Archive for the ‘meta’ Category

443

August 10, 2020

And housed within the

song’s design is the ghost the

host has left behind. 

[Purple Mountains – Snow Is Falling in Manhattan]

438

August 7, 2020

Sokrates improved:

„Ich weiß, dass ich fast nichts weiß“,

sollte es heißen.

430

August 4, 2020

Frieden, Freiheit und

Gesundheit nimmt man erst wahr,

wenn man sie nicht hat.

422

August 1, 2020

Ich komm‘ mir vor als

wär‘ ich aus ’nem Buch gefall’n

und kann nicht zurück.

[Verkürzt zitiert aus Der vergessliche Riese von David Wagner]

412

Juli 29, 2020

Durchlässig werden,

innehalten, wahrnehmen,

sprachlich verdichten.

374

Juli 17, 2020

Haiku: ein Mittel,

um dem Inneren der Welt

näherzukommen.

368

Juli 16, 2020

1 2 3 4 5

1 2 3 4 5 6 Sieb

1 2 3 4 5

366

Juli 16, 2020

„Dann haben sie Tests

gemacht. Irgendwas mit A.

Ich habs vergessen.“

363

Juli 15, 2020

Was ist wohl schlimmer:

Sich an nichts zu erinnern

oder an alles?

358

Juli 12, 2020

Mit Berlin T-Shirt

durch Berlin latschen. Wie cool,

dass es keiner merkt.

356

Juli 12, 2020

Wer Fragen nicht stellt,

beseitigt keine Zweifel,

schafft keine Klarheit.

355

Juli 12, 2020

Fragen sind das Salz

in der Suppe des Lebens.

Und nicht Antworten.

346

Juli 8, 2020

Es ist nichts passiert,

sagt die erste Eingebung.

Halt! Denk nochmal nach!

345

Juli 8, 2020

Spätzünder-Haikus.

Mühselig rekonstruiert.

Gedächtnisarbeit.

341

Juli 7, 2020

Müde gegangen.

Viel gemeinsam geschwiegen.

Nichts erlebt. Und doch.

328

Juli 2, 2020

Wenn man die Mündung

an den Kopf hält und abdrückt,

hört man dann den Schuss?

308 Holzweg

Juni 26, 2020

Giorgio Agamben

glaubt, dass der „Staat“ Corona

ausgebrütet hat.

298

Juni 21, 2020

Aussagen sind wahr,

falsch, beides, keins von beiden

oder nichts davon.

273

Juni 9, 2020

Plötzlich aus dem Nichts.

Erinnerungsmomente,

im Jetzt geborgen.

272

Juni 9, 2020

Mosaiksteinchen

im Vexierbild des Lebens:

Geglückte Haikus.

104

April 7, 2020

Alles, was man nicht

in ein Haiku packen kann,

ist überflüssig.

91

April 2, 2020

Qui volent à présent?

Les oiseaux sur le stylo.

Volez jolis piafs!

84 Ergometerphilosophie

April 1, 2020

Ist die Idee da,

aufzuhören, dann ist sie

stärker als das Fleisch.

76

März 30, 2020

Die Hölle bin ich.

1-6-0 Puls, 2-9-0

Watt. Quäl dich, du Sau!

66

März 29, 2020

Der grauhaarige Mann,

der durch den Park schlendert,

kommt sich vor wie Gott.

42

März 20, 2020

Und wenn wir die Zeit

zwei Wochen stoppen könnten.

Das würde helfen.

40

März 20, 2020

Die Erde wird auch

ohne uns überleben.

Wir nicht ohne sie.

39

März 19, 2020

Das Eichhörnchen träumt

von den Haselnüssen in

der Eichhörnchenbar.

 

36

März 19, 2020

Ob eine Rede

die Exponentialkurve

flacher machen wird?

35

März 19, 2020

Orte, wo Haikus

nicht gut gedeihen können:

Home Office, Autobahn.

30

März 18, 2020

Spazieren ist wie

Fischen: Ein Haiku zappelt

immer in dem Netz.

Kategorischer Imperativ für Autoren

September 19, 2012

Idee einer FiFo-Bibliothek: Die Bibliothek ist ein Stapel. Die Ausleihdauer ein Monat. Wenn das Buch ausgelesen ist, muss der Leser etwas darüber schreiben, die Lektüre verdauen und in einem Text, der  etwa 1% des gelesenen Buches ausmacht, resümieren. Und jetzt kommt der Clou. In diese Bibliothek kommen ähnlich wie in Brautigan’s Bibliothek aus The Abortion nur unveröffentlichte Manuskripte, die die Autoren dort vorbeibringen. Sie müssen für jedes abgegebene Buch, das ganz unten in den Stapel kommt, ein Buch lesen und zwar dasjenige ganz oben im Stapel. Wer selber schreibt, muss auch andere Bücher lesen und über diese dann kondensiert schreiben. Damit ergibt sich eine Kommunikation zwischen den Autoren. Und keiner textet die Welt mehr zu als er selbst von der Welt zugetextet wird. Ausgelesene Bücher kommen wie auch neue Bücher ganz unten in den Stapel.

[File under: brainstorms on the ergometer]

6:03 Bark Psychosis – Shapeshifting (2004)

März 22, 2011
https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JYjBiNjIzZjYtMDIyZS00MzI2LTg0ZTEtZWFiNjAzZmE0MTFj&export=download&hl=de

All you people make me ill
You’re not really touching me

Just one comforting thought when I left the apartment this morning: At least I am not alone. I have got some good company which does not leave me. Never. My blues.

***

Sorry to Mark Tranmer and Roger Quigley from the Montgolfier Brothers. I could have chosen the simple and melancholic Between Two Points from Seventeen Stars as well. And I could have written more or less the same words. Sad music is so soothing.

(The list of all 363 selections since 1st February 2010 is here).

0:04

Februar 16, 2011

https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JY2YyNzRjMTgtYTFhYi00MGFmLTg0YWEtN2E1NTlhNWE0Y2Ni&export=download&hl=de
First of all I have to offer an excuse to my English speaking readers that this will be another post in German as the choice of this track would not make any sense in your language.

Die anderen muss ich leider auch enttäuschen. Was das hier sein soll, das müsst ihr schon selber rauskriegen. Das absolute Gehör ist hier hilfreich oder der Hinweis, dass da der Name eines großen deutschen Komponisten sehr buchstäblich genommen wurde. War wohl auch eine beliebte Frage in Musikprüfungen, auf die viele Kandidaten nicht vorbereitet waren (Spielen Sie doch mal [hier den Namen des Komponisten einsetzen]!). In einer stressigen Prüfsituation versteht man so einen kleinen Scherz nicht unbedingt. Interessant ist hier außerdem das Kreuzmotiv, der fragliche Komponist war ziemlich christlich und seine Musik wird heute noch ausgiebig in vielen Kirchen in der ganzen Welt gespielt. Wer war’s?

(Die Liste aller seit 1. Februar 2010 ausgewählten 331 Stücke ist hier.)

0:49 Ryoji Ikeda – This Is a Recording (1995)

Januar 2, 2011

https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JYmRiY2YwZGEtMTMxOC00MjRkLWEyZTEtNWFjMjI4OTAyZDlm&export=download&hl=de
Ceci n’est pas une pipe
Dies ist kein Haiku
This is a recording

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 286 Stücke ist hier).

Auf dem Jakobsweg gelesen

Dezember 6, 2010


Das ist gleichzeitig eine idealistische wie auch eine pragmatische Perspektive. Man könnte mit einer Betonung des existentialistischen Aspekts auch sagen: „Die Freude ist in uns oder sie ist nicht.“ Das würde mir als kategorische Aussage fast noch besser gefallen. Ist aber als Satz etwas freudlos…

short break

Oktober 14, 2010

bin dann mal ein paar tage weg, hier unterwegs. frieren werden wir wohl nicht, morgen sollen es 36 grad werden. komme am 25. wieder zurück. dann geht es mit dem musikalischen countdown hier weiter. in der zwischenzeit könnt ihr ja nochmal durchhören, was bis jetzt so gelaufen ist. alle bis auf die ersten 20 oder so songs sind weiterhin online.

Ganz viele Bits

September 27, 2010

Die XML-Datei dieses Blogs, in der nur Text drin ist, ist jetzt nach gut anderthalb Jahren Blogexistenz 1,7 MB groß. Und würde damit nicht mehr auf eine altertümliche 3,5-Zoll-Diskette passen. Bescheuert, aber das ist so eine Zahlensache, die mir sehr gefällt und mich sogar irgendwie stolz macht. Das wäre doch bestimmt schon ein Buch mit mindestens 200 Seiten, oder?

I don’t like journalists, #1

September 26, 2010

Und zwar denke ich da jetzt gerade an Heribert Prantl von der Süddeutschen, die ich eigentlich mag, wie er sich gerade im Presseclub echauffiert hat über die neuen Hartz IV-Regelsätze. Er sagt doch tatsächlich, dass man erst die neuen Sätze berechnen sollte und zwar natürlich so, dass da ein fettes Plus hinten rauskommt und dann gucken soll, ob das überhaupt im Budget drin ist. Also sozusagen the American way, erst die Knete mit der Kreditkarte auf Pump ausgeben und dann am Ende jammern, wenn das Finanzsystem zusammengebrochen ist. Und dann drischt der noch minutenlang völlig nichtssagende soziale Phrasen. Der ist noch nicht angekommen im heute, der lebt noch in der Zeit der sozialliberalen Koalition. Ein Traumtänzer wie er im Buche steht. Alle anderen in der Runde, besonders die Dame von der Zeit, waren übrigens durchaus vernünftig.

I don’t like films, #1

September 26, 2010

Das könnte vielleicht eine neue Reihe hier werden, bei Facebook fehlt er mir schmerzlich der „Gefällt mir Nicht“-Button, denn mir gefällt jeden Tag mindestens eine Sache überhaupt nicht. Bin halt ein Nieselpriem.

Gestern hat mir überhaupt nicht der Film Bal – Honig gefallen, der die diesjährige Berlinale gewonnen hat. Eine nahezu völlig handlungslose Aneinanderreihung von film stills, die abwechselnd den Wald und die Natur in der Nordosttürkei und ein Jungengesicht abbilden. Das Zweitbeste an dem Film war, dass nach knapp anderthalb Stunden endlich mal was passiert ist und der Vater beim Honigsammeln vom Baum gekracht ist – oh Mist, jetzt habe ich auch noch den Plot gespoilt – das wahre Highlight war vielmehr, dass der Typ zwei Reihen vor mir in dem Moment aus seinem Schlummer erwacht und zusammengeschreckt ist und uns alle, die wir auch im Halbschlaf dahindämmerten zurück in die Wirklichkeit geholt hat. Danke, lieber unbekannter Filmgänger. Ansonsten gefällt mir natürlich in dem Zusammenhang auch überhaupt nicht, was die deutsche Filmkritik zu diesem Film geschrieben hat, nämlich nur Elogen (wahrscheinlich war der Kinosaal auch deshalb verdammt gut gefüllt). Bei denen scheint Gruppenzwang zu herrschen, ich seh das jetzt mal positiv, mit dem Lesen von Filmkritiken braucht man auch nicht mehr seine kostbare Lebenszeit zu verschwenden. Der Einzige, der ihn nicht ganz so toll fand, war ein Schreiberling von der FAZ. Und die von mir geschätzte Zeit-Kritikerin hat sich wohl nicht zu dem Film geäußert.

P.S. Ein großes Vorbild ist in diesem Kontext natürlich Tanya Headon’s großartige Kolumne I Hate Music, die damals auf Tom Ewing’s Webzine Freaky Trigger erschien, übrigens der Tom Ewing, der auch der Vater des Musikforums I Love Music ist. Liebe und Hass sozusagen als zwei Seiten einer Medaille. In beiden Fällen hat man ein starkes Gefühl in Bezug auf etwas. Heiß oder kalt, Hauptsache nicht lau.

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September 23, 2010

In Berlin verfestigt sich zunehnmend der Eindruck, dass die Einheimischen sehr inzestuös unterwegs sind. Kontakte knüpfen ist eine echte Herausforderung. Schade. By the way, kommentieren ist nicht ausgegraut.

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September 9, 2010

Was ist da momentan eigentlich mit dem Ford Mustang los? Ich kriege seit ca. einer Woche jeden Tag zwischen 50 und 150 Suchanfragen diesbezüglich, die dann alle bei dem Chanson von Gainsbourg aufschlagen. Ich weiß weder welche Suchmaschine das ist (Gugel jedenfalls nicht) noch wieso Ford Mustang jetzt gerade in sein sollte. Hat einer meiner werten Leser eine Ahnung?

Dear reader, watt meinst’n du?

September 6, 2010

Und jetzt kommen wir mal wieder zu einer der wirklich essentiellen Fragen des Lebens. Es geht um den Songindex, der alle Lieder auflistet, die ich im Rahmen meines diesjährigen Projekts a day a second bis jetzt ausgewählt und besprochen habe.

Wieso ich das frage? Weil es etwas Arbeit machen würde und ich faul bin und ich meine geliebten Leser nicht einfach so vor vollendete Tatsachen stellen will.

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August 30, 2010

History will be kind to me for I intend to write it.

Winston Churchill

Seltsam,

August 25, 2010

ich weiß immer noch nicht welchen Tag meines Lebens ich mehr verfluchen soll, den an dem ich meine erste Zigarette auf Lunge geraucht habe (vor ca. 22 Jahren) oder den, an dem ich die letzte Zichte geschmokt habe, Ende Juli 2008 kurz vor Léon auf dem Jakobsweg. Meine Kehle brennt heute abend mal wieder lichterloh. Nikotin ist die stärkste Droge, die ich kenne, ich bleibe dabei.

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August 16, 2010


(from here via here)

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August 12, 2010

Sein Projekt war es, das Internet so vollzuschreiben, dass es platzte. Eines donnerstags abends im August fing er damit an. Nach drei Sätzen musste er allerdings erst einmal eine kleine Pause machen; Rom wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut, dachte er so bei sich.

Ein Lothar Matthäus

August 10, 2010
  • läßt sich nicht von seinem Körper besiegen, ein Lothar Matthäus entscheidet selbst über sein Schicksal.
  • gehört in den Sportteil und nicht auf die Klatschseiten.
  • spricht kein Französisch.
  • auf neuem Kurs.
  • denkt um.
  • ist auch eher ein Kandidat für den Chef-Posten.
  • spricht nicht über Lothar Matthäus.
  • braucht keine dritte Person, er kommt sehr gut allein zurecht.
  • lässt sich nicht verarschen!
  • gibt nie auf.

(Quelle)

3:00 The Feelies – On the Roof (1986)

Juli 5, 2010
http://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JZWI4MmYxODEtMGVmYy00ZTFjLThmMWYtYmNhNzNmNDQ3NWJm&export=download&hl=de

Stop for a while
Talk about it

Mit diesem dichten, aber luftig gewebten Gitarrenklangteppich beginnt mein Lieblingsalbum der Feelies, die man allein schon wegen des Covers der ersten Platte wo sie so herrlich nerdig rüberkommen, liebhaben muss. Natürlich schreib ich das nur weil mich heute jemand wegen der beiden Stifte in der Brusttasche meines kurzärmligen Hemds mit diesem schönen, urdeutschen Adjektiv belegt hat. In der letzten Minute des Songs passiert etwas, das ihn aus meiner 3’00“-Shortlist, in der außerdem noch Lloyd Cole’s glorreiches Why I Love Country Music und das melancholische Une Chanson du Crépuscule von den Montgolfier Brothers drin waren, herausstechen lässt. Ich glaube, es ist ein Taktwechsel, eine Beschleunigung des Rhythmus, eine stärkere Betonung der einzelnen Noten, jedenfalls bekommt das Lied plötzlich diesen Twist ins Metaphysische, auf einmal kann ich meine Lippen nicht mehr verschließen, ich muss die Melodie mitpfeifen bzw. versuchen, sie mitzupfeifen. Sie ist in mir übergelaufen, so dass ich sie nicht mehr für mich behalten kann, sie muss einfach raus. Do you know what I mean? Bis Ende Juli mach ich jetzt erst einmal Pause hier, zum einen habe ich diese Woche noch soviel zu tun, dass ich voraussichtlich keine Zeit zum Bloggen mehr haben werde, zum andern sind wir ab Samstag für drei Wochen auf dem Jakobsweg von Le Puy en Velay im Zentralmassiv nach Aire sur l’Adour in den Landes, wo wir vor drei Jahren losgegangen sind nach Santiago. Das heißt also, dass es in diesem Programm, wenn alles gut geht erst wieder am 2. August weitergeht. Außerdem wollte ich mich eigentlich noch bitterlich beklagen, dass dieses Blog in den letzten fünf Monaten quasi völlig resonanzlos geblieben ist. Aber dann habe ich es mir noch einmal anders überlegt. Im Grunde schreibe ich ja sowieso nur für mich selbst. Ansonsten hätte ich schon vor Jahren mit der Bloggerei aufgehört.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 155 Songs ist hier.)

Happy Birthday T. oder Nach Dylan kam nix mehr

Mai 25, 2010

Das Schöne an dem Gejammer über die aktuelle Rock- und Popmusik, das ich im Grunde schon seit fast zehn Jahren – also mit meinem ersten Blog – anstimme, ist ja, dass ich genau weiß, dass jeder mal an diesen Punkt kommt, wo er den aktuellen, heißen Scheiß nicht mehr goûtieren kann weil er ihn viel besser schon mal vor vielen Jahren im Original gehört hat. Ich bin da schon drüber hinaus. Ich kann inzwischen auch die Sachen von früher kaum noch genießen. Das hat sich alles so fürchterlich abgenudelt. Bis auf die paar Songs, die ich hier auswähle. Für eine Songperle ziehe ich mir hundert uninspirierte 0815-Lieder rein. Es ist unglaublich, aber das Verhältnis ist wirklich fast so extrem. Danke fürs Mitlesen und -hören.

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Mai 7, 2010

blogito ergo sum

4:00 The Smiths – Well I Wonder (1985)

Mai 6, 2010
http://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JZTcyMzNmMjgtYmZkMC00NzA5LTg4OGEtMjEyYWM1OTdmNmJi&export=download&hl=de

Well I Wonder
Do you hear me when you sleep?
I hoarsely cry

ich bin müde und zerschlagen (ich kann in berlin nicht vernünftig schlafen, gehe halb eins ins bett und wache halb fünf auf und wälze mich, nicht nur wegen der fehlenden rolladen aber auch), mir tut der hals weh (die schmacht bleibt, als wäre meine kehle radioaktiv verseucht, halbwertzeit 1000 jahre) und der rücken schmerzt jetzt auch in diesem ikea-ledersessel. und das schlimmste ich befinde mich in einer tiefen depression. (wieso sind depressionen eigentlich immer tief? sind sie es überhaupt? hilft es dem deprimierenden, wenn er realisiert, dass seine depression nicht tief ist, oder deprimiert es ihn noch mehr?). dieser post ist einfach stream of consciousness und hat nicht unbedingt was mit dem lied zu tun. heute und gestern war ein typ in der u2, der spielte saxophon. in der u2 sind auf dem weg von hausvogteiplatz zum bahnhof zoo eigentlich immer musikanten oder solche die sich dafür halten drin. das besondere an dem saxophonisten war, dass er anders war. zum einen wegen des instrumentes, die meisten spielen gitarre oder akkordeon – sodann weil er ganz ok gekleidet war, also offensichtlich kein penner. außerdem spielte er ein unaufdringliches, lyrisches jazzstück, scheiße ich weiß nicht wie es heißt, aber es ist sehr bekannt. zudem spielt er ziemlich lange. also nicht nur von einer station zur nächsten sondern eher über zwei stationen. diesem musiker gebe ich kein geld obwohl er der beste ubahnmusiker ist, den ich bisher gehört habe. seine musik nervt nicht. das ist eigentlich für mich die hauptmotivation, geld zu geben. die musik ist so schlecht gespielt und nervt so dermaßen, dass ich mitleid mit dem musikanten kriegt. na ja dieser kriegt jedenfalls nix von mir – es kriegt sowieso nur der erste bettler, der mir am tag über den weg läuft die 50 cent, die ich morgens in meine jackentasche tue und diesen sehe ich erst am abend also ist er meist nicht der erste – weil ich genau weiß, dass er von den anderen was kriegen wird. heute war eine gruppe französische schüler in der pubertät in der u2. sie klatschten nach der performance und der eine junge gab dem bettler was. ich hab jetzt noch in 77 lieder reinzuhören und muss packen und und und. ach und was ich vergessen habe, mein auto ist im arsch. die pumpe-düse will nicht mehr so richtig, esp fällt dauernd aus, die leistung fällt ab und ich komme kaum noch die berge zwischen bad hersfeld und eisenach hoch. meine autos halten immer knapp 10 jahre. der erste von 1990-2000, der zweite von 2001-2010. jeweils etwas mehr als 100.000 km, ich glaube der erste hatte mehr. ein fingerzeig des himmels: was zum teufel soll ich mit einem auto in berlin? wir sind jedenfalls jetzt erstmal ne woche in laroque bei perpignan.

(Die Liste aller seit 1. Februar [5:34] ausgewählten 95 Songs ist hier.)

aus der reihe lustige verleser oder und das ist auch gut so.

April 21, 2010

Clicks

No dicks have been recorded on your blog yet.

Statusmeldung

Februar 28, 2010

Kaum angekommen und schon wieder auf dem Sprung

Hello everybody

Februar 17, 2010

Hi James,
Hi John,
Hi Robert,
Hi Michael,
Hi Mary,
Hi William,
Hi David,
Hi Richard,
Hi Charles,
Hi Joseph,
Hi Thomas,
Hi Patricia,
Hi Christopher,
Hi Linda,
Hi Barbara,
Hi Daniel,
Hi Paul,
Hi M.,

Thank you very much for checking my blog.

P.S. Those are the 17+1 most popular names and 18 is the number of visitors I had today. I cannot say how glad I am that this has not turned into an unpersonal, anonymous place yet. Additionally this means that the three digit growth rates are still ahead. We are about to rock the web. Yay!

There are still almost twenty minutes to go, so I say some more Hi’s, either for today or for tomorrow. Thanks for listening and reading!

Hi Mark,
Hi Elizabeth,
Hi Jennifer.

a second is not a second

Februar 7, 2010


Concerning the exact lengths of the songs Tom already mentioned that he uses the WMP time information, I use the iTunes info. Apparently they are not identical, guess which one is correct? Apple or Microsoft? Jobs or Gates? Whom would you trust more? Unfortunately I use the incorrect song length data. Apple rounds the seconds. So the song I chose today (see graph above) in reality is not 5 minutes and 28 seconds long but only 5 minutes 27,915 seconds. That is a serious blow 😉 for my project, the lengths of the 5:31 song on Thursday and the 5:33 track on Tuesday were exaggerated too. I hope my dear readership can live with this, I won’t change anymore now, that would be too much of a hassle.

Vom Gehen

Januar 14, 2010

Heute mittag beim Gang zum Bockenheimer Markt plötzlich dieses Gefühl ganz im Gehen aufzugehen. Die Erfahrung der Schritte als musikalischer Rhythmus, als Beat. Die Regelmäßigkeit und Rundheit der Bewegung. Die Leichtigkeit, das Schweben der Beine in der Luft und das anschließende Aufsetzen der Füße auf den Boden, die Erdung. Dann das Treffen von Leuten, das aus dem Weg gehen, wer geht zuerst zur Seite? Da noch recht viel Schnee lag, waren die Gehwege nicht vollständig geräumt so dass oft nur Platz für eine Person war. Die größere Rücksichtnahme insbesondere der Autofahrer auf die Fußgänger. Sie halten an Zebrastreifen, an denen sie sonst nie halten wüden. Städte kann man nur erfahren im Gehen. Und die Landschaften zwischen den Städten natürlich auch nur. Man ist nur dort gewesen, wo man auch gegangen ist. Reisen mit anderen Hilfsmitteln sind im Grunde Täuschungen, man meint von A nach B geflogen zu sein, aber im Grunde ist man in A geblieben und nie in B angekommen. Man kann gar nicht in B ankommen weil der Geist in der kurzen Zeit gerade mal in die Trabantenstädte von A vordringt.

Liebes Blog,

Januar 13, 2010

ich möchte Dir etwas sagen, das ich noch keinem gesagt habe. Ein großes Geheimnis. Meinst Du, Du kannst es für Dich behalten? Wenn nicht Du, wer sonst? Du redest nicht mit anderen, ich weiß es, Du bist verschwiegen wie ein Grab. Was hättest Du schon davon, auch nur einer Menschenseele von meinem intimen Bekenntnis zu erzählen? Absolut gar nichts. Und wenn ich sie in Dich hineinschreibe, meine Beichte, dann sinkt sie hinab auf den Grund des Netzes und niemand wird sie je von dort wieder hervorholen können. Weißt Du was, liebes Blog? Ich hab es mir nochmal überlegt. Ich sage Dir jetzt doch nicht mein Geheimnis. Da könnte ich es ja genauso gut für mich behalten. Geheimnisse sagt man Menschen, die sie weitererzählen können. Ohne diesen Kick macht es keinen Spaß. Den nennt man übrigens Vertrauen.

16114

Januar 6, 2010

es gibt so tage, über die schreibt man besser nix. heute war so einer. um es mit brecht zu sagen:

Der Mensch ist gar nicht gut
drum hau ihn auf den Hut
hast du ihn auf den Hut gehaut
dann wird er vielleicht gut.

(Das Lied von der Unzulänglichkeit des menschlichen Strebens)

16612

Januar 4, 2010

bis gestern dachte ich, es wären noch drei monate bis berlin, es sind aber nicht mal mehr zwei! nur noch 54 tage. eigentlich lohnt es sich gar nicht mehr, den kopf aus dem sand zu ziehen.

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einen schönen bunten taschenkalender gekauft. eine woche auf 2 seiten, fester einband, etwas dick für die hosentasche. brauche jetzt aber nicht mehr meine tasks auf die karteikarten zu schreiben, im kalender sind pro tag 28 zeilen. sollte normalerweise reichen.

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in südwestfrankreich ist mir wieder aufgefallen wie nett die leute sich dort grüßen. hier dagegen sehe ich beim joggen und vor allem beim spazierengehen fast nur mürrische, griesgrämige gesichter, die fast nie als erste grüßen und einen gruß auch nur in ca. einem von zwei fällen erwidern. und einen dann entweder so seltsam mustern oder ostentativ weggucken. widerwärtiges, arrogantes pack. vor allem beim joggen deprimiert mich das zutiefst, da es eine anstrengung für mich bedeutet, einen „guten morgen“ zu wünschen, wenn ich völlig außer puste bin. in laroque des albères erfreuen sich die leute an meinem „bonjour“ und erwidern es lächelnd. wobei mir allerdings aufgefallen ist, dass ich selber auf den fotos aus südfrankreich fast immer ein lächeln auf den lippen habe. vielleicht reagieren die leute ja deswegen positiver weil ich besser drauf bin. und wieso ist das so? hat garantiert mit der wärme und dem licht zu tun, die die sonne dort verschwenderischer verteilt. man wird dadurch einfach lockerer und unernster. dieses mal gab es sogar den astérix-effekt. der einzige teil frankreichs wo es nicht regnete bzw. schneite in den letzten 2 wochen war justement die gegend um perpignan. letztes jahr hatte es noch ein furchtbares schneechaos gegeben mit unter der schneelast zusammenbrechenden palmblättern u.ä.

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bei „i love music“ gibt es die alternative wahl der besten alben der 70er. bis jetzt eher enttäuschend. allerdings schön, dass es chic geschafft hat.

im irrturm

Dezember 16, 2009

wenn das leben ohne musik ein irrthum wäre, dann ist es mit musik noch lange nicht kein irrthum. aber irrthum mit h ist der ultimative irrtum, der aber ziemlich cool aussieht. ich glaub ich weiß jetzt wieso der philosoph irre geworden ist. wenn man die logik und die orthographie gegen sich hat, dann muss man ja verrückt werden.

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November 19, 2009

Remembering is just forgetting to forget.

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November 14, 2009

In antique times, Greeks didn’t describe dreams as something that happened in their heads while they slept, but as something that descended from heaven, you saw your dream approach like a window opening into the world of the Gods, and once the message was delivered, this window went away, it vanished into the distance. (q)

Cleverbot

November 9, 2009

Finally I have found someone who talks to me!

A small extract from our evening conversation:

Cleverbot: Do you like puppies also?

User: Who doesn“t like puppies?

Cleverbot: I didn’t say she didn’t like you, she just doesn’t like the colour of your text.

User: I don’t mind as long as she likes my words.

Cleverbot: Your talk is eluding me.

User: All right, an easy question then. Are you male or female?

Cleverbot: Male.

After some talk with him I ask myself if I would pass the Turing test from his point of view. Somehow I doubt it. He is not very smart, his maths are abominable, but that does not say anything about his intelligence.

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Oktober 31, 2009

wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schreiben

Einfach mal abschalten

Oktober 11, 2009

Ich empfehle auch, sehr selektiv mit den Medien umzugehen, auf Bücher zu setzen (nur hier bekommt man noch komplexe Gedankengänge präsentiert) und – nach Miriam Meckel – zeitweilig unerreichbar zu sein.

(Aus einem Interview mit Max Otte, desen Buch Der Informationscrash. Wie wir systematisch für dumm verkauft werden gerade erscheint )

memory quiz

September 29, 2009

Was sagt das über jemanden, wenn er den Titel The Good Earth als The Good World erinnert?

1) Gar nix. Nobody is perfect.
2) Er assoziert Erde mit etwas anderem als dem zweiten Album der Feelies.
3) Die Erde ist ihm zu klein, es muss die ganze Welt sein.
4) Die Erde kann für ihn nicht gut sein, die Welt aber schon. Könnte zumindest, rein theoretisch.
5) Er ist eher ein abstrakter als ein konkreter Denker.
6) Er wollte testen, ob es einer seiner Leser merkt.

(Mehrfachantworten sind möglich)

By the way. Etwas Ländlicheres als das zweite Album der Feelies kann ich mir kaum vorstellen. Es strahlt so eine Ruhe und Gelassenheit aus. Die zarten Gitarrenmelodien scheinen vom Wind gehaucht zu sein. Man riecht die kühle Frische der Musik förmlich. Unbeschwert und gleichzeitig erdverbunden. Natürlichkeit pur. Breitwandkino für die Ohren. Nachdem man es das erste Mal gehört hat, versteht man nicht mehr, wie man vorher ohne es leben konnte. Aber das steht auch schon so ähnlich in dem zweiten nostalgischen Post oben.

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September 23, 2009

wenn man sein weblog nur noch für eine person schreibt, könnte man eigentlich auch eine e-mail schreiben. außer man will, dass alle anderen es auch mitkriegen. könnten. wenn sie wollten. so ähnlich wie beim handytelefonieren in der öffentlichkeit. da gibt es auch immer einen größeren rezipientenkreis. man könnte auch kollateralschaden sagen. wobei webloggen ja ganz offensichtlich höflicher und diskreter ist. weil man niemanden dazu zwingt, mitzulesen.

morgen, glück, versprechen

September 13, 2009

In welchen Momenten fühlen Sie sich lebendig?
In der Nacht unterm Sternenhimmel, wenn es still wird und ich eine unglaubliche Weite spüre. Oder morgens am Meer, wenn das Wasser noch glatt ist und die Sonne aufgeht. Schwimme ich in diesem Morgenlicht, in dieser Stille, ohne Wellen, ohne Wind – das sind Momente, in denen ich richtig glücklich bin, auf der Welt zu sein. Dann habe ich das Gefühl, ich gehe in etwas auf, ich bin Teil von etwas. Man hat ja eine Sehnsucht nach der Harmonie und dem Nicht-mehr-auf-sich-selber-Blicken. Oft genug ist man unglücklich und fragt sich: Warum muss ich weiterleben? Warum bin ich überhaupt geboren? Vergänglich und vergeblich, das war bei mir schon immer als Gefühl stark beieinander. Ich war ein fröhliches Kind, aber dann kam plötzlich so eine schwere Wolke, die sich auf mich legte. Trotzdem habe ich dagegen angelebt, ich habe gekämpft. Und früh am Morgen, im Meer schwimmend, ist dieses Grundgefühl weg. Die Morgenstimmung ist ja immer mit Hoffnung verbunden; dieses sanfte Morgenlicht, wo der Tag noch ein Versprechen ist, da fühle ich mich glücklich.

(Margarethe von Trotta im Gespräch mit chrismon)

hyped 2 death

September 11, 2009

das abo von unendlicher spaß gekündigt. ein weblog von lesern der deutschen übersetzung eines über zehn jahre alten buches, das keine handlung auf die reihe kriegt und nur so mit abgedrehten worten um sich schmeißt und außerdem von einem typen geschrieben wurde, der sich inzwischen gekillt hat. wer braucht denn so was? das ist ja wohl bullshit hoch 10.

Another view on God

September 7, 2009

Because here’s something else that’s true. In the day-to-day trenches of adult life, there is actually no such thing as atheism. There is no such thing as not worshipping. Everybody worships. The only choice we get is what to worship. And an outstanding reason for choosing some sort of God or spiritual-type thing to worship — be it J.C. or Allah, be it Yahweh or the Wiccan mother-goddess or the Four Noble Truths or some infrangible set of ethical principles — is that pretty much anything else you worship will eat you alive. If you worship money and things — if they are where you tap real meaning in life — then you will never have enough. Never feel you have enough. It’s the truth. Worship your own body and beauty and sexual allure and you will always feel ugly, and when time and age start showing, you will die a million deaths before they finally plant you. On one level, we all know this stuff already — it’s been codified as myths, proverbs, clichés, bromides, epigrams, parables: the skeleton of every great story. The trick is keeping the truth up-front in daily consciousness. Worship power — you will feel weak and afraid, and you will need ever more power over others to keep the fear at bay. Worship your intellect, being seen as smart — you will end up feeling stupid, a fraud, always on the verge of being found out. And so on.

(Adapted from David Foster Wallace’s 2005 Kenyon college commencement speech)

das

September 4, 2009

geilste an so einem blog ist ja, dass es sowieso keiner liest. nach 8 jahren bloggen hatte ich heute 7 visitors. mit anderen worten, man kann es schaffen, im untergrund zu blühen. trotz internet. es geht.

was sonst noch so geschah…

September 4, 2009

ein tag weniger ist ein tag mehr in der erinnerung. in der erinnerung ist ein tag mehr als er eigentlich war bevor man sich an ihn erinnert hat.

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wahr und falsch gibt es nur in der logik. im leben gibt es nur schattierungen. nur grau. hellgrau oder dunkelgrau, what do you prefer? mausgrau. knallgrau.

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nach einer teuren flasche spätburgunder des badischen winemakers (deutsch hat der wohl verlernt) fritz keller, die nach möchtegerngroßwinzer schmeckt (schöne pflaumenfarbe allerdings), ist ein einfacher cru bourgeois aus dem médoc eine unglaubliche offenbarung. plötzlich hat man frucht auf dem gaumen, plötzlich ist da natur. die apotheose des rotweins ist bordeaux und dessen apotheose der pomerol. müsste mir mal wieder einen leisten (leider sind die meist überteuert), um zu testen, ob es immer noch wahr ist.

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eleventh dream day. mein erster wirklicher blogpost von vor über 8 jahren war über sie. gerade auf dem ipod „new rules“, ein gitarrenfreakoutstück á la neil young in seiner fruchtbarsten periode gehört. musste nach ein paar minuten eingrooven dazu pfeifen wie als gäbe es kein tomorrow. dieses improvisierte pfeifen, in dem meine sehr eingeschränkte musikalität sich zu 99% selbst verwirklicht. diese soli verzerrter gitarren. irgendwas wollen die uns sagen. ganz viel blues und lebenserfahrung steckt vda (das verschriebene v lass ich jetzt) drin. eigentlich ist unsere ganze existenz in diesen gitarrensoli drin. und noch etwas mehr. weil die sind transzendent und unsere existenz nicht wirklich.

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ob einzelkinder wohl altkluger (altklüger wäre wohl grammatikalisch korrekter hört sich aber beschissen an) sind als andere kinder? es scheint so. war ich früher auch und bin es wohl noch. das traurige daran ist, dass man nur altklug sein kann, wenn man keine lebenserfahrung hat. da gibt es ein blog auf antville, das ich sehr liebe, wo ein sohn gelegentlich zu worte kommt und wo ich mich manchmal frage, ob es diesen sohn wirklich gibt. weil so schlau kann man in dem alter eigentlich noch nicht sein. ein fünfjähriger alleschecker. so sieht wahrscheinlich die zukunft aus.

dfw

September 2, 2009

Jemand hat Ironie mal so definiert: Ironie ist das Lied eines Vogels, der seinen Käfig liebt. Der Vogel singt davon, wie sehr er sein Eingesperrtsein hasst, aber tatsächlich fühlt er sich ganz wohl in seinem Käfig .

c&p

September 2, 2009

heute morgen konnte mein computer plötzlich nicht mehr die zwischenablage leeren. und sie dann auch nicht mehr einfügen. ich konnte nicht mehr arbeiten. konnte weder e-mailadressen noch textbausteine noch tabellendaten aus dem clipboard holen. ohne copypaste geht heutzutage gar nichts mehr. da kann man den laden zumachen. was ist das nur für eine welt, in der ich gelandet bin? um zu überleben, muss man kopieren. normal ist das nicht.

Margo

August 25, 2009

Intelligenz macht keine Freunde. Idiotie allerdings auch nicht. Freundschaft ist unabhängig vom IQ. (Sorry, aber es muss hier weitergehen. Selbst s[chl]aublöde Sprüche tuen es.)

[Listening to: Cowboy Junkies – Speaking Confidentially
and Joni Mitchell – For Free].

As you like it

August 4, 2009

Ich habe zwei Themen in meinem Köcher, kann mich aber aufgrund einer Schreib- gekoppelt mit einer Entscheidungsblockade zu keinem durchringen. Soll ich eher etwas über Hortensien schreiben? Oder über eine kleine Taxonomie des Rausches? Jeweils kurz und knackig, wie fast immer hier.

Mich quälen

Juli 30, 2009

kann ich am besten, wenn ich den ganzen Tag auf der faulen Haut gelegen habe, wenn ich mit mir unzufrieden bin. Wenn ich mich selber genug hasse für meine Nichtswürdigkeit. Dann ist das „an die physische Grenze Gehen“ ein Ersatz für die fehlende sonstige Aktivität. Ansonsten fehlt mir oft der Biss beim Sport. Wie gerade auf dem Ergometer. Bei lächerlichen 280 Watt habe ich nach etwas über 16 Minuten (von 27) abgebrochen. Der Puls war etwas höher als sonst, so um die 168, aber das ist eigentlich noch kein Grund aufzustecken. Vor allem da ich viel besser in Form war als gestern wo ich 275 Watt durchgestanden habe bis zum Ende. Ich sah plötzlich keinen Sinn mehr in der ganzen Aktion. Fand, dass das Handtuch schon nass genug geschwitzt war. Wozu mich bestrafen, wenn ich fast den ganzen Tag ein braver, fleißiger Junge gewesen bin. Und das Schönste bzw. Schlimmste. Dieses zunehmende Biedermanntum meiner Selbst macht mir noch nicht mal was aus. Man gewöhnt sich wirklich an alles.

wc69

Juli 10, 2009

ich höre gerade close your eyes von keith jarrett im blue note eingespielt. mein blog war besser als dieser substandard-standard, sorry keith. nur zwei sterne. und damit ins archiv.

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was sonst? achja, die änderungskündigung. montag ist der tag der wahrheit. bis dahin isjanochjanzvielzeit. das ding kann ich eigentlich nicht nicht unterschreiben. berlin rückt jeden tag einige kilometer näher an frankfurt. ich sehe mich schon in wilmersdorf tränen vergießen für mainhattan.

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Juli 6, 2009

blogge momentan eigentlich nur noch wörter im kompetenzteam.

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gestern kommt mir nach fast einem jahr die idee, jean eine e-mail zu schreiben. jean hatten wir vor einem jahr auf dem jakobsweg getroffen und seine füße waren schon nach wenigen tagen voller schwären. abends nach dem tagesmarsch torkelte er wie ein betrunkener. war in neuen schuhen unterwegs. natürlich ohne einlagen obwohl er mindestens so schlimme knick-, senk- und spreizfüße hatte wie ich. sein glückseliges lächeln machte ihn zu einem, der die erleuchtung auf dem weg gefunden zu haben schien. wir trafen ihn kurz hinter logroño am ersten tag und verabschiedeten uns in villafranca del bierzo drei wochen später. wir waren mehr oder weniger synchron gelaufen. anschließend war er mit zwei anderen pilgern bis santiago gegangen und wir waren wieder zurück gefahren. ich schicke ihm also eine e-mail mit zwei bildern und der frage wie es ihm so geht und eine knappe stunde später kommt die antwort. er ist 12 km hinter logroño und geht den jakobsweg ein zweites mal, dieses mal mit seiner frau, die im dritten monat schwanger ist. sie fliegen am 23. juli wieder zurück nach québec. können also nicht alle etappen machen, müssen etwas bus fahren. der witz ist, dass wir nach unserer planung am 22. in santiago ankommen werden, d.h. also wir gehen wieder synchron, was für eine koinzidenz. wir werden sie höchstwahrscheinlich treffen.

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bandwagonesque vs. loveless vs. nevermind. bandwagonesque for me. as in the beginning it just sounded bland and dull. then i heard the melodies. and at the end the noise. loveless was from the beginning on the perfect marriage of noise and melodies. melodies in the mud of looped noise.

Du bist mein Held

Juni 22, 2009

Wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen. Er hat immerhin seinen Stein zum Festhalten, wenn er ihn den Berg hinaufrollt. Und wenn er dann runterrollt, dann rollt er nur bis ins Tal und nicht weiter. Sisyphos weiß, wo er ihn zu suchen hat. Sein Leben ist übersichtlich und strukturiert. Es gibt Momente da wäre ich gerne Sisyphos.

credit crunch ten years ago

April 2, 2009

Als er 1999 versuchte, einen Kredit für ein Internetprojekt zu bekommen, lehnte der Banker mit der Begründung ab: „Wer weiß, ob es in ein paar Jahren das Internet überhaupt noch gibt?“ Aus heutiger Sicht wäre die richtige Antwort gewesen: „Wer weiß, ob es Ihre Bank in ein paar Jahren noch gibt?“ (Quelle)

zero pints and counting

März 22, 2009

(hypothetischer Name für das Blog eines Alkoholikers, der gerade sein coming-out gehabt hat)

Yes we must change

März 22, 2009

Ich werde das Gefühl nicht los, dass der Sloterdijk dieses Mal ein sehr luzides praxisrelevantes Buch jenseits seiner üblichen lustvoll-gelehrten Wortspielereien geschrieben hat. Es heißt Du musst dein Leben ändern und hier spricht er im Interview darüber. Wobei ich zugeben muss, dass ich noch nie ein Buch von ihm gelesen habe; auf die Kritik der zynischen Vernunft hatte ich damals in meiner Nietzsche-Phase als locker-lässigen Streifzug durch die Philosophiegeschichte abgetan. Das könnte sich jetzt ändern.

my bad humour is just an illusion

März 17, 2009

Das nicht mehr Rauchen hat viele allüberall ausgebreitete Vorteile, die ich jetzt hier nicht wiederholen möchte. Dass man gefühlte zehn mal so oft schlechter Laune ist wie bevor man mit dem Rauchen aufgehört hatte, gehört auf den ersten Blick nicht dazu. Dreht man den Spieß um, dann kann man allerdings sagen, dass die schlechte Laune eigentlich gar keine ist weil sie nur daher stammt, dass man sein Nikotinquantum nicht gehabt hat und nicht weil man auf irgend jemanden im Besonderen oder auf die Welt im Allgemeinen sauer ist. Für meine Miesepetrigkeit könnt ihr alle nichts, das ist nur der böse Nikotinteufel in mir. Wenn das mal kein beruhigendes Wort zum Tagesausklang ist.

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März 17, 2009

learning by schubsing

groß

März 16, 2009

Ein Wort, das ich noch nie leiden konnte. Ein verbranntes Wort. Und zwar nicht nur in Konjunktion mit deutsch. Bis vor nicht so langer Zeit – ich bin gerade mal taufrische fünfundvierzig – traf ich immer noch Verwandte und Bekannte der Generation meiner Eltern, die mich mit einem Satz begrüßten, den ich nie verstanden habe und den sie zuletzt bei meinem Anblick nur noch automatisch repetiert und selber wohl auch nicht mehr verstanden haben. „Mann bist du aber groß geworden.“ Was kann man darauf noch antworten? Wie kann man in ein Gespräch treten mit einem Menschen, der einen auf die Länge in Zentimetern reduziert? Schlimm an dem Satz ist ja vor allem diese Insinuation, dass ich nur physisch groß geworden bin und nicht geistig, seelisch oder sozial oder sonst wie. Denn ansonsten würden sie es ja sagen. Der Satz ist nahezu eine Diskriminierung, es wird ja damit ausgedrückt, dass man gerade nicht wirklich groß ist, sondern nur physisch. Inzwischen erwische ich mich selber bei diesem Gedanken, wenn ich meinen Neffen in Jahresabständen wiedertreffe. Bis jetzt konnte ich es mir noch verkneifen, aber so „groß“ ist er mit 14 noch nicht.

Außerdem gibt es da noch Alexander den Großen mit dem mich seltsamerweise noch fast niemand verglichen hat. Obwohl er doch immerhin mein Namensvetter ist, ich von der Körperstatur groß bin und dem Wein auch nicht abgeneigt. Als Feldherr habe ich mich zudem im Schach hervorgetan, wo ich mal kurzzeitig Zweiter bei der NRW-Schülermeisterschaft war. An sowas muss ich denken, wenn irgendwas angeblich groß ist. Gegen das Wort hat sich eine ganz schwere Allergie bei mir entwickelt. Die krieg ich auch nicht mehr weg, nicht dass ich das wollte.

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März 16, 2009

Gestern ist mir wieder eingefallen, was ich nach dem vorletzten oder vorvorletzten Amoklauf gelesen habe. Wie die Leichen dagelegen haben hinterher auf dem Tatort. Und wie dann in ihren Taschen die Handys zu klingeln begonnen haben, weil noch Angehörige und Freunde angerufen haben, die noch nicht wussten, dass ihr Anruf nicht mehr beantwortet werden wird. Ich weiß nicht mehr, wo ich das gelesen habe, in irgendeinem Artikel, in dem ein Polizist Auskunft über seine Erlebnisse gegeben hat.

(PP in seinem neuen Blog)

Maschine & Mensch

März 15, 2009

Das Ergometer
ruht sich grade aus von mir
und ich mich von ihm

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März 8, 2009

Bücher sind die festverzinslichen Wertpapiere des Erinnerungsmarktes, meint Eco. „Wenn ich meinen Computer oder mein E-Book aus dem fünften Stock schmeiße, kann ich todsicher sein, dass alles verloren ist. Ein Buch bekommt höchstens einen Knick.“

(Umberto Eco in L’espresso übersetzt vom Perlentaucher)

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März 7, 2009

Caos Calmo (Stilles Chaos), der gerade erst in Berlin gelaufen ist, mit Nanni Moretti in der Hauptrolle gesehen. Mir hat vor allem gefallen, mal wieder italienisch zu hören, verstehe zwar so gut wie nichts aber die Sprache und natürlich ihren Klang habe ich immer gemocht und die Leute auch fast immer. Das Land sowieso. Der Film war untertitelt und ich habe gelernt, dass casino auf italienisch nicht Spielbank heißt, das wäre casinò, sondern Bordell, Durcheinander, Haufen, Lärm, Radau, Schlamassel, Tohuwabohu, Drunter und Drüber etc. Es dauert halt bei mir manchmal etwas länger bis der Groschen fällt. Der Film hat mir übrigens bis auf die dreifache Schleichwerbung für einen Premiumautokonzern gut gefallen. Vor allem das Lächeln der kleinen Claudia¹, der Tochter, das mich an den Charme eines anderen etwa gleichaltrigen italienischen Mädchens erinnert hat, das heute so an die 20 sein sollte. Hexen scheinen für eine italienische bambina unheimlich spannend zu sein. Ich wurde sogar an das wunderlich schöne Wort strega erinnert. Ansonsten auch noch gute Musik. Radiohead’s Pyramid Song in einer zentralen Szene des Films. Was für ein gefühlsschweres Lied, dazu kann man ganz phantastisch loslassen und -heulen, das hat Nanni Moretti dann auch gemacht. Ich glaube, ich versuch das jetzt auch einmal.

¹Blu Yoshimi, ob die überhaupt Italienerin ist?

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März 7, 2009

Apparently the person twittering under Brian Eno’s name is not Brian Eno. Still an interesting twitter if you are interested in the man and his music.

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März 6, 2009

I had kind of a midlife crisis at twenty, which probably doesn’t augur well for my longevity.

(David Foster Wallace quoted in this long New Yorker article)

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März 6, 2009

Da hatte einer dieselbe Idee mit den Siebzehnsilbengedichten. Dem Ort angemessen schrieb Durs Grünbein seine japanischen Reisetagebücher Lob des Taifuns in Haikuform.

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März 4, 2009

catherine meint, dass das bild da oben kitschig ist. deswegen mag sie das blog nicht. ich versteh das nicht. denn eigentlich gibt es keinen, der so allergisch auf kitsch reagiert wie mich. kitsch ist ganz große scheiße. und das bildchen da oben ist einfach ein naturereignis, eine aufgehende sonne. der kitsch liegt in der retina des beholders. den gibt es ansonsten gar nicht.

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März 4, 2009

sometimes i ask myself if communication exists outside of my head. or if it is just an illusion we imagine as it is easier that way.

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März 2, 2009

Ein Haiku beschreibt
etwas Wahrgenommenes
Der Autor stört nur

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Februar 23, 2009

Bei den einen ist die Fassade interessanter als das, was dahinter steckt, bei den anderen ist es umgekehrt.

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Februar 12, 2009

No music tonight. You have all been too naughty today.

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Februar 11, 2009

this is the ohrensause bus
(via ILM)