Archive for the ‘meta’ Category

713

Oktober 26, 2020

Ein Haiku ist wie

ein karges, kleines Zimmer

mit großem Ausblick.

708

Oktober 24, 2020

Die Verabschiedung

ist nur möglich, wenn man weiß,

wann der andre geht.

702

Oktober 21, 2020

Muss man traurig sein,

wenn die Todesanzeige

nicht gekommen ist?

700

Oktober 20, 2020

Die Freude daran,

sich allmählich aus der Welt

herauszunehmen.

696

Oktober 18, 2020

Begründen tut man

kleine Entschlüsse, große

zieht man einfach durch.

[frei nach Wolfgang Büscher – Heimkehr]

690

Oktober 15, 2020

CB: Some day we’ll all die.

S: True, but on all the other

days we will not (die).

[The Peanuts turned 70!]

689

Oktober 15, 2020

Unser’n letzten Kampf

können wir nur gewinnen,

wenn wir loslassen.

684

Oktober 13, 2020

Immer, wenn ich mich

nicht um Nachrichten schere,

bin ich dem Glück nah.

682

Oktober 13, 2020

Ein gutes Haiku

schildert eine Erleuchtung,

im Zen Satori.

678

Oktober 12, 2020

Wer arrogant ist

und sich nicht ausstehen kann,

greift gerne zum Glas.

676

Oktober 12, 2020

Idee, Wahrnehmung,

Begegnung. Etwas, dass

zugeflogen kommt.

675

Oktober 12, 2020

Life is nothing but

a mound of earth you dig now

from future to past.

670

Oktober 7, 2020

Eine Medaille:

das Leben zugleich Geschenk

und Todesurteil.

668

Oktober 6, 2020

In der Luft hängend:

Bisher den ganzen Tag noch

mit keinem gequatscht.

659

Oktober 2, 2020

Noch nie hat der Spruch

„No Future“ so gestimmt wie

zweitausendzwanzig.

658

Oktober 2, 2020

Der einzige Mensch,

dem wir niemals verzeihen

können, sind wir selbst.

[frei nach Friedrich von Schirach]

657

Oktober 1, 2020

Wie die Fassade

davor bewahrt, hinter sie

gucken zu müssen.

655

Oktober 1, 2020

Auf dem Tretpferd rinnt

der Schweiß die Schläfen runter

und reinigt den Geist.

651

September 29, 2020

Nach Handy suchen,

um SMS zu lesen,

wenn man grad‘ reinspricht.

651

September 28, 2020

Real verblüfft mich

direktes Duzen, online

scheint Siezen gestelzt.

650

September 28, 2020

Vor der Reaktion

zuerst einmal ganz ruhig

ein- und ausatmen.

646

September 26, 2020

Ich wundere mich,

dass es Kentukis noch nicht

in Wirklichkeit gibt.

638

September 22, 2020

Gelassen bleiben,

wenn Leute auf Feldwegen

nicht zurückgrüßen.

636

September 22, 2020

Beziehungsaufbau.

Beschäftigungstherapie.

Stimmungsaufhellung.

635

September 21, 2020

Schärfung der Sinne.

Fokus auf das Besondere.

Realitätscheck.

622

September 18, 2020

Minitagebuch.

Existenzbestätigung.

Lyrik in nuce.

620

September 18, 2020

Momentaufnahme.

Geschriebenes Madeleine.

Silbensudoku.

606

September 9, 2020

Eine Inschrift auf

dem Grabstein des Augenblicks,

um ihn zu feiern.

579

September 1, 2020

Wer auf dem Weg ist,

ist aus der Welt gefallen

wie wir sie kennen.

578

August 31, 2020

Ich habe keine

Ahnung wie man ohne Weg

existieren kann.

577

August 31, 2020

Just stretch time into

eternity and there won’t

be any problems.

573

August 31, 2020

Die Sprachlosigkeit

gegenüber dem Tod nimmt

im Alter nicht ab.

543 Nach Kerspleben

August 26, 2020

On est arrivé

au moment où le chemin glisse

en dessous des pieds.

525 Hinter Roßbach

August 24, 2020

Die Landstraße ist

meist direkt, der Jakobsweg

nimmt sich Raum und Zeit.

523 Naumburg 4

August 24, 2020

„Jeder tiefe Geist

braucht eine Maske: mehr noch

um jeden tiefen

[Friedrich Nietzsche – Jenseits von Gut und Böse]

511 Reipisch

August 22, 2020

Antidot gegen

Verschwörungstheorien:

Erfahrungshunger.

498 Machern 2

August 20, 2020

Total verquatscht:

Vom Tagebau zur Service-

Revolution.

490 Vor Dahlen

August 18, 2020

Mit 17 Bällen

jonglieren, die permanent

ausgetauscht werden.

470 Bei Kienmühle

August 16, 2020

Für manche Pilger

ein Ersatzkreuz auf der Spur

Jesu: Der Rucksack. 

443

August 10, 2020

And housed within the

song’s design is the ghost the

host has left behind. 

[Purple Mountains – Snow Is Falling in Manhattan]

438

August 7, 2020

Sokrates improved:

„Ich weiß, dass ich fast nichts weiß“,

sollte es heißen.

430

August 4, 2020

Frieden, Freiheit und

Gesundheit nimmt man erst wahr,

wenn man sie nicht hat.

422

August 1, 2020

Ich komm‘ mir vor als

wär‘ ich aus ’nem Buch gefall’n

und kann nicht zurück.

[Verkürzt zitiert aus Der vergessliche Riese von David Wagner]

412

Juli 29, 2020

Durchlässig werden,

innehalten, wahrnehmen,

sprachlich verdichten.

374

Juli 17, 2020

Haiku: ein Mittel,

um dem Inneren der Welt

näherzukommen.

368

Juli 16, 2020

1 2 3 4 5

1 2 3 4 5 6 Sieb

1 2 3 4 5

366

Juli 16, 2020

„Dann haben sie Tests

gemacht. Irgendwas mit A.

Ich habs vergessen.“

363

Juli 15, 2020

Was ist wohl schlimmer:

Sich an nichts zu erinnern

oder an alles?

358

Juli 12, 2020

Mit Berlin T-Shirt

durch Berlin latschen. Wie cool,

dass es keiner merkt.

356

Juli 12, 2020

Wer Fragen nicht stellt,

beseitigt keine Zweifel,

schafft keine Klarheit.

355

Juli 12, 2020

Fragen sind das Salz

in der Suppe des Lebens.

Und nicht Antworten.

346

Juli 8, 2020

Es ist nichts passiert,

sagt die erste Eingebung.

Halt! Denk nochmal nach!

345

Juli 8, 2020

Spätzünder-Haikus.

Mühselig rekonstruiert.

Gedächtnisarbeit.

341

Juli 7, 2020

Müde gegangen.

Viel gemeinsam geschwiegen.

Nichts erlebt. Und doch.

328

Juli 2, 2020

Wenn man die Mündung

an den Kopf hält und abdrückt,

hört man dann den Schuss?

308 Holzweg

Juni 26, 2020

Giorgio Agamben

glaubt, dass der „Staat“ Corona

ausgebrütet hat.

298

Juni 21, 2020

Aussagen sind wahr,

falsch, beides, keins von beiden

oder nichts davon.

273

Juni 9, 2020

Plötzlich aus dem Nichts.

Erinnerungsmomente,

im Jetzt geborgen.

272

Juni 9, 2020

Mosaiksteinchen

im Vexierbild des Lebens:

Geglückte Haikus.

104

April 7, 2020

Alles, was man nicht

in ein Haiku packen kann,

ist überflüssig.

91

April 2, 2020

Qui volent à présent?

Les oiseaux sur le stylo.

Volez jolis piafs!

84 Ergometerphilosophie

April 1, 2020

Ist die Idee da,

aufzuhören, dann ist sie

stärker als das Fleisch.

76

März 30, 2020

Die Hölle bin ich.

1-6-0 Puls, 2-9-0

Watt. Quäl dich, du Sau!

66

März 29, 2020

Der grauhaarige Mann,

der durch den Park schlendert,

kommt sich vor wie Gott.

42

März 20, 2020

Und wenn wir die Zeit

zwei Wochen stoppen könnten.

Das würde helfen.

40

März 20, 2020

Die Erde wird auch

ohne uns überleben.

Wir nicht ohne sie.

39

März 19, 2020

Das Eichhörnchen träumt

von den Haselnüssen in

der Eichhörnchenbar.

 

36

März 19, 2020

Ob eine Rede

die Exponentialkurve

flacher machen wird?

35

März 19, 2020

Orte, wo Haikus

nicht gut gedeihen können:

Home Office, Autobahn.

30

März 18, 2020

Spazieren ist wie

Fischen: Ein Haiku zappelt

immer in dem Netz.

Kategorischer Imperativ für Autoren

September 19, 2012

Idee einer FiFo-Bibliothek: Die Bibliothek ist ein Stapel. Die Ausleihdauer ein Monat. Wenn das Buch ausgelesen ist, muss der Leser etwas darüber schreiben, die Lektüre verdauen und in einem Text, der  etwa 1% des gelesenen Buches ausmacht, resümieren. Und jetzt kommt der Clou. In diese Bibliothek kommen ähnlich wie in Brautigan’s Bibliothek aus The Abortion nur unveröffentlichte Manuskripte, die die Autoren dort vorbeibringen. Sie müssen für jedes abgegebene Buch, das ganz unten in den Stapel kommt, ein Buch lesen und zwar dasjenige ganz oben im Stapel. Wer selber schreibt, muss auch andere Bücher lesen und über diese dann kondensiert schreiben. Damit ergibt sich eine Kommunikation zwischen den Autoren. Und keiner textet die Welt mehr zu als er selbst von der Welt zugetextet wird. Ausgelesene Bücher kommen wie auch neue Bücher ganz unten in den Stapel.

[File under: brainstorms on the ergometer]

6:03 Bark Psychosis – Shapeshifting (2004)

März 22, 2011

https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JYjBiNjIzZjYtMDIyZS00MzI2LTg0ZTEtZWFiNjAzZmE0MTFj&export=download&hl=de

All you people make me ill
You’re not really touching me

Just one comforting thought when I left the apartment this morning: At least I am not alone. I have got some good company which does not leave me. Never. My blues.

***

Sorry to Mark Tranmer and Roger Quigley from the Montgolfier Brothers. I could have chosen the simple and melancholic Between Two Points from Seventeen Stars as well. And I could have written more or less the same words. Sad music is so soothing.

(The list of all 363 selections since 1st February 2010 is here).

0:04

Februar 16, 2011

https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JY2YyNzRjMTgtYTFhYi00MGFmLTg0YWEtN2E1NTlhNWE0Y2Ni&export=download&hl=de
First of all I have to offer an excuse to my English speaking readers that this will be another post in German as the choice of this track would not make any sense in your language.

Die anderen muss ich leider auch enttäuschen. Was das hier sein soll, das müsst ihr schon selber rauskriegen. Das absolute Gehör ist hier hilfreich oder der Hinweis, dass da der Name eines großen deutschen Komponisten sehr buchstäblich genommen wurde. War wohl auch eine beliebte Frage in Musikprüfungen, auf die viele Kandidaten nicht vorbereitet waren (Spielen Sie doch mal [hier den Namen des Komponisten einsetzen]!). In einer stressigen Prüfsituation versteht man so einen kleinen Scherz nicht unbedingt. Interessant ist hier außerdem das Kreuzmotiv, der fragliche Komponist war ziemlich christlich und seine Musik wird heute noch ausgiebig in vielen Kirchen in der ganzen Welt gespielt. Wer war’s?

(Die Liste aller seit 1. Februar 2010 ausgewählten 331 Stücke ist hier.)

0:49 Ryoji Ikeda – This Is a Recording (1995)

Januar 2, 2011

https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JYmRiY2YwZGEtMTMxOC00MjRkLWEyZTEtNWFjMjI4OTAyZDlm&export=download&hl=de
Ceci n’est pas une pipe
Dies ist kein Haiku
This is a recording

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 286 Stücke ist hier).

Auf dem Jakobsweg gelesen

Dezember 6, 2010


Das ist gleichzeitig eine idealistische wie auch eine pragmatische Perspektive. Man könnte mit einer Betonung des existentialistischen Aspekts auch sagen: „Die Freude ist in uns oder sie ist nicht.“ Das würde mir als kategorische Aussage fast noch besser gefallen. Ist aber als Satz etwas freudlos…

short break

Oktober 14, 2010

bin dann mal ein paar tage weg, hier unterwegs. frieren werden wir wohl nicht, morgen sollen es 36 grad werden. komme am 25. wieder zurück. dann geht es mit dem musikalischen countdown hier weiter. in der zwischenzeit könnt ihr ja nochmal durchhören, was bis jetzt so gelaufen ist. alle bis auf die ersten 20 oder so songs sind weiterhin online.

Ganz viele Bits

September 27, 2010

Die XML-Datei dieses Blogs, in der nur Text drin ist, ist jetzt nach gut anderthalb Jahren Blogexistenz 1,7 MB groß. Und würde damit nicht mehr auf eine altertümliche 3,5-Zoll-Diskette passen. Bescheuert, aber das ist so eine Zahlensache, die mir sehr gefällt und mich sogar irgendwie stolz macht. Das wäre doch bestimmt schon ein Buch mit mindestens 200 Seiten, oder?

I don’t like journalists, #1

September 26, 2010

Und zwar denke ich da jetzt gerade an Heribert Prantl von der Süddeutschen, die ich eigentlich mag, wie er sich gerade im Presseclub echauffiert hat über die neuen Hartz IV-Regelsätze. Er sagt doch tatsächlich, dass man erst die neuen Sätze berechnen sollte und zwar natürlich so, dass da ein fettes Plus hinten rauskommt und dann gucken soll, ob das überhaupt im Budget drin ist. Also sozusagen the American way, erst die Knete mit der Kreditkarte auf Pump ausgeben und dann am Ende jammern, wenn das Finanzsystem zusammengebrochen ist. Und dann drischt der noch minutenlang völlig nichtssagende soziale Phrasen. Der ist noch nicht angekommen im heute, der lebt noch in der Zeit der sozialliberalen Koalition. Ein Traumtänzer wie er im Buche steht. Alle anderen in der Runde, besonders die Dame von der Zeit, waren übrigens durchaus vernünftig.

I don’t like films, #1

September 26, 2010

Das könnte vielleicht eine neue Reihe hier werden, bei Facebook fehlt er mir schmerzlich der „Gefällt mir Nicht“-Button, denn mir gefällt jeden Tag mindestens eine Sache überhaupt nicht. Bin halt ein Nieselpriem.

Gestern hat mir überhaupt nicht der Film Bal – Honig gefallen, der die diesjährige Berlinale gewonnen hat. Eine nahezu völlig handlungslose Aneinanderreihung von film stills, die abwechselnd den Wald und die Natur in der Nordosttürkei und ein Jungengesicht abbilden. Das Zweitbeste an dem Film war, dass nach knapp anderthalb Stunden endlich mal was passiert ist und der Vater beim Honigsammeln vom Baum gekracht ist – oh Mist, jetzt habe ich auch noch den Plot gespoilt – das wahre Highlight war vielmehr, dass der Typ zwei Reihen vor mir in dem Moment aus seinem Schlummer erwacht und zusammengeschreckt ist und uns alle, die wir auch im Halbschlaf dahindämmerten zurück in die Wirklichkeit geholt hat. Danke, lieber unbekannter Filmgänger. Ansonsten gefällt mir natürlich in dem Zusammenhang auch überhaupt nicht, was die deutsche Filmkritik zu diesem Film geschrieben hat, nämlich nur Elogen (wahrscheinlich war der Kinosaal auch deshalb verdammt gut gefüllt). Bei denen scheint Gruppenzwang zu herrschen, ich seh das jetzt mal positiv, mit dem Lesen von Filmkritiken braucht man auch nicht mehr seine kostbare Lebenszeit zu verschwenden. Der Einzige, der ihn nicht ganz so toll fand, war ein Schreiberling von der FAZ. Und die von mir geschätzte Zeit-Kritikerin hat sich wohl nicht zu dem Film geäußert.

P.S. Ein großes Vorbild ist in diesem Kontext natürlich Tanya Headon’s großartige Kolumne I Hate Music, die damals auf Tom Ewing’s Webzine Freaky Trigger erschien, übrigens der Tom Ewing, der auch der Vater des Musikforums I Love Music ist. Liebe und Hass sozusagen als zwei Seiten einer Medaille. In beiden Fällen hat man ein starkes Gefühl in Bezug auf etwas. Heiß oder kalt, Hauptsache nicht lau.

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September 23, 2010

In Berlin verfestigt sich zunehnmend der Eindruck, dass die Einheimischen sehr inzestuös unterwegs sind. Kontakte knüpfen ist eine echte Herausforderung. Schade. By the way, kommentieren ist nicht ausgegraut.

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September 9, 2010

Was ist da momentan eigentlich mit dem Ford Mustang los? Ich kriege seit ca. einer Woche jeden Tag zwischen 50 und 150 Suchanfragen diesbezüglich, die dann alle bei dem Chanson von Gainsbourg aufschlagen. Ich weiß weder welche Suchmaschine das ist (Gugel jedenfalls nicht) noch wieso Ford Mustang jetzt gerade in sein sollte. Hat einer meiner werten Leser eine Ahnung?

Dear reader, watt meinst’n du?

September 6, 2010

Und jetzt kommen wir mal wieder zu einer der wirklich essentiellen Fragen des Lebens. Es geht um den Songindex, der alle Lieder auflistet, die ich im Rahmen meines diesjährigen Projekts a day a second bis jetzt ausgewählt und besprochen habe.

Wieso ich das frage? Weil es etwas Arbeit machen würde und ich faul bin und ich meine geliebten Leser nicht einfach so vor vollendete Tatsachen stellen will.

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August 30, 2010

History will be kind to me for I intend to write it.

Winston Churchill

Seltsam,

August 25, 2010

ich weiß immer noch nicht welchen Tag meines Lebens ich mehr verfluchen soll, den an dem ich meine erste Zigarette auf Lunge geraucht habe (vor ca. 22 Jahren) oder den, an dem ich die letzte Zichte geschmokt habe, Ende Juli 2008 kurz vor Léon auf dem Jakobsweg. Meine Kehle brennt heute abend mal wieder lichterloh. Nikotin ist die stärkste Droge, die ich kenne, ich bleibe dabei.

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August 16, 2010


(from here via here)

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August 12, 2010

Sein Projekt war es, das Internet so vollzuschreiben, dass es platzte. Eines donnerstags abends im August fing er damit an. Nach drei Sätzen musste er allerdings erst einmal eine kleine Pause machen; Rom wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut, dachte er so bei sich.

Ein Lothar Matthäus

August 10, 2010
  • läßt sich nicht von seinem Körper besiegen, ein Lothar Matthäus entscheidet selbst über sein Schicksal.
  • gehört in den Sportteil und nicht auf die Klatschseiten.
  • spricht kein Französisch.
  • auf neuem Kurs.
  • denkt um.
  • ist auch eher ein Kandidat für den Chef-Posten.
  • spricht nicht über Lothar Matthäus.
  • braucht keine dritte Person, er kommt sehr gut allein zurecht.
  • lässt sich nicht verarschen!
  • gibt nie auf.

(Quelle)

3:00 The Feelies – On the Roof (1986)

Juli 5, 2010

http://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JZWI4MmYxODEtMGVmYy00ZTFjLThmMWYtYmNhNzNmNDQ3NWJm&export=download&hl=de

Stop for a while
Talk about it

Mit diesem dichten, aber luftig gewebten Gitarrenklangteppich beginnt mein Lieblingsalbum der Feelies, die man allein schon wegen des Covers der ersten Platte wo sie so herrlich nerdig rüberkommen, liebhaben muss. Natürlich schreib ich das nur weil mich heute jemand wegen der beiden Stifte in der Brusttasche meines kurzärmligen Hemds mit diesem schönen, urdeutschen Adjektiv belegt hat. In der letzten Minute des Songs passiert etwas, das ihn aus meiner 3’00“-Shortlist, in der außerdem noch Lloyd Cole’s glorreiches Why I Love Country Music und das melancholische Une Chanson du Crépuscule von den Montgolfier Brothers drin waren, herausstechen lässt. Ich glaube, es ist ein Taktwechsel, eine Beschleunigung des Rhythmus, eine stärkere Betonung der einzelnen Noten, jedenfalls bekommt das Lied plötzlich diesen Twist ins Metaphysische, auf einmal kann ich meine Lippen nicht mehr verschließen, ich muss die Melodie mitpfeifen bzw. versuchen, sie mitzupfeifen. Sie ist in mir übergelaufen, so dass ich sie nicht mehr für mich behalten kann, sie muss einfach raus. Do you know what I mean? Bis Ende Juli mach ich jetzt erst einmal Pause hier, zum einen habe ich diese Woche noch soviel zu tun, dass ich voraussichtlich keine Zeit zum Bloggen mehr haben werde, zum andern sind wir ab Samstag für drei Wochen auf dem Jakobsweg von Le Puy en Velay im Zentralmassiv nach Aire sur l’Adour in den Landes, wo wir vor drei Jahren losgegangen sind nach Santiago. Das heißt also, dass es in diesem Programm, wenn alles gut geht erst wieder am 2. August weitergeht. Außerdem wollte ich mich eigentlich noch bitterlich beklagen, dass dieses Blog in den letzten fünf Monaten quasi völlig resonanzlos geblieben ist. Aber dann habe ich es mir noch einmal anders überlegt. Im Grunde schreibe ich ja sowieso nur für mich selbst. Ansonsten hätte ich schon vor Jahren mit der Bloggerei aufgehört.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 155 Songs ist hier.)

Happy Birthday T. oder Nach Dylan kam nix mehr

Mai 25, 2010

Das Schöne an dem Gejammer über die aktuelle Rock- und Popmusik, das ich im Grunde schon seit fast zehn Jahren – also mit meinem ersten Blog – anstimme, ist ja, dass ich genau weiß, dass jeder mal an diesen Punkt kommt, wo er den aktuellen, heißen Scheiß nicht mehr goûtieren kann weil er ihn viel besser schon mal vor vielen Jahren im Original gehört hat. Ich bin da schon drüber hinaus. Ich kann inzwischen auch die Sachen von früher kaum noch genießen. Das hat sich alles so fürchterlich abgenudelt. Bis auf die paar Songs, die ich hier auswähle. Für eine Songperle ziehe ich mir hundert uninspirierte 0815-Lieder rein. Es ist unglaublich, aber das Verhältnis ist wirklich fast so extrem. Danke fürs Mitlesen und -hören.

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Mai 7, 2010

blogito ergo sum

4:00 The Smiths – Well I Wonder (1985)

Mai 6, 2010

http://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JZTcyMzNmMjgtYmZkMC00NzA5LTg4OGEtMjEyYWM1OTdmNmJi&export=download&hl=de

Well I Wonder
Do you hear me when you sleep?
I hoarsely cry

ich bin müde und zerschlagen (ich kann in berlin nicht vernünftig schlafen, gehe halb eins ins bett und wache halb fünf auf und wälze mich, nicht nur wegen der fehlenden rolladen aber auch), mir tut der hals weh (die schmacht bleibt, als wäre meine kehle radioaktiv verseucht, halbwertzeit 1000 jahre) und der rücken schmerzt jetzt auch in diesem ikea-ledersessel. und das schlimmste ich befinde mich in einer tiefen depression. (wieso sind depressionen eigentlich immer tief? sind sie es überhaupt? hilft es dem deprimierenden, wenn er realisiert, dass seine depression nicht tief ist, oder deprimiert es ihn noch mehr?). dieser post ist einfach stream of consciousness und hat nicht unbedingt was mit dem lied zu tun. heute und gestern war ein typ in der u2, der spielte saxophon. in der u2 sind auf dem weg von hausvogteiplatz zum bahnhof zoo eigentlich immer musikanten oder solche die sich dafür halten drin. das besondere an dem saxophonisten war, dass er anders war. zum einen wegen des instrumentes, die meisten spielen gitarre oder akkordeon – sodann weil er ganz ok gekleidet war, also offensichtlich kein penner. außerdem spielte er ein unaufdringliches, lyrisches jazzstück, scheiße ich weiß nicht wie es heißt, aber es ist sehr bekannt. zudem spielt er ziemlich lange. also nicht nur von einer station zur nächsten sondern eher über zwei stationen. diesem musiker gebe ich kein geld obwohl er der beste ubahnmusiker ist, den ich bisher gehört habe. seine musik nervt nicht. das ist eigentlich für mich die hauptmotivation, geld zu geben. die musik ist so schlecht gespielt und nervt so dermaßen, dass ich mitleid mit dem musikanten kriegt. na ja dieser kriegt jedenfalls nix von mir – es kriegt sowieso nur der erste bettler, der mir am tag über den weg läuft die 50 cent, die ich morgens in meine jackentasche tue und diesen sehe ich erst am abend also ist er meist nicht der erste – weil ich genau weiß, dass er von den anderen was kriegen wird. heute war eine gruppe französische schüler in der pubertät in der u2. sie klatschten nach der performance und der eine junge gab dem bettler was. ich hab jetzt noch in 77 lieder reinzuhören und muss packen und und und. ach und was ich vergessen habe, mein auto ist im arsch. die pumpe-düse will nicht mehr so richtig, esp fällt dauernd aus, die leistung fällt ab und ich komme kaum noch die berge zwischen bad hersfeld und eisenach hoch. meine autos halten immer knapp 10 jahre. der erste von 1990-2000, der zweite von 2001-2010. jeweils etwas mehr als 100.000 km, ich glaube der erste hatte mehr. ein fingerzeig des himmels: was zum teufel soll ich mit einem auto in berlin? wir sind jedenfalls jetzt erstmal ne woche in laroque bei perpignan.

(Die Liste aller seit 1. Februar [5:34] ausgewählten 95 Songs ist hier.)

aus der reihe lustige verleser oder und das ist auch gut so.

April 21, 2010

Clicks

No dicks have been recorded on your blog yet.

Statusmeldung

Februar 28, 2010

Kaum angekommen und schon wieder auf dem Sprung

Hello everybody

Februar 17, 2010

Hi James,
Hi John,
Hi Robert,
Hi Michael,
Hi Mary,
Hi William,
Hi David,
Hi Richard,
Hi Charles,
Hi Joseph,
Hi Thomas,
Hi Patricia,
Hi Christopher,
Hi Linda,
Hi Barbara,
Hi Daniel,
Hi Paul,
Hi M.,

Thank you very much for checking my blog.

P.S. Those are the 17+1 most popular names and 18 is the number of visitors I had today. I cannot say how glad I am that this has not turned into an unpersonal, anonymous place yet. Additionally this means that the three digit growth rates are still ahead. We are about to rock the web. Yay!

There are still almost twenty minutes to go, so I say some more Hi’s, either for today or for tomorrow. Thanks for listening and reading!

Hi Mark,
Hi Elizabeth,
Hi Jennifer.

a second is not a second

Februar 7, 2010


Concerning the exact lengths of the songs Tom already mentioned that he uses the WMP time information, I use the iTunes info. Apparently they are not identical, guess which one is correct? Apple or Microsoft? Jobs or Gates? Whom would you trust more? Unfortunately I use the incorrect song length data. Apple rounds the seconds. So the song I chose today (see graph above) in reality is not 5 minutes and 28 seconds long but only 5 minutes 27,915 seconds. That is a serious blow 😉 for my project, the lengths of the 5:31 song on Thursday and the 5:33 track on Tuesday were exaggerated too. I hope my dear readership can live with this, I won’t change anymore now, that would be too much of a hassle.

Vom Gehen

Januar 14, 2010

Heute mittag beim Gang zum Bockenheimer Markt plötzlich dieses Gefühl ganz im Gehen aufzugehen. Die Erfahrung der Schritte als musikalischer Rhythmus, als Beat. Die Regelmäßigkeit und Rundheit der Bewegung. Die Leichtigkeit, das Schweben der Beine in der Luft und das anschließende Aufsetzen der Füße auf den Boden, die Erdung. Dann das Treffen von Leuten, das aus dem Weg gehen, wer geht zuerst zur Seite? Da noch recht viel Schnee lag, waren die Gehwege nicht vollständig geräumt so dass oft nur Platz für eine Person war. Die größere Rücksichtnahme insbesondere der Autofahrer auf die Fußgänger. Sie halten an Zebrastreifen, an denen sie sonst nie halten wüden. Städte kann man nur erfahren im Gehen. Und die Landschaften zwischen den Städten natürlich auch nur. Man ist nur dort gewesen, wo man auch gegangen ist. Reisen mit anderen Hilfsmitteln sind im Grunde Täuschungen, man meint von A nach B geflogen zu sein, aber im Grunde ist man in A geblieben und nie in B angekommen. Man kann gar nicht in B ankommen weil der Geist in der kurzen Zeit gerade mal in die Trabantenstädte von A vordringt.

Liebes Blog,

Januar 13, 2010

ich möchte Dir etwas sagen, das ich noch keinem gesagt habe. Ein großes Geheimnis. Meinst Du, Du kannst es für Dich behalten? Wenn nicht Du, wer sonst? Du redest nicht mit anderen, ich weiß es, Du bist verschwiegen wie ein Grab. Was hättest Du schon davon, auch nur einer Menschenseele von meinem intimen Bekenntnis zu erzählen? Absolut gar nichts. Und wenn ich sie in Dich hineinschreibe, meine Beichte, dann sinkt sie hinab auf den Grund des Netzes und niemand wird sie je von dort wieder hervorholen können. Weißt Du was, liebes Blog? Ich hab es mir nochmal überlegt. Ich sage Dir jetzt doch nicht mein Geheimnis. Da könnte ich es ja genauso gut für mich behalten. Geheimnisse sagt man Menschen, die sie weitererzählen können. Ohne diesen Kick macht es keinen Spaß. Den nennt man übrigens Vertrauen.

16114

Januar 6, 2010

es gibt so tage, über die schreibt man besser nix. heute war so einer. um es mit brecht zu sagen:

Der Mensch ist gar nicht gut
drum hau ihn auf den Hut
hast du ihn auf den Hut gehaut
dann wird er vielleicht gut.

(Das Lied von der Unzulänglichkeit des menschlichen Strebens)

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Januar 4, 2010

bis gestern dachte ich, es wären noch drei monate bis berlin, es sind aber nicht mal mehr zwei! nur noch 54 tage. eigentlich lohnt es sich gar nicht mehr, den kopf aus dem sand zu ziehen.

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einen schönen bunten taschenkalender gekauft. eine woche auf 2 seiten, fester einband, etwas dick für die hosentasche. brauche jetzt aber nicht mehr meine tasks auf die karteikarten zu schreiben, im kalender sind pro tag 28 zeilen. sollte normalerweise reichen.

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in südwestfrankreich ist mir wieder aufgefallen wie nett die leute sich dort grüßen. hier dagegen sehe ich beim joggen und vor allem beim spazierengehen fast nur mürrische, griesgrämige gesichter, die fast nie als erste grüßen und einen gruß auch nur in ca. einem von zwei fällen erwidern. und einen dann entweder so seltsam mustern oder ostentativ weggucken. widerwärtiges, arrogantes pack. vor allem beim joggen deprimiert mich das zutiefst, da es eine anstrengung für mich bedeutet, einen „guten morgen“ zu wünschen, wenn ich völlig außer puste bin. in laroque des albères erfreuen sich die leute an meinem „bonjour“ und erwidern es lächelnd. wobei mir allerdings aufgefallen ist, dass ich selber auf den fotos aus südfrankreich fast immer ein lächeln auf den lippen habe. vielleicht reagieren die leute ja deswegen positiver weil ich besser drauf bin. und wieso ist das so? hat garantiert mit der wärme und dem licht zu tun, die die sonne dort verschwenderischer verteilt. man wird dadurch einfach lockerer und unernster. dieses mal gab es sogar den astérix-effekt. der einzige teil frankreichs wo es nicht regnete bzw. schneite in den letzten 2 wochen war justement die gegend um perpignan. letztes jahr hatte es noch ein furchtbares schneechaos gegeben mit unter der schneelast zusammenbrechenden palmblättern u.ä.

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bei „i love music“ gibt es die alternative wahl der besten alben der 70er. bis jetzt eher enttäuschend. allerdings schön, dass es chic geschafft hat.

im irrturm

Dezember 16, 2009

wenn das leben ohne musik ein irrthum wäre, dann ist es mit musik noch lange nicht kein irrthum. aber irrthum mit h ist der ultimative irrtum, der aber ziemlich cool aussieht. ich glaub ich weiß jetzt wieso der philosoph irre geworden ist. wenn man die logik und die orthographie gegen sich hat, dann muss man ja verrückt werden.