Archive for the ‘DEU’ Category

462 Nebelschütz

August 15, 2020

Hoch oben auf dem Mast

klappert der Weißstorch im Nest

mit seinem Schnabel.

461 Miltitz 2

August 15, 2020

Der Mann kann seinen

Schäferhund kaum halten, der

wie ’ne Bestie bellt.

460 Miltitz

August 14, 2020

„Guck mal da regnet’s!“

Eine Sekunde später

bricht Sturzregen los.

459 Zwischen Crostwitz und Panschwitz-Kuckau

August 14, 2020

Schwül. Total verschwitzt. 

Der Wind erhebt sich, trocknet

und kühlt den Körper. 

458 Auf dem Weg

August 14, 2020

Wasser. Frisch und kühl

von der Quelle. Auch pisswarm

das Lebenselixier.

457 Salzenforst

August 14, 2020

Pistaziengrüner

Sonnenschirm schützt Hortensien:

Kreativ gärtnern.

456 Bautzen 2

August 14, 2020

Wege in Bautzen

zu beschreiben, ist wie das

Haschen nach dem Wind.

[ES aus 455]

 

455 Bautzen

August 14, 2020

Wiedersehen mit

dem Bruder dessen, zu dem

wir unterwegs sind.

454 Bei Waditz

August 13, 2020

Bleischwere Beine.

Nur nicht abreißen lassen.

Wozu das alles?

452 Hinter Weißenberg

August 13, 2020

Löbauer Wasser

auf schiefer Einbaumbrücke

furchtlos überquert.

451 Vor Wasserkretscham

August 12, 2020

Steinchen, die in die

Wanderschuhe reinfallen,

sofort entfernen!

450 Vor Tetta

August 12, 2020

Unter Windrädern

auf Fünfmeterplattenweg

bei gut dreißig Grad.

449 Arnsdorf 2

August 12, 2020

Aus der Sommerhitze

rein in die erfrischende

Dorfkirchenkühle.

448 Arnsdorf

August 12, 2020

Ein lautes Pochen.

Das Herz des Kirchturmuhrwerks

schlägt. Die Zeit steht still.

447 Vor Totenstein

August 12, 2020

Vor meinen Füßen:

Ins Unterholz verschwindet

eine Blindschleiche.

446 Görlitz

August 12, 2020

Erste Markierung.

Jakobsmuschel mit ’nem X?

Doch, das ist der Weg!

445 Berlin – Cottbus

August 11, 2020

Trommelfellangriff:

Schmerzhaft laute Durchsagen

im Regionalzug.

444

August 11, 2020

Ich gucke durch den

Türspion mit dem Gefühl,

geseh’n zu werden.

442

August 9, 2020

Team T-Shirt gegen

Team Freier Oberkörper:

Barfuß dem Ball nach.

441

August 9, 2020

Kaninchen spielen

Wiesenschach im Schoelerpark:

Hoppeln Zug für Zug.

440

August 8, 2020

Einer der Abende,

wo sechsundzwanzig Grad

erfrischend kühl sind.

439

August 8, 2020

Äpfel geerntet.

Zwei Monate zu früh bei

zweiunddreißig Grad.

438

August 7, 2020

Sokrates improved:

„Ich weiß, dass ich fast nichts weiß“,

sollte es heißen.

437

August 7, 2020

Vom Bach kommend, huscht

ein 🦊 über die Wiese

zurück zum Fuchsbau.

436

August 7, 2020

Guck mal, ein Schatten!

Durch die laue Sommernacht

fliegt ’ne Fledermaus.

434

August 7, 2020

Die Äpfel fallen

nicht in der Mittagshitze.

Erst später, abends.

433

August 6, 2020

Das Stoppelfeld leer.

Die Grillen meditieren

laut und vernehmlich.

432

August 5, 2020

Rauschoptimierung.

Erst Fasten, dann ’ne Flasche

Veuve Cliquot süffeln.

[frei nach Amélie Nothomb – Die Kunst, Champagner zu trinken]

431

August 5, 2020

In der Dämmerung.

Aus der Deckung des Wäldchens

wagt sich ein Dachs vor.

430

August 4, 2020

Frieden, Freiheit und

Gesundheit nimmt man erst wahr,

wenn man sie nicht hat.

429

August 4, 2020

Kaum am Zaun, kommen

die Pferde angetrottet.

Apfelliebhaber.

428

August 4, 2020

Beißender Geruch.

Woher? Aufgeplatzt ist der

Wadenfurunkel.

427

August 4, 2020

Das Krankenhausbett

zu kurz, so dass der Patient

nicht zu lange bleibt.

426

August 3, 2020

Ein zierlicher Fuchs

schaut im Stoppelfeld aus nach

Nestern von Nagern.

425

August 3, 2020

Wer vor dem Draht der

Pferdekoppel steht, werfe

den ersten Apfel.

424

August 3, 2020

Über die Wiese stakst

ein Falke, der erst spät auf

einen Baum hochfliegt.

423

August 2, 2020

Viel runter und rauf.

Der Duft von Kiefernnadeln.

Panoramabank.

[Der Überhöhische, Start/Ziel Hausen vor der Höhe]

422

August 1, 2020

Ich komm‘ mir vor als

wär‘ ich aus ’nem Buch gefall’n

und kann nicht zurück.

[Verkürzt zitiert aus Der vergessliche Riese von David Wagner]

421

August 1, 2020

Die Tauben gurren.

Fern zischt die S-Bahn vorbei.

Die Uhr tickt und tickt.

419

Juli 31, 2020

Wir schleichen uns an.

Die Füchse tollen im Feld.

Sie sehen uns spät.

418

Juli 31, 2020

30 Grad heute.

Tiefer Zikadengesang.

Grillengezirpe.

417

Juli 31, 2020

Der Mond nimmt noch zu.

Links davon strahlt Jupiter,

Saturn im Schlepptau.

416

Juli 31, 2020

In der Dunkelheit

ein frisch-würziger Geruch:

der Duft von Fenchel.

414

Juli 30, 2020

Rotgelbe, weiche

Mirabellen schreien nach

einem Befreier.

413

Juli 30, 2020

Ein Reiher fliegt auf.

Ein Fuchs sucht Schutz im Maisfeld.

Wir füttern Pferde.

 

412

Juli 29, 2020

Durchlässig werden,

innehalten, wahrnehmen,

sprachlich verdichten.

411

Juli 29, 2020

Wenn die Nacht sich senkt

und der Geruch frischen Heus

in die Nase steigt.

410

Juli 28, 2020

Pirsch in Dämmerung.

Fangspiel der drei Fuchsjungen

im Kornstoppelfeld.

409

Juli 28, 2020

Meister Lampe spitzt

die Löffel, hört uns und stellt

sich einfach mal tot.

Tobias Gruben – Heroin

Mai 16, 2020

das lied hat mich heute morgen wirklich umgehauen. von tobias gruben und seiner band die erde hatte ich vorher noch nie etwas gehört, von seinem frühen tod durch eine überdosis 1996 natürlich auch nicht. er war exakt 2 wochen jünger als ich. und was er hier singt ist ein lied aus der perspektive der droge „und ich mach es wieder gut und du weisst, dass ich’s gut mach.“ da ist es mir kalt den Rücken runter gelaufen als ich das gehört habe. er hat diese droge wirklich gefunden und sie ihn. und es geht so weiter. die droge ist sein bester freund und er stellt sich vor, dass sie ihn sogar das geld aus dem hut vom bettler stehlen lässt. 1982 habe ich in amsterdam in einer besetzten wohnung gelebt und da war auch gelegentlich ein junkie. außer heroin gab es nichts mehr in seinem leben. er hat alle beklaut, auch „freunde“. und er hatte kein schlechtes gewissen dabei. diese droge muss schon einen unheimlichen kick geben. in any case das ultimative lied über heroin ist weder von lou reed noch von neil young sondern von tobias gruben.

wie komme ich hierauf? da gibt es jetzt einen film über ihn.

 

60

März 28, 2020

Supermarktpanik.

Der Einkaufswagen ist weg!

Eine Verwechslung.

59

März 28, 2020

Die Sonne scheint so

als gäbe es kein Morgen.

Aber es gibt eins.

58

März 27, 2020

 
Den Tritt gefunden.

Zweihundertachtzig Watt auf

dem Ergometer.

57

März 26, 2020

Vollkommen synchron.

Durch den Telefonhörer

gähnen wir uns an.

56

März 26, 2020

Stramm nach Osten blickt

der Bär auf der Flagge vom

Rathaus Schöneberg.

55

März 25, 2020

Ein lautes Brausen.

Hoch in den Bäumen sitzen

hunderte Stare.

54

März 24, 2020

Die Einkaufswagen.

Heute ohne ein Euro.

Wegen Corona.

53

März 24, 2020

Abends im Volkspark.

Schnaufen und Schrittgetrappel.

Von allen Seiten.

52

März 24, 2020

Mit Sonnenbrille,

Ghettoblaster und Fahrrad.

Ein Flaschensammler.

 

 

51

März 22, 2020

Auf der Autobahn

alle einhundert Meter

ein Standortschildchen.

50

März 22, 2020

Schwarzer Maulwurf

liegt leblos am Wegesrand.

Was ist da passiert?

49

März 22, 2020

Der Graureiher fliegt

zurück zum Weibchen hinten.

Von uns aufgescheucht.

48

März 22, 2020

Die Leute grüßen

und gehen mir aus dem Weg.

Flotter Wiesenlauf.

47

März 22, 2020

Strahlende Sonne.

Zugefrorene Pfützen.

Der Boden taut auf.

46

März 21, 2020

Der Bussard rüttelt.

Sonnenstrahlen brechen durch.

Der Ostwind bläst kalt.

45

März 21, 2020

Wildpflaumenzweige

mit rosa Blüten wehen

und wogen im Wind.

44

März 20, 2020

In den Geschäften

lange Schlangen an Kassen.

Sicherheitsabstand!

43

März 20, 2020

Einem Nachbarn jag

ich nen Schreck ein, der andre

freut sich, mich zu sehn.

42

März 20, 2020

Und wenn wir die Zeit

zwei Wochen stoppen könnten.

Das würde helfen.

41

März 20, 2020

Jog in den Wiesen.

Die Forsythien leuchten gelb.

Na, komm schon. Endspurt!

40

März 20, 2020

Die Erde wird auch

ohne uns überleben.

Wir nicht ohne sie.

39

März 19, 2020

Das Eichhörnchen träumt

von den Haselnüssen in

der Eichhörnchenbar.

 

38

März 19, 2020

Auf der Autobahn

in Thüringen, die Felder

mit Gülle gedüngt.

37

März 19, 2020

In Sachsen-Anhalt.

Viel zu tun für Don Quijotte:

Riesige Windparks.

36

März 19, 2020

Ob eine Rede

die Exponentialkurve

flacher machen wird?

35

März 19, 2020

Orte, wo Haikus

nicht gut gedeihen können:

Home Office, Autobahn.

34

März 18, 2020

Der Bordercollie

mit eingezogenem Kopf

rennt um den Brunnen.

33

März 18, 2020

Auf dem Bürgersteig.

Die Leute sprechen lauter.

Sicherheitsabstand!

32

März 18, 2020

Stauffenbergstraße.

Hinauf zur Bendlerbrücke.

Schöneberg ahoi!

31

März 18, 2020

Sie joggt durch den Park.

Von links nach rechts und zurück

tanzt der Pferdeschwanz.

30

März 18, 2020

Spazieren ist wie

Fischen: Ein Haiku zappelt

immer in dem Netz.

29

März 18, 2020

Hinter der US-

Botschaft: Acht Polizisten

warten auf Godot.

28

März 18, 2020

Zwitschernde Vögel.

Unterwegs im Tiergarten:

Radler und Jogger.

27

März 18, 2020

Die Hochbahn über

der Nolle gegen halb neun

fährt leer zum Alex.

26

März 18, 2020

Knoblauchduft wabert

morgens durch die Motzstraße.

Die U-Bahn ist leer.

Sieht so Seuchenbekämpfung aus?

März 18, 2020

Jogger im Volkspark

rennen um die Wette mit

den Haschischschwaden.

Treuenbrietzen

März 18, 2020

Bad, Küche und Bett

im Fertighauscontainer.

Plus Kneippfußwanne.

Zwischen Beelitz und Leipzig

März 15, 2020

Der Weg egal ob
im Wald oder auf Asphalt
schnurgeradeaus

Hinter Dietersdorf

März 14, 2020

Im Wald, träumend.
Aus dem Nichts, direkt vor mir
kreuzt ein Reh den Weg.

Treuenbrietzen

März 12, 2020

Unter dem Balkon

warte ich den Regen ab. 

Jemand ruft „Hallo!“. 

Vor Treuenbrietzen

März 11, 2020

Inmitten vom Wald

verfallene Gebäude:

Zwangsarbeitslager

 

Zwischen Beelitz und Treuenbrietzen

März 10, 2020

Hundert Kuhaugen

glotzen mich an als wäre

ich ein Mensch vom Mars.

Hinter Niebel

März 9, 2020

Am richtigen Ort.

Im Wald ein Sofapolster.

Zeit für ein Päuschen.

Vor Salzbrunn

März 8, 2020

Quer über Felder

pustet mich der Wind fast um.

Es gibt kein Gebüsch.

Beelitz

März 7, 2020

Ich gehe im Wald.

Unter schwarzen Planen schläft

der Spargel im Feld.

Leipzig 2

März 6, 2020

Unterm Dach am Gleis.

Der Orkan peitscht den Regen

auf das Plexiglas.

Leipzig

März 5, 2020

In einer Nische

vor der Nikolaikirche

trinke ich Säfte.

Abtnaundorfer Park

März 4, 2020

In Regenkleidung

wirft ein Bube den Enten

Krumen hinterher.

Thekla

März 3, 2020

Ein blauweißes Tuch

um einen Zweig gebunden

flattert hoch im Wind.

Plaußig

März 2, 2020

Er joggt, sie fährt Rad.

„Morgen“, schallt mir entgegen.

„Morgen“, entfährt mir.