Archive for the ‘psych’ Category

1466

Juni 4, 2021

Die Starrsinnige

und der Stolze machen sich

unnütz das Leben schwer.

1429

Mai 22, 2021

Vertrauen zeigen.

Gelassenheit bewahren.

Positiv denken.

1397

Mai 12, 2021

Schwäche nicht zeigen.

Bis zum letzten Atemzug

Hilfe ablehnen.

Mai 11, 2021

Manche seiner Freunde haben geweint, als sie ihn, diesen anderen, zerbrochenen Mann, zum ersten Mal sahen. Ich war zornig. Wie konnten sie ihm ihre Tränen antun.

[Gabriele von Arnim – Das Leben ist ein vorübergehender Zustand]

1374

Mai 7, 2021

J’avoue une faiblesse

et l’autre s’ouvre aussi.

Une échange commence.

1353

April 28, 2021

In der Antike.

Das Abebben der Wollust

im Alter als Glück.

1334

April 22, 2021

Wie lange kann man

in einer Lüge leben?

Das ganze Leben?

Musikgeschmack

April 8, 2021

Man kann sich nicht dagegen wehren, Musik – beim ersten Hören – zu mögen oder nicht zu mögen. Und trotzdem denkt man, man hätte in freier Wahl entschieden. Ansonsten wäre man in seiner Eitelkeit tief gekränkt. Trõstend kann hier sein, den Sachverhalt anders zu formulieren. Das erste Musikurteil kommt von ganz tief innen, ist sozusagen ein untrennbarer Bestandteil von einem selbst. Es kann sein, dass es sich nach mehrmaligen Wiederhören ändert, aber auch das hat man nicht in seiner eigenen Hand. Man kann es auch so sagen, wir sind zu uns selbst verdammt oder positiv gesagt, wir dürfen wir selbst sein.

Und was ich auch als sehr tröstend empfinde, die Musikvorschlagsalgorithmen, die mir bisher untergekommen sind, versagen fast komplett, meinen Geschmack vorherzusehen. Jedenfalls mehr als wenn ich mir selbst nach Besprechungen bzw. oft nach meiner Vertrautheit, meiner Hörgeschichte, die Musiker aussuche, deren Stücke ich dann höre. Was mir der Algorithmus vorschlägt ist oft extrem langweilig, wie ein Amalgam aus Sachen, die ich schon kenne. Ich bin aber scharf auf das Neue, nicht auf Recyceltes. Und es scheint so zu sein, dass ich selber besser vorhersehen kann, wer bzw. was mich positiv überraschen kann als die Maschine. Da muss die KI noch etwas dran arbeiten. Oder besser nicht.

P.S. Eigentlich wollte ich ja darüber schreiben, dass ich gelegentlich sehr überrascht bin, was Leute, deren Musikgeschmack ich normalerweise mehr oder weniger teile, manchmal für – in meinen Ohren uninteressante – Musik mögen. Aber davon vielleicht ein anderes Mal.

1294

April 7, 2021

Understatement als

Täuschungsmanöver, nur um

nett zu erscheinen.

1261

März 31, 2021

Wie sich Probleme

immer wieder am besten

von allein lösen.

Übersetzen und Schizophrenie

März 30, 2021

Ich glaube, es war Esther Kinsky, die einmal gesagt hat, wenn man übersetze, müsse man sich bis zur Erschöpfung in den Text vertiefen, bis man in eine Trance gerate und dann in dem anderen sei und nicht mehr in sich selbst.

[Gabriele von Arnim – Das Leben ist ein vorübergehender Zustand]

1255

März 28, 2021

Ganz locker bleiben.

Etwas erzwingen wollen,

führt selten zum Ziel.

1240

März 24, 2021

Spiegel eigener,

jugendlicher Arroganz:

Bücherschrankinhalt.

1218

März 19, 2021

Vor Stress an Kasse

beim Discounter nebenan

Geheimzahl verkehrt.

1216

März 19, 2021

Voll aufgedreht nach

morgendlichem Sport-Exploit

für Rest des Tages.

1196

März 15, 2021

Jonglieren ist wie

Meditieren mit Folgen.

Abschweifung rächt sich.

1182

März 11, 2021

Intervallfasten:

Schon abends freue ich mich

aufs Müslifrühstück.

1178

März 10, 2021

Hohe Algebra.

Teilen verdoppelt Freude

und halbiert Leiden.

1171

März 8, 2021

Nicht genug Selbsthass,

um auf dem Ergometer

zum Ziel zu kommen.

1169

März 8, 2021

Versuch, Schnellrednern

zuzuhören, nicht dass sie

gleich tot umfallen.

1167

März 8, 2021

Bei der Jonglage

niemals einen Extratrick

gelernt zu haben.

1156

März 6, 2021

Schaffe etwas, denn

immer nur Kritik üben

zieht einen runter.

[Für J.]

1143

März 3, 2021

Fast alle Menschen

erzählen gerne von sich.

Wenn man sie anspricht.

1114

Februar 22, 2021

Je ahnungsloser

ich war im Leben, umso

glücklicher war ich.

1110

Februar 20, 2021

Die Sennenhündin

versteht nicht wieso alle

vor ihr Angst haben.

1081

Februar 11, 2021

Warum sich quälen,

wenn schon ein Teil des Kraftakts

zum Wohlgefühl führt?

1070

Februar 8, 2021

Mit gutem Beispiel

vorangehen bringt mehr als

Vorwürfe machen.

1056

Februar 5, 2021

Sich ärgern bringt nichts

es sei denn, man ärgert sich

nur über sich selbst.

1052

Februar 4, 2021

Dachte ganzen Tag,

dass es heute Mittwoch ist.

What a nice surprise!

1033

Januar 30, 2021

Antwort, die ausbleibt.

Das falsche Medium gewählt?

Vielleicht mit Absicht?

1031

Januar 29, 2021

Auf je mehr Fremde

man unterwegs trifft, desto

weniger grüßt man.

1027

Januar 28, 2021

Ist der Geist willig,

beim Sport aufzugeben, wird

das Fleisch sofort schwach.

995

Januar 21, 2021

Cam-Aktivierung

bei dem Videomeeting

unter Gruppenzwang.

994

Januar 21, 2021

Die Leute scheinen

mehr Rücksicht zu nehmen

beim Schlangestehen.

993

Januar 21, 2021

Gut ausgeschlafen,

alle Zweifel zerstoben,

ruhe in mir selbst.

977

Januar 17, 2021

Bin seit einem Jahr

so gelassen und glücklich

wie nie zuvor.

965

Januar 14, 2021

Bin derjenige,

der schon immer gesagt hat,

dass es so nicht klappt.

964

Januar 14, 2021

Sorglose Jungens

sowie störrische Alte

sind nicht zu stoppen.

961

Januar 12, 2021

Das Allerschlimmste

am Reflux, dass er einen

auf sich zurückwirft.

956

Januar 11, 2021

Die Impfbereitschaft

des Pflegepersonals liegt

bei fünfzig Prozent.

955

Januar 11, 2021

Woran liegt es nur,

dass die Leute neuerdings

so empfindlich sind?

930

Dezember 30, 2020

Auf dem Weg zurück

läuft sie voraus, blickt zu uns

und hebt die Pfote.

928

Dezember 29, 2020

Sie will aufs Sofa,

traut sich aber den Sprung nicht

und verschmäht Hilfe.

910

Dezember 23, 2020

Die Yorkshire-Hündin

will dauernd mit mir spielen,

gibt aber nichts her.

Finalität

Dezember 21, 2020

Das Gefühl, dass sie

um mich herum sterben

wie die Fliegen

und dass mich

jeder neue Tod

immer mehr mitnimmt

und ich so dünnhäutig

werde, dass man von außen

in mich reinsehen kann.

888

Dezember 16, 2020

Wenn man immer nur

mit dem Schlimmsten rechnet, dann

tritt es meist nicht ein.

Deux, trois pensées d’un jongleur

Dezember 4, 2020

Ich frage mich, ob ich besser oder schlechter jonglieren würde, wenn der nächste runtergefallene Ball mein Todesurteil wäre. Natürlich mit einer vorher definierten Mindestwurfzahl z. B. 300. Man muss dazu sagen, ich zähle die Würfe beim Jonglieren und zwar laut. Ich glaube, es würde keinen Unterschied machen. Beim Jonglieren ist man so im Jetzt da lauert die Gefahr hauptsächlich darin, dass man sich ablenken lässt, dass man anfängt, zu denken. Im Moment des Jonglierens würde das über einem schwebende Fallbeil nichts ändern. Während des Jonglierens würde ein Denken daran das Risiko zu versagen sogar eher vergrößern da man ja gerade im Automatismus, sozusagen auf Autopilot sein muss, um es zu schaffen. Da braucht man keine Zusatzmotivation.

Obwohl es sein könnte, dass ich vor Publikum fehlerfreier jongliere als ohne. Weil die Konzentration eine andere ist. Sich vor anderen zu blamieren ist einfach etwas anderes als dies vor sich selbst zu tun. Kann es sein, dass die Eitelkeit stärker ist als die Todesangst? Seltsamer Gedanke.

Ein Fehler, der mir oft passiert ist es, mich in Sicherheit zu wiegen. Sagen wir, ich habe mir 300 Würfe vorgenommen und ich habe 250 geschafft. Wenn ich jetzt anfange zu denken, dass ich schon fast am Ziel bin, der Rest ist ein Klacks, dann ist das der Beginn eines Abschweifens von den Objekten, die im Fokus stehen, den in der Luft fliegenden Bällen und rächt sich meist sofort. Oder ganz ähnlich, ich bin kurz vor dem Ziel und mache mir bewusst, dass ich fast da bin und es schaffen muss. Dann werde ich nervös und verkrampfe mich und mache einen Fehler. Entweder werfe ich zwei Bälle gegeneinander oder schaffe es nicht, einen Ball zu fangen weil z. B. die Würfe nach oben nicht senkrecht genug sind.

Ich kann es bis heute nicht fassen, dass ich noch mit über 35 jonglieren gelernt habe. Damals einfach aus einer schriftlichen Anleitung, erst mit zwei dann mit drei Bällen, schönen bunten Jonglierbällen, die super in der Hand liegen. Man muss es sich trauen, etwas üben und es kommt dann irgendwann. Es wird aber für mich immer ein Wunder bleiben. A propos Jonglierobjekte, habe ich das schon mal geschrieben im Blog? Ich glaube in Boston war es, da sahen wir einen Typen, der hat doch tatsächlich mit Toastern jongliert.

859

Dezember 3, 2020

Die Inspektion

per Überweisung bezahlt.

Hier traut man sich noch.

786

November 13, 2020

Langes Wachliegen

bis zum Klingeln des Weckers.

Danach Entspannung.

767

November 9, 2020

(Er:) Neue Klamotten?

Schon wieder? Wozu denn nur?

(Sie:) Zum Tragen, was sonst?

765

November 8, 2020

Ein Tag, an dem man

das Gefühl hat, die Leute

freu’n sich, uns zu seh’n.

762

November 8, 2020

Menschen mit Demenz

haben keine Sorgen mehr,

und das hält (sie) jung.

[Martina Bergmann – Mein Leben mit Martha]

750

November 7, 2020

Eigene Lügen

zu glauben, ist leichter als

wirklich zu lügen.

711

Oktober 25, 2020

Aus der Traurigkeit

wurde erst „Dankbarigkeit“

und dann Dankbarkeit.

689

Oktober 15, 2020

Unser’n letzten Kampf

können wir nur gewinnen,

wenn wir loslassen.

684

Oktober 13, 2020

Immer, wenn ich mich

nicht um Nachrichten schere,

bin ich dem Glück nah.

678

Oktober 12, 2020

Wer arrogant ist

und sich nicht ausstehen kann,

greift gerne zum Glas.

668

Oktober 6, 2020

In der Luft hängend:

Bisher den ganzen Tag noch

mit keinem gequatscht.

662

Oktober 3, 2020

Ein Tag Müßiggang

und kein schlechtes Gewissen.

Dreißig Jahre D.

658

Oktober 2, 2020

Der einzige Mensch,

dem wir niemals verzeihen

können, sind wir selbst.

[frei nach Friedrich von Schirach]

650

September 28, 2020

Vor der Reaktion

zuerst einmal ganz ruhig

ein- und ausatmen.

638

September 22, 2020

Gelassen bleiben,

wenn Leute auf Feldwegen

nicht zurückgrüßen.

Changes

März 12, 2012

Hat das Fasten irgendetwas in mir verändert bzw. angestoßen? Ja, ich glaub schon und zwar

1. Habe ich 5-6 Pfund verloren und fühle mich leichter. Ich bewege mich übrigens jetzt am oberen Rand des Normalgewichts nach BMI.
2. Esse ich bewusster, kaue ich langsamer, genieße ich das Essen länger und mehr.
3. Werde ich viel schneller pappsatt als vor dem Fasten.
4. Möchte ich (mehr) kochen.
5. Ekle ich mich gerade vor Fleisch.
6. Denke ich ernsthaft darüber nach, vor dem Essen zu beten.
7. Bin ich etwas gelassener geworden und nicht mehr ganz so gereizt wie vorher, scheint mir.
8. Möchte ich bald wieder fasten.
9. Möchte ich beim nächsten Mal ein richtiges Tagebuch schreiben.
10. Möchte ich Fasten und Wandern kombinieren.
11. Möchte ich gemeinsam mit C. fasten.
12. Habe ich als Extremzukunftsprojekt sogar 40 Tage Fasten vor Augen (Moses, Buddha & Jesus können nicht irren), das Buch von einem, der es gemacht hat, habe ich mir schon gekauft.
13. Habe ich seit über eine Woche keinen Kaffee getrunken und habe auch jetzt keine Lust darauf.
14. Habe ich seit über einer Woche nicht mehr ferngesehen und vermisse es auch nicht.

6:03 Bark Psychosis – Shapeshifting (2004)

März 22, 2011

https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JYjBiNjIzZjYtMDIyZS00MzI2LTg0ZTEtZWFiNjAzZmE0MTFj&export=download&hl=de

All you people make me ill
You’re not really touching me

Just one comforting thought when I left the apartment this morning: At least I am not alone. I have got some good company which does not leave me. Never. My blues.

***

Sorry to Mark Tranmer and Roger Quigley from the Montgolfier Brothers. I could have chosen the simple and melancholic Between Two Points from Seventeen Stars as well. And I could have written more or less the same words. Sad music is so soothing.

(The list of all 363 selections since 1st February 2010 is here).

bleib bei mutti

März 9, 2011

ein bisschen angst macht mir dieser hype um guttenberg schon. niemand konnte mir bisher sagen, was an diesem windbeutel so toll sein soll, aber jede menge leute halten ihn für einen fähigen politiker. das erinnert mich doch ein bisschen an einen gewissen h., dem die deutschen damals auch wie dem rattenfänger von hameln hinterhergelaufen sind. ich sag mal so, wenn der guttenberg je in die hohe politik zurückkommen sollte, dann seh ich für deutschland ziemlich schwarz. nach der art und weise zu urteilen wie der seinen lebenslauf frisiert hat, hat der gute mann übrigens einen riesigen minderheitskomplex. so etwas kann sehr schnell umschlagen in eine allmachtsphantasie. womit wir wieder bei h. wären. jetzt will ich über den lackaffen aber wirklich nichts mehr schreiben müssen.

Auf dem Jakobsweg gelesen

Dezember 6, 2010


Das ist gleichzeitig eine idealistische wie auch eine pragmatische Perspektive. Man könnte mit einer Betonung des existentialistischen Aspekts auch sagen: „Die Freude ist in uns oder sie ist nicht.“ Das würde mir als kategorische Aussage fast noch besser gefallen. Ist aber als Satz etwas freudlos…

2:29 Nick Drake – Day Is Done (1969)

September 1, 2010

https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JN2FjNTEzY2EtZTdhMi00ZjYwLTk2OTctMGEwY2U5NGEzOThk&export=download&hl=de

When the day is done
Down to earth then sinks the sun
Along with everything that was lost and won

Gestern morgen als ich aus dem U-Bahnschacht am Hausvogteiplatz heraustrat Richtung Gendarmenmarkt sah ich einen Mann, der ein Rad schob. Er war vielleicht sechzig und normal gekleidet. Ich habe ihm ins Gesicht gesehen und schon sprach er mich an. Ich dachte erst, er wolle nach dem Weg – z.B. zur Werderschen Kirche – fragen, aber er war kein Tourist. Er bat mich darum, mir eine Frage stellen zu dürfen. Er würde draußen leben – jetzt fiel der Groschen bei mir – und es wäre sehr schwierig und blablabla. Seine Frage hat er mir nie gestellt, ich habe ihn vorher unterbrochen. Ansonsten hätte er mir wahrscheinlich lang und breit seine traurige Lebensgeschichte erzählt. Um das zu verhindern, habe ich ihm ganz schnell einen Euro gegeben. An ihm hat mich seine Professionalität beeindruckt, er achtete sehr gut auf sein Äußeres, seine Fassade war noch völlig ok. Ich weiß nicht, ob es seine Masche war oder ob es eher zufällig war weil ich ihn unterbrochen habe, aber im Grunde hat er mich gar nicht explizit angebettelt. Was bestimmt auch wichtig für Bettler ist, ist zur richtigen Tageszeit aktiv zu sein. Und morgens gegen neun ist garantiert eine gute Zeit, da die Leute noch leicht verschlafen und noch nicht so abgebrüht sind. Mit jedem Schnorrer, der einem im Laufe des Tages über den Weg läuft, wird man immuner, was dessen Probleme angeht. Das Ziel eines Bettlers muss es sein, der Erste zu sein. In diesem Business gilt ganz besonders: „The early bird catches the worm“. Was ich noch vergessen habe zu erwähnen, „mein“ Bettler hatte einen ganz leichten süddeutschen Singsang drauf, der mich so sanft und ernst vorgetragen auch positiv in seinem Sinne beeinflusst hat. Und Nietzsche hat natürlich trotzdem den Nagel auf den Kopf getroffen: „Bettler aber sollte man ganz abschaffen! Wahrlich, man ärgert sich, ihnen zu geben, und ärgert sich, ihnen nicht zu geben.“ „Mein“ Bettler hat sich nämlich selbst abgeschafft. Nach außen hin hat er nicht die Rolle eines Bettlers gespielt, er war noch er selbst und nicht jemand, der seine Selbstachtung das Klo runtergespült hat.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 186 Stücke ist hier.)

4:00 The Smiths – Well I Wonder (1985)

Mai 6, 2010

http://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JZTcyMzNmMjgtYmZkMC00NzA5LTg4OGEtMjEyYWM1OTdmNmJi&export=download&hl=de

Well I Wonder
Do you hear me when you sleep?
I hoarsely cry

ich bin müde und zerschlagen (ich kann in berlin nicht vernünftig schlafen, gehe halb eins ins bett und wache halb fünf auf und wälze mich, nicht nur wegen der fehlenden rolladen aber auch), mir tut der hals weh (die schmacht bleibt, als wäre meine kehle radioaktiv verseucht, halbwertzeit 1000 jahre) und der rücken schmerzt jetzt auch in diesem ikea-ledersessel. und das schlimmste ich befinde mich in einer tiefen depression. (wieso sind depressionen eigentlich immer tief? sind sie es überhaupt? hilft es dem deprimierenden, wenn er realisiert, dass seine depression nicht tief ist, oder deprimiert es ihn noch mehr?). dieser post ist einfach stream of consciousness und hat nicht unbedingt was mit dem lied zu tun. heute und gestern war ein typ in der u2, der spielte saxophon. in der u2 sind auf dem weg von hausvogteiplatz zum bahnhof zoo eigentlich immer musikanten oder solche die sich dafür halten drin. das besondere an dem saxophonisten war, dass er anders war. zum einen wegen des instrumentes, die meisten spielen gitarre oder akkordeon – sodann weil er ganz ok gekleidet war, also offensichtlich kein penner. außerdem spielte er ein unaufdringliches, lyrisches jazzstück, scheiße ich weiß nicht wie es heißt, aber es ist sehr bekannt. zudem spielt er ziemlich lange. also nicht nur von einer station zur nächsten sondern eher über zwei stationen. diesem musiker gebe ich kein geld obwohl er der beste ubahnmusiker ist, den ich bisher gehört habe. seine musik nervt nicht. das ist eigentlich für mich die hauptmotivation, geld zu geben. die musik ist so schlecht gespielt und nervt so dermaßen, dass ich mitleid mit dem musikanten kriegt. na ja dieser kriegt jedenfalls nix von mir – es kriegt sowieso nur der erste bettler, der mir am tag über den weg läuft die 50 cent, die ich morgens in meine jackentasche tue und diesen sehe ich erst am abend also ist er meist nicht der erste – weil ich genau weiß, dass er von den anderen was kriegen wird. heute war eine gruppe französische schüler in der pubertät in der u2. sie klatschten nach der performance und der eine junge gab dem bettler was. ich hab jetzt noch in 77 lieder reinzuhören und muss packen und und und. ach und was ich vergessen habe, mein auto ist im arsch. die pumpe-düse will nicht mehr so richtig, esp fällt dauernd aus, die leistung fällt ab und ich komme kaum noch die berge zwischen bad hersfeld und eisenach hoch. meine autos halten immer knapp 10 jahre. der erste von 1990-2000, der zweite von 2001-2010. jeweils etwas mehr als 100.000 km, ich glaube der erste hatte mehr. ein fingerzeig des himmels: was zum teufel soll ich mit einem auto in berlin? wir sind jedenfalls jetzt erstmal ne woche in laroque bei perpignan.

(Die Liste aller seit 1. Februar [5:34] ausgewählten 95 Songs ist hier.)

Liebes Blog,

Januar 13, 2010

ich möchte Dir etwas sagen, das ich noch keinem gesagt habe. Ein großes Geheimnis. Meinst Du, Du kannst es für Dich behalten? Wenn nicht Du, wer sonst? Du redest nicht mit anderen, ich weiß es, Du bist verschwiegen wie ein Grab. Was hättest Du schon davon, auch nur einer Menschenseele von meinem intimen Bekenntnis zu erzählen? Absolut gar nichts. Und wenn ich sie in Dich hineinschreibe, meine Beichte, dann sinkt sie hinab auf den Grund des Netzes und niemand wird sie je von dort wieder hervorholen können. Weißt Du was, liebes Blog? Ich hab es mir nochmal überlegt. Ich sage Dir jetzt doch nicht mein Geheimnis. Da könnte ich es ja genauso gut für mich behalten. Geheimnisse sagt man Menschen, die sie weitererzählen können. Ohne diesen Kick macht es keinen Spaß. Den nennt man übrigens Vertrauen.

saviour’s sex

März 28, 2009

William ist von einer Mission beseelt: Er ist überzeugt, dass die Welt in wenigen Stunden untergehen wird – und dass er berufen ist, sie zu retten. Als Einziger hat er die Zeichen erkannt und gedeutet, und jetzt muss er sich beeilen und die überhitzte Welt abkühlen, bevor sie verglüht. Lektürefetzen zur Klimakatastrophe haben sich in seinem Kopf mit diffusen Erlösungsphantasien zu einer bizarren, in sich aber vollkommen schlüssigen Überzeugung verquickt: Die Welt ist in ihm, deshalb kann er sie, indem er sich selbst abkühlt, mitabkühlen. Für diesen Temperatursturz aber muss er ein Opfer bringen, das ihn, ganz wie der Anblick von Geld, mit Sehnsucht und Ekel zugleich erfüllt: Er muss mit jemandem Sex haben.

(Aus einer Besprechung von John Wray’s Retter der Welt (Originaltitel: Lowboy))

my bad humour is just an illusion

März 17, 2009

Das nicht mehr Rauchen hat viele allüberall ausgebreitete Vorteile, die ich jetzt hier nicht wiederholen möchte. Dass man gefühlte zehn mal so oft schlechter Laune ist wie bevor man mit dem Rauchen aufgehört hatte, gehört auf den ersten Blick nicht dazu. Dreht man den Spieß um, dann kann man allerdings sagen, dass die schlechte Laune eigentlich gar keine ist weil sie nur daher stammt, dass man sein Nikotinquantum nicht gehabt hat und nicht weil man auf irgend jemanden im Besonderen oder auf die Welt im Allgemeinen sauer ist. Für meine Miesepetrigkeit könnt ihr alle nichts, das ist nur der böse Nikotinteufel in mir. Wenn das mal kein beruhigendes Wort zum Tagesausklang ist.

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Februar 23, 2009

Bei den einen ist die Fassade interessanter als das, was dahinter steckt, bei den anderen ist es umgekehrt.