Archive for the ‘00s’ Category

6:03 Bark Psychosis – Shapeshifting (2004)

März 22, 2011
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All you people make me ill
You’re not really touching me

Just one comforting thought when I left the apartment this morning: At least I am not alone. I have got some good company which does not leave me. Never. My blues.

***

Sorry to Mark Tranmer and Roger Quigley from the Montgolfier Brothers. I could have chosen the simple and melancholic Between Two Points from Seventeen Stars as well. And I could have written more or less the same words. Sad music is so soothing.

(The list of all 363 selections since 1st February 2010 is here).

5’59 Blonde Redhead – In Particular (2000)

März 19, 2011
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Lying on my back,
I heard music,
Felt unsure & catastrophic,
Had to tell myself it’s only music,
It blows my mind,
But it’s like that.

That verse could almost be about me. Kazu Makino, Blonde Redhead’s Japanese high-pitch voice, sings about an Alex but apparently it is the teenager from Anthony Burgess A Clockwork Orange who gets a kick from listening to Beethoven. At one point of the story Alex is subjected to an overdose of classical music and tries to kill himself by jumping out of a high window. That it is a setting I have always been afraid of. To be driven crazy by having to listen to my favourite music forever. The biggest nightmare imaginable for a music lover.

(The list of all 359 selections since 1st February 2010 is here).

5’54 Sufjan Stevens – Casimir Pulaski Day (2005)

März 14, 2011
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In the morning in the winter shade
On the first of March, on the holiday
I thought I saw you breathing

Heute am Sonntag mal wieder sanfte, die Ohren umschmeichelnde Töne. So viel Wohlklang wie bei Sufjan Stevens hat es in der Musik wohl seit dem Barock nicht mehr gegeben. Hier singt er allerdings über den Tod eines an einem Knochentumor leidenden Freundes am 1. März, der wenn er auf einen Montag fällt, in Chicago als Casimir-Pulaski-Tag gefeirt wird. Casimir Pulaski war ein General im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, der die Engländer mit seiner Kavallerie 1779 bei Charleston besiegte. Sufjan Stevens hat sein Projekt alle fünfzig amerikanischen Staaten mit einem Album zu beehren vorerst nach nur zwei Staaten (Michigan und Illinois) beendet. Man könnte auch hinzufügen: „Und das ist gut so“. Konzeptalben sind ja schon meistens nicht sehr spannend aber ein lebensumspannender Reigen von 50 dieser Teile wäre gleichzeitig langweilig und größenwahnsinnig gewesen. Was Sufjan stattdessen im Moment so macht, weiß ich nicht genau, aber ich habe so das Gefühl, dass nach diesem Pulaskilied nicht mehr sehr viel Erwähnenwertes gekommen ist. Seine Weichspülermusik kann nämlich manchmal auch ganz schön auf die Nerven gehen.

(Die Liste aller seit 1. Februar 2010 ausgewählten 354 Stücke ist hier.)

5’52 The American Analog Set – We’re Computerizing and We Just Don’t Need You Anymore (2001)

März 11, 2011
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You and me
On half speed
Wild and free
But quietly
Like we’re supposed to be

Heute abend wieder mal den Soundcheck auf Radio1 – da labern verschiedene Musikkritiker über neue CDs – gehört und er war wie so oft, wenn man mal von der neuen Eleventh Dream Day – einer meiner ersten Blogposts überhaupt war über diese Chicagoer Gitarrenband – absieht, ziemlich grässlich, ich weiß nicht mehr wo sie hin ist die gute Musik, aber im Rundfunk kann man, glaube ich, lange nach ihr suchen. Unglaublich ist bei diesem Kritikergipfel auch, dass die Kritiker die von ihnen ausgewählte Musik meist selber auch nicht mögen. Niete. Niete. Niete. Niete.

Cut.

Heute abend mal wieder ein Stück zum relaxen. Mit meinem geliebten Xylophon. Sehr schön auch der Titel, der die gesamte tragische Geschichte der modernen Arbeitswelt zusammenfasst. Oder so.

(Die Liste aller seit 1. Februar 2010 ausgewählten 352 Stücke ist hier.)

5’47 Portishead – Threads (2008)

März 6, 2011
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I’m worn, tired of my mind
I’m worn out, thinking of why
I’m always so unsure

I am tired and unsure too, so I know what Beth is singing about. This song closes Portishead’s amazing comeback Third from almost three years ago. It is the last song we have heard from them – I think – and from the mood it joins their stark and oppressive debut; it is quite an antidote to yesterday’s shiny High Llamas song. Today we walked near the lake of Tegel which was still frozen at the parts not exposed to the current. Here in Berlin it is still bloody cold, they have announced minus eight for tonight. Additionally there was a lot of chilly wind hitting us hard in Lübars, the last remaining village of Berlin which must have a horse population significantly higher than the number of inhabitants. The sun which shone brightly kind of reconciliated us with the winterly climatic conditions.

(The list of all 347 selections since 1st February 2010 is here)

5’39 Tord Gustavsen Trio – Tears Transforming (2005)

Februar 26, 2011

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Tord Gustavsen has been my favourite jazz pianist for quite a while now. In the early eighties it used to be Keith Jarrett (cf.). One difference between them is that whereas Keith Jarrett used to moan during his solo concerts, Tord Gustavsen remains perfectly quiet and only plays his instrument. The trio is a perfect place for him. Bass, drums and piano, it really is a minimal setting but absolutely sufficient to create the kind of intimate chamber jazz music I adore. Like Jarrett Gustavsen is on the Munich ECM label and he definitely belongs there with his introspective sound. I listened to this phantastic understated piece this morning on our leather couch with the B**e ear plugs and it was a revelation. The tender melody starting the piece, the subtle cymbals, the slow unfolding of things. Marvelous stuff, just listen and forget about these superfluous words…

(The list of all 339 selections since 1st February 2010 is here.)

5’36 Beck – Broken Drum (2006)

Februar 23, 2011
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and when I say
fare thee well
my only friend
oh how the days go

your setting sun
your broken drum
your little drugs

I’ll never forget you

Hier singt Beck, der mit „I’m a loser, why don’t you kill me“, über seinen Freund Elliott Smith, der es schließlich getan hat. Und zwar old school mäßig: Sich selbst das Messer in die Brust gerammt. Das mag jetzt etwas makaber klingen (ich wusste beim ersten Hören nicht, worüber das Lied war), aber ich brauchte etwas Cooles, Relaxendes heute abend. Aufregen ist wirklich das Dümmste, was man so tun kann.

(Die Liste aller seit 1. Februar 2010 ausgewählten 336 Stücke ist hier.)

0:02 Ursula 1000 – Hip Length

Februar 18, 2011

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Mit Ursula 1000 ist Ursula Andress gemeint, das sexy Schweizer Bond Girl aus Dr. No. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Brooklyner DJ; dieses Stück von ihm hat wohl nicht ganz die hippe Länge, schätze mal es ist ein abgebrochener Download. Heute war übrigens eine ganze Menge los im Büro, ungewöhnlich für einen Freitag. Und es gab gebratenen Red Snapper in der Kantine, einen meiner Lieblingsfische, den wir an der zypriotischen Südküste mal vor Jahren gegrillt gegessen hatten. Einige hundert Meter im Meer waren große Fischfarmen mit dieser Spezies. Wir hören jetzt die CD von James Blake, meine erste von 2001 2011 und ich gewöhne mich so langsam an die strangen Elektro- und Vokalspielereien.

(Die Liste aller seit 1. Februar 2010 ausgewählten 333 Stücke ist hier.)

0:06 Maher Shalal Hash Baz – Fern on the Slope (2003)

Februar 14, 2011

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Dieses Mini-Instrumental von dem Japaner Tori Kudo und seiner Band, deren hebräischer Name (aus dem Buch Jesaja) wörtlich übersetzt angeblich so viel bedeutet wie „Sei schnell, wenn du etwas stiehlst!“ heißt laut dem ID3-Tag „Feren on the Scope“. Da hat wohl mal wieder der Fehlerteufel zugeschlagen, der vielleicht das wichtigste Bandmitglied von Maher Shalal Hash Baz ist.

(Die Liste aller seit 1. Februar 2010 ausgewählten 329 Stücke ist hier.)

0:10 Maher Shalal Baz – Psalm 136 (2003)

Februar 10, 2011
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Danket dem Herrn, denn er ist freundlich; denn seine Güte währet ewig.

Das ist der erste Vers von Psalm 136; alle 26 Verse hören mit demselben Halbsatz auf. Es wird in diesem Psalm die Geschichte des Volkes Israel erzählt, von der Schaffung des Himmels, der Erde und der Sonne über den Auszug aus Ägypten, das Platz machende Schilfmeer, den Gang des Volkes durch die Wüste, das Erwürgen diverser – ich nehme mal an feindlicher – Könige usw. Für all das wird Gott in diesem Psalm gedankt. Ich danke nun auch mal meiner treuen Leserschaft, die bis jetzt durchgehalten hat, denn der Countdown hat nun wirklich begonnen. In zehn Sekunden bzw. Tagen ist alles vorbei. Was danach kommt, ihr werdet es hoffentlich lesen und hören.

(Die Liste aller seit 1. Februar 2010 ausgewählten 325 Stücke ist hier.)

0:13 Melt Banana – Zip Zero (2005)

Februar 7, 2011

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Noch dreizehn Sekunden und wir haben es geschafft. Melt Banana ist wieder so eine Mädchenband, die ähnlich wie Bikini Kill die Frauenpower in die Rockmusik bringt. Das ist auf jeden Fall eine gute Sache auch wenn die Musik jetzt nicht immer hundertprozentig meinen zugegeben manchmal schwierigen Geschmack trifft.

(Die Liste aller seit 1. Februar 2010 ausgewählten 322 Stücke ist hier.)

0:32 Die Ärzte – Yoko Ono (2001)

Januar 19, 2011
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Du hast mir nichts als Pech gebracht
Du hast mich nur belogen
Du hast mich lächerlich gemacht
Mein Konto überzogen

(Du) Du nervst noch mehr als Yoko Ono
Du gehst mir ewig auf den Sack
(Du) Du haust nicht ab aus meiner Wohnung
(Du) Hast einen beschissenen Musikgeschmack

Heute habe ich ein bisschen gefudelt mit dem Lied. Ursprünglich wäre laut iPod der Choral Gegrüßest seist Du Judenkönig aus der Bachschen Matthäuspassion vorgesehen gewesen. Aber in der Zwischenzeit machte eine Kollegin den Vorschlag, eine Kurznummer einer Berliner Band in Erwägung zu ziehen und sie hat mir doch tatsächlich gefallen. Gehässig zu sein gegenüber John Lennon’s Geliebter, Muse und Ersatzmutter ist zwar eher billig um nicht zu sagen wohlfeil, aber in gerade mal einer halben Minute einen kompletten, schmissigen Punksong hinzukriegen, ist schon eine Kunst. Danke, liebe I. für die Entdeckung und die Bereicherung meines iPods um eine recht solide Band und ein ziemlich geniales Lied. Richtig geschummelt habe ich allerdings bei der Zeitnahme. Das Stück wird mit 31 Sekunden angegeben, es war in Wirklichkeit 33 Sekunden lang und ich habe es um eine Sekunde Pause am Ende gekürzt auf 32 Sekunden weil ich von Bach eh schon genug ausgewählt habe.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 303 Stücke ist hier)

0:33 Pierre Boulez – Douze Notations Pour Piano IV. Rhythmique (1945, David Fray 2006)

Januar 18, 2011

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Und weiter geht es mit Klassik, wie gestern aus dem 20. Jahrhundert, heute allerdings wirklich modern oder was man vor 65 Jahren dafür hielt. Einer meiner Lieblingsnachwuchspianisten, den ich gerade erst wieder lobend erwähnt habe, spielt hier aus der allerersten Komposition des damals kaum zwanzigjährigen Pierre Boulez, der kurz zuvor Schüler von Messiaen war. Es ist ein Stück, um sich die Ohren mal kurz durchzupusten, Stockhausen und die serielle Musik lassen grüßen. David Fray hat ja interessanterweise auf seiner zweiten CD-Einspielung Boulez einem anderen großen Komponisten gegenübergestellt, der zu seiner Zeit auch vorderste Avantgarde war, nämlich Johann Sebastian Bach.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 302 Stücke ist hier)

0:40 Guillemots – Sake (2006)

Januar 11, 2011
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I wouldn’t walk away from you
Even if you asked me to
As all the leaves must turn brown
So trampled, we must all be found

Das Guillemot (dt. Trottellumme) ist eine entenartige Vogelart, deren einziger mitteleuropäischer Brutort Helgoland ist. Die gleichnamige Band kommt aus Birmingham und spielt feingliedrig-zarten, melodischen Indiepop. Man könnte auf den Gedanken verfallen, sie mit Coldplay zu vergleichen. Im Gegensatz zu den Londoner Ohrweichspülern haben die Guillemots allerdings einen exquisiten Bandnamen und machen ebenso erlesene Musik der harmonisch-wehmütigen Art.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 295 Stücke ist hier).

0:42 Deerhoof – The Eyebright Bugler (2002)

Januar 9, 2011

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IIRC Deerhoof are a music collective from San Franciso. Most striking about them is their singer of Japanese origin with a high-pitch voice you can’t forget. I am not sure but Japanese women seem to be able to scream like no other females (Yoko Ono or the singer of Blonde Redhead come to mind). I would like to have been at this Tokyo concert of The Beatles in 1966 just for the screaming of the Nippon girls. The song is a letdown as the band doesn’t get its act together – esp. Paul seems to be totally out of sync – but I think they can be pardonned with all that shrieking action of the audience going on.

(The list of all 293 chosen tracks since February, 1st, 2010 is here).

0:43 Yo La Tengo – George (2005)

Januar 9, 2011

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On Friday night there was this guy at the Nollendorfplatz underground station where I was waiting for the U3 who asked people for money. He also asked me and when I did not react he continued talking to me. He cursed me and said something in the sense that I will think of him when I will be in the same situation in the future. Now I read of a thirty year old stabbing down people in the Berlin underground who did not give him money.

(The list of all 292 chosen tracks since February, 1st, 2010 is here).

0:53 Johann Sebastian Bach – Invention 2 c-moll BWV 773 (1723, Stadtfeld 2004)

Dezember 18, 2010

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Keine Lautensuite, keine Goldberg-Variation, nichts aus einer Passion, mal was anderes von Jo Seb. Martin Stadtfeld, den zeitgenössischen Pianisten, hatte ich auch noch nicht. Hier spielt er in einem unglaublichen Tempo sehr virtuos eine kurze Invention. Man wartet die ganze Zeit darauf, dass er sich doch jetzt bitteschön mal ein bisschen vergreift, eine minimale Dissonanz erzeugt – bei Gould in der ersten Einspielung der Gouldberg-Variationen gibt es mindestens eine unsaubere Stelle – aber nichts dergleichen passiert, alles fehlerfrei. Perfektion muss auch mal sein.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 282 Stücke ist hier)

0:55 Maher Shalal Hash Baz – Firing Results (2003)

Dezember 16, 2010

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Wieder slow motion, wieder sehr gut passend zum Schnee, der heute abend wieder auf Berlin hinabfiel, sehr trocken und pulvrig, für übermütig-spaßige Aktionen wie Schneeballschlachten völlig ungeeignet. Es war Wichteln mit den Kollegen angesagt und zwar in einem alpenländischen Restaurant in Kreuzberg. Wir hatten eigentlich die Vorgabe von fünf Euro pro Geschenk gehabt aber ich war, glaube ich, der Einzige, der dieses Limit eingehalten hat. Dementsprechend verhalten fiel dann auch die Reaktion der Beschenkten aus. Blöde Ausrede, ich weiß auch mit zehn oder zwanzig Euronen wäre mir das Geschenkkaufen kein bisschen leichter gefallen, eher schwerer da die Auswahl tendenziell größer wird. War auf jeden Fall ein netter Abend und wir stapften dann noch in trauter Eintracht durch den Schnee zur U-Bahnstation Gneisenaustraße, die Mädels fuhren alle nach Osten, die Jungens gen Westen. In diesem Moment setzt die obige wehmütige Weise an. Die Melodie erst von einem höheren Blasinstrument (Klarinette?) dann von einem tieferen (Tuba?) und schlussendlich von einem Saiteninstrument, wohl einer Gitarre gespielt. Janz schee traurisch.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 280 Stücke ist hier)

0:56 Yo La Tengo – Cell Phone (2001)

Dezember 15, 2010

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Das ist die Musik zu diesem Winter. Die Geräusche sind durch die frische Schneeschicht gedämpft, der Auftritt der Füße auf den Boden ist weniger hart. Und wenn man dann zuhause ankommt im Warmen, ist das Licht gedimmt und es macht sich eine wohlige Wärme breit in einem nachdem man seinen Minztee geschlürft hat. Das Wort cosy wurde für dieses Setting erfunden.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 279 Stücke ist hier.)

1:14 Black Dice – Island (2004)

November 28, 2010

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Konkret plus abstrakt
Interessanter Cocktail
In Brooklyn gemixt

(Sa., 27.11. Die Liste aller seit 1. Februar ausgewählten 261 Stücke ist hier.)

1:15 Atomic Death Circle – Returning to Port (200?)

November 28, 2010

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Ist das ein Walzer?
Mir ist grad nicht nach Tanzen
Vom Netz abgekappt

(Fr., 26.11. Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 260 Stücke ist hier.)

1:17 Jonathan Richman – Egyptian Reggae (1977, live Central Park, 2000)

November 24, 2010

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Winter has arrived in Berlin today. On the way to work – I walk about a mile up the Motzstraße to catch the subway at the Nollendorfplatz – it was raining a mixture of rain and snow. On the way back finally it snowed snow and the temperature was below zero degrees Celsius as I could scratch the ice from the windshield of my car at home. When this instrumental came up on my iPod I could not refrain from dancing, it is such a fun to bounce up and down to this easy-going tune full of good vibrations.

(The list of all selected tracks since February, 1st is here.)

1:21 Boards of Canada – Over the Horizon Radar (2002)

November 21, 2010

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Tief durchatmen, Augen zu und Lauscher auf. Die schottischen Analogsoundbastler nehmen uns mit auf einen Minispacetrip unter dem Radarschirm weg hinter den Horizont.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 254 Stücke ist hier.)

1:27 Tom Liwa/Florian Gässing – Kathleen in Grün (2002)

November 14, 2010
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Das Rot ist das Rot von einem Buchumschlag,
der aus meiner Jacke guckt.

Heute ist mir mein Handy in unseren Brunnen gefallen. Irgendwas soll mir das sagen. Dass ich nicht kompatibel mit der modernen Welt bin? Dass das Handy überbewertet wird? Dass ich statt die Leute nicht anzurufen, vielleicht besser direkt mit ihnen unter vier Augen sprechen sollte? Oder einfach nur, dass ich besser auf meine Sachen aufpassen sollte? In other news, in meinem Programm hier hat noch ein Lied des Duisburger Barden Tom Liwa gefehlt, ein Loch was ich hiermit gestopft hättte. Das Stück habe ich übrigens heute morgen das erste Mal gehört und habe mir nach den ersten Takten gedacht, das ist ja interessant, diesen Song von Nick Drake kennst du ja noch gar nicht…

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 248 Stücke ist hier.)

1:29 Marin Marais – Suite in g-moll, Courante (1711, Perl/Santana 2004)

November 13, 2010

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Marin Marais war etwa eine Generation älter als Johann Sebastian Bach und das hört man in seinen Kompositionen. Marais spielte am Hofe Ludwigs XIV. Viola da Gamba (Kniegeige) und seine beschauliche, pastorale Musik fließt wie ein träger Strom vor sich hin; es fehlt jegliche Dynamik. Durch den Film Tous les matins du monde, bei dem ich fast eingepennt wäre, bin ich das erste Mal auf Marais gestoßen; ich habe damals die ereignislose Handlung und die lahme Musik gehasst. Inzwischen bin ich ein paar Jahre älter geworden und kann die Interpretation des heutigen Auswahlstücks von Hille Perl an der Gambe und ihrem Mann Lee Santana an der Laute durchaus genießen. Diese Art von Musik ist nicht nur völlig zeitlos, die Zeit als Kategorie scheint auch in ihr selbst nicht existent.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 246 Stücke ist hier.)

1:42 Boards of Canada – Constants Are Changing (2005)

Oktober 30, 2010

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Nur ein Satz: Mystik, Magie und Melancholie verschmelzen zu Musik.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 233 Stücke ist hier.)

1:46 Lansing-Dreiden – Dazzle Magic (2006)

Oktober 26, 2010

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Dazzle Magic beschreibt die Musik des amerikanischen Künstlerkollektivs Lansing-Dreiden, dessen Mitglieder bis heute namentlich unbekannt sind, sehr gut. Es bedeutet nämlich eine Kombination aus Blendwerk und Zauber und was sie da in ihren diversen Alben abgefeuert haben in den letzten Jahren war zwar nie besonders neu, aber es klang mindestens genauso schillernd wie das Alte, ich denke da an diverse Musiken aus den Siebzigern und zwar zuallererst an Glam Rock, von dem sie sich offensichtlich haben inspirieren lassen. Bei dem Titel muss ich gerade auch an den auf dem Wasser wandelnden Jesus denken. Am Sonntag schwebte ich noch in Ein Gedi im Toten Meer bei weit über 30 Grad. In senkrechter Position guckte der Oberkörper in etwa bis zur Brust raus. Aus der Ferne hätte es so aussehen können als wäre ich durch das Wasser gelaufen. Schwenk. Ich habe ja bis heute nicht verstanden, warum die Siesta von kaum einem Unternehmen für seine Mitarbeiter angeboten wird. Noch besser wäre allerdings der Nachmittagsschlaf auf dem Rücken in einer Salzlösung. Etwas entspannenderes kann ich mir nicht vorstellen.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 229 Stücke ist hier.)

1:50 The White Stripes – Fell in Love with a Girl (2002)

Oktober 10, 2010
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can’t keep away from the girl
these two sides of my brain need to have a meeting
can’t think of anything to do yeah
my left brain knows that our love is fleeting

1. Dieses Lied ist auch in John Peel’s Singles Box, auf seine späten Tage war der britische Radio DJ ein großer Fan von Jack und Meg White, von den 142 Singles sind 15 von den White Stripes bzw. von Kollaborationen mit ihnen.
2. Die White Stripes sind so ziemlich die letzte der neuen Bands, die sich überhaupt noch in meine Gehörgänge verirrt hat. Neu war ihre Art von schweißtreibendem, primitivem Garagenbluesrock zwar absolut nicht, aber zumindest vital. Und das ist heutzutage ja schon eine ganze Menge.
3. Ich habe mal kurz einen jungen Belgier kennengelernt, der meinte, die White Stripes wären die größte Band der Welt. Und wenn man die Aussage nur auf die Bands, die seit den White Stripes gegründet worden sind bezieht, dann hat sie durchaus ihre Plausibilität.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 225 Stücke ist hier.)

1:52 The Mountain Goats – See America Right (2002)

Oktober 8, 2010
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If we never make it back to California
I want you to know I love you
But my love is like a dark cloud full of rain
That’s always right there up above you

John Darnielle kenn ich ein bisschen von I Love Music und von seinem Blog Last Plane to Jakarta. Er ist ein Heavy Metal Fan, eigentlich eine Spezies, die ich aber sowas von nicht verstehe. Aber diesen Song und das Tallahassee-Album auf dem er drauf ist, kann ich sehr gut nachvollziehen. Hassliebe, Alkoholismus, Selbstzerstörung. Ein Paar, das nicht miteinander aber erst recht nicht ohne einander leben kann. Don’t we all know it? John ist glaube ich Psychotherapeut oder sowas ähnliches. Er weiß, wovon er hier singt.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 223 Stücke ist hier.)

1:57 Pascal Comelade – Under My Thumb (2008, Rolling Stones 1966)

Oktober 3, 2010

https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JMzhlZGUzOTMtMTRhOS00NDNhLWI2YjUtZjkxY2U3ZTM2YWQ4&export=download&hl=de
Ein alter Klassiker der Stones in einer liebevollen rein instrumentalen Bearbeitung mit Glockenspiel, Harmonika, Klavier, Gitarre und diversen Schlaginstrumenten. Der Katalane Pascal Comelade, der unweit Perpignan kurz vor den Pyrenäen in Céret wohnt, hat so ein wenig die naive Kunst in die Musik gebracht. Er arbeitet sehr gerne mit Spielzeuginstrumenten wie Klavieren und Gitarren in Miniaturform und spielt mit Vorliebe bekannte Lieder nach, schreibt aber auch selber welche. Er hat mit vielen bekannten Musiker zusammengearbeitet, sehr gelungen finde ich zum Beispiel seine Kollaboration mit Robert Wyatt mit dem Namen September Song. Das eigentlich sehr machohafte Under My Thumb wird bei ihm zu einer recht rührseligen Ballade zum Schunkeln. Muss auch mal sein. Passt außerdem gut zum Oktoberfestende.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 218 Stücke ist hier.)

2:02 Sufjan Stevens – Redford (2003)

September 28, 2010

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Gerade noch bei Facebook über die neue CD von Sufjan Stevens ein bisschen abgelästert und dann das. Ganz viel Mittelmaß bei 2:02 und nur Sufjan erhebt sich über all diese Mediokrität. Dabei ist dieses Instrumentalstück nicht gerade typisch – vielleicht doch, vielleicht ist er ja erst in den letzten Jahren in diesen orchestralen Sound hineingeschlittert, der aber sowas von abtörnend ist – es ist sehr sparsam und delikat instrumentiert, neben dem Klavier gibt es noch ein bisschen wabernden Hintergrundchorgesang, wenn ich das Stück höre, dann kitzelt es meine Seele. Es kam heute genauso unvermutet wie das Geschenk, das mir eine junge, schöne Frau vorhin mit ihrem Lächeln gemacht hat.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 213 Stücke ist hier.)

2:23 Jonathan Richman – Couples Must Fight (live 2000)

September 7, 2010
https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JZjlhZjQyYjEtMDUxNi00Yjg4LTkyNzAtM2IyNjA3NWZjOGRi&export=download&hl=de

Couples must fight, couples must argue
from time to time, must clear the air
when all is calm, that’s when it’s hard to

Jonathan Richman’s Musik kenne ich kaum, aber fast alles, was ich von ihm gehört habe, habe ich gemocht. Er hat so eine natürlich-direkte Art, die irgendwie auch typisch amerikanisch ist, der ich nicht widerstehen kann. Insbesondere die Liveaufnahmen haben es mir angetan, da er auf der Bühne sein Charisma voll rüberbringen kann. Understatement ist eine seiner Qualitäten, es hört sich oft roh und manchmal auch etwas unbeholfen an, was er und seine Band – früher waren das mal die Modern Lovers – da so treiben, aber sein Naturburschencharme wiegt etwaige Schwächen zigfach auf. Indie und LoFi wären ohne ihn gar nicht vorstellbar, ich glaube er gehörte zu denen, die in den Sechzigern bei den Velvet Underground Konzerten dabei waren und die dann fast alle eine Band gegründet haben. In diesem Song sticht der Gitarrenklang hervor, die Spielart erinnert mich etwas an Flamenco bzw. spanische Volksmusik.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 192 Stücke ist hier.)

2:26 Johnny Cash – Solitary Man (2000, Neil Diamond 1966)

September 4, 2010
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Melinda was mine
‚Till the time that I found her
Holdin‘ Jim
And lovin‘ him

Then Sue came along
Loved me strong
That’s what I thought
Me and Sue
But that died, too

Johnny Cash existierte auf meiner musikalischen Landkarte bis zu American Recordings, der Reihe von hauptsächlich aus Covern bestehenden Alben aus den letzten zehn Jahen seines Lebens eigentlich nicht. Ich hatte mir zwar vorher schon Live at Folsom Prison zugelegt, fand es aber enttäuschend, da es mir viel zu sehr nach Country klang. Das hätte ja nun wirklich keiner ahnen können. 😉 Die dritte Edition von American Recordings hatte phantastische Versionen exzellenter Rocksongs, von denen man nicht erwartet hätte, dass Johnny Cash sie spielen würde. Ich denke da an U2’s One, an I See a Darkness von Will Oldham, an das düster-obsessive Mercy Seat von Nick Cave und an das heute ausgewählte Lied Solitary Man. Man spürt förmlich die ganze Lebenserfahrung Johnny Cash’s in seiner auf den ersten Blick relativ gleichförmigen Interpretation. Sein hier leicht brüchiger Bassbariton gibt dem Ganzen noch eine zusätzliche Gravität. Solitary Man scheint für ihn geschrieben worden zu sein, so wie er es singt, identifiziert er sich jedenfalls zu 100% mit der mit Frauen eher glücklosen Titelfigur. Ein echter Hörgenuss sind außerdem die luziden, stromlos gespielten Gitarrenläufe. Ich glaube, ich kenne jemanden, dem das hier auch gefällt. Stimmt’s?

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 189 Stücke ist hier.)

2:28 Sophie Hunger – Walzer für Niemand (2008)

September 3, 2010
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Niemand kommt rein und setzt sich hin
Den Fuß auf’n Tisch, Hand unter’s Kinn
Niemand isst hungrig mein Frühstücksmenü
Niemand kommt immer zu früh

Ich bin etwas spät dran mit meinem täglichen Musikstückchen, es ist zum zweiten Mal von der Deutschschweizerin Sophie Hunger. Hier singt sie auf deutsch und es berührt mich fast noch mehr als Round and Round. Wer nur ist dieser Niemand? Ist das ein Lied über Einsamkeit? Eins ist klar, niemand hat mir gestern so eine Gänsehaut gemacht wie Sophie Hunger.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 187 Stücke ist hier.)

Lambchop

September 1, 2010

spielen am 21.11. in Berlin im Admiralspalast im Rahmen des zwanzigjährigen Jubiläums von City Slang Is a Woman, mein Lieblingsalbum von 2002. Ich glaube da gehe/n ich/wir hin. Die CD bzw. Platte wird auch wiederveröffentlicht mit 16(!) Bonustracks (Quelle).

2:36 Kammerflimmer Kollektief – Alles Glühen (2005)

August 25, 2010

https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JZTc3MTljMTItMTExNy00OTM3LWI4M2ItYjkwOGM1NDIzZTgz&export=download&hl=de
Wie die Tage draußen so werden auch die Musikstücke in diesem speziellen Teil des Internetzes immer kürzer. Auch die Allmählichkeit der Verkürzung, die man bei kurzem Zeithorizont kaum bemerken kann, läuft in der Natur und hier ziemlich parallel. Heute kann man unter dieser Adresse mal wieder gesangloser Musik lauschen. Das Kammerflimmer Kollektief aus Karlsruhe schafft es, Elektronik, Ambient, Jazz und Improvisation so zu vermischen, dass am Ende eine Musik herauskommt, die einen genauso an einen warmen Sommerregen wie an ein knisterndes Kaminfeuer erinnern kann. Die Sechs sind Meister der Eklektik, sie verbinden das Beste aus den verschiedenen Musikwelten zu etwas ganz Neuem, etwas ihnen völlig Eigenem.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 179 Songs ist hier.)

2:38 Bill Wells & Maher Shalal Hash Baz – The Dust of Months (2006)

August 23, 2010

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Dieses Instrumentalstück gehört in die Kategorie musikalischer Archetyp. Beim ersten Hören ist man sich sicher, dass man die Melodie kennt. Sie ist universal, sie gehört uns allen. Natürlich mag ich das Zaghafte und das sehnsüchtig Schmachtende an ihr. Sentimentalität wird sowieso total unter- (nicht über-, ätsch!) -schätzt. Das Orchester von Maher Shalal Hash Baz verspielt sich auch hier wieder wunderschön und gerade diese menschlich-allzumenschliche Komponente macht seinen ganz speziellen Charme aus. Man hört diese Amateure musikalisch dilettieren und man kann nicht anders als ihre tastenden, leicht schrägen Töne lieben. Perfektion wird überschätzt, so stimmt’s.

Aufmerksam geworden auf die Band bin ich übrigens über den Eintrag hier, der auch noch genau die CD Osaka Bridge bespricht, auf der der Tagestrack drauf ist.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 177 Songs ist hier.)

2:43 Stereo Total – Orange Mécanique (2005)

August 18, 2010
http://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JODBlNGFjZmQtNDRjOS00ZmE5LWE5OGUtODA3NWE1NjhhZGNm&export=download&hl=de

Next to me were some gloopy lewdies
I asked them for
synthemescal
vellocetanol
or euphorisaker

Oh! This would sharpen me up
And make me ready for a bit of the old
Ultra violence

Endlich eine Berliner Band, es wurde aber auch so langsam Zeit. Die einleitenden Worte – z.T. aus Burgess Buch, nehme ich an – spricht zwar eine Französin mit starkem accent auf englisch, aber das passt ja eigentlich janz jut (zu Weltstadt und so). Die Melodie hat so eine neoklassisch-grandiose Anmutung à la Also sprach Zarathustra, nur besser weil nicht ganz so überkandidelt. Dann setzen sphärische Klänge ein, Theremin ick hör dir trapsen, und das Stück entführt uns in einen Klub außerhalb der Milchstraße, ich rat mal, Andromedanebel vielleicht? Esoterisch angehauchte Rentnerinnen sehe ich dazu jetzt eigentlich nicht tanzen, eher Elfen und andere alterslose Fabelwesen. Jedenfalls eine sehr schöne auditive Überraschung heute morgen in der U2 kurz nachdem sie in den Untergrund zwischen Mendelssohn-Bartholdy-Park und Potsdamer Platz eingetaucht ist. Den hammerharten, auf den Zuschauer keine Rücksicht nehmenden Film muss ich auch mal wieder angucken.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 172 Songs ist hier.)

2:47 The Dandy Warhols – Retarded (2000)

August 14, 2010
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Well I really might seem retarded
But I really want to see you again

Samstag abend, es ist die Zeit für sonnige, leichte Musik. Dieses Liedchen der Dandy Warhols aus Portland an der Pazifikküste passt da sehr gut; die hymnische Melodie macht süchtig nach mehr, die Lyrics sind eher sinnbefreit, mehr braucht kein Mensch heute abend. Na dann feiert mal schön!

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 168 Songs ist hier.)

2:53 Lloyd Cole – How Wrong Can You Be? (rough mix 2005)

August 8, 2010

http://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JN2ExZDYyMWEtMWIzOC00ZDMxLTgzYmEtYjJhYmIwNDljYTNm&export=download&hl=de
Von dieser instrumentalen Rohversion eines relativ neuen Titels von Lloyd Cole habe ich schon mal in meinem Vorgängerblog close your eyes geschwärmt und habe dem eigentlich nichts hinzuzufügen:

no expectations
die schönsten momente im leben sind eigentlich immer die, die man nicht erwartet hat, die ohne eigenes zutun über einen gekommen sind. für musik gilt das genauso. vielleicht sogar noch mehr. völlig nichtsahnend habe ich mir vorhin dieses instrumental angehört (link credit to the pinefox). und ich hatte plötzlich so ein kostbares gefühl der durchlässigkeit, der dünnhäutigkeit, der überempfindlichkeit, der fragilität. wie soll ich es beschreiben? meine ganze konzentration war nur noch auf die musik gerichtet, ich wollte sie mit den ohren und dem hirn aufsaugen, nichts verschütten, den genuss bloß nicht durch eine andere gleichzeitige aktivität verwässern. nur noch hinhören und hineinkriechen in das lied. natürlich ist die melodie melancholisch und doch ist das stück gleichzeitig sehr gelassen, es hat etwas souveränes, derjenige, der es komponiert hat, muss lebenserfahrung haben. es ist von lloyd cole, den ich etwas aus den augen verloren habe, von seinem letzten album antidepressant. es heißt how wrong can you be? …

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 162 Songs ist hier.)

2:59 The American Analog Set – Choir Vandals (2001, live)

August 2, 2010

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Selten hat ein Titel so wenig auf die Musik – und auch die Musiker – gepasst wie hier. Die netten, lieben Boys aus Austin, Texas machen auch hier wieder sehr langsame und ruhige, geradezu zärtliche Musik, die die Ohren des Zuhörers umschmeichelt. Sie haben ihren eigenen hypnotisch-minimalistischen, harmonisch-melodischen Sound gefunden, keiner klingt wie sie. Das ist es, was eine gute Band für mich ausmacht: Die Einzigartigkeit des Klangs. Als kleine Abwechslung dienen die Breaks, die mich an diese Perforation am rechten Autobahnrand erinnern, die das Einschlafen des Fahrers verhindern soll, da der Wagen beim Drüberfahren leicht durchgerüttelt wird (weiß einer wie die heißt?). Mit so einer Pause hört das Stück natürlich dann auch auf. Man erwartet, dass es wieder anhebt, aber die Erwartung wird enttäuscht. Einen zusätzlichen Charme bezieht diese mp3 daraus, dass sie von einer Vinylscheibe mit einem kleinen Kratzer stammt. Das sich repetierende Knacken koinzidiert wunderbar mit dem permanent repetierten Motiv. Lang lebe die unperfekte Analog-LP.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 156 Songs ist hier.)

3:01 Giant Sand – Increment of Love (2008)

Juli 4, 2010
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Molly is nobody’s fool
comes from an excellent gene-pool

So entspannt wie wir ins Wochenende gestartet sind, so laid-back floaten wir jetzt auch wieder heraus. Howe Gelb singt auf seine sehr unaufgeregte und abgeklärte Art von Liebe und der Biologie, die damit einhergeht. Es geht ums Chromosom, den Genpool, das Molekül und schreiende Zellen. Der Liebeszuwachs ist dann wohl der neue Organismus, der sich nach der Befruchtung im Bauch der Frau bildet. Wenn es denn so simpel sein sollte, eine klassisch-schöne Idee und damit packe ich mich jetzt auf die wohlverdiente, knallharte Taschenfederkernmatratze. Der Sekt, der Riesling, der spanische Rosé und der blanc de noirs (first time but not last time) gestern abend bei unseren Nachbarn haben wohl doch ihre Spuren in meinem Organismus hinterlassen.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 154 Songs ist hier.)

3:07 Wilco – Heavy Metal Drummer (2002)

Juni 29, 2010
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I miss the innocence I’ve known
Playing Kiss covers, beautiful and stoned

Bei diesem Lied denke ich immer an
– das Video mit Jeff Tweedy und dem kleinen Jungen im Wagen, die beide mit den Händen auf den Schenkeln trommeln
– einen Ex-Kollegen, der wahrscheinlich der größte Kiss-Fan in Berlin ist, zumindest in Berlin-Moabit. Hi there, S.
Destroyer, meine erste Langspielplatte, die ich vor ziemlich exakt 24 34! Jahren zu meinem 13. Geburtstag gekriegt habe.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 148 Songs ist hier.)

3:09 Basia Bulat – Snakes and Ladders (2006)

Juni 26, 2010
http://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JYjczODU2N2UtMWE5YS00YzZjLWI2ZTMtNjc2ZDE5MzQ3Nzg5&export=download&hl=de

Don’t you know it’s bad luck
To stay in one place for too long?

Die Stimme von Basia Bulat erinnert mich unglaublich stark an diejenige von Tracy Chapman. Da scheint soviel Trauer, soviel harte Lebenserfahrung drin zu stecken, es ist jedes mal wie ein Stich ins Herz, wenn ich sie singen höre. Das Lied ist eine bittersüße Ballade, in der ein englisches Brettspiel mit dem Leben verglichen wird. Ich glaube, es geht darum, dass man auch mal was riskieren muss, wenn man weiterkommen will. Dass der erste Schritt hin auf einen Menschen, den man gerade kennengelernt hat, auch nicht ungefährlich ist. Man könnte ja zurückgewiesen werden. Und doch lohnt es sich auf jeden Fall, mal das zu tun, was nicht unbedingt von einem erwartet wird. Leben ohne Risiko ist wie Suppe ohne Salz. Vielleicht gesünder, aber wozu?

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 146 Songs ist hier.)

3:31 Sophie Hunger – Round and Round (2008)

Juni 5, 2010
http://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JNjdjZGIyOTctMjRmMy00YjIxLTg3ZTEtMDRiZmUxN2IxNTEy&export=download&hl=de

Round and round and round you go
Who you are, nobody knows

Dieser Eintrag bringt zwei Nova. Zum einen das erste Lied von 2008 und damit das Neueste, zum anderen den ersten Interpreten aus dem deutschsprachigen Raum, die Schweizerin Sophie Hunger, die allerdings auf englisch singt. Ich glaube zu dem Stück muss man nicht viel sagen. Es handelt sich um eine peppige, sehr melodische Gitarrenballade über eine Liebesgeschichte mit einem Vagabunden. Sophie Hunger’s bluesig-souliger Gesang hat mein Herz im Sturm erobert.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 124 Songs ist hier.)

P.S. Über dieses Lied habe ich vor über einem Jahr schon mal was geschrieben.

3:27 The American Analog Set – Million Young (2001)

Juni 2, 2010
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Sending me a postcard from the sands
A photograph and how you’re doing
You write the words in ink and curive and
I follow along with my fingers and pretend

Endlich mal wieder was aus den letzten zehn Jahren. So viel Feedback krieg ich ja hier nicht, aber A., eine sehr liebe Kollegin, meinte hier wäre doch fast nur alte Musik. The American Analog Set, die ursprünglich mal aus Austin, Texas kamen sind jetzt auch nicht mehr ganz taufrisch und ich glaube, es gibt sie gar nicht mehr, aber ihre Musik ist immer noch so umwerfend wie am Anfang. Sie sind eine Band, die einen Groove, den sie einmal gefunden hat, nicht mehr loslässt. Ein bisschen wie Stereolab, nur easier going. Wir haben sie zweimal in klitzekleinen Venues gesehen, einmal im Dreikönigskeller in Frankfurt direkt am Main und einmal in einer Art Wohnzimmer in einem Jugendzentrum in Offenbach. Es war jedes Mal kuschlig und die Jungens absolut zum Liebhaben. Es gibt einen Typus eines jungen, handfesten, amerikanischen Guys, den man liebhaben muss.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 122 Songs ist hier.)

3:35 Pixies – Bone Machine (1988, live 2004)

Mai 31, 2010
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You look so pretty when you are unfaithful to me

Endlich ein Lied von den Pixies; es kommt mir so vor als wäre das jetzt der erste Song überhaupt von denen, den ich im Rahmen dieses Projekts gehört habe. Das kann eigentlich nicht sein. Oder haben die wirklich kein Stück, das länger als 3 Minuten und 35 Sekunden ist, gemacht? Live habe ich sie nie gesehen weder um 1990 als ich sie das erste Mal gehört habe – A. hat mir 1991 zum Geburtstag Bossanova geschenkt, ihr hörerfreundlichstes, sehr surfiges Album – noch bei ihrer Reuniontour, wo sie ja auch in Berlin waren und es dort ein großes Bloggerstelldichein gegeben hat. Was war damals so gut an den Pixies? Und ist es heute noch? Dass sie anders klangen, frischer, unbelastet von der Rockgeschichte, direkt und ins Herz gehend, keine Gefangenen machend. Sie waren der Zeitgeist und kündigten mit ihrer locker-flockig von der Leber gespielten Mucke den Zusammenbruch eines großen, politischen und geografischen Blocks an und zogen ihr Ding durch. Genau so eine Band bräuchten wir heute. Und ich wäre ihr erster Fan.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 120 Songs ist hier.)

3:47 Giant Sand – (Well) Dusted (For the Millennium) (2000)

Mai 20, 2010

http://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JYzUwNDIwN2MtNDM1Yi00ODA2LTg5MTUtNmY2M2EwYzI4MjVh&export=download&hl=de
Das ist gerade die Musik, die ich noch mit am ehesten ertragen kann in meinem jetzigen katzenjämmerlichen Zustand. Howe Gelb’s arschcooler, flüsternder Bariton, eine Slidegitarre unter Peyoteeinfluss aus der Wüste in Arizona dazu sowie John Convertino’s trockene Snare Drum mit dem Charme eines klappernden Blechmülleimers plus der vornehm zurückhaltende Bass von Joey Burns. Diverse bewusstseinserweiternde Synthesizereffekte nicht zu vergessen. Ich würde mich nicht wundern, wenn gleich der Sand aus den Lautsprechern rieseln würde. Giant Sand vor der Entbindung von Calexico war einfach noch besser als danach. Dies ist der erste Song – nach der Ouvertüre – von dem wunderbaren Rainer Ptacek-Gedächtnisschrein Chore of Enchantment, von dem ich vor bald acht Jahren in meinem allerersten Blog schon mal geschwärmt habe.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 108 Songs ist hier.)

3:53 Dump – Pop Life (Prince, 2001)

Mai 13, 2010
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What U putting in your nose?
Is that where all your money goes
The river of addiction flows
U think it’s hot, but there won’t be no water
When the fire blows

Mit dieser Songauswahl habe ich mich selbst überrascht. Dump alias James McNew aka der Bassist von Yo La Tengo hat vor ein paar Jahren eine CD mit Prince-Covern mit dem schönen Titel That Skinny Motherfucker with the High Voice? gemacht, in dem er auch dieses frühe Princelied von 1985 spielt. James McNew ist von der Statur eher der Anti-Prince, kann aber auch recht hoch singen. Wie diese melancholisch-melodiöse Weise groovt ist ein absolutes Phänomen. Neben der Fistelstimme trägt auch die simple Keyboardtonfolge zu einer naiv-unschuldigen Stimmung bei, die mein Herz auf der Stelle erobert hat. Im Hintergrund hört man, glaube ich auch noch Ira Kaplan, also Yo La Tengo’s Gitarristen, Leadsänger und -komponisten, Vocals beitragen, das Original habe ich übrigens noch nie bewusst gehört.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar [5:34] ausgewählten 102 Songs ist hier.)

4:01 Cat Power – Wild Is the Wind (live cover 2006)

Mai 5, 2010
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Like a leaf clings to a tree
Please cling to me
We are creatures of the wind
Wild is the wind

Meine Liebe zu dieser Coverversion eines Filmsongs von 1957 – es ist nicht exakt die Gleiche aber nahezu – habe ich schon mal in englische Worte gekleidet. Eins könnte man noch hinzufügen. Der Wind ist wild, aber Chan Marshall’s Stimme, wenn sie diese Titelzeile singt, ist wilder.

(Die Liste aller seit 1. Februar [5:34] ausgewählten 94 Songs ist hier.)

4:15 Radiohead – Knives Out (2001)

April 21, 2010
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Catch the mouse
Squash his head
Put him in the pot

In diesem Lied geht es offensichtlich um Tiere, die auf gewaltsame Art getötet werden. Um Grausamkeit. Erst wird die Maus ihrer Freiheit beraubt, dann wird ihr kleines Köpfchen langsam zerquetscht und schließlich wird sie in den Topf gesteckt. Man kann sich ausmalen, dass der Topf mit kochendem Wasser auf dem heißen Herd steht. Am Ende wird die Maus oder was von ihr übrig ist dann wahrscheinlich noch mit den im Titel evozierten Messern klein geschnitten. Ein perfektionistischer Akt totalen Overkills. Und wie überirdisch schön die schlichte Melodie dazu ist. Das macht Angst. Bei Art Spiegelman waren die Mäuse die Juden.

4:18 Okkervil River – Happy Hearts (2002)

April 18, 2010
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Why must happy hearts break so hard?
Leave you staring in the mirror at a bar
Leave you talking to yourself,
‚Cause you can’t talk to anybody else.

Daniel Johnston, der von gebrochenen Herzen singt. Das rührt mich jedes Mal von neuem. Wir haben ihn übrigens vor kurzem im Konzert in Berlin gesehen. Mit einer zwölfköpfigen Jazzcombo als Begleitband.

4:19 Lambchop – Grumpus (2000)

April 17, 2010
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restless boy in restless town
and you commence to drinking
a bottle up, a bottle down
a bottle white, a bottle brown
another day peels away

Dieses Lied ergänzt das gute Wetter perfekt. Während uns die Sonne gerade von außen wärmt, wärmt uns dieses Lied von Lambchop’s Nixon-Album das Herz von innen. Nicht lange nachdem ich realisiert hatte, dass Lambchop eine ziemlich gute Band sind, habe ich davon gelesen, dass Kurt Wagner eine Weile mit Richard Brautigan zugebracht hat. Bevor er sich erschossen hat, wenn ich mich recht erinnere ;-). Kurt Wagner ist vielleicht nicht ganz so ein seltsamer Vogel, aber ein Kauz ist der Fliesenleger, der einen grummelnden Bass genauso beherrscht wie ein durchdringendes Falsetto, schon. Es liegt nahe anzunehmen, dass der Titel dieses Stücks etwas mit grumpy (mürrisch, sauertöpfisch) zu tun hat; der Song selber kommt allerdings eher heiter beschwingt daher, er swingt sich herrlich in das Ohr und die Beine. Normalerweise bin ich ja kein Fan von Streichern, aber hier fügen sie sich nahtlos ein und gehören integral zum Sound hinzu.

4:22 Kings of Convenience – I Don’t Know What I Can Save You From (Röyksopp remix 2001)

April 14, 2010
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I had never really known you
but I realized that the one you were before,
had changed into somebody for whom
I wouldn’t mind to put the kettle on.

A wonderful ballad which didn’t make it before as the contenders were too strong. This is by far not my fave version – that would be the acoustic album recording – but it gives a new perspective on the song. I may be wrong but to me the electronic treatment makes the song sound lighter, the material resonation of the guitar strings is resolved into a floating movement of synthesized sounds. Does that make any sense?

4:25 Low – In the Drugs (2002)

April 11, 2010
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And I closed my eyes like Marvin Gaye
But now I’ve had enough

Ich habe dieses Lied das erste Mal bei einem Konzert im Robert Johnson in Offenbach gehört. Es war damals gerade erst erschienen und Low öffneten ihren Set damit. Selten habe ich ein so mucksmäuschenstilles Publikum erlebt. Wir trauten uns kaum zu atmen, so intensiv war der Vortrag. Von dem langsamen Stück ging eine starke Spiritualität aus, ich kam mir vor wie in einer Kirche, Alan sang mit geschlossenen Augen als würde er beten. Er hatte zwar keinen Heiligenschein, zumindest sah ich ihn nicht, aber die Musik erzeugte in dem Raum eine Aura. Die vom Album gerippte mp3, die man über mickrige Computerlautsprecher anhört, mag diese Atmosphäre kaum zu transportieren, aber mit etwas Phantasie und einem starkem Glauben (heute ist ja immerhin Sonntag), kann man sich vielleicht vorstellen, wie dieses Stück damals auf uns gewirkt hat. Wovon der Song genau handelt, ist mir bis heute nicht ganz klar. Vielleicht ist das auch besser so.

4:28 Radiohead – Sail to the Moon (2003)

April 9, 2010
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I was dropped from moonbeams
and sailed on shooting stars

There is something special about this song. It sounds like an impressionist interlude, it has something very open about it. Musically it is a little bit of a mess but it still holds together. And in some way it is mysterious and spiritual. Maybe even religious.

4:40 Beth Gibbons & Rustin‘ Man – Mysteries (2002)

März 27, 2010
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God knows how I adore life
When the wind turns on the shores lies another day
I cannot ask for more

4:49 Thom Yorke – Pyramid Song (live, 2001)

März 18, 2010
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Jumped in the river, what did I see?
Black-eyed angels swam with me

A voice & a piano is all there is in this live version of this devastating song by a well-known band from Oxford. I think it is even more affecting than the original. It is slower & therefore bathes even deeper in depression. An elegy about being in between life & death, not yet dead but not alive anymore neither. The sad beauty & immense loneliness culminate in the singer’s humming of the tune. The pain is too profound to be expressed in intelligible words anymore.

4:52 Arizona Amp and Alternator – Where the Wind Turns the Skin to Leather (2005)

März 15, 2010
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messing with the strongest laws of nature
love grows large and you can’t escape her
dealing with the flaws of rapture
love grows large even after departure

From Tucson, Arizona one of America’s finest rock musicians. You can hear the desert sand trickling through the guitar chords. The last couple of days I did not enjoy listening to music at all. But yesterday going from Frankfurt to Berlin by car the appreciation returned. I think there are two main reasons. First I was feeling good, I was neither stressed nor emotionally feeling tense. Maybe even more important was that I listened on speakers and not on headphones. On earplugs I have the tendency to skip tracks after a couple of seconds, on speakers the music gives me more freedom, I can either listen to it or not. And when the music plays in the background I can focus better on it as I have to decide myself if I want to hear it. Does that make any sense?

4:53 Moriarty – Hanoï Blue (live, 2007)

März 14, 2010
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The first time we met in a poolroom bar
We were dressed both the same
We looked like twins
You knelt down and invited me to dance

I heard this folk ballad for the first time live. And it gave me the shivers. Immediately there was a very intimate atmosphere, the intense music melded the musicians and the audience together. For five minutes time stood still and as in my childhood the world was a mysterious and beautiful place again.

5:00

März 7, 2010

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There is something about this instrumental that makes me feel uncomfortable. I first got into it a couple of years ago when the album cd played on the car-hifi and we were coming back from a family party in the South of Germany. The noise in the car made it a challenge to make out the melody of this piece, it took me two or three listens to fully realise the beauty of it. The synthesizer crescendo slowly building up, the reaching of the plateau, the sudden intrusion of a whirl wind and the transformation into a wonderful, simple, serene guitar tune. And then an even huger crescendo starts building up. What a richness of sounds, e.g. a kind of xylophone, some solemn strings, lots of nature noises and the strong pull of the drum programming. Somehow I associate this song with fascism, it totally grasps my aural sense. It sounds so incredibly rich, as irresistible and in the end unsatisfying as a marshmellow. I love it but I am very suspicious about it. I am afraid of the manipulative potential in this music. Quite similar to the Wagner preludes this washes and sweeps over me like an ocean wave and when the wave has passed I feel empty and somehow betrayed. Know what I mean?

5:12

Februar 23, 2010

In my imagination,
You are cast in gold,
Your image a compensation for me to hold.

The last song from the debut of this duo which I think is the only band of the zero years that I am enthusiastic about. In the beginning I was skeptical as they were hyped as the forerunners of a new movement but then it clicked soon. Their understated style, stressing the single notes – the piano just plays four notes over a period of 15 seconds in the beginning – proves my old belief that „less is more“. The slowly strummed amazingly natural sounding and resonating rhythm guitar gives this song a timeless quality, the singer seems to whisper not to wake someone up. There is this soothing effect on the listener like in a lullaby. After the first verse, the guitar melody can blossom slowly in all its melancholic beauty. In the next verse we realise that once again the instable state of love did not last for long. The notion that the two lovers who have quit each other are like parallels from now on and will never meet again but will always be close is an idea I can sympathise with a lot.

5:28

Februar 7, 2010

At sunrise the monkeys will fly
and leave me with pennies in my eyes

Here we have a piano ballad as tender and restrained as few others. The slow, measured, grave, melancholic melody drills itself straight into my heart. Another example of the immediacy and urgency of beauty in music. And then this turns into a duet. With another one of my favourite female singer-songwriters. The theme of the song seems to be the crossing of a divide. Either from life to death or from childhood to adulthood. Money could play a role in both scenarios. Either for Charon to row the deceased over to the other side of the Styx or as a symbol for adult life. In any case the lyrics are pretty simple but their meaning is rather mysterious. After the small pause in the last minute comes the weird coda which consists of a rumbling noise with occasional squeaks as if a revolving machine was not oiled.