfen ist eine echte Herausforderung. Schade. By the way, kommentieren ist nicht ausgegraut.

2:07 Wire – On Returning (1979)

September 23, 2010

You’ll be sorry when the sun has roasted you to
Lobster red, nothing said

Man muss auch mal schweigen können.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 208 Stücke ist hier.)

2:08 Giant Sand – Unwed and Well Sped (1992)

September 23, 2010

I am well attached
but I am unwed
I got stopped by a cop
‚cause I sped.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich zu erden. Man kann 600 Kilometer auf dem Jakobsweg gehen, aufs brandenburgische Land zu den Pferden und Hunden hinziehen oder sich einen Song von Giant Sand anhören. Die letzte Methode ist natürlich für den Großstädter die einfachste, das geht sogar in der U-Bahn. Der ganz große Erfolg ist Howe Gelb versagt geblieben, seine ehemaligen, jüngeren Bandkollegen Joey Burns und John Convertino, die später Calexico ohne Howe gegründet haben, haben ihn auf der Popularitätskurve ganz locker links überholt – das Szenario kenn ich doch von irgendwoher – aber ich glaube, Howe nimmt seinen Geheimtippstatus, den er seit über 25 Jahren erfolgreich verteidigt, mit Ruhe und Gelassenheit. Wir haben ihn zuletzt vor etwa einem Jahr in einem randvollen Klub in einem Rödelheimer Gewerbeviertel gesehen, der höchstens dreimal so groß wie unser Wohnzimmer war. Er war gut in Form wie eigentlich bei jedem Konzert von ihm, das ich besucht habe. Das ausgewählte Lied rumpelt herrlich irgendwo zwischen Country, Bluegrass und Indie Rock, es ist im besten Sinne down to earth.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 207 Stücke ist hier.)

Much Ado about Nothing

September 22, 2010

Die Unaufrichtigkeit vieler führender Politiker in der Debatte um Sarrazin bringt Bettina Röhl – das journalistische Talent zum Zuspitzen hat sie wohl von beiden Elternteilen geerbt – gut auf den Punkt, indem sie darauf hinweist, dass Sarrazins Geburtsprämie für Akademiker unter dem Namen Elterngeld von einer großen Koalition – u.a. auch mit einem Minister Gabriel – vor einigen Jahren ja bereits beschlossen wurde:

Das damals eingeführte Elterngeld für ein Jahr Erziehungspause eines Elternteils beträgt für arme Schlucker ein Jahr lang 300 Euro pro Monat, also 3600 Euro. Für Besserverdienende hatte Schwarz-Rot als Obergrenze 1800 Euro Elterngeld pro Monat ausgesetzt. Diese Gutverdiener-Paare bekommen also per Saldo über zwölf Monate verteilt knapp 22.000 Euro Elterngeld geschenkt.

2:09 The Smiths – Shakespeare’s Sister (1985)

September 21, 2010

I thought that if you had
an acoustic guitar
then it meant that you were
a protest singer

Ich weiß nicht, ob hier noch irgendjemand liest, was ich über die Smiths zu sagen habe, aber egal. Jetzt ist das Dutzend jedenfalls voll und ich glaube, dass es eventuell dabei bleiben könnte. Am Sonntag abend im ICE-Sprinter von Frankfurt nach Berlin stand ich ca. zehn vor zehn auf dem Gang und war zum Ausstieg am neuen Hbf bereit, da sprang mein iPod zu diesem Lied und ich konnte nicht anders als in mich hinein- und herauslächeln, keine Ahnung, ob es die Mitreisenden gemerkt haben. Mit 2 Minuten 9 hatte ich bis dahin wirklich nur mittelmäßige Lieder gehört, dieses hier war so unglaublich viel mehr im Hier und Jetzt wie die anderen, dass es weh tat. Vom Tempo her unglaublich schnell für die Smiths, das klassische R&B-Riff hat Marr wohl zuerst in 19th Nervous Breakdown von den Stones gehört, wurde aber auch von Bo Diddley und Chuck Berry verwendet. Der Titel kommt von einem feministischen Text von Virginia Woolf, wo sie sich eine Schwester von Shakespeare vorstellt, die aber selbst, wenn sie literarisch ebenso begabt gewesen wäre wie ihr Bruder, wegen der bildungsmäßigen Benachteiligung der Frauen in der damaligen Zeit niemals den Durchbruch geschafft hätte. Morrissey macht daraus eine Person, die magisch von den Klippen angezogen wird und sich dazu zwingen muss, nicht runter zu springen – Virginia Woolf hat sich ertränkt – um ihre große Liebe zu treffen. Dieses Aufsaugen diverser literarischer und musikalischer Einflüsse und das Verschmelzen zu etwas einzigartig Neuem hat das Genie der Smiths ausgemacht. Sicher spielt für meine besondere Beziehung zu dieser Band auch eine große Rolle, dass ich sie für mich selbst entdeckt habe und abends in den Discos darum betteln musste, dass sie dort etwas von ihnen auflegten. Ich glaube in den kompletten Achtzigern habe ich kein einziges Lied der Smiths im Radio gehört (p.s. kann eigentlich nicht sein, ich erinner mich jetzt an eine Sendung über und mit Morrissey im Österreichischen Rundfunk). Für mich war damals sofort klar, dass diese Band die Beatles meiner Generation waren, nur viel viel besser weil jünger und dynamischer und smarter und weil sie die besseren Melodien hatten.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 206 Stücke ist hier.)

Steven Patrick bittet Johnny zum Tanz

September 20, 2010


Dass man zu der Mucke von den Smiths auch tanzen kann, stellen die beiden Bandleader hier unter Beweis. Zum Ende ihres längsten Songs, dem knapp siebenminütigen Barbarism Begins at Home mit dem Killerbassriff, hängt Johnny die Gitarre ab und kann Steven’s Avancen nicht mehr widerstehen. Zuerst gesehen beim emsigen Vinyl Villain, meinem derzeitigen Lieblingsmusikblog.

2:10 The Smiths – William, It Was Really Nothing (1984)

September 20, 2010

How can you stay with a fat girl who’ll say:
„Would you like to marry me
and if you like you can buy the ring“
she doesn’t care about anything

Da hatte ich jetzt gedacht das Smiths-Kapitel in diesem Projekt wäre mit Panic und insgesamt zehn Liedern abgeschlossen, aber dann kommt doch noch ein weiterer Popdiamant aus der Feder von Marr & Morrissey auf meinem iPod. Im Juni 1984 hat Johnny Marr die Musik hierzu bei sich zuhause komponiert. Heute morgen habe ich überlegt, was ich damals gemacht habe, ich war wohl mit dem Fahrrad in Kappadokien unterwegs in Richtung Indien, ein Trip, der dann aber bald aus verschiedenen Gründen von mir abgebrochen wurde. Den Song habe ich erst ein paar Jahre später auf der wundervollen Singles- und B-Seiten-Kompilation Hatful of Hollow gehört. Es geht hier um den Rat eines Mannes an einen Geschlechtsgenossen, sie doch nicht zu heiraten, da das ja totale Zeitverschwendung wäre. Daher auch der Titel, William, da war doch eigentlich gar nichts. Das wird in dem obigen Zitat auf die Spitze getrieben, wo die Heirat mit einer fetten Frau, die gerne einen fetten Ring von ihrem Ehemann in spe hätte, verglichen wird. Die Musik ist eher unbekümmert und setzt einen Kontrapunkt zu diesem maliziösen, politisch nicht 100% korrekten, Text. Marr lässt hier seine Gitarre janglen (klirren, läuten, klingeln), dass es eine wahre Freude ist.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 205 Stücke ist hier.)

Divorcing the post-punk way

September 20, 2010

Cool, Scheidungsanwälte mit gutem Musikgeschmack.


(via organic brain jerky)

2:11 Johann Sebastian Bach – Goldberg Variationen Variatio 13 (1741, Gould 1955)

September 19, 2010

Jetzt also doch die Gould-, ach nee sorry, Goldberg-Variationen. Natürlich in der flinken Aufnahme von 1955, in der die Variatio 13 ganze 27 Sekunden kürzer als in der späteren 1982er Session ist. Wieder ein Beispiel dafür, dass Bach auf anderen Instrumenten als der Orgel – für mein dilettantisches Ohr jedenfalls – oft besser klingt. Wie Glenn Gould hier über die schwarzen und weißen Tasten seines Steinway mit seinen zehn Fingern huscht, ohne dass man das Gefühl bekommt, sein Spiel wäre oberflächlich, ist schon beeindruckend. Besonders gefällt mir wie lichtdurchflutet und luzide diese Variation ist. Sie strahlt von innen heraus und reinigt den Geist, man meint klarer zu sehen, wenn man sie gehört hat, so geht es mir zumindest.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 204 Stücke ist hier.)

2:12 Serge Gainsbourg – Marilou Reggae (1976)

September 18, 2010

Salutations distinguées
De petit serpent katangais

Ein weiteres – ich will immer weiterer schreiben – Chanson von L’Homme á tête de chou. Marilou, die im Frisörsalon als Haarwäscherin arbeitet, tanzt Reggae und ihre anmutigen Bewegungen lassen anzügliche Gedanken im Erzähler/Sänger aufkommen. Dies war Gainsbourg’s erster Reggae, von der Instrumentation ein bisschen cheap – die Keyboards hören sich etwas nach Heimorgel an – man könnte auch sagen minimalistisch, aber mich spricht er an. Und das ist ja erst der Beginn der Geschichte, da kommt ja noch mehr.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 203 Stücke ist hier.)

2:13 The Cure – A Reflection (1980)

September 17, 2010

Eigentlich hätte hier der Garagenbluesrocker Psycho Daisies von The Henchmen feat. Jack White stehen sollen, wahrscheinlich der einzige Overlap dieses Projekts mit John Peel’s famöser Record Box, aber leider habe ich die mp3 heute morgen nicht auf den 256 mb usb stick kopiert (weil ich nicht erwartet habe, dass ich sie auswählen würde). Na ja dieses Instrumental am Anfang von Seventeen Seconds ist mindestens genauso gut oder besser. Weil es nämlich das gesamte phantastische Album in nuce darstellt. Bei diesen paar Takten höre ich Play for Today, A Forest und M vor meinem geistigen Ohr. Darüber muss man mal ein Buch oder zumindest einen Blogpost schreiben. Denn das ist für die Musik wie Prousts Madeleines für die Literatur; man hört nur einen winzigen Ausschnitt und ein gesamtes Meisterwerk, ein sagenhafter Trip in die Düsternis eröffnet sich in Gänze vor einem. Schon ziemlich erstaunlich.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 202 Stücke ist hier.)

2:14 The Velvet Underground & Nico – I’ll Be Your Mirror (1967)

September 16, 2010

When you think the night has seen your mind
That inside you’re twisted and unkind
Let me stand to show that you are blind
Please put down your hands
‚Cause I see you
I find it hard to believe you don’t know
The beauty you are

Lou hat dieses Lied für Nico geschrieben, angeblich hat sie nach einem früheren Konzert zu ihm gesagt, sie sei sein Spiegel. Das würde dann bedeuten, dass Lou Nico singen lässt wie schön er ist. Das ist schon etwas strange, wenn sie den Text geschrieben hätte, wär das ja ok, aber so macht sich – der nicht so wahnsinnig ansehnliche – Lou selbst Komplimente durch den Mund einer schönen Frau. Interessant ist auch die Geschichte der Aufnahme. Nico sollte das Lied einfühlsam und sanft singen, ihre Stimme war allerdings aggressiv und schrill. Die Band ließ sie das Lied so oft wiederholen bis sie in Tränen ausbrach. Danach sang sie die definitive Version wie ein Schmusekätzchen. Es stimmt, das hier ist einer der ganz wenigen Songs, wo Nicos Stimme nicht nervt, nicht so kalt und kantig ist. Ich dachte, ich hätte irgendwo gelesen das wäre Andy Warhol’s Lieblingslied der Velvets, bei Wikipedia steht jetzt es wäre Lou’s Favorit. Egal, es ist auf jeden Fall auch ein sehr schönes Schlaflied.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 201 Stücke ist hier.)

2:15 The Beatles – Revolution (1968, 2006 remix)

September 15, 2010

You tell me it’s the institution
Well, you know
You better free your mind instead

Ganz schwere Wahl heute abend, kein Lied hat mich angesprungen, viel Gutes – das mir etwas zu bubblegumeske Blitzkrieg Bop, die mir etwas zu lahme Aria da Capo am Ende der Gouldschen Goldberg Variationen, Joni Mitchell’s People’s Parties, das mit dem Folgelied Same Situation untrennbar verbunden ist – aber nichts wirklich Herausragendes. Mit den Beatles kann man so falsch nicht liegen, vor allem nicht mit einem für sie nicht sehr typischen Song, der an der Grenze zu dem was man damals Hard-rock nannte, ist. Ich finde diesen verkürzten Remix für die posthume Kompilation Love sehr gut gelungen. Der bluesige, dreckige Garagensound der Gitarren hat es mir vor allem angetan. Da steckt eine Menge Power drin und die kann ich gerade sehr gut gebrauchen.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 200 Stücke ist hier.)

2:16 The Cranberries – Pretty (1993)

September 14, 2010

You’re so pretty the way you are.
And you had no reason to be so insolent to me.

Ich muss gestehen, ich habe das erste Album der Cranberries, das Folk, Indie und Pop ziemlich gekonnt verschmolz, damals geliebt, es erinnerte etwas an die Sundays, war nur irgendwie besser, insbesondere die Stimme von Dolores O’Riordan hat mich ziemlich umgehauen, sie hatte etwas von einer Unschuld vom Lande. Die Lyrics von dem heutigen Song sind ziemlich beliebig, aber das habe ich damals nicht gehört. Später als die Band dann richtig Erfolg hatte, kam Dolores immer zickiger rüber und die überproduzierte Musik wurde dann ebenfalls schnell beliebig. Pretty allerdings klingt auch heute noch frisch und unverbraucht.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 199 Stücke ist hier.)

2:17 The Jesus Lizard – Mouth Breather (1991)

September 13, 2010

Don’t get me wrong, he’s a nice guy, I like him just fine
But he is a mouth breather

Das war knapp, Coldplay’s Schmonzette Don’t Panic hatte meine waidwunde Seele fast umgarnt, aber dann bin ich doch noch zur Vernunft gekommen und habe mich für Hardcore statt Schmalz entschieden.

Etwas off-topic, aber nicht wirklich: Kennt jemand einen streamenden Audioplayer, der auch mit Safari funktioniert? Der Obige mit shock wave flash von Adobe offenbar nicht, jedenfalls kam auf dem iPhone vorhin eine Google-Anzeige statt des Players.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 198 Stücke ist hier.)

2:18 Johann Sebastian Bach – Suite g-Moll BWV 995 VI Gigue (ca. 1730, Óscar Cáceres)

September 12, 2010

In den düsteren Zeiten während der zweiten Hälfte meines Studiums – meine Freundin hatte mich verlassen, ich versumpfte zunehmend, das Diplom schien unerreichbar wie die Eigernordwand – habe ich die therapeutische und zwar insbesondere beruhigende und tröstende Wirkung von auf der klassischen Gitarre gespielter Barockmusik erfahren. Eine der CDs, die ich damals günstig bei Zweitausendeins in der Türkenstraße hinter der LMU in München erstand, beinhaltete u.a. Lautensuiten von Bach sowie von Silvio Leopold Weiss. Diese CD hörte ich rauf und runter, meist auf repeat, wenn ich schlecht drauf war oder mich beim Studieren konzentrieren musste. Was mir an diesem kurzen letzten Teil der Bachschen Suite besonders gefällt, ist der warme, helle Klang der Gitarre. Bei Bach assoziere ich ja eher Erhabenheit, Seriösität, Schwere und manchmal sogar Dunkelheit – liegt vielleicht auch an dem für mich typischen bachschen Instrument, der Orgel und dem Ort, wo er ausgiebig gespielt wird, der Kirche – aber hier schafft es der uruguayanische Gitarrist, Licht und Leichtigkeit in die Musik zu bringen, sie quasi zu latinifizieren. Das fließt und perlt so anmutig dahin, dass es eine wahre Freude ist.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 197 Stücke ist hier.)

2:19 The Brian Jonestown Massacre – Mansion in the Sky (1999)

September 12, 2010

Don’t ask me what I’ve done ‚cause I would lie
Just make room in your mansion in the sky

BJM’s Leadsänger Anton Newcombe, der inzwischen in Berlin wohnt, ist ein Eklektiker wie er im Buche steht. Die psychedelische Musik seiner Band, die ursprünglich aus San Francisco stammt, ist stark beeinflusst von den großen Gitarrenbands der Sechziger wie Velvet Underground, den Rolling Stones, den Beatles und den Byrds. Hier singt Anton eine melodische, countryeske Ballade mit Gebetscharakter, in der er um Vergebung seiner schlimmen Sünden bittet und gleichzeitig einen Platz in Jesus‘ Villa im Himmel beansprucht. Etwas größenwahnsinnig, aber zumindest ist die Selbsterkenntnis da, dass er auf die Frage, was er getan hat, sowieso nur lügen würde. Klassischer Stoff aus einem Junkiehirn, wie mir scheint. Die Musik allerdings kommt doch eher zurückhaltend und demütig daher, also wenn ich G… wäre, dann würde ich mir zumindest das Lied bis zu Ende anhören.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 196 Stücke ist hier.)

2:20 The Smiths – Panic (1986)

September 10, 2010

I wonder to myself
Burn down the disco
Hang the blessed D.J.
Because the music that they constantly play
It says nothing to me about my life

This is what I wrote about the song a couple of years ago:

October 1986. I was on the Greek cyclade Naxos where I met a black English guy who was deejaying in a club in the main town. He was ranging his LPs as the season was over and he was about to go back to rainy England. Before he played a single for me. A song by a band from the whereabouts of Manchester I had never heard of. Called The Smiths, a name I instantly loved for its modest ubiquitousness. The song was called Panic but it took me at least seven or eight years before getting that title. From the beginning on I thought it was called after the chorus at the end, Hang the DJ. A two minutes and something pop song which didn’t impress me much at first but which somehow stayed in memory. Which became a token song for nostalgia. I don’t know how many times I asked deejays for this song. Usually because they only played music which didn’t say anything to me about my life. Sometimes they played it (as they liked the song themselves but didn’t realise why I asked for it), many times they didn’t. This song starts the wonderful compilation of singles, b-sides and 12“ extra songs called The World Won’t Listen (how could I not love that title) which came out in early 1987. Whatever Panic is about (e.g. riots in England and radio deejays who pass stupid songs on the public radio after Chernobyl has happened a couple of hours before), it has a feel of power which in the end becomes so totally overwhelming and irresistible (that kid’s choir is angelic). As if changing the music could change the world. That’s what I always liked most about Morrissey. He always incarnated the romantic side of revolution for me.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 195 Stücke ist hier.)

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September 9, 2010

Was ist da momentan eigentlich mit dem Ford Mustang los? Ich kriege seit ca. einer Woche jeden Tag zwischen 50 und 150 Suchanfragen diesbezüglich, die dann alle bei dem Chanson von Gainsbourg aufschlagen. Ich weiß weder welche Suchmaschine das ist (Gugel jedenfalls nicht) noch wieso Ford Mustang jetzt gerade in sein sollte. Hat einer meiner werten Leser eine Ahnung?

2:21 Elliott Smith – Between the Bars (1997)

September 9, 2010

Drink up, baby, stay up all night
The things you could do, you won’t but you might
The potential you’ll be that you’ll never see
The promises you’ll only make

Shit, vorhin als ich den Liedtitel vor mich hingedacht habe, habe ich mich noch gefragt, ob Elliott Smith die bars wie in Gefängnisstäbe oder wie in Kneipen gemeint hat, aber eigentlich war es ja von Anfang an klar. Auch hier geht es wie in so vielen seiner Songs mal wieder um Drogen, um König Alkohol, um genauer zu sein. Und was er mit einem macht bzw. was er einen nicht machen lässt. Wie man sich von ihm einlullen lässt und ihn für einen guten Freund hält. Obwohl er einem doch gerade das Leben wegnimmt und den Schein an seine Stelle setzt, wenn man nicht aufpasst. Ich widme diesen Post einem, dem ich schon mal einen Eintrag gewidmet habe. Soviel kann ich sagen, er hat sich aufgerappelt aus dem Straßengraben und ist wieder auf dem Weg. Und ich nun auch und zwar ins Bett, dieser ruhige, von Elliott Smith’s sanfter Stimme vorgetragene Song eignet sich nämlich auch phantastisch als Wiegenlied. Nach dem Lauf gestern habe ich jetzt ganz fürchterliche Schmerzen im linken Knie. Wäre ich es doch mal etwas langsamer angegangen, aber die Menge hat mich irgendwie mitgerissen und ich wollte natürlich auch nicht letzter von unserem Team werden. Immer dieser verdammichte falsche Ehrgeiz.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 194 Stücke ist hier.)

2:22 Meat Puppets – Plateau (1983)

September 8, 2010

Who needs action
when you got words.

Noch ein Lied, das Kurt Cobain in dem MTV Unplugged Konzert von 1993 mit den Kirkwood-Brüdern gespielt hat. Hier ist das Original. Ich komme vom Firmenlauf und bin etwas groggy, so dass ich nicht viele Worte verlieren werde. Was es genau mit der Hochebene auf sich hat, weiß ich nicht, ob sie was mit der Wüste in Arizona zu tun hat? Oder mit dem Ort, wo man hinkommt, wenn man gewisse Pilze zu sich nimmt? Das ist alles völlig zweitrangig. Das Ende dieses Liedes gibt mir wirklich einen Kick, da geht die Sonne auf und es öffnet sich der Blick auf die Hochebene. Und er ist verdammt schön. So schön, dass man danach eigentlich nichts mehr zu sehen braucht. In other news nagen die Zweifel an mir. Von Tag zu Tag frage ich mich mehr und mehr, was ich hier eigentlich treibe. Und für wen. Kann mir das einer sagen, ohne einen I like it-Button zu benutzen?

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 193 Stücke ist hier.)

pro selber machen _ contra facebook-ringelpietz

September 7, 2010

Nicht nur wegen dieser Tagline (oder wie man sowas nennt), die mir aber sowas von aus tiefstem Herzen spricht, ist das Musikblog Zu Zeiten empfehlenswert. Werner Ahrensfeld, der ehemals für die Spex geschrieben hat, bespricht dort kompetent jede Menge Musik, die ihm gerade so unter die Ohren kommt. Von Captain Beefheart über Spaceman 3 bis zu Sufjan Stevens. Von Reggae über Post-Punk bis zu Prog-Rock. Da ist für jeden was dabei. Außerdem hat er viel Humor und hat was zu erzählen. Ist selten heutzutage, also klickt mal rüber, wenn ihr neugierig geworden seid.

2:23 Jonathan Richman – Couples Must Fight (live 2000)

September 7, 2010

Couples must fight, couples must argue
from time to time, must clear the air
when all is calm, that’s when it’s hard to

Jonathan Richman’s Musik kenne ich kaum, aber fast alles, was ich von ihm gehört habe, habe ich gemocht. Er hat so eine natürlich-direkte Art, die irgendwie auch typisch amerikanisch ist, der ich nicht widerstehen kann. Insbesondere die Liveaufnahmen haben es mir angetan, da er auf der Bühne sein Charisma voll rüberbringen kann. Understatement ist eine seiner Qualitäten, es hört sich oft roh und manchmal auch etwas unbeholfen an, was er und seine Band – früher waren das mal die Modern Lovers – da so treiben, aber sein Naturburschencharme wiegt etwaige Schwächen zigfach auf. Indie und LoFi wären ohne ihn gar nicht vorstellbar, ich glaube er gehörte zu denen, die in den Sechzigern bei den Velvet Underground Konzerten dabei waren und die dann fast alle eine Band gegründet haben. In diesem Song sticht der Gitarrenklang hervor, die Spielart erinnert mich etwas an Flamenco bzw. spanische Volksmusik.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 192 Stücke ist hier.)

Dear reader, watt meinst’n du?

September 6, 2010

Und jetzt kommen wir mal wieder zu einer der wirklich essentiellen Fragen des Lebens. Es geht um den Songindex, der alle Lieder auflistet, die ich im Rahmen meines diesjährigen Projekts a day a second bis jetzt ausgewählt und besprochen habe.

Wieso ich das frage? Weil es etwas Arbeit machen würde und ich faul bin und ich meine geliebten Leser nicht einfach so vor vollendete Tatsachen stellen will.

2:24 Boards of Canada – Roygbiv (1996)

September 6, 2010

Wo die beiden schottischen Brüder, die sich nach dem für Naturdokumentarfilme bekannten National Film Board of Canada genannt haben, versuchen, die sieben Farben des Regenbogens, nämlich: Red, Orange, Yellow, Green, Blue, Indigo und Violet in elektronische Musik mit analogem Equipment umzusetzen. Ich würde sagen, es ist ihnen gelungen. Es fängt etwas bedrohlich an mit der düsteren Orgel und den harten Keyboards, dazu kommen dann schleppende Maschinenbeats, sphärische Synthieklänge, das Sample einer einsilbigen Kinderstimme (ich höre „lake“) und ein paar elektronische Effekte, die üblichen Ingredienzen eines Boards of Canada Tracks halt. Was zum Wegträumen und genau das werde ich jetzt auch machen. Good night, world.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 191 Stücke ist hier.)

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September 6, 2010

Beauty: The power by which a woman charms a lover and terrifies a husband.

Ambrose Bierce

2:25 John Fahey – In Christ There Is No East Or West (1959)

September 5, 2010

Eine schwere Geburt war das heute, das abgedrehte Everybody’s Got Something to Hide Except Me and My Monkey der Beatles hätte diesem Gitarreninstrumental des Vaters des Fingerpicking fast die Show gestohlen. Wie der Titel schon andeutet, handelt es sich – passend zum heutigen Tag – um ein Kirchenlied, das John Fahey auf seiner ersten Platte Blind Joe Death noch etwas fingerfaul interpretiert. Ich habe eine andere Version von ihm, die etwas länger ist und wo es flüssiger daherkommt. Was fasziniert mich so an diesem Stück? Ich glaube es ist die Kombination aus der simplen und doch tiefen Melodie, die immer wieder repetiert wird und dem erdigen, fast schon rostigen Klang der Gitarre. Man meint zu hören, wie sehr John Fahey mit dem Instrument kämpft, wie er ihm die wohlklingenden Töne abtrotzt.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 190 Stücke ist hier.)

2:26 Johnny Cash – Solitary Man (2000, Neil Diamond 1966)

September 4, 2010

Melinda was mine
‚Till the time that I found her
Holdin‘ Jim
And lovin‘ him

Then Sue came along
Loved me strong
That’s what I thought
Me and Sue
But that died, too

Johnny Cash existierte auf meiner musikalischen Landkarte bis zu American Recordings, der Reihe von hauptsächlich aus Covern bestehenden Alben aus den letzten zehn Jahen seines Lebens eigentlich nicht. Ich hatte mir zwar vorher schon Live at Folsom Prison zugelegt, fand es aber enttäuschend, da es mir viel zu sehr nach Country klang. Das hätte ja nun wirklich keiner ahnen können. 😉 Die dritte Edition von American Recordings hatte phantastische Versionen exzellenter Rocksongs, von denen man nicht erwartet hätte, dass Johnny Cash sie spielen würde. Ich denke da an U2’s One, an I See a Darkness von Will Oldham, an das düster-obsessive Mercy Seat von Nick Cave und an das heute ausgewählte Lied Solitary Man. Man spürt förmlich die ganze Lebenserfahrung Johnny Cash’s in seiner auf den ersten Blick relativ gleichförmigen Interpretation. Sein hier leicht brüchiger Bassbariton gibt dem Ganzen noch eine zusätzliche Gravität. Solitary Man scheint für ihn geschrieben worden zu sein, so wie er es singt, identifiziert er sich jedenfalls zu 100% mit der mit Frauen eher glücklosen Titelfigur. Ein echter Hörgenuss sind außerdem die luziden, stromlos gespielten Gitarrenläufe. Ich glaube, ich kenne jemanden, dem das hier auch gefällt. Stimmt’s?

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 189 Stücke ist hier.)

2:27 Miossec – Non non non non (je ne suis pas saoul) (1995)

September 3, 2010

Je vous téléphone encore, ivre mort au matin
Car aujourd’hui, c’est la Saint Valentin
Et je me remémore notre nuit très bien
Comme un crabe déjà mort
Tu t’ouvrais entre mes mains
Ceci est mon voeu, ceci est ma prière
Je te la fais, les deux genoux à terre

1991 starb Gainsbourg, vier Jahre später kam eine Platte eines nicht mehr ganz jungen (er war 31) Bretonen raus, sie hieß Boire und auf dem Cover hatte er eine Fluppe im Maul. Der Mann kam aus Brest und hieß Christophe Miossec, vor der Musik hatte er in den Medien gejobbt. Das erste Lied auf der schwungvollen Scheibe war Non Non Non Non und ich empfand es wie eine frische von der Atlantikküste wehende Brise mit leichtem Salzgeschmack. Natürlich ging es ums Saufen und um den Sex und die Dinge, die einem wichtig sind, wenn man meint, jung zu sein. Nach Miossec kam dann leider keiner mehr. Nein. Nein. Nein.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 188 Stücke ist hier.)

2:28 Sophie Hunger – Walzer für Niemand (2008)

September 3, 2010

Niemand kommt rein und setzt sich hin
Den Fuß auf’n Tisch, Hand unter’s Kinn
Niemand isst hungrig mein Frühstücksmenü
Niemand kommt immer zu früh

Ich bin etwas spät dran mit meinem täglichen Musikstückchen, es ist zum zweiten Mal von der Deutschschweizerin Sophie Hunger. Hier singt sie auf deutsch und es berührt mich fast noch mehr als Round and Round. Wer nur ist dieser Niemand? Ist das ein Lied über Einsamkeit? Eins ist klar, niemand hat mir gestern so eine Gänsehaut gemacht wie Sophie Hunger.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 187 Stücke ist hier.)

2:29 Nick Drake – Day Is Done (1969)

September 1, 2010

When the day is done
Down to earth then sinks the sun
Along with everything that was lost and won

Gestern morgen als ich aus dem U-Bahnschacht am Hausvogteiplatz heraustrat Richtung Gendarmenmarkt sah ich einen Mann, der ein Rad schob. Er war vielleicht sechzig und normal gekleidet. Ich habe ihm ins Gesicht gesehen und schon sprach er mich an. Ich dachte erst, er wolle nach dem Weg – z.B. zur Werderschen Kirche – fragen, aber er war kein Tourist. Er bat mich darum, mir eine Frage stellen zu dürfen. Er würde draußen leben – jetzt fiel der Groschen bei mir – und es wäre sehr schwierig und blablabla. Seine Frage hat er mir nie gestellt, ich habe ihn vorher unterbrochen. Ansonsten hätte er mir wahrscheinlich lang und breit seine traurige Lebensgeschichte erzählt. Um das zu verhindern, habe ich ihm ganz schnell einen Euro gegeben. An ihm hat mich seine Professionalität beeindruckt, er achtete sehr gut auf sein Äußeres, seine Fassade war noch völlig ok. Ich weiß nicht, ob es seine Masche war oder ob es eher zufällig war weil ich ihn unterbrochen habe, aber im Grunde hat er mich gar nicht explizit angebettelt. Was bestimmt auch wichtig für Bettler ist, ist zur richtigen Tageszeit aktiv zu sein. Und morgens gegen neun ist garantiert eine gute Zeit, da die Leute noch leicht verschlafen und noch nicht so abgebrüht sind. Mit jedem Schnorrer, der einem im Laufe des Tages über den Weg läuft, wird man immuner, was dessen Probleme angeht. Das Ziel eines Bettlers muss es sein, der Erste zu sein. In diesem Business gilt ganz besonders: „The early bird catches the worm“. Was ich noch vergessen habe zu erwähnen, „mein“ Bettler hatte einen ganz leichten süddeutschen Singsang drauf, der mich so sanft und ernst vorgetragen auch positiv in seinem Sinne beeinflusst hat. Und Nietzsche hat natürlich trotzdem den Nagel auf den Kopf getroffen: „Bettler aber sollte man ganz abschaffen! Wahrlich, man ärgert sich, ihnen zu geben, und ärgert sich, ihnen nicht zu geben.“ „Mein“ Bettler hat sich nämlich selbst abgeschafft. Nach außen hin hat er nicht die Rolle eines Bettlers gespielt, er war noch er selbst und nicht jemand, der seine Selbstachtung das Klo runtergespült hat.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 186 Stücke ist hier.)

Lambchop

September 1, 2010

spielen am 21.11. in Berlin im Admiralspalast im Rahmen des zwanzigjährigen Jubiläums von City Slang Is a Woman, mein Lieblingsalbum von 2002. Ich glaube da gehe/n ich/wir hin. Die CD bzw. Platte wird auch wiederveröffentlicht mit 16(!) Bonustracks (Quelle).

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August 31, 2010

Peter Praschl tummelt sich jetzt im Feuilleton der Welt. Der Artikel aus den letzten zwei Wochen, der am besten zu ihm passte, vielleicht auch weil er über einen Kauz ist, war Warten auf Godard.

Angst essen Hirn auf

August 31, 2010

„Rund 90 Prozent der BILD.de-Leser wollen Sarrazin sogar als Bundeskanzler…“

2:30 Penguin Cafe Orchestra – Telephone and Rubber Band (1981)

August 31, 2010

Das Penguin Cafe Orchestra hat Instrumentalmusik zwischen E und U gemacht, die immer sehr englisch im Sinne von unkonventionell und unkompliziert war. Mein Lieblingsstück von ihnen hätte mit 11 Minuten 46 Sekunden leider den zeitlichen Rahmen dieses Projekts gesprengt, der Titelname ist mindestens so schön wie die sehr einfühlsame Musik:
The Sound of Someone You Love Who’s Going Away and It Doesn’t Matter

Der Tagestrack ist vergleichsweise locker und unernst. Die Melodie besteht aus Telefontönen, dazu werden diverse Streichinstrumente gespielt. Eigentlich recht unspektakulär, aber auf jeden Fall originell und versponnen. Also genau die Art von ein itzekleines bisschen abgefahrener Musik auf die ich stehe.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 185 Stücke ist hier.)

2:31 Robert Wyatt – Out of Season (1997)

August 30, 2010

A late sparrow fledgling
Bathing in dust
Beneath the gaping mouth
Of the post box
(Hungry for letters home)

Zu Robert Wyatt gäbe es so einiges zu erzählen. Ende der Sechziger Drummer bei der avantgardistischen Prog- bzw. Jazzrockkapelle Soft Machine. Anfang der Siebziger fällt er sturzbesoffen bei einer Party aus dem Fenster im 4. Stock und ist anschließend querschnittsgelähmt. Sein Markenzeichen ist seine hohe, absolut unverwechselbare Stimme. Er ist bis heute, glaube ich, überzeugter Kommunist. Ich persönlich finde ja, dass niemand dem lieben Gott, wie man ihn sich so mit Bart und weißen Haaren vorstellt, ähnlicher ist als Robert Wyatt. Erstaunlicherweise habe ich noch nichts von ihm ausgewählt obwohl ich jede Menge Tonträger von ihm habe; eigentlich war ich davon ausgegangen, dass ich irgendwann Shipbuilding, das den Falklandkrieg thematisiert, aussuchen würde – meinetwegen auch in der Fassung vom Knödelbarden Elvis Costello – aber erschreckenderweise habe ich irgendwie die mp3 verlegt bzw. wohl eher nie gerippt. Shleep, die CD, auf der der Tagessong drauf ist, war mein 1997er Lieblingsalbum. Sie ist gekennzeichnet von einer außerordentlich hohen Konsistenz.

Out of Season ist eine impressionistische Angelegenheit. Posaune und Trompete vermählen sich gar wundersam zu einem haikuartigen Text über einen Spatzen, der spät flügge geworden, im Staub badet und neben dem Briefkasten mit dem riesigen, hungrigen Schlitzmaul auf Post wartet. Wenn das mal kein Selbstporträt des Künstlers als Vögelein ist. Hoffen wir, dass Robert all die Briefe bekommen hat, die er erwartet hat. Er ist dieses Jahr übrigens 65 geworden.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 184 Stücke ist hier.)

Happy Burzeltag!

August 30, 2010


Guck mal, die fabulösen vier spielen nur für Dich!

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August 30, 2010

History will be kind to me for I intend to write it.

Winston Churchill

2:32 Erik Satie – Gymnopédie No. 3 (1888, Branford Marsalis 1986)

August 29, 2010

In dieser Reihe destilliere ich die besten Stücke aus meiner MP3-Sammlung von knapp 30.000 Titeln. Dass es schon wieder ein Instrumental geworden ist – There She Goes von den La’s war das beste Lied – passt, denn Gesang würde von der reinen Musik ja im Grunde nur ablenken, sie quasi verdünnen. Und in dieser Logik ist noch ein dritter Punkt im Zusammenhang mit der Interpretation der heute ausgewählten Komposition zu nennen. Normalerweise werden die Gymnopédies von Satie auf dem Klavier gespielt und sie haben diesen leichten, schwebenden Klang, bei dem ich mir immer Ballerinas vorstelle, die in der Luft tanzen. Aber hier ist es anders. Der Jazzer Branford Marsalis bläst die fragile, tastende Tonfolge der Melodie auf seinem Sopransaxophon. Und das führt nun zur völligen Ablösung der Musik vom Körperlichen, sie wird rein zerebral und zwar dadurch, dass nun nicht mehr diskrete Töne angeschlagen werden, die man mit Schrittfolgen assoziieren könnte, sondern stattdessen die Melodie stetig nach oben fließt. Was ich euch heute vorstelle ist somit gewissermaßen das Destillat eines Destillats eines Destillats.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 183 Stücke ist hier.)

She’s Hit

August 28, 2010

was a song by Nick Cave & the Birthday Party in the early eighties but these days it is the name of a band of four very young lads from Glasgow. Besides Nick Cave I hear Jesus & the Mary Chain and Gallon Drunk – who were probably influenced by Nick Cave themselves – in their music. They are making lots of noise and like the Vinyl Villain who went to a concert of theirs yesterday I haven’t been excited by a band like this for a long, long time. My Bloody Valentine 1991 would probably go back too far but Radiohead 2001 sounds pretty realistic.

2:33 The Durutti Column – Messidor (1981)

August 28, 2010

Der Messidor ist der zehnte Monat im Republikanischen Kalender der Französischen Revolution. In ihn fällt der 14. Juli. Martialisch oder revolutionär kann man The Durutti Column’s Musik nicht gerade nennen, Vini Reilly, der sich hinter dem Bandnamen verbirgt, der fast so geschrieben wird wie eine anarchistische Miliz im Spanischen Bürgerkrieg, ist eher bekannt für leicht sphärische, etwas ins Ambient abdriftende Gitarreninstrumentals. Er hat seinen eigenen Pizzicatostil entwickelt und damit auch einen fließenden, perlenden signature sound, wo die einzelnen Töne vom Himmel herunterzutropfen scheinen. 1981 veröffentlichte er seine zweite Platte LC, auf der sich auch dieses Stück befindet, in dem die offene, freudige Melodie den gemächlicheren Rhythmus überholt und scheinbar vor ihm wegläuft.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 182 Songs ist hier.)

2:34 The Chills – This Is the Way (1986)

August 27, 2010

Fill your head with alcohol,
comic books and drugs.

Die Chills aus Neuseeland haben mir damals als ich sie Mitte der Achtziger das erste Mal auf Bayern 2 gehört habe wirklich the chills gegeben, also eine Gänsehaut. Vor allem dieses musikalisch und textmäßig sehr einfache Lied hatte es mir angetan, da es so eine überirdische Leichtigkeit ausstrahlt und die Melodie gleichzeitig einen ungeheuren Ohrwurmcharakter hat und doch so völlig chartuntauglich ist. Bei der Melodie muss ich an muscat denken, den Aperitivwein aus der Gegend von Perpignan. Er hat eine so starke Traubensüße, dass es im Kopf wehtut, wenn man ihn zu schnell trinkt. Das ist aber ein positiver Schmerz, so ähnlich wie wenn man vor Freude weint. Die Chills waren ein klassischer Geheimtipp von den Antipoden, wie fast alle Kiwibands waren sie auf dem Label Flying Nun zu finden. Erfolg haben sie außer in den Kreisen von aficionados von independent music kaum gehabt. Ihr Mastermind Martin Phillips hat dann vor ein paar Jahren noch eine Soloplatte rausgebracht und seitdem habe ich nichts mehr gehört von ihnen.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 181 Songs ist hier.)

2:35 Joy Division – Leaders of Men (1977)

August 26, 2010

When your time’s on the door
And it drips to the floor
And you feel you can touch
All the noise is too much
And the seeds that are sown
Are no longer your own

Endlich mal wieder was von Joy Division, ihr habt bestimmt genauso ungeduldig darauf gewartet wie ich selber. Dies ist ein sehr früher Song von ihnen und er befindet sich auf ihrer ersten Veröffentlichung An Ideal for Living, das ist die EP mit dem von Bernard Sumner gezeichneten, trommelnden Hitlerjungen auf dem Cover. Ich glaube nicht, dass man da sehr viel hineininterpretieren sollte, zu Beginn des Punk wurde gerne provoziert und was eignete sich dazu besser als Nazifiguren. Das Stück ist insofern bemerkenswert als Ian Curtis hier noch mit seiner natürlichen, weichen Stimme singt und sie nicht durch Verlangsamung der Bandgeschwindigkeit künstlich tiefer und dunkler gemacht wird bzw. er sie entsprechend verstellt. Somit ist sein Gesang weit weniger gravitätisch und apokalyptisch als sonst, ich persönlich mag ihn so besser. Ansonsten zeigen hier auch die anderen Bandmitglieder schon, was sie drauf haben. Peter Hook spielt mit seinem Bass am Anfang das Motiv, hält sich danach aber eher zurück, sein Bass brodelt im Hintergrund an der Oberfläche so dahin, man hört fette, riesige Blasen aufsteigen. Stephen Morris trommelt bereits unglaublich virtuos mehrere Rhythmen zugleich. Bernard Sumner gelingt es, seiner Gitarre verzerrte Akkorde zu entlocken, die für den passenden Verfremdungseffekt sorgen. Das ganze Stück hat bereits den typischen Joy Division Powersound; irgendwie kann ich mir keine Band vorstellen, die von ihnen bei einem gemeinsamen Konzert nicht an die Wand gespielt worden wäre. Sie waren einfach in einer anderen Liga als die anderen. Natürlich ist das keine Musik für jeden Abend, insbesondere die Ernsthaftigkeit und völlige Humorlosigkeit gehen nach einer Weile auf die Nerven, aber dennoch bin ich immer noch hin und weg, wenn ich zufällig einen ihrer exzellenten Songs höre, sie hauen mich jedes Mal um.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 180 Songs ist hier.)

Seltsam,

August 25, 2010

ich weiß immer noch nicht welchen Tag meines Lebens ich mehr verfluchen soll, den an dem ich meine erste Zigarette auf Lunge geraucht habe (vor ca. 22 Jahren) oder den, an dem ich die letzte Zichte geschmokt habe, Ende Juli 2008 kurz vor Léon auf dem Jakobsweg. Meine Kehle brennt heute abend mal wieder lichterloh. Nikotin ist die stärkste Droge, die ich kenne, ich bleibe dabei.

2:36 Kammerflimmer Kollektief – Alles Glühen (2005)

August 25, 2010

Wie die Tage draußen so werden auch die Musikstücke in diesem speziellen Teil des Internetzes immer kürzer. Auch die Allmählichkeit der Verkürzung, die man bei kurzem Zeithorizont kaum bemerken kann, läuft in der Natur und hier ziemlich parallel. Heute kann man unter dieser Adresse mal wieder gesangloser Musik lauschen. Das Kammerflimmer Kollektief aus Karlsruhe schafft es, Elektronik, Ambient, Jazz und Improvisation so zu vermischen, dass am Ende eine Musik herauskommt, die einen genauso an einen warmen Sommerregen wie an ein knisterndes Kaminfeuer erinnern kann. Die Sechs sind Meister der Eklektik, sie verbinden das Beste aus den verschiedenen Musikwelten zu etwas ganz Neuem, etwas ihnen völlig Eigenem.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 179 Songs ist hier.)

2:37 Serge Gainsbourg – Aéroplanes (1976)

August 24, 2010

Elle est marrante c’est une fan
Du cap’tain Cook
Elle a sur lui tout un press-book
Aussi sur Tarzan dont elle est folle comme Jane
Je la vois assez l’enlacer et lui de liane en liane
Pousser son cri en volapük
Du coté de Pamanbuk
Et moi Chita le singe qui leur cavale au cul dans la savane

Ein weiteres Liedchen des großen Serge, endlich eins von meiner Lieblingsplatte, dem Konzeptalbum L’Homme à Tête de Chou, wo es um einen Vierzigjährigen geht, der sich in eine Shampouineuse(!) verliebt. Ich habe es das erste Mal in Deinem Studio in Bel Air in Luxembourg gehört, mon trésor. Weißt Du noch, es war ganz am Anfang vor vielen, vielen Jahren, sozusagen in mythischer Vorzeit. Allein für dieses Album lohnt es sich, glaube ich, die französische Sprache zu erlernen, wobei man schon ziemlich tief in die verschiedenen Bedeutungen, unter anderem auch der sexuellen Art, der Worte eindringen muss. Dieses Lied ist in der Mitte der Platte anzutreffen, die beiden haben sich im Frisörsalon bereits kennengelernt, Marilou, so heißt die Auserwählte, hat Reggae getanzt und seine Phantasie angeregt, aber die beiden haben ihre Bekanntschaft noch nicht im Schlafgemach intensiviert. Hier faltet Marilou ganz unverfänglich Papierflieger aus Reiseprospekten und er malt sie sich als Jane aus (er war gerade mit einer zusammen) und sich selbst als Cheeta. Was für seine Bescheidenheit und seinen Realitätssinn spricht, King Kong wäre ja theoretisch auch eine Option gewesen.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 178 Songs ist hier.)

2:38 Bill Wells & Maher Shalal Hash Baz – The Dust of Months (2006)

August 23, 2010

Dieses Instrumentalstück gehört in die Kategorie musikalischer Archetyp. Beim ersten Hören ist man sich sicher, dass man die Melodie kennt. Sie ist universal, sie gehört uns allen. Natürlich mag ich das Zaghafte und das sehnsüchtig Schmachtende an ihr. Sentimentalität wird sowieso total unter- (nicht über-, ätsch!) -schätzt. Das Orchester von Maher Shalal Hash Baz verspielt sich auch hier wieder wunderschön und gerade diese menschlich-allzumenschliche Komponente macht seinen ganz speziellen Charme aus. Man hört diese Amateure musikalisch dilettieren und man kann nicht anders als ihre tastenden, leicht schrägen Töne lieben. Perfektion wird überschätzt, so stimmt’s.

Aufmerksam geworden auf die Band bin ich übrigens über den Eintrag hier, der auch noch genau die CD Osaka Bridge bespricht, auf der der Tagestrack drauf ist.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 177 Songs ist hier.)

2:39 The Velvet Underground & Nico – Femme Fatale (1967)

August 22, 2010

See the way she walks
Hear the way she talks
You’re put down in her book
You’re number 37, have a look
She’s going to smile to make you frown, what a clown
Little boy, she’s from the street
Before you start, you’re already beat

Vor um die zwanzig Jahren habe ich mir eingeredet, dass dieses scheinbar so harmlos klingende Liedchen genau die Frauen beschreibt, in die ich mich immer wieder verliebe. Heute kann ich das nicht mehr ganz nachvollziehen. Als ich vor über sieben Jahren schon mal über das Album geschrieben habe, wo das Lied drauf ist, selbst da war mir schon klar, dass es sich wohl eher um einen Mythos handelt und dass es wahrscheinlich so ist, dass femmes fatales eher für sich selbst – als für die Männer, denen sie den Kopf verdrehen – tödlich sind (siehe z. B. Nico, die hier auch den Sprechgesang bestreitet, wobei mich die Livefassung mit Lou Reed damals noch mehr mesmerisiert hat). Mit anderen Worten dieser Song ist eine Erinnerung an die Wirren der Jugend, meine ehemals intime Beziehung zu ihm ist jetzt einer abgeklärteren, eher freundschaftlichen Haltung gewichen.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 176 Songs ist hier.)

2:40 Serge Gainsbourg – Ford Mustang (1968)

August 21, 2010

On s’fait des langues
En Ford Mustang
Et bang!
On embrasse
Les platanes
„Mus“ à gauche
„Tang“ à droite
Et à gauche, à droite

Außerdem waren in der engeren Auswahl zwei NDW-Lieder, das supermonotone Anna von Trio und Andreas Doraus – auch wegen des Kinderchors – leicht infantiles Fred vom Jupiter. Aber Serge und Jane waren einfach cooler. Wie sie hier von einem Zungenkuss in einem Ford Mustang, mit dem sie eine Allee runterfahren, singen, der dazu führt, dass der Wagen sich um die Platanen wickelt und in der Mitte auseinanderbricht, das hat einfach Klasse. Andere Marken, die im Lied genannt werden: Kool, Coca-Cola, Browning, ein Zippo-Feuerzeug, ein Kleid von Paco Rabanne und Aspirin. Alles Sachen, die im Auto nach dem Unfall gefunden wurden, außerdem ein Scheibenwischer, flüssiges Make-Up, ein Blitzlicht, ein Schallplattenwechsler, ein Band von Edgar Allan Poe, ein Superman-Comicheft, ein Foto von Marilyn Monroe.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 175 Songs ist hier.)

2:41 Buzzcocks – Walking Distance (live 1978)

August 20, 2010

Wenn man es sich mal überlegt, dann sind die Buzzcocks im Grunde ja die englischen Ramones. Kurze, schnelle, melodische Songs sind auch ihr Markenzeichen. Hier spielen sie ein Instrumental, das ohne den kurzen Soundcheck und die Ansage in diesem wunderbar weichen, nordenglischen Akzent nur gerade mal zwei Minuten gedauert hätte. Der Titel des Stücks passt übrigens perfekt zum Ort des Geschehens. Die Gruppe spielt im Apollo in Manchester, locker fußläufig zu erreichen von ihrer Heimatstadt Bolton. Fast hätte ich allerdings ein Reggae-Instrumental gewählt, Izzy Royal’s Coronation Dub, eines der Lieblingslieder von John Peel, das auch in seiner bekannten Box drin war. Meine mp3 rauscht und knistert wie Schwein, man hört förmlich wie John Peel die Single zu Tode geliebt hat.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 174 Songs ist hier.)

2:42 Townes van Zandt – Waiting Around to Die (1969)

August 19, 2010

Now I’m out of prison, I got me a friend at last
He don’t drink or steal or cheat or lie
His name is Codeine, he’s the nicest thing I’ve seen
Together we’re gonna wait around and die

Das Lied hat Townes van Zandt mit Anfang 20 geschrieben und es nimmt im Grunde sein Leben vorweg. Früh als manisch-depressiv diagnostiziert, hat er sich langsam aber sicher zu Tode gesoffen und gespritzt. Sein 52 jähriges Leben hätte mit dem Songtitel überschrieben werden können, er hat es nicht auf die Reihe gekriegt. Und hat trotzdem phantastisch trockene und luzide Songs geschrieben, die ihm großen Respekt bei Musikern und Kritikern eingebracht haben. Ich bin kein Fan, dafür kenne ich seine Musik auch zu wenig, aber dieses Lied ist so abgründig und wird von ihm mit gerade mal 24 so nüchtern-klar und schicksalsergeben vorgetragen, dass ich einfach hinhören musste, was er da so sang und dann war es auch schon um mich geschehen und er hatte mich postmortal am Haken.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 173 Songs ist hier.)

2:43 Stereo Total – Orange Mécanique (2005)

August 18, 2010

Next to me were some gloopy lewdies
I asked them for
synthemescal
vellocetanol
or euphorisaker

Oh! This would sharpen me up
And make me ready for a bit of the old
Ultra violence

Endlich eine Berliner Band, es wurde aber auch so langsam Zeit. Die einleitenden Worte – z.T. aus Burgess Buch, nehme ich an – spricht zwar eine Französin mit starkem accent auf englisch, aber das passt ja eigentlich janz jut (zu Weltstadt und so). Die Melodie hat so eine neoklassisch-grandiose Anmutung à la Also sprach Zarathustra, nur besser weil nicht ganz so überkandidelt. Dann setzen sphärische Klänge ein, Theremin ick hör dir trapsen, und das Stück entführt uns in einen Klub außerhalb der Milchstraße, ich rat mal, Andromedanebel vielleicht? Esoterisch angehauchte Rentnerinnen sehe ich dazu jetzt eigentlich nicht tanzen, eher Elfen und andere alterslose Fabelwesen. Jedenfalls eine sehr schöne auditive Überraschung heute morgen in der U2 kurz nachdem sie in den Untergrund zwischen Mendelssohn-Bartholdy-Park und Potsdamer Platz eingetaucht ist. Den hammerharten, auf den Zuschauer keine Rücksicht nehmenden Film muss ich auch mal wieder angucken.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 172 Songs ist hier.)

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August 17, 2010

verkatert aufwachen gegen rechts

2:44 Captain Beefheart & His Magic Band – Abba Zaba (1967)

August 17, 2010

Babbette baboon abba zaba zoom

Hier geht es um einen kalifornischen Schokoriegel mit Erdnussbutter in der Mitte. Don Van Vliet läuft bereits in diesem frühen Stück von dem Debüt Safe As Milk zu poetisch-dadaistischer Hochform auf. Ich hätte jetzt Stein und Bein schwören können, dass ich den Song das erste Mal am Monopteros in Gesellschaft einiger bizarrer Gestalten im Sommer 1985 auf Bongo Fury, der Livekollaboration mit Frank Zappa auf einem ollen ITT-Cassettenrecorder gehört habe, aber wie ich gerade feststellen muss, scheint er auf der Platte gar nicht drauf zu sein. Mein Musikgedächtnis ist wohl auch nicht mehr das, was es mal war. Egal, auf jeden Fall ein leicht abgedrehtes Stück Westküstenrock, ganz nach meinem Gusto.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 171 Songs ist hier.)

Spanischer Wein

August 16, 2010

Ich muss unbedingt noch was über Cariñena schreiben, einen Rotwein aus der Gegend von Saragossa – hi Anton! – der alles was ich bis jetzt an Rebensaft aus spanischen Landen genossen habe, locker in den Schatten stellt. Bei Rioja habe ich ja immer das Gefühl, dass die Spanier versuchen, einen Bordeaux zu machen, ihn aber entweder zu lang im zu feuchten Keller lassen oder was anderes falsch machen. Jedenfalls ist Rioja für mich ein Synonym für Dezeption. Der Cariñena hingegen hat alles, was ein guter Rotwein braucht, eine gute, nicht zu dunkle Farbe, viel Körper, etwas Tannin, aber nicht zu viel, eine gewisse smoothness, bei Pomerol heißt das gras, auf deutsch sagt man Samtigkeit. Ich habe übrigens zwei Flaschen davon zu einem Vortrag gekriegt, den ich kurz vor dem Sommerurlaub gehalten habe. Eine habe ich noch. Nochmal herzlichen Dank für die Entdeckung an den Spender.

2:45 Fehlfarben – Gottseidank nicht in England (1980)

August 16, 2010

Und wenn die Wirklichkeit dich überholt,
hast du keine Freunde, nicht mal Alkohol,
du stehst in der Fremde, deine Welt stürzt ein,
das ist das Ende, du bleibst allein.

So schwer ist mir die Wahl noch nie gefallen, die Anzahl der exquisiten Musikstücke mit 2 3/4 Minuten Länge auf meinem iPod ist Legion. Aurora Borealis von den Meat Puppets z.B., eines der luzidesten Instrumentals überhaupt. Oder das erfrischende Gilles von dem Bretonen Miossec, oder das intime Spät von Tom Liwa. Oder Humor Me, einer der melodischsten Songs von Pere Ubu. Oder Southwood Plantation Road von der eine Beziehungskatastrophe ausmalenden Tallahassee der Mountain Goats. Oder wie Hille Perl was von Marais auf ihrer Kniegeige spielt. Oder Unhappy Birthday von wem wohl? Oder. Oder. Oder.

Ich überlege gerade, was ich 1980 so gemacht habe, wenn ich mich recht erinnere, ging das Jahr los mit unserem (David aus England plus Freund? plus mein Vater plus ich) 50 Kilometer-Langlaufmarathon von Kaprun nach Mittersill und zurück bei -15 Grad und saukaltem Gegenwind. Windchilltemperatur garantiert -25. Die erste Stunde waren meine Hände eiskalt gefroren obwohl sie in dicken Lederfäustlingen versteckt waren. Aber irgendwann hat sich die Körperbewegungswärme gegen die Außenkälte dann durchgesetzt, in der Gruppe wollte und konnte ich mich nicht blamieren, und meine Hände sind aufgetaut. Im Sommer war ich dann, glaube ich wieder mit David und zweien seiner Freunde im Schwarzwald und wir sind von einer Jugendherberge zur anderen gezogen. Freiburg, Titisee, Schluchsee, Ulm, Memmingen etc. Auf der ersten Etappe über den Feldberg hat es den ganzen Tag geregnet und meine Jeans war so nass, dass sie bestimmt 2-3 Kilo gewogen hat und erst nach Ewigkeiten wieder getrocknet ist. Das war die Zeit als es in Danzig mit Walesa und der Solidarnosc losging. Lustigerweise hatten wir auf unserer diesjährigen Jakobswegteilstreckenwanderung auch einen Tag mit Dauerregen. Von Varaire nach Cahors. Mit 35 km eine der längsten Etappen. Wir sind einfach durchgegangen durch den Wald mit zwei Pausen in Scheunen, wo wir uns unterstellen konnten, von 8 Uhr bis 14 Uhr. Ansonsten hätten wir uns erkältet. Nach 25 km war Schluss mit dem Regen, die Funktionsklamotten sind ratzfatz getrocknet und wir sind die letzten 2 Stunden in der Sonne nach Cahors. Die Aussicht von oben hinunter auf den Ort, der vom Lot wie von einem U umflossen wird, allein war es wert. Der Abstieg war allerdings Gift für meine Knie. Wieso schreib ich das alles? Weil ich auch mal was erzählen will.

Jetzt habe ich nichts über das Lied geschrieben. Das macht glaube ich nichts, da es für sich spricht. Einfach laut aufdrehen und die Zeitmaschine transportiert euch dreißig Jahre zurück. Und mithilfe der Coda gelingt dann wieder der Sprung zurück ins heute. Es klappt, glaubts mir.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 170 Songs ist hier.)

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August 16, 2010


(from here via here)

2:46 The Smiths – Handsome Devil (1983)

August 15, 2010

Let me get my hands
On your mammary glands
And let me get your head
On the conjugal bed

Ein weiteres frühes Lied der Band aus Manchester mit dem Allerweltsnamen. Die Lyrics gehen offensichtlich um Sex, wobei nicht ganz klar ist, ob zwischen pubertierenden Jungens oder zwischen einem Jungen und einer älteren Frau. Schwer vorzustellen, dass eine Band heutzutage mit einem derartigen Text nicht der politischen Inkorrektheit geziehen würde. Aber die Lyrics interessieren mich hier – bis auf den sehr prägnanten Titel – eigentlich weniger. Der Song hat vom musikalischen her etwas Bedrohliches. Er scheint sich im Verlauf zu beschleunigen, er rockt wie kaum ein anderes Lied der Smiths. Hier kommen die punkigen Wurzeln der Band zum Vorschein. Das ist hier die Peel-Session-Version, wie sie dann später auf Hatful of Hollow veröffenticht worden ist. Natürlich liebe ich auch den Garagensound, später waren die Produktionen dann glatter und perfekter. Hier hingegen kann man noch den ungeschliffenen Diamanten hören.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 169 Songs ist hier.)

2:47 The Dandy Warhols – Retarded (2000)

August 14, 2010

Well I really might seem retarded
But I really want to see you again

Samstag abend, es ist die Zeit für sonnige, leichte Musik. Dieses Liedchen der Dandy Warhols aus Portland an der Pazifikküste passt da sehr gut; die hymnische Melodie macht süchtig nach mehr, die Lyrics sind eher sinnbefreit, mehr braucht kein Mensch heute abend. Na dann feiert mal schön!

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 168 Songs ist hier.)

2:48 Blumfeld – Superstarfighter (1994)

August 13, 2010

Als der Strom weg war
kamst Du zu mir
und Du sagtest: „Los komm, erklär mir
in den Liedern, die Du spielst
ist immer weniger von Dir selber drin.“
„Stimmt genau,“ sag ich
„die sind so wie ich selber bin.“

Das Lied habe ich das erste Mal in Bernard Lenoir’s abendlicher Independent Musik-Sendung auf France Inter gehört. Und es war damals seit langer, langer Zeit mal wieder eine deutsche Band, die mich beeindruckt hatte. Jochen Distelmeyer’s seltsam verschwurbelte, philosophisch angehauchte Texte gekoppelt mit einem gleichzeitig spröden und ohrwurmigen Gitarrensound hatten es mir sofort angetan. L’Etat et Moi blieb dann die einzige CD, die ich mir von Blumfeld angeschafft habe, zum einen habe ich sie aus den Ohren verloren, zum andern hatte ich bei jedem der wenigen, neuen Lieder, die ich im Laufe der Zeit von ihnen gehört habe das Gefühl, das ihre Musik immer beliebiger und softer wurde.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 167 Songs ist hier.)

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August 12, 2010

Sein Projekt war es, das Internet so vollzuschreiben, dass es platzte. Eines donnerstags abends im August fing er damit an. Nach drei Sätzen musste er allerdings erst einmal eine kleine Pause machen; Rom wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut, dachte er so bei sich.

2:49 The Smiths – Girl Afraid (1984)

August 12, 2010

Girl afraid
where do his intentions lay?
Or does he even have any?

She says:
„He never really looks at me
I give him every opportunity
in the room downstairs
he sat and stared
in the room downstairs
he sat and stared
I’ll never make that mistake again!“

Boy afraid
prudence never pays
and everything she wants costs money

„But she doesn’t even LIKE me!
and I know because she said so
in the room downstairs
she sat and stared
in the room downstairs
she sat and stared
I’ll never make that mistake again!“

Mein Lieblingslied von meiner Lieblingsgruppe. Eine B-Seite. Tja, manchmal kommt es mir so vor, als lebte ich in einem B-Universum. Und ich lebe gerne da. Der Plot ist simpel. Er ist in sie verschossen. Sie in ihn. Beide sitzen in ihren Wohnungen und trauen sich nicht. End of story. Meine Interpretation. Morrissey’s Absichten waren eventuell andere. Ich mag an dem Song die Schnelligkeit (in der Erinnerung ist er viel schneller), den Punch, das Hingerotzte, das Punkige. Nur die frühen Smiths hatten diese Art von schnoddriger Dringlichkeit. Hier war Morrissey noch er selbst und kein Popstar. Zumindest noch nicht das, was er für einen Popstar hielt.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 166 Songs ist hier.)

2:50 Nick Drake – Milk and Honey (Jackson C. Frank, 1967/68)

August 11, 2010

Gold and silver
Is the autumn
Soft and tender
Are the skies
Yes and no
Are the answers
Written in
My true love’s eyes

I couldn’t decide if The Smiths Handsome Devil or The House of Love’s Man to Child was better so I went for this. I didn’t even know this song beforehand. It was recorded as a demo tape in Tanworth in Arden, the sound quality is rather poor, there are background noises which add a certain charm of imperfection and authenticity to it. For some reason I needed something pure and stark tonight. Here it is. An early Nick Drake recording where he covers someone else who did not become famous neither. Would it have changed something for Nick Drake if he had become succesful? In the past I had always hoped that it would not have changed a thing, that he would have killed himself anyway. But these days I am not so sure anymore. Does anybody know what I am talking about? I have no clue whatsoever why I wrote this in English by the way. Somehow it wouldn’t have felt right in German.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 165 Songs ist hier.)

Die Grenzen meiner Welt

August 10, 2010

In Anlehnung an Mek Wito eine geraffte Übersicht meiner ganz persönlichen vier geographischen Extrempunkte.

Norden:
Bollnäs, Schweden (61° 21′ N, 16° 24′ O)

Westen:
Ocean Beach, San Francisco, CA, USA (37° 45′ 34″ N, 122° 30′ 39″ W)

Osten:
Nevşehir, Kappadokien, Türkei (38° 37′ 35″ N, 34° 42′ 50″ O)

Süden:
La Restinga, El Hierro, Kanaren, Spanien (27° 38′ 27″ N, 17° 58′ 48″ W)

2:51 Yo La Tengo – Stockholm Syndrome (1997)

August 10, 2010

No, don’t warn me
I know it’s wrong, but I swear it won’t take long
And I know, you know,
It makes me sigh; I do believe in love

Hier geht es wohl um das nach einer mehrtägigen Geiselnahme in einer Bank in Stockholm 1973 benannte psychologische Phänomen, dass Geiseln zu ihren Geiselnehmern häufig ein Vertrauensverhältnis aufbauen und mit ihnen sympathisieren. Im Unterschied zu den meisten Yo La Tengo-Songs singen hier weder Georgia Hubley noch Ira Kaplan Lead. Es ist der Dritte im Bunde, James McNew, der Bassist mit der Bärengestalt, der mit seiner sanften Fistelstimme die Vocals beisteuert. Das Lied verläuft in sehr ruhigen Fahrwassern, hat aber eine Melodie, der man nur schwer widerstehen kann. Man ist sozusagen ihr Gefangener und man ist es liebend gerne. Stockholm-Syndrom halt.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 164 Songs ist hier.)

Ein Lothar Matthäus

August 10, 2010
  • läßt sich nicht von seinem Körper besiegen, ein Lothar Matthäus entscheidet selbst über sein Schicksal.
  • gehört in den Sportteil und nicht auf die Klatschseiten.
  • spricht kein Französisch.
  • auf neuem Kurs.
  • denkt um.
  • ist auch eher ein Kandidat für den Chef-Posten.
  • spricht nicht über Lothar Matthäus.
  • braucht keine dritte Person, er kommt sehr gut allein zurecht.
  • lässt sich nicht verarschen!
  • gibt nie auf.

(Quelle)

2:52 Red House Painters – Summer Dress (1995)

August 9, 2010

says a prayer as she’s kissed by ocean mist
takes herself to the sand and dreams

Leider hat es mein Lieblingslied von Mark Kozelek aka den Red House Painters, Katy Song aus chronologischen Gründen – es ist mit über 8 Minuten leider einige Minuten zu lang – nicht in dieses Projekt geschafft. Dafür aber dann dieses Kleinod, das nicht besonders typisch für Kozelek ist, da es dem Label Sadcore, das seiner Musik ansonsten anhaftet, nicht wirklich entspricht. Allein schon die Instrumentierung ist mit dem zusätzlichen Einsatz von Cello und Streichern wesentlich opulenter als der üblicherweise auf die einsame Akustikgitarre beschränkte typische RHP-Song. Das klaustrophobische, depressive Element ist hier einer fast schon freudigen Gelassenheit gewichen. Wie kann es auch anders sein, wo es doch um ein Sommerkleid geht, das die Schönheit derjenigen, die es trägt, noch hervorhebt. Langsam ist allerdings auch dieses Stück, dem anderen häufig mit den RHP in Verbindung gebrachten Genre Slowcore kann man es also weiterhin zurechnen.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 163 Songs ist hier.)

2:53 Lloyd Cole – How Wrong Can You Be? (rough mix 2005)

August 8, 2010

Von dieser instrumentalen Rohversion eines relativ neuen Titels von Lloyd Cole habe ich schon mal in meinem Vorgängerblog close your eyes geschwärmt und habe dem eigentlich nichts hinzuzufügen:

no expectations
die schönsten momente im leben sind eigentlich immer die, die man nicht erwartet hat, die ohne eigenes zutun über einen gekommen sind. für musik gilt das genauso. vielleicht sogar noch mehr. völlig nichtsahnend habe ich mir vorhin dieses instrumental angehört (link credit to the pinefox). und ich hatte plötzlich so ein kostbares gefühl der durchlässigkeit, der dünnhäutigkeit, der überempfindlichkeit, der fragilität. wie soll ich es beschreiben? meine ganze konzentration war nur noch auf die musik gerichtet, ich wollte sie mit den ohren und dem hirn aufsaugen, nichts verschütten, den genuss bloß nicht durch eine andere gleichzeitige aktivität verwässern. nur noch hinhören und hineinkriechen in das lied. natürlich ist die melodie melancholisch und doch ist das stück gleichzeitig sehr gelassen, es hat etwas souveränes, derjenige, der es komponiert hat, muss lebenserfahrung haben. es ist von lloyd cole, den ich etwas aus den augen verloren habe, von seinem letzten album antidepressant. es heißt how wrong can you be? …

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 162 Songs ist hier.)

2:54 The Beatles – Julia (1968)

August 8, 2010

Half of what I say is meaningless
But I say it just to reach you, Julia
Julia, Julia, oceanchild, calls me
So I sing a song of love, Julia
Julia, seashell eyes, windy smile, calls me
So I sing a song of love, Julia
Her hair of floating sky is shimmering
Glimmering in the sun

Diese Liebesweise John Lennon’s ist gleichzeitig an seine früh verstorbene Mutter Julia wie auch an Yoko Ono, deren Vorname auf japanisch Meereskind bedeutet, gerichtet. Ich habe sie erst sehr spät Ende der Achtziger zum ersten Mal gehört und seitdem ist sie mein Lieblingslied der Beatles, die hier außer Lennon allerdings gar nicht mitspielen. Die sehr privat-persönliche Stimmung kommt auch darin zum Ausdruck, dass man als Zuhörer das Gefühl hat, dass John Lennon einem die intimen Worte direkt in die Ohrmuscheln flüstert. Dazu spielt er im gerade von Donovan in Rishikesh gelernten Fingerpicking-Stil akustische Gitarre. Die Melodie ist sehr einfach gehalten und hat etwas von einem besänftigenden Wiegenlied. Sie erinnert mich entfernt an Joni Mitchell’s Blue, das allerdings erst etwas später geschrieben wurde.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 161 Songs ist hier.)

2:55 The Feelies – Original Love (1980)

August 6, 2010

You don’t know what you’re after
You never seem to notice
The distance between us

Das ist jetzt schon das dritte Lied von den Feelies, aber erst das erste vom Debütalbum Crazy Rhythms. Sie sind vielleicht die Band, die meinem Faible für quirlig und virtuos vorgetragene Gitarrenmusik am ehesten entgegenkommt. Wie in so vielen ihrer Stücke ist auch hier wieder eine Leichtigkeit und Unschuldigkeit gekoppelt mit einer hohen Melodiosität und einer sanften Melancholie zu spüren. Die starke rhythmische Komponente sorgt für einen nahezu unwiderstehlichen Sog. An einer Stelle harmonieren die Gitarren so als hätte jemand aus ihren Saiten einen dunkelroten, mit vielen abstrakten Formen versehenen dichten Perserteppich geknüpft.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 160 Songs ist hier.)

2:56 Nirvana – Lake of Fire (1983/93, live)

August 5, 2010

Where do bad folks go when they die?
They don’t go to heaven where the angels fly
They go to the lake of fire and fry

Ein weiterer Song von Unplugged, Nirvana’s akustischem Spätwerk, das gleichzeitig ihr Meisterwerk war und kein halbes Jahr vor Cobain’s Kopfschuss aufgenommen und ein halbes Jahr danach veröffentlicht wurde. Eigentlich hat dieses Lied so gut wie nichts mit Nirvana zu tun, da es zum einen von den Meat Puppets stammt, einer psychedelischen Gitarrenband aus Phoenix, Arizona (ihr Stil wird häufig als cow punk bezeichnet) und zum andern die beiden Kirkwood-Brüder (die genialen Gitarristen der Meat Puppets) hier mit Cobain spielen, der nur singt. Wobei die intensive und emotionale Art wie er singt deutlich macht, dass ihm dieses Lied ganz besonders nah am Herzen liegt. Dave Grohl, Nirvana’s Drummer ist auch mit von der Partie und trommelt sehr einfühlsam und zurückhaltend, aber die Melodie wird einzig und allein von den zwei Meat Puppets gespielt. Hier noch das MTV-Livevideo weil es die Gänsehaut-Atmosphäre unwahrscheinlich gut rüberbringt.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 159 Songs ist hier.)

Es geht nichts mehr ohne Gehen

August 4, 2010

Nach 20 Tagen hintereinander mit nahezu 30 Km Fußmarsch pro Tag habe ich seit der Rückkehr am Samstag einen sich täglich verschlimmernden Muskelkater in meinen Beinen bekommen. Aus lauter Verzweiflung bin ich heute daher von meinem Arbeitsplatz in der Nähe des Gendarmenmarkts bis nach Wilmersdorf zu Fuß gelaufen. In nur etwas über einer Stunde. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind auch nur etwa 50% schneller. Zumindest ist der Muskelkater jetzt nicht mehr ganz so schlimm. Überraschend auf dem Weg war wie leer das Zentrum von Berlin doch im Vergleich zu Paris z.B. ist. Da waren ein paar Touristen am KZ-Gedenkmal, ein paar mehr am Potsdamer Platz, aber ansonsten waren da zwischen 6 und 7 abends nur ein paar versprengte Figuren.

2:57 Aphex Twin – IZ-US (1997)

August 4, 2010

Stop making that big face!

Mit der Auswahl dieses Tracks habe ich mich selbst überrascht. Ich bin ja normalerweise nicht so der Fan von elektronischer Musik; bis jetzt habe ich erst ein derartiges Stück in diesem Projekt besprochen. Und es war ähnlich wie auch hier eine Art von synthetisch generierter Musik bei der man meinen konnte, dass der bzw. die Bediener den zur Sounderzeugung benutzten Maschinen Gefühle entlockt haben. Auf IZ-US höre ich eine diffuse, träumerische Sehnsucht gekoppelt mit einer tiefen Traurigkeit in den Synthesizerklängen. Als wären die Maschinen unsere Brüder und genauso wie wir völlig einsam und verloren im Kosmos. Die Drumprogrammierung ist nicht ganz so monoton und steril wie so oft; es liegt vielleicht auch daran, dass es sich nahezu ausnahmslos um relativ hohe Beckenklänge handelt. Insgesamt ist das Stück sehr vielfältig mit den Flötenlinien und einigen fetteren Bassbeats, die aber schön im Hintergrund bleiben. Meiner Meinung nach ist Richard D. James einer der ganz wenigen, die in der Lage sind, lebendige, abwechslungsreiche elektronische Musik mit einem human touch zu kreieren.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 158 Songs ist hier.)

2:58 Roxy Music – Virginia Plain (1972)

August 3, 2010

Baby Jane’s in Acapulco, we are flyin‘ down to Rio
Throw me a line I’m sinking fast
Clutching at straws can’t make it

Die erste Single von Roxy Music, die kurz vor den olympischen Sommerspielen in München im August 1972 rausgekommen ist und bis auf Nummer 4 in den britischen Charts kam. Lang, lang ist’s her, aber Falten hat dieses Stück in den 38 Jahren seitdem nicht gekriegt. Es ist so spritzig und stylish wie eh und je. Phil Manzanera’s kurzes Gitarrensolo ist angeblich völlig improvisiert. Brian Eno bearbeitet den Synthesizer und sorgt für die elektronischen Effekte, Bryan Ferry spielt die vibrierende Pianetlinie, Andrew Mackay die Oboe und das Saxophon. Der Name des Titels wird erst ganz am Ende genannt, es handelt sich natürlich um Tabak. Bryan Ferry hatte 1964 in seiner Zeit als Kunststudent ein Bild einer riesigen Zigarettenpackung mit dieser jungen Frau auf dem Cover gemalt, die inmitten einer Ebene steht. Ich glaube, ich kauf mir gleich auch ne Packung Van Nelle mit Blättchen, damit ich das Drehen nicht völlig verlerne. Der wilde Geruch von Tabak fehlt mir fast genauso sehr wie das teuflische Nikotin.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 157 Songs ist hier.)

2:59 The American Analog Set – Choir Vandals (2001, live)

August 2, 2010

Selten hat ein Titel so wenig auf die Musik – und auch die Musiker – gepasst wie hier. Die netten, lieben Boys aus Austin, Texas machen auch hier wieder sehr langsame und ruhige, geradezu zärtliche Musik, die die Ohren des Zuhörers umschmeichelt. Sie haben ihren eigenen hypnotisch-minimalistischen, harmonisch-melodischen Sound gefunden, keiner klingt wie sie. Das ist es, was eine gute Band für mich ausmacht: Die Einzigartigkeit des Klangs. Als kleine Abwechslung dienen die Breaks, die mich an diese Perforation am rechten Autobahnrand erinnern, die das Einschlafen des Fahrers verhindern soll, da der Wagen beim Drüberfahren leicht durchgerüttelt wird (weiß einer wie die heißt?). Mit so einer Pause hört das Stück natürlich dann auch auf. Man erwartet, dass es wieder anhebt, aber die Erwartung wird enttäuscht. Einen zusätzlichen Charme bezieht diese mp3 daraus, dass sie von einer Vinylscheibe mit einem kleinen Kratzer stammt. Das sich repetierende Knacken koinzidiert wunderbar mit dem permanent repetierten Motiv. Lang lebe die unperfekte Analog-LP.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 156 Songs ist hier.)

Ultreïa

August 2, 2010


Bevor es hier mit dem normalen Programm weitergeht, eine der beiden musikalischen Entdeckungen unseres diesjährigen Jakobswegteils. Das bekannteste Pilgerlied, gezupft und gesungen in der Herberge von Carrión de los Condes. Wir haben es in der Abtei von Conques vor dem Abendessen gesungen. Ultreïa heißt so viel wie „immer weiter“ (gehen) und „immer höher“ (im geistig/seelischen Sinne kommen). Das Wort rief uns auch ein illuminierter Rückkehrer aus Santiago zu, der uns auf der alten Eisenbahntrasse kurz vor Éauze morgens entgegenkam. Er sah aus wie ein Indianer mit seinem Federschmuck am Pilgerstab, den seltsam flattrigen, orangenen Kleiderfetzen am Leib, den Sandalen und dem auf den Rücken geschnallten aus Weide geflochtenen Korb mit seinem restlichen Gepäck (hauptsächlich dreckige Wäsche wie mir schien).

Hier noch der Text des Liedes:

Tous les matins nous prenons le chemin,
Tous les matins nous allons plus loin.
Jour après jour, St Jacques nous appelle,
C’est la voix de Compostelle.
Ultreïa ! Ultreïa ! E sus eia Deus adjuva nos !
Chemin de terre et chemin de Foi,
Voie millénaire de l’Europe,
La voie lactée de Charlemagne,
C’est le chemin de tous mes jacquets.
Ultreïa ! Ultreïa ! E sus eia Deus adjuva nos !
Et tout là-bas au bout du continent,
Messire Jacques nous attend,
Depuis toujours son sourire fixe,
Le soleil qui meurt au Finistère.
(Paroles et musique Jean-Claude Benazet)

Fußballballett

Juli 6, 2010


Mal ein Filmchen aus der Zeit meiner Jugend zur Auflockerung. Frisch aus der Machtdose geklaut.

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Juli 6, 2010

Eines der besten Mittel gegen das Altwerden ist das Dösen am Steuer eines fahrenden Autos.

Juan Manuel Fangio

3:00 The Feelies – On the Roof (1986)

Juli 5, 2010

Stop for a while
Talk about it

Mit diesem dichten, aber luftig gewebten Gitarrenklangteppich beginnt mein Lieblingsalbum der Feelies, die man allein schon wegen des Covers der ersten Platte wo sie so herrlich nerdig rüberkommen, liebhaben muss. Natürlich schreib ich das nur weil mich heute jemand wegen der beiden Stifte in der Brusttasche meines kurzärmligen Hemds mit diesem schönen, urdeutschen Adjektiv belegt hat. In der letzten Minute des Songs passiert etwas, das ihn aus meiner 3’00“-Shortlist, in der außerdem noch Lloyd Cole’s glorreiches Why I Love Country Music und das melancholische Une Chanson du Crépuscule von den Montgolfier Brothers drin waren, herausstechen lässt. Ich glaube, es ist ein Taktwechsel, eine Beschleunigung des Rhythmus, eine stärkere Betonung der einzelnen Noten, jedenfalls bekommt das Lied plötzlich diesen Twist ins Metaphysische, auf einmal kann ich meine Lippen nicht mehr verschließen, ich muss die Melodie mitpfeifen bzw. versuchen, sie mitzupfeifen. Sie ist in mir übergelaufen, so dass ich sie nicht mehr für mich behalten kann, sie muss einfach raus. Do you know what I mean? Bis Ende Juli mach ich jetzt erst einmal Pause hier, zum einen habe ich diese Woche noch soviel zu tun, dass ich voraussichtlich keine Zeit zum Bloggen mehr haben werde, zum andern sind wir ab Samstag für drei Wochen auf dem Jakobsweg von Le Puy en Velay im Zentralmassiv nach Aire sur l’Adour in den Landes, wo wir vor drei Jahren losgegangen sind nach Santiago. Das heißt also, dass es in diesem Programm, wenn alles gut geht erst wieder am 2. August weitergeht. Außerdem wollte ich mich eigentlich noch bitterlich beklagen, dass dieses Blog in den letzten fünf Monaten quasi völlig resonanzlos geblieben ist. Aber dann habe ich es mir noch einmal anders überlegt. Im Grunde schreibe ich ja sowieso nur für mich selbst. Ansonsten hätte ich schon vor Jahren mit der Bloggerei aufgehört.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 155 Songs ist hier.)

3:01 Giant Sand – Increment of Love (2008)

Juli 4, 2010

Molly is nobody’s fool
comes from an excellent gene-pool

So entspannt wie wir ins Wochenende gestartet sind, so laid-back floaten wir jetzt auch wieder heraus. Howe Gelb singt auf seine sehr unaufgeregte und abgeklärte Art von Liebe und der Biologie, die damit einhergeht. Es geht ums Chromosom, den Genpool, das Molekül und schreiende Zellen. Der Liebeszuwachs ist dann wohl der neue Organismus, der sich nach der Befruchtung im Bauch der Frau bildet. Wenn es denn so simpel sein sollte, eine klassisch-schöne Idee und damit packe ich mich jetzt auf die wohlverdiente, knallharte Taschenfederkernmatratze. Der Sekt, der Riesling, der spanische Rosé und der blanc de noirs (first time but not last time) gestern abend bei unseren Nachbarn haben wohl doch ihre Spuren in meinem Organismus hinterlassen.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 154 Songs ist hier.)

3:02 Leo Kottke – Machine No. 2 (1971)

Juli 3, 2010

Mal wieder ein Instrumental. Leo Kottke, der neben seinem Mentor, dem zu früh verstorbenen John Fahey wahrscheinlich virtuoseste Gitarrist im Fingerpicking-Stil spielt den Zuhörer in diesem viel zu kurzen Stück schwindlig. Fingerpicking, das ist wie der Name schon sagt, das Spiel der Akustikgitarre ohne Plektrum direkt mit den Fingern (Spitzen bzw. Nägeln). Das gibt dann, wenn man so fix spielt wie Kottke einen Sound nahe dran an dem der Slidegitarre, die Saiten klingen so als wären sie beschwipst. Die Unberechenbarkeit seines Gitarrenspiels voller Synkopen, Polyphonien und Arpeggios erinnert mich an einen Haken schlagenden Feldhasen. Sehr schön anzusehen, aber mit fairen Methoden nicht einzufangen.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 153 Songs ist hier.)

3:03 Julie Doiron & the Wooden Stars – The Last Time (1999)

Juli 2, 2010

Anyone is pretty when she smiles
Me, I’m only pretty when I’m crying

Über Julie Doiron weiß ich eigentlich gar nichts, aber unter den neunundneunzig Liedern mit einhundertdreiundachtzig Sekunden auf meinem iPod war dieses dasjenige, was die anderen „eclipsed“ hat, ausgeschaltet wäre zu unpoetisch. Zwei Dinge sind es vor allem, die mich hier anziehen. Zum einen die extreme Langsamkeit, diese Konzentration auf wenige Töne, diese geringe Tondichte pro Zeiteinheit. Da wird die Pause, das Atemholen betont; es herrscht eine mediterrane Siesta-Schläfrigkeit in diesem Stück, es strotzt vor einer aus der Ruhe geschöpften Kraft. Dann natürlich die für meine Begriffe sehr erotische Stimme von Julie Doiron, sie zieht die Silben schlafwandlerisch in die Länge, sie hat einen herrlichen drawl, bei dem ich nicht anders kann als an Südstaatenschönheiten denken. Natürlich ist Julie Doiron von ganz woanders, nämlich – o welche Überraschung 😉 – aus New Brunswick, der einzigen zweisprachigen Provinz Kanadas. Da ist es jetzt bestimmt auch etwas frischer als hier im Zug nach Frankfurt. Summa summarum, es handelt sich hier um ein sehr entspanntes Stück Musik mit dem man herrlich ins hitzige Wochenende hineingleiten kann.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 152 Songs ist hier.)

3:04 Joni Mitchell – Banquet (1972)

Juli 1, 2010

Some turn to Jesus
And some turn to heroin
Some turn to rambling round
Looking for a clean sky
And a drinking stream
Some watch the paint peel off
Some watch their kids grow up
Some watch their stocks and bonds

Wer die letzten fünf Monate – ich kann es selbst nicht glauben, wie lange dieses tägliche Programm schon läuft – hier ein bisschen verfolgt hat, dürfte inzwischen mitbekommen haben, wer meine Lieblingssängerin ist. Hier spielt sie mal wieder Klavier statt Gitarre und das Stück ist musikalisch wie auch lyrisch so sehr Joni that it almost hurts. Die eigenwillige Pianoballade strahlt eine große Ernsthaftigkeit und Gravität aus. Der Text beschreibt eine bildliche Essenstafel. Die einen kriegen die Bratensoße, andere den Knorpel, wieder andere das Knochenmark, manche gar nichts. Es wäre für alle was da. Jemand hat die Gefräßigen reingelassen, aber die Bedürftigen wurden ausgesperrt. An diesem Festessenstisch sitze ich nun schon eine ganze Weile und irgendwie schmeckt es mir nicht mehr so richtig. Ich will endlich wieder aufstehen und losgehen. Gut, dass es bald wieder soweit ist.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 151 Songs ist hier.)

P.S. An den schönen Sommer 1972 erinnere ich mich übrigens noch sehr gut. Wir wohnten in dem Haus in der Venloer Straße in Hülsdonk. Ich habe viel Zeit in Vaters Arbeitszimmer mit der Tür zur großen Terrasse verbracht. Da stand der Fernseher und die olympischen Spiele fingen so unbeschwert an, erreichten einen Höhepunkt mit Ulrike Meyfahrt’s überraschendem Hochsprungsieg und wurden dann plötzlich zu einem schrecklichen Alptraum.

3:05 Elliott Smith – Independence Day (1998)

Juli 1, 2010

Future butterfly going to spend the day higher than high
You’ll be beautiful confusion
Oh, once I was you

Bei diesem Lied muss ich an Elliott Smith’s persönlichen Unabhängigkeitstag denken, den 21. Oktober 2003. An dem Tag hat er sich ein Messer in die Brust gerammt, wobei nie 100%ig geklärt wurde, ob es wirklich Selbstmord war. Es gibt eine erschreckende Diskrepanz zwischen seiner sanften Stimme, diesen wundervollen an die besten Stücke der Beatles erinnernden Harmonien, der sehr berührenden Melodie und seinem brutalen Ende. Wahrscheinlich spielten seine Drogenprobleme eine Rolle und um Rausch, Abhängigkeit und Entzug scheint es auch in diesem Song zu gehen.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 150 Songs ist hier.)

3:06 Galaxie 500 – Instrumental (1988)

Juni 29, 2010

Ich weiß jetzt nicht so ganz was ich zu Galaxie 500 sagen soll. Indie Aficionados werden sie gut kennen, die meisten anderen wohl eher nicht. Ihr Mastermind war Dean Wareham, der gut zwei Wochen nach mir geboren ist, allerdings auf der anderen Seite der Erdkugel, in Wellington, Neuseeland. Nach einem Aufenthalt in Sydney kam er mit 14 nach New York. In Harvard hat er dann ein Sozialwissenschaftsstudium mit einem B.A. abgeschlossen. Wieso schreib ich das jetzt alles aus der Wikipedia ab? Vielleicht weil es ein bisschen seine Musik erklären kann bzw. seinen Sound, den er mit Galaxie 500 entwickelte und dann später mit Luna perfektionierte, wo dann noch der Feelies-Drummer mitmachte und jemand von den neuseeländischen Chills. Wie man an alldem sieht, ist Wareham ein Globetrotter mit intellektuellem Touch und seine sehr ruhige Musik, die man als Gitarren-Dreampop bezeichnen könnte, strahlt etwas Universales, Allumfassendes aus, das mich von der Sekunde an, wo ich ihn das erste Mal gehört habe, sofort angesprochen hat. Ein Instrumental passt besonders gut zu ihm, da seine Stimme eher schwach und unscheinbar ist und meist im Hintergrund eingesetzt wird, meines Erachtens sogar fast schon etwas nervt und vom eigentlichen Sound ablenkt, den man als traumtänzerisch bezeichnen könnte. Ich mach jetzt Schluss mit dem Gelaber und wünsche allen eine gute, erholsame Sommernacht, möge diese gesanglose Wiegenmusik dem Einschlummern förderlich sein.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 149 Songs ist hier.)

3:07 Wilco – Heavy Metal Drummer (2002)

Juni 29, 2010

I miss the innocence I’ve known
Playing Kiss covers, beautiful and stoned

Bei diesem Lied denke ich immer an
– das Video mit Jeff Tweedy und dem kleinen Jungen im Wagen, die beide mit den Händen auf den Schenkeln trommeln
– einen Ex-Kollegen, der wahrscheinlich der größte Kiss-Fan in Berlin ist, zumindest in Berlin-Moabit. Hi there, S.
Destroyer, meine erste Langspielplatte, die ich vor ziemlich exakt 24 34! Jahren zu meinem 13. Geburtstag gekriegt habe.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 148 Songs ist hier.)

3:08 UB40 – Present Arms in Dub (1981)

Juni 27, 2010

Bei dem Supersonnenwetter scheint mir dieses Reggae-Echomonster genau die richtige Mucke zum Runterchillen zu sein. UB40 aus Birmingham nannten sich nach dem Formular zum Beantragen der Arbeitslosenhilfe (unemployment benefit form 40), welches sie nach diversen Hits in den Achtzigern dann später wohl kaum noch ausfüllen mussten. Großartig ist hier natürlich das fette Bläsermotiv, aber die diversen hin und her hallenden Töne und Geräusche geben dem Stück zusätzlich fast einen experimentiellen Charakter.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 147 Songs ist hier.)

3:09 Basia Bulat – Snakes and Ladders (2006)

Juni 26, 2010

Don’t you know it’s bad luck
To stay in one place for too long?

Die Stimme von Basia Bulat erinnert mich unglaublich stark an diejenige von Tracy Chapman. Da scheint soviel Trauer, soviel harte Lebenserfahrung drin zu stecken, es ist jedes mal wie ein Stich ins Herz, wenn ich sie singen höre. Das Lied ist eine bittersüße Ballade, in der ein englisches Brettspiel mit dem Leben verglichen wird. Ich glaube, es geht darum, dass man auch mal was riskieren muss, wenn man weiterkommen will. Dass der erste Schritt hin auf einen Menschen, den man gerade kennengelernt hat, auch nicht ungefährlich ist. Man könnte ja zurückgewiesen werden. Und doch lohnt es sich auf jeden Fall, mal das zu tun, was nicht unbedingt von einem erwartet wird. Leben ohne Risiko ist wie Suppe ohne Salz. Vielleicht gesünder, aber wozu?

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 146 Songs ist hier.)

3:10 Buzzcocks – Harmony In My Head (1979)

Juni 25, 2010

Vom Punk habe ich ja in der zweiten Hälfte der Siebziger kaum was mitbekommen. Ich war zwar von 1976-78 dreimal in Südengland im Sommer – Bournemouth, Margate, Marlow – aber auch schon diese Bewegung schien mehr ein Medienhype als real existierend gewesen zu sein. Erst später in den Achtzigern habe ich meine Lieblingspunkband entdeckt, die Buzzcocks. Sie hatten neben der englischen Schnoddrigkeit und den ohne Umschweife auf den Punkt kommenden Titeln (wie z.B. Orgasm Addict oder Just Lust) auch noch die Melodien dazu. Das heutige Lied kann man kaum als Punk bezeichnen, erstens ist es zu lang, dann zu langsam und es wird zudem sogar noch ein bisschen gejammt. Aber das macht alles absolut überhaupt nichts, denn dieser Titel hält alles, was er verspricht. Aus meinem Kopf geht der Ohrwurm heute jedenfalls nicht mehr so schnell raus.

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3:11 R.E.M. – Crazy (1989, cover)

Juni 25, 2010

Es ist unglaublich, aber wahr. Der einzige Song unter dreiundneunzig, der etwas hervorsticht aus dem Mittelmaß der 191-Sekundenlieder auf meinem iPod ist erstens ein Cover und zweitens ein Cover von einem Song, dessen Originalversion ich vorgestern schon vorgestellt habe. Viel zu schreiben gibt es jetzt nicht mehr. R.E.M. halten sich schon fast sklavisch an das Vorbild, sie nehmen allerdings ein bisschen den Pepp raus, allein schon durch Michael Stipe’s Stimme. Das wäre jetzt nicht nett, wenn ich schreiben würde, dass dies ihr bestes Lied wäre, wenn es denn von ihnen wäre, aber das ist mir jetzt egal. Auch Blogs sind geduldig.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 144 Songs ist hier.)