Archive for Januar 2009

A French-American family

Januar 31, 2009

Moriarty: Cottonflower from Gee Whiz But This Is a Lonesome Town

The first time I heard the name of this band I thought of Dean Moriarty, the hero of On the Road, Jack Kerouac’s travelling buddy who was called Neal Cassady in real life. At the same time I was pretty sure that it wasn’t him who inspired the band name. Apparently I was wrong.

I like the song almost as much as the other one about a man with a suitcase and a woman dancing with him in the train which they also played but which is not on the album. Cottonflower is a slow affair. I can see the American prairie or is it the Mississippi delta? It’s a view of the plains which bend down at the horizon. There is a lot of dust on the fields, there are people working in the evening sun there. And there is a sad voice of a woman singing about someone she is in love with who doesn’t turn off the tv, or something like that. It’s a song which feels like home, in a way. That’s how I felt at the concert on Thursday. In a familiar place, cosy. The Moriartys emanate a warmth and devotion like few other bands. When they all – they are five without the drummer – stood close to each other in front of the one and only microphone on Thursday I had the impression of seeing a family who had found itself.

.

Januar 30, 2009

moriarty haben da gestern in der erstaunlich gutbesuchten brotfabrik ein wunderschönes, ruhiges lied gespielt, das ich gerne hochgeladen hätte. es scheint nicht auf ihrem neuen album (ersten?) zu sein. es kam suitcase drin vor. das dritte oder vierte lied des sets. eher melancholisch angehaucht, eh klar.

fuck web 2.0

Januar 28, 2009

gibt es eigentlich noch gepflegte blogrolls?

es ist noch hoffnung da

Januar 28, 2009

die erste mücke gesehen. sie lauert auf dem vorhang. der winter war zu warm bis jetzt (dabei war er gar nicht so schlecht, aber ich bin halt verwöhnt, münchen 1985 auf dem rad zum matheinstitut bei minus 25). wir haben ja erst ende januar. die kältesten tage kommen oft erst im februar.

eyeless in gaza

Januar 28, 2009

Wieso ist die Berichterstattung über den Nahen Osten eigentlich immer so einseitig? Wieso sind immer entweder die Palästinenser oder die Israelis die Bösen? Ich glaube, dass beide nicht ganz unschuldig an der jetzigen Situation sind. Wieso verdammt nochmal können die sich nicht endlich mal einigen? Meinetwegen auf die Grenzen von 1967. Was spricht dagegen, Israel? Bis 1967 hat es ja auch gereicht. Mit Raketen rumzuschießen und mit Flugzeugen rumzubomben sind jedenfalls Konfliktbewältigungen auf Steinzeitniveau. Scheiße wie kann man das Leid eines anderen Volkes so ausblenden, wenn man selber einem Volk angehört, dass vom Leiden auch nicht gerade verschont wurde? Oder haben die das etwa schon vergessen?

.

Januar 27, 2009

avocado diabolo

Shame on you

Januar 26, 2009

Die einzige Institution, die aus dem Holocaust nichts gelernt hat, scheint die katholische Kirche zu sein. Damals unter Hitler haben sie nichts gesagt und jetzt nehmen sie Leute wieder in ihre Herde auf, die die Judenvernichtung leugnen. Konsequent ist er ja, der Benedikt.

^

Januar 26, 2009

The title-page up there is a photo of the rising sun as seen from an airplane on December, 21st. We were flying to Girona. It was the flight which took off 6h40 in Hahn in the Hunsrück. We had gotten up just before four o’clock and I got flashed at 4h26 on the motorway bridge over the Rhein in Wiesbaden with an excess speed of 20 km per hour. I was lucky, only 30 euros and no „points“. Just thinking of all that, isn’t December, 21st the shortest day of the year? The photo of the sunrise was taken just after we arrived at the Mediterranean. We were sitting on the left side. I remember that there was a city at the coast. Maybe Nice? Or San Remo? It was not too far away from the Alps. I didn’t ask, I should have. When the plane arrived above the Mediterranean it turned right. I was totally mesmerised by the different shades of red and orange. I don’t remember seeing the sun rise. When we arrived in Girona it was bright day. And pretty cold too, just above zero degrees.

.

Januar 26, 2009

Immerhinque hat immerhinque 517 Google-Ergebnisse. Das letzte Mal als ich die Wortzusammensetzung gehört habe, muss Anfang der Achtziger gewesen sein. Bestimmt von einem Lehrer, der damals kurz vor der Pension war. Oder war es Walter’s Bruder in Tadellöser & Wolff? Verschroben, ein bisschen betulich aber doch irgendwie sympathisch. Wiederlesen macht jedenfalls Freude.

melancholy is the small brother of depression

Januar 26, 2009

Red House Painters: Mistress from „Rollercoaster“

The thread which made me relisten to this song. It’s a pretty great song with the hazy guitar and stuff. I never paid a lot attention to it as one of my all-time favourites is the song before. I wrote a little bit on the thread about all that. The discussion will continue there, hopefully.

Immer und ewich

Januar 25, 2009

Hier zuerst gesehen.

.

Januar 25, 2009

Nach fast acht Jahren Bloggen kriege ich hier zwölf Views an einem Sonntag. Danke Euch allen, seid ihr auch ganz sicher, dass Ihr Euch nicht in der Adressleiste bei der URL vertippt habt? Ich habe übrigens noch einen zweiten Blognamen reserviert, mit dem kriege ich bestimmt locker tausend Views am Tag. Wie damals mit sex and sunshine.

Friede, Freude, Freistil

Januar 24, 2009

Das Kammerflimmer Kollektief aus Karlsruhe macht nun schon seit zehn Jahren Instrumentalmusik außerhalb aller gängigen Schubladen mit gelegentlichen elektronischen Einsprengseln. Der ausgefallene Name deutet darauf hin, dass ihre Musik zum einen durchaus auch Soundtrackcharakter hat und dass sie eine größere Band sind; auf einigen Stücken musizieren acht Personen. Alles Glühen ist eine Nachtmusik, die sich weit zurücklehnt und den Tag vor dem inneren Auge Revue passieren lässt. Man sieht Kerzenlicht, ein loderndes Kaminfeuer und hört den Wind rauschen. Es ist kuschelig und sehr entspannt. Eine innere Wärme steigt in einem auf. Dazu ein Fläschchen Rotwein und der Abend könnte noch lang werden. Dann plötzlich das offene Ende. Nicht disharmonisch, aber auch nicht melodisch, eher impressionistisch improvisiert. Am Ende bellt noch ein elektronischer Hund. Von nun an ist alles möglich.

Miguel Torres. Titanes. Crianza 2006

Januar 24, 2009
  • Alkoholgehalt: 14%
  • Region: Catalunya
  • Reben: Garnacha, Cariñena, Syrah
  • Preis: 7 Euro
  • Laden: Aldi
  • Entkorken mit leichtem Zischen
  • Depot: nicht vorhanden
  • Farbe: zwischen dunkelrot und schwarz
  • Bukett: Rauch, Pflaume, Muskat, Vanille
  • Konsistenz: erst samtig, schäumt ganz leicht auf der Zunge (evtl. Einbildung)
  • Geschmack: fruchtig, pflaumig, ausgeprägte Tannine
  • Abgang: etwas unrund, Wein noch zu jung

Zusammenfassung: Ausbaufähiger nahezu schwarzer Rotwein mit fruchtig-pflaumiger, rauchiger Note, der ein ganz kleines bisschen auf der Zunge bizzelt (?). Sollte noch ein paar Jahre gelagert werden. In der Karaffe hatte er sich am 2. Tag schon gut entwickelt. Für den Preis würde ich mir persönlich lieber einen Bordeaux kaufen.

.

Januar 24, 2009

Chatwin war wie Fermor ein leidenschaftlicher Fußgänger. Er war fest davon überzeugt, dass Gehen nicht einfach nur einen therapeutischen Wert besitze, sondern eine poetische Handlung sei, welche die Welt von ihren Übeln heilen könne. (Quelle)

Champagne for the ears

Januar 23, 2009

Brian Eno: Third Uncle from Taking Tiger Mountain (by Strategy)

Vorhin versucht, Wire. Adventures in Modern Music zu hören. No chance. Alle drei Sendungen fingen nach dem Erkennungsstück mit Tracks an, die beherrscht waren von dumpfen Elektro-Beats, die dauernd wiederholt wurden. Wie Minimal Music nur viel schlimmer und einfallsloser, da völlig melodiefrei. Was ist passiert mit der experimentellen Musik? Wie kann man sich so einen tumben, hirnlosen Mist anhören? Ich versteh das nicht, das ist doch nur noch völlig einfallsloser Bullshit. Es lohnt sich nicht mal nach des Kaisers neuen Kleidern zu schreien, da sich diese Pseudo-Avantgarde ja sowieso niemand anhört. Und das ist gut so.

Zurück zu Brian Eno. Der war früher mal Pop-Avantgarde und hat unheimlich spannende und faszinierende Musik gemacht wie in dem Stück da oben von seiner zweiten Scheibe von 1974. Heute produziert er Coldplay. So eine Fallhöhe muss man erst einmal herunterstürzen. Vorher hat er U2 produziert und davor Ambient erfunden. Bei ihm ging es im Laufe der Zeit von der musikalischen Relevanz immer nur abwärts, aber von der Knete nur aufwärts. Sehr schade. Sein letztes Album mit David Byrne war auch vollkommen belanglos. Das hätte ein Computer mindestens genau so gut komponieren können. Vielleicht war ja einer am Werk.

Eine endlos hallende Basssaite, die schrammelnde, leicht angezerrte Gitarre, eine zweite krachigere Gitarre, das gleichförmige Schlagzeug und dann Eno’s ausdruckslose, neutrale Stimme, die irgendetwas aufzählt. Es hört auf mit „and then there was you.“ Und wie die Leadgitarre mit der Rhythmusgitarre nicht kommuniziert sondern sich auf Eskapaden begibt, die aus dem Lied herausführen könnten, es am Ende aber dann doch nicht tun. Es handelt sich ja hier nicht um Acid or Prog Rock. Das ist alles ganz phantastisch und sehr schön prickelnd. Schampus auf die Hörlöffel.

.

Januar 23, 2009

Google hatte das neue Blog schon vor ein paar Tagen gefunden, aber jetzt ist auch der erste Surfer über eine Suche hier aufgeschlagen. So richtig überrascht bin ich über den einen der beiden Begriffe jetzt nicht. Die Kombination lässt allerdings schon tief schließen.

.

Januar 23, 2009

statistik ist opium für vollkoffer

Monolog eines alten Sackes

Januar 22, 2009

Alain Bashung: Hier à Sousse von Bleu Pétrole

Vorhin der Gedanke, dass ich deswegen so auf neue Sounds stehe weil die Musik von früher mich daran erinnert wie alt ich bin. Und das Deprimierendste: Ich kenne keine neue interessante und innovative Musik mehr. Bin also dazu gezwungen, die Sachen von gestern zu hören. Deswegen bin ich stinksauer auf die jungen Bands und Solomusiker. Die einzige Chance für mich, gute neue Musik zu hören, scheint die Hoffnung auf meine Vergesslichkeit zu sein. Gibt es Alzheimer im Zusammenhang mit früher gehörter und geliebter Musik? Somehow I doubt it. Aber wenigstens gibt es noch so Leute wie Bashung, der inzwischen die Sechzig überschritten hat. Er hat nach längerer Pause mal wieder ein neues Album gemacht und darauf ist dieses Lied, das so losgeht:

Ici à Sfax, Ici à Sfax,
Hier à Sousse, Hier à Sousse,
Demain à Paris, Demain à Paris,
Aucun cadran n’affiche la même heure,
Aucun amant ne livre la même humeur

An Bashung mag ich seinen spröden und trockenen Sprechgesang und seine paroles. Der Mann spielt gerne mit der Sprache und hat etwas zu sagen. Rockende Ohrwürmer schreiben kann er auch. Von allen lebenden französischen Barden ist er mir wahrscheinlich der liebste. Sfax und Sousse sind übrigens beides Hafenstädte in Tunesien und ein cadran ist ein Zifferblatt. Die Problematik mit der langweiligen neuen Musik ist natürlich ein Evergreen in meinem Blog wie man z.B. an diesem über sechs Jahre alten Post sehen kann.

It has been a shitty day

Januar 21, 2009

Silver Jews: Punks in the Beerlight from Tanglewood Numbers

There is one thing I do not understand. Why do grown-up people prefer to talk badly about a third person when that person is not there to saying it to that person directly? And why the hell do I have to be in between those two persons? Which means of course that I also have to listen to the other person’s criticism of the first. Je n’y suis pour rien. Additionally I got into a rather fruitless discussion (unfortunately it is in German) about the question if Obama is black, white or something else. I opted for something else. I’d rather forget all this crap and listen to David Berman’s wonderful song about punks in the beerlight. I guess to produce a rhyme like

Ain’tcha heard the news?
Adam and Eve were Jews.

you have to be a) a Jew and b) David Berman
But the unforgettable line in this song is of course the chorus. „I loved you to the max“. It resonates in the ear. There is a happiness hormone hidden in this simple sentence which has an effect only when you sing it and repeat it again and again. The complete lyrics are here. And there is another part which makes this post kind of come full circle:

If it ever gets really really bad,
Let’s not kid ourselves.
It gets really really bad.

How can someone not love David Berman? There’s another great mystery of life.

Rioja Reserva 2004. Guia Real.

Januar 21, 2009

Rioja Reserva 2004. Guia Real.

  • Alkoholgehalt: 13%
  • Reben: Tempranillo, Garnacha
  • Preis: 5 Euro
  • Laden: Aldi
  • Entkorken mit leichtem Plopp
  • Depot: Einige, wenige Weinsteinkristalle
  • Farbe: rubin-, dunkelrot, sehr kräftig
  • Blume: Leder, intensiv
  • Konsistenz: keine Kohlensäure, dünnflüssig, recht samtig
  • Geschmack: Leder, dann schwarze Johannisbeere
  • Abgang: recht flach, leicht pfeffrig

Zusammenfassung: Gut trinkbarer Rotwein mit schöner Farbe und von Ledertönen dominiertem Geruch und Geschmack, leider ohne länger anhaltenden Nachgeschmack. Umfüllung in Karaffe tut ihm gut und die Aromen sind nach 2 Tagen stärker geworden.

ILM post of the day

Januar 20, 2009

A succinct and apt description of Joy Divison’s music from the surprisingly active thread with the seemingly arbitrary juxtaposition of Pink Floyd vs. Joy Division (I agree that it would be more correct to confront PF against JD+NO as PF was two bands as well, with and without Syd Barrett):

… Joy Division eschew decoration. Their music is stripped down, clean, reduced to mechanical functionality, never more than it needs to be. They emphasize the materiality and physicality of their instruments, rarely pushing them outside a narrow range of effects. As a result, their music is raw yet restrained, coldly monochromatic, even sterile. More than anything else, it is coherent. It is of a piece. In this, it is, perhaps, the purest pop embodiment of modernist ideals, and it rigidly obeys the dictates of its own, spartan aesthetic. The fact that they existed for such a short time only makes their artistic thumbprint that much sharper. …

― Calling All Creeps! (contenderizer), Monday, 19 January 2009 16:35 (Yesterday)

Everything is falling apart

Januar 20, 2009

Joy Division: Heart and Soul from Preston 28 February 1980

1. The temperatures have risen in Germany in the last couple of days. Last week we had around -10° Celsius when I left work today it was something like 7°. This weather change caused havoc in the water container for the wipers. For some reason – probably I did not put enough anti-freeze liquid inside – the water froze when there was permafrost. And the ice melted again when it got warmer. So far, so good. But unfortunately the alarm display for the wipers went on again today. There was no water left. And whenever I pour some water into the container, it never gets filled. After some deep analysis – Edgar Allen, you are still my hero – I came to the conclusion that there is a hole in the container. When I will go to the garage to change the container I am pretty sure that it will cost a fortune. Probably they have to remove the motor or something to change that bloody thing.

2. I have got an electronic body-fat balance which I use after my ergometer training to check my weight and body-fat index. Whenever I try to weigh me these days it produces error 0 which means wrong initialisation. First I thought it was the battery but it wasn’t. The balance is just a pile of high-tech junk. A totally useless gadget. Actually I never understood the value-added of the body-fat index. All that interests me is my weight in kilograms. I descended the mechanic balance from the bathroom again which may be less flashy and maybe less accurate but at least it works.

3. Finally the pulse monitor watch has packed up. It used to have difficulties to pick up my pulse in the past, I imagined it was because my pulse was too weak and/or too slow. But now the display has totally faded away. I hope it is only the battery.

Welches Wort passt nicht?

Januar 20, 2009

schlechtdrauf

.

Januar 20, 2009

The name is German hacker slang for „program that manipulates the configuration“, consisting of the abbreviation con for configuration and a nominalized version of the verb ficken, a German obscenity.

.

Januar 19, 2009

Die Links kommen dann morgen dran.

Edgar Allan Poe

Januar 19, 2009

Die erste Geschichte, die mich in meinem Leben umgehauen hat, war The Pit and the Pendulum zu deutsch Die Grube und das Pendel. Ich habe sie mit 12 oder 13 gelesen und ich erinner mich wie ich damals an den Sätzen geklebt habe. Wie ich in die Kurzgeschichte eingetaucht bin, mich mit der Hauptperson identifiziert habe und verzweifelt bin. Es gab keine Rettung, ich war auf den Bettrahmen gefesselt und das Pendel mit der superscharfen Klinge senkte sich langsam herab. Das minimale Setting mit dem abgeschlossenen, dunklen Raum, dem Pendel, dem Bett, den Fesseln, dem Essnapf, dem Wasser und den Ratten ist im Grunde wie eine Schachaufgabe. Man muss nur die Elemente richtig kombinieren und es gibt eine Lösung. Aber es kommt schlimmer. Die glühend heißen Wände bewegen sich von allen Seiten auf einen zu, in der Mitte das Loch. Das Ende fand ich damals etwas unbefriedigend, es hatte doch keinen Ausweg gegeben. Im Grunde hat Paul Auster sich immer nur bei dieser Geschichte bedient, wenn er packend geschrieben hat. Seit 15 Jahren hat er nicht einmal das mehr hingekriegt. Was für ein unglaublicher Langweiler ist er geworden.

Um diese Zeit kam die Platte Tales of Mystery and Imagination vom Alan Parsons Project heraus. Ich hatte sie zuerst bei einer frühreifen Mitschülern gehört, die natürlich einen älteren Freund hatte, mit dem sie immer vor der Tür zur Klasse rumknutschte. Wir hatten zu dieser Zeit eine Mischlingshündin, die Gregor hieß, das war der Männername, den meine Mutter am zweitliebsten hatte, fast hätte sie mich so genannt. Die Hündin sah aus wie eine eigene Rasse. Ein bisschen Schäferhund, ein bisschen Spitz. Wir Kinder hatten irgendwann keine Lust mehr mit ihr morgens Gassi zu gehen. Und eines frühen, dunklen Morgens, ich glaube es war Anfang Dezember, hatten wir sie rausgelassen und sie war nicht sofort zurück gekommen. Ich hörte gerade The System of Dr. Tarr and Professor Fether als jemand die Tür zu meinem Zimmer im Souterrain aufmachte – wahrscheinlich meine Mutter – und mir sagte, dass Gregor auf der Straße 100 Meter hinter unserem Haus überfahren worden war. Ich habe geheult und das leicht pathologische Lied lange nicht mehr aus dem Kopf gekriegt. Wie da in ein paar Minuten das Leben aus dem Hundekörper gewichen war, konnte ich nicht fassen. Wir haben ihn dann im Garten neben der Garagenseitentür begraben.

The Purloined Letter, auf deutsch Der entwendete Brief hat mich beim ersten Lesen überhaupt nicht beeindruckt. Wo war da verdammt nochmal der Witz? Einen geheimen Brief nicht zu verstecken auf dass ihn die Polizei, die das Zimmer völlig auf den Kopf stellte, die Dielen öffnete und die Wände aufbohrte, nicht fand. Später habe ich mich an diese Geschichte erinnert und habe es genauso mit meinem kompletten Geld gemacht, das ich damals hatte. Ich habe es in meinem Geldgürtel allein in einem Raum gelassen, für vielleicht 15 Minuten. Natürlich war es danach weg. Edgar Allen Poe funktionierte in der Praxis nicht.

Im Doppelmord in der Rue Morgue ging es wieder um eine knallharte logische Analyse. Ein Mensch kam für den Mord nicht in Frage. Es konnte nur ein … gewesen sein. Bei Kempelen’s Discovery auf deutsch Maelzel’s Schachspieler war es umgekehrt. Der Schachautomat konnte keine echte Maschine sein. Wobei einer der Gründe warum es ein Mensch sein musste, der in der Apparatur verborgen war, falsch war. Poe meinte nämlich, eine richtige Schachmaschine könnte niemals verlieren. Es hat eine ganze Weile gedauert bis die ersten Schachcomputer gegen Menschen gewonnen haben. In meiner aktiven Schachzeit Mitte der Siebziger waren sie nur Lachnummern.

Auch mit der Wahrscheinlichkeitstheorie tat sich Poe schwer. Er meinte doch tatsächlich, dass im Roulette oder beim Würfeln, weiß ich jetzt nicht mehr so genau, aufeinanderfolgende Spiele nicht unabhängig wären. Wenn also fünf mal rot gekommen war, hielt er es für sehr viel wahrscheinlicher, dass jetzt aus Gründen der ausgleichenden Gerechtigkeit schwarz kommen müsste. Auch da irrte Poe.

Heureka habe ich immer noch nicht gelesen. Das ist Poe’s Kosmologie, in der er versucht, die Welt zu erklären. Hat sich nicht durchgesetzt, genau so wenig wie Goethe’s Farbenlehre. Vielleicht sollten die Dichter ja doch lieber die Finger von der Naturwissenschaft und der Philosophie lassen.

Bei Poe natürlich auch immer faszinierend, dass er angeblich schon von einem oder zwei Gläsern Wein völlig betrunken war. Ich habe jetzt auch zwei Gläser Rioja intus und wenn ich ganz ehrlich sein soll, dann muss ich zugeben, dass ich schon etwas spüre. Nicht die Zunge, die Zeigefinger haben sich gelöst, sonst stünde jetzt hier nicht dieser Beitrag.

EAP200

Januar 19, 2009

Zum Start ein Gedicht von jemandem, der heute Geburtstag hat: