Archive for the ‘psych’ Category

2447

September 30, 2022

Nach einem Weißbier

vor Mitteilungsbedürfnis

übersprudeln. Zisch!

2441

September 29, 2022

Die Unfähigkeit,

den Fahrer anzuschauen,

der mich fast anfährt

2438

September 28, 2022

Die Radfahrerin

schenkt mir einen kurzen Blick.

Es fühlt sich gut an.

2434

September 27, 2022

Jeder Gedanke

wird zwangsläufig irgendwann

umgesetzt werden.

2425

September 24, 2022

Ins Kino gehen,

nur um neunzig Minuten

ganz still zu sitzen

2423

September 24, 2022

Menschen, die lieber

E-Mail-Pingpong betreiben,

als anzurufen

2410

September 19, 2022

Verlassen Väter

ihre Frau, so nimmt sich oft

der Sohn ein Vorbild

2407

September 16, 2022

Söhne von Vätern,

die die Mutter verlassen,

tun oft dasselbe.

2370

September 6, 2022

Wenn ich im Büro

mit mir selbst spreche, sprech‘ ich

gar nicht mit mir selbst.

2358

August 28, 2022

Verletzte Seelen

Die durchdringenden Schreie

von gegenüber

2344

August 24, 2022

Leute, die alles

um sie rum kommentieren,

auch weit Entferntes

2294

August 10, 2022

Leute, die über

andere lästern, die noch

in Hörweite sind

2153

Juni 15, 2022

Das Stöckchen im Maul

des and’ren aufregender

als das im eig’nen.

2148

Juni 13, 2022

Kollege ruft an,

fängt plötzlich an, zu stottern.

Fühle mich hilflos.

2076

Mai 14, 2022

Wenn man hemmungslos

voreinander gähnen kann,

ist man sich vertraut.

2066

Mai 9, 2022

Aus Position

der Schwäche verhandeln gleich

kapitulieren

2050

Mai 3, 2022

Sich nicht erinnern

wegen Desinteresse

oder aus Ohnmacht

2030

April 22, 2022

Die meisten Menschen

sind viel sensibler als man

annehmen würde.

2029

April 22, 2022

Und wenn das Leben

ohne Drogen einfach nicht

auszuhalten ist?

2020

April 18, 2022

Die Kunst zu sehen,

wann der and’re Hilfe braucht

und erst dann helfen.

2012

April 15, 2022

Ob ein Zauderer

jetzt wirklich der Richtige

an der Spitze ist?

2010

April 15, 2022

Und wenn Putin sich

einfach mal mit Selenskij

ans Schachbrett setzte

2009

April 15, 2022

Schule fürs Leben.

An der Schachniederlage

ist man selber schuld.

2008

April 14, 2022

Vergessen können.

Die wichtigste Fähigkeit,

um glücklich zu sein.

2007

April 13, 2022

Wie müssen Menschen

zugerichtet worden sein,

die so etwas tun?

1988

April 8, 2022

Sofort vergessen, dass

man etwas gemacht hat, weil

es nur zu tun war.

1952

März 28, 2022

Aussichtsloser Kampf

gegen Depression, die

mich voll übermannt.

1940

März 23, 2022

Selbstmörder erreicht

die Suizidberatung

nicht. Die sind schon weg.

1937

März 22, 2022

Selten so geschämt.

Kein Wort dazu, den Opfern

direkt zu helfen.

[Ich war heute bei einer Onlineveranstaltung zu diesem Thema]

1930

März 20, 2022

Das russische Volk

propagandaberieselt

Oblomow im Bett

WW III

März 3, 2022

Wenn man sich dieses Interview mit dem Putin-Kenner Michel Eltchaninoff von kurz vor der Invasion anhört, da scheint klar, dass die Ukraine für Putin nur ein Anfang ist. Er will den Westen, die NATO angreifen und sich rächen für in seinem Hirn herumgespensternde Kränkungen. Die erstaunlich rigiden Sanktionen, die jetzt von einer großen westlichen Allianz gegen Russland beschlossen wurden, werden ihn sicherlich nicht besänftigen. Er steht mit dem Rücken zur Wand. Was würde ein Judoka jetzt machen?

Wenn

März 1, 2022

ich jetzt draußen Explosionen hören würde, würde es mich nicht wundern. Im Grunde höre ich sie schon in meinem inneren Ohr. Ich bin gerade in Berlin. Wie kann Europa in nullkommanix wieder in die Barbarei eines physischen Krieges zurückfallen? Ein Mann, der versucht, uns sein Psychopathenhirn aufzudrängen. Im Grunde ist das ein Stoff für eine Dystopie aber nicht für die Realität. Ich springe jetzt runter, um aus dem Alptraum zu erwachen. Das hat bis jetzt jedes Mal geklappt.

1879

Februar 26, 2022

In Teams erleuchtet:

Zum alten Eisen gehör’n

und es ist ok.

Mit 90

Februar 19, 2022

Ich bin kein Pessimist weil ich weiß, wir alle gemeinsam sind nur übrig geblieben in der Evolution weil wir irgendeinen Schatz in uns tragen. In den Zellen, im Ohr, in den Irrtumsfähigkeiten selbst, ja. Und deswegen traue ich Menschen sehr viel zu. Was uns wieder rausholt. Ich habe Menschen 1946 noch gesehen wie sie improvisieren können. Menschen sind sehr kluge Lebewesen. Klug wie die Elefanten.

[Alexander Kluge im WDR Zeitzeichen zu seinem 90. Geburtstag am 14. Februar]

1820

Februar 1, 2022

Gassi mit Berner

Uns Entgegenkommende

Mit breitem Lächeln

1781

Januar 11, 2022

Nüchternheit, heilig

Wehmut, existenziell

Wachheit, zweischneidig

1678

November 19, 2021

Wenn einem klar wird,

dass es den Rest des Lebens

nur noch bergab geht.

1677

November 19, 2021

Fühlst du dich machtlos,

so nutzt du jede Freiheit,

die man dir noch lässt.

1667

November 17, 2021

Ohne ein Feedback

wären wir alle verwelkt

in kürzester Zeit.

1648

November 6, 2021

Dem Gehirn einfach

auf die Sprünge helfen mit

Freude, Leichtigkeit.

[Gerald Hüther: Raus aus der Demenzfalle]

1642

November 5, 2021

Täglich freuen, dass

eigenes Oberstübchen

noch halbwegs im Lot.

Oktober 5, 2021

Wir müssen uns eine demente Person als einen glücklichen Menschen vorstellen.

1585

September 4, 2021

Nehme ab sofort

Beschwerden über Dritte

nicht mehr entgegen.

1584

September 4, 2021

Anfangs geschwätzig.

Dann wird man reingezogen.

Was ist sein Problem?

[Emmanuel Carrère – Yoga]

1466

Juni 4, 2021

Die Starrsinnige

und der Stolze machen sich

unnütz das Leben schwer.

1429

Mai 22, 2021

Vertrauen zeigen.

Gelassenheit bewahren.

Positiv denken.

1397

Mai 12, 2021

Schwäche nicht zeigen.

Bis zum letzten Atemzug

Hilfe ablehnen.

Mai 11, 2021

Manche seiner Freunde haben geweint, als sie ihn, diesen anderen, zerbrochenen Mann, zum ersten Mal sahen. Ich war zornig. Wie konnten sie ihm ihre Tränen antun.

[Gabriele von Arnim – Das Leben ist ein vorübergehender Zustand]

1374

Mai 7, 2021

J’avoue une faiblesse

et l’autre s’ouvre aussi.

Une échange commence.

1353

April 28, 2021

In der Antike.

Das Abebben der Wollust

im Alter als Glück.

1334

April 22, 2021

Wie lange kann man

in einer Lüge leben?

Das ganze Leben?

Musikgeschmack

April 8, 2021

Man kann sich nicht dagegen wehren, Musik – beim ersten Hören – zu mögen oder nicht zu mögen. Und trotzdem denkt man, man hätte in freier Wahl entschieden. Ansonsten wäre man in seiner Eitelkeit tief gekränkt. Trõstend kann hier sein, den Sachverhalt anders zu formulieren. Das erste Musikurteil kommt von ganz tief innen, ist sozusagen ein untrennbarer Bestandteil von einem selbst. Es kann sein, dass es sich nach mehrmaligen Wiederhören ändert, aber auch das hat man nicht in seiner eigenen Hand. Man kann es auch so sagen, wir sind zu uns selbst verdammt oder positiv gesagt, wir dürfen wir selbst sein.

Und was ich auch als sehr tröstend empfinde, die Musikvorschlagsalgorithmen, die mir bisher untergekommen sind, versagen fast komplett, meinen Geschmack vorherzusehen. Jedenfalls mehr als wenn ich mir selbst nach Besprechungen bzw. oft nach meiner Vertrautheit, meiner Hörgeschichte, die Musiker aussuche, deren Stücke ich dann höre. Was mir der Algorithmus vorschlägt ist oft extrem langweilig, wie ein Amalgam aus Sachen, die ich schon kenne. Ich bin aber scharf auf das Neue, nicht auf Recyceltes. Und es scheint so zu sein, dass ich selber besser vorhersehen kann, wer bzw. was mich positiv überraschen kann als die Maschine. Da muss die KI noch etwas dran arbeiten. Oder besser nicht.

P.S. Eigentlich wollte ich ja darüber schreiben, dass ich gelegentlich sehr überrascht bin, was Leute, deren Musikgeschmack ich normalerweise mehr oder weniger teile, manchmal für – in meinen Ohren uninteressante – Musik mögen. Aber davon vielleicht ein anderes Mal.

1294

April 7, 2021

Understatement als

Täuschungsmanöver, nur um

nett zu erscheinen.

1261

März 31, 2021

Wie sich Probleme

immer wieder am besten

von allein lösen.

Übersetzen und Schizophrenie

März 30, 2021

Ich glaube, es war Esther Kinsky, die einmal gesagt hat, wenn man übersetze, müsse man sich bis zur Erschöpfung in den Text vertiefen, bis man in eine Trance gerate und dann in dem anderen sei und nicht mehr in sich selbst.

[Gabriele von Arnim – Das Leben ist ein vorübergehender Zustand]

1255

März 28, 2021

Ganz locker bleiben.

Etwas erzwingen wollen,

führt selten zum Ziel.

1240

März 24, 2021

Spiegel eigener,

jugendlicher Arroganz:

Bücherschrankinhalt.

1218

März 19, 2021

Vor Stress an Kasse

beim Discounter nebenan

Geheimzahl verkehrt.

1216

März 19, 2021

Voll aufgedreht nach

morgendlichem Sport-Exploit

für Rest des Tages.

1196

März 15, 2021

Jonglieren ist wie

Meditieren mit Folgen.

Abschweifung rächt sich.

1182

März 11, 2021

Intervallfasten:

Schon abends freue ich mich

aufs Müslifrühstück.

1178

März 10, 2021

Hohe Algebra.

Teilen verdoppelt Freude

und halbiert Leiden.

1171

März 8, 2021

Nicht genug Selbsthass,

um auf dem Ergometer

zum Ziel zu kommen.

1169

März 8, 2021

Versuch, Schnellrednern

zuzuhören, nicht dass sie

gleich tot umfallen.

1167

März 8, 2021

Bei der Jonglage

niemals einen Extratrick

gelernt zu haben.

1156

März 6, 2021

Schaffe etwas, denn

immer nur Kritik üben

zieht einen runter.

[Für J.]

1143

März 3, 2021

Fast alle Menschen

erzählen gerne von sich.

Wenn man sie anspricht.

1114

Februar 22, 2021

Je ahnungsloser

ich war im Leben, umso

glücklicher war ich.

1110

Februar 20, 2021

Die Sennenhündin

versteht nicht wieso alle

vor ihr Angst haben.

1081

Februar 11, 2021

Warum sich quälen,

wenn schon ein Teil des Kraftakts

zum Wohlgefühl führt?

1070

Februar 8, 2021

Mit gutem Beispiel

vorangehen bringt mehr als

Vorwürfe machen.

1056

Februar 5, 2021

Sich ärgern bringt nichts

es sei denn, man ärgert sich

nur über sich selbst.

1052

Februar 4, 2021

Dachte ganzen Tag,

dass es heute Mittwoch ist.

What a nice surprise!

1033

Januar 30, 2021

Antwort, die ausbleibt.

Das falsche Medium gewählt?

Vielleicht mit Absicht?

1031

Januar 29, 2021

Auf je mehr Fremde

man unterwegs trifft, desto

weniger grüßt man.

1027

Januar 28, 2021

Ist der Geist willig,

beim Sport aufzugeben, wird

das Fleisch sofort schwach.

995

Januar 21, 2021

Cam-Aktivierung

bei dem Videomeeting

unter Gruppenzwang.

994

Januar 21, 2021

Die Leute scheinen

mehr Rücksicht zu nehmen

beim Schlangestehen.

993

Januar 21, 2021

Gut ausgeschlafen,

alle Zweifel zerstoben,

ruhe in mir selbst.

977

Januar 17, 2021

Bin seit einem Jahr

so gelassen und glücklich

wie nie zuvor.

965

Januar 14, 2021

Bin derjenige,

der schon immer gesagt hat,

dass es so nicht klappt.

964

Januar 14, 2021

Sorglose Jungens

sowie störrische Alte

sind nicht zu stoppen.

961

Januar 12, 2021

Das Allerschlimmste

am Reflux, dass er einen

auf sich zurückwirft.

956

Januar 11, 2021

Die Impfbereitschaft

des Pflegepersonals liegt

bei fünfzig Prozent.

955

Januar 11, 2021

Woran liegt es nur,

dass die Leute neuerdings

so empfindlich sind?

930

Dezember 30, 2020

Auf dem Weg zurück

läuft sie voraus, blickt zu uns

und hebt die Pfote.

928

Dezember 29, 2020

Sie will aufs Sofa,

traut sich aber den Sprung nicht

und verschmäht Hilfe.

910

Dezember 23, 2020

Die Yorkshire-Hündin

will dauernd mit mir spielen,

gibt aber nichts her.

Finalität

Dezember 21, 2020

Das Gefühl, dass sie

um mich herum sterben

wie die Fliegen

und dass mich

jeder neue Tod

immer mehr mitnimmt

und ich so dünnhäutig

werde, dass man von außen

in mich reinsehen kann.

888

Dezember 16, 2020

Wenn man immer nur

mit dem Schlimmsten rechnet, dann

tritt es meist nicht ein.

Deux, trois pensées d’un jongleur

Dezember 4, 2020

Ich frage mich, ob ich besser oder schlechter jonglieren würde, wenn der nächste runtergefallene Ball mein Todesurteil wäre. Natürlich mit einer vorher definierten Mindestwurfzahl z. B. 300. Man muss dazu sagen, ich zähle die Würfe beim Jonglieren und zwar laut. Ich glaube, es würde keinen Unterschied machen. Beim Jonglieren ist man so im Jetzt da lauert die Gefahr hauptsächlich darin, dass man sich ablenken lässt, dass man anfängt, zu denken. Im Moment des Jonglierens würde das über einem schwebende Fallbeil nichts ändern. Während des Jonglierens würde ein Denken daran das Risiko zu versagen sogar eher vergrößern da man ja gerade im Automatismus, sozusagen auf Autopilot sein muss, um es zu schaffen. Da braucht man keine Zusatzmotivation.

Obwohl es sein könnte, dass ich vor Publikum fehlerfreier jongliere als ohne. Weil die Konzentration eine andere ist. Sich vor anderen zu blamieren ist einfach etwas anderes als dies vor sich selbst zu tun. Kann es sein, dass die Eitelkeit stärker ist als die Todesangst? Seltsamer Gedanke.

Ein Fehler, der mir oft passiert ist es, mich in Sicherheit zu wiegen. Sagen wir, ich habe mir 300 Würfe vorgenommen und ich habe 250 geschafft. Wenn ich jetzt anfange zu denken, dass ich schon fast am Ziel bin, der Rest ist ein Klacks, dann ist das der Beginn eines Abschweifens von den Objekten, die im Fokus stehen, den in der Luft fliegenden Bällen und rächt sich meist sofort. Oder ganz ähnlich, ich bin kurz vor dem Ziel und mache mir bewusst, dass ich fast da bin und es schaffen muss. Dann werde ich nervös und verkrampfe mich und mache einen Fehler. Entweder werfe ich zwei Bälle gegeneinander oder schaffe es nicht, einen Ball zu fangen weil z. B. die Würfe nach oben nicht senkrecht genug sind.

Ich kann es bis heute nicht fassen, dass ich noch mit über 35 jonglieren gelernt habe. Damals einfach aus einer schriftlichen Anleitung, erst mit zwei dann mit drei Bällen, schönen bunten Jonglierbällen, die super in der Hand liegen. Man muss es sich trauen, etwas üben und es kommt dann irgendwann. Es wird aber für mich immer ein Wunder bleiben. A propos Jonglierobjekte, habe ich das schon mal geschrieben im Blog? Ich glaube in Boston war es, da sahen wir einen Typen, der hat doch tatsächlich mit Toastern jongliert.

859

Dezember 3, 2020

Die Inspektion

per Überweisung bezahlt.

Hier traut man sich noch.

786

November 13, 2020

Langes Wachliegen

bis zum Klingeln des Weckers.

Danach Entspannung.

767

November 9, 2020

(Er:) Neue Klamotten?

Schon wieder? Wozu denn nur?

(Sie:) Zum Tragen, was sonst?

765

November 8, 2020

Ein Tag, an dem man

das Gefühl hat, die Leute

freu’n sich, uns zu seh’n.

762

November 8, 2020

Menschen mit Demenz

haben keine Sorgen mehr,

und das hält (sie) jung.

[Martina Bergmann – Mein Leben mit Martha]

750

November 7, 2020

Eigene Lügen

zu glauben, ist leichter als

wirklich zu lügen.

711

Oktober 25, 2020

Aus der Traurigkeit

wurde erst „Dankbarigkeit“

und dann Dankbarkeit.

689

Oktober 15, 2020

Unser’n letzten Kampf

können wir nur gewinnen,

wenn wir loslassen.

684

Oktober 13, 2020

Immer, wenn ich mich

nicht um Nachrichten schere,

bin ich dem Glück nah.