Archive for the ‘psych’ Category

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September 28, 2020

Vor der Reaktion

zuerst einmal ganz ruhig

ein- und ausatmen.

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September 22, 2020

Gelassen bleiben,

wenn Leute auf Feldwegen

nicht zurückgrüßen.

Changes

März 12, 2012

Hat das Fasten irgendetwas in mir verändert bzw. angestoßen? Ja, ich glaub schon und zwar

1. Habe ich 5-6 Pfund verloren und fühle mich leichter. Ich bewege mich übrigens jetzt am oberen Rand des Normalgewichts nach BMI.
2. Esse ich bewusster, kaue ich langsamer, genieße ich das Essen länger und mehr.
3. Werde ich viel schneller pappsatt als vor dem Fasten.
4. Möchte ich (mehr) kochen.
5. Ekle ich mich gerade vor Fleisch.
6. Denke ich ernsthaft darüber nach, vor dem Essen zu beten.
7. Bin ich etwas gelassener geworden und nicht mehr ganz so gereizt wie vorher, scheint mir.
8. Möchte ich bald wieder fasten.
9. Möchte ich beim nächsten Mal ein richtiges Tagebuch schreiben.
10. Möchte ich Fasten und Wandern kombinieren.
11. Möchte ich gemeinsam mit C. fasten.
12. Habe ich als Extremzukunftsprojekt sogar 40 Tage Fasten vor Augen (Moses, Buddha & Jesus können nicht irren), das Buch von einem, der es gemacht hat, habe ich mir schon gekauft.
13. Habe ich seit über eine Woche keinen Kaffee getrunken und habe auch jetzt keine Lust darauf.
14. Habe ich seit über einer Woche nicht mehr ferngesehen und vermisse es auch nicht.

6:03 Bark Psychosis – Shapeshifting (2004)

März 22, 2011
https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JYjBiNjIzZjYtMDIyZS00MzI2LTg0ZTEtZWFiNjAzZmE0MTFj&export=download&hl=de

All you people make me ill
You’re not really touching me

Just one comforting thought when I left the apartment this morning: At least I am not alone. I have got some good company which does not leave me. Never. My blues.

***

Sorry to Mark Tranmer and Roger Quigley from the Montgolfier Brothers. I could have chosen the simple and melancholic Between Two Points from Seventeen Stars as well. And I could have written more or less the same words. Sad music is so soothing.

(The list of all 363 selections since 1st February 2010 is here).

bleib bei mutti

März 9, 2011

ein bisschen angst macht mir dieser hype um guttenberg schon. niemand konnte mir bisher sagen, was an diesem windbeutel so toll sein soll, aber jede menge leute halten ihn für einen fähigen politiker. das erinnert mich doch ein bisschen an einen gewissen h., dem die deutschen damals auch wie dem rattenfänger von hameln hinterhergelaufen sind. ich sag mal so, wenn der guttenberg je in die hohe politik zurückkommen sollte, dann seh ich für deutschland ziemlich schwarz. nach der art und weise zu urteilen wie der seinen lebenslauf frisiert hat, hat der gute mann übrigens einen riesigen minderheitskomplex. so etwas kann sehr schnell umschlagen in eine allmachtsphantasie. womit wir wieder bei h. wären. jetzt will ich über den lackaffen aber wirklich nichts mehr schreiben müssen.

Auf dem Jakobsweg gelesen

Dezember 6, 2010


Das ist gleichzeitig eine idealistische wie auch eine pragmatische Perspektive. Man könnte mit einer Betonung des existentialistischen Aspekts auch sagen: „Die Freude ist in uns oder sie ist nicht.“ Das würde mir als kategorische Aussage fast noch besser gefallen. Ist aber als Satz etwas freudlos…

2:29 Nick Drake – Day Is Done (1969)

September 1, 2010
https://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JN2FjNTEzY2EtZTdhMi00ZjYwLTk2OTctMGEwY2U5NGEzOThk&export=download&hl=de

When the day is done
Down to earth then sinks the sun
Along with everything that was lost and won

Gestern morgen als ich aus dem U-Bahnschacht am Hausvogteiplatz heraustrat Richtung Gendarmenmarkt sah ich einen Mann, der ein Rad schob. Er war vielleicht sechzig und normal gekleidet. Ich habe ihm ins Gesicht gesehen und schon sprach er mich an. Ich dachte erst, er wolle nach dem Weg – z.B. zur Werderschen Kirche – fragen, aber er war kein Tourist. Er bat mich darum, mir eine Frage stellen zu dürfen. Er würde draußen leben – jetzt fiel der Groschen bei mir – und es wäre sehr schwierig und blablabla. Seine Frage hat er mir nie gestellt, ich habe ihn vorher unterbrochen. Ansonsten hätte er mir wahrscheinlich lang und breit seine traurige Lebensgeschichte erzählt. Um das zu verhindern, habe ich ihm ganz schnell einen Euro gegeben. An ihm hat mich seine Professionalität beeindruckt, er achtete sehr gut auf sein Äußeres, seine Fassade war noch völlig ok. Ich weiß nicht, ob es seine Masche war oder ob es eher zufällig war weil ich ihn unterbrochen habe, aber im Grunde hat er mich gar nicht explizit angebettelt. Was bestimmt auch wichtig für Bettler ist, ist zur richtigen Tageszeit aktiv zu sein. Und morgens gegen neun ist garantiert eine gute Zeit, da die Leute noch leicht verschlafen und noch nicht so abgebrüht sind. Mit jedem Schnorrer, der einem im Laufe des Tages über den Weg läuft, wird man immuner, was dessen Probleme angeht. Das Ziel eines Bettlers muss es sein, der Erste zu sein. In diesem Business gilt ganz besonders: „The early bird catches the worm“. Was ich noch vergessen habe zu erwähnen, „mein“ Bettler hatte einen ganz leichten süddeutschen Singsang drauf, der mich so sanft und ernst vorgetragen auch positiv in seinem Sinne beeinflusst hat. Und Nietzsche hat natürlich trotzdem den Nagel auf den Kopf getroffen: „Bettler aber sollte man ganz abschaffen! Wahrlich, man ärgert sich, ihnen zu geben, und ärgert sich, ihnen nicht zu geben.“ „Mein“ Bettler hat sich nämlich selbst abgeschafft. Nach außen hin hat er nicht die Rolle eines Bettlers gespielt, er war noch er selbst und nicht jemand, der seine Selbstachtung das Klo runtergespült hat.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 186 Stücke ist hier.)

4:00 The Smiths – Well I Wonder (1985)

Mai 6, 2010
http://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JZTcyMzNmMjgtYmZkMC00NzA5LTg4OGEtMjEyYWM1OTdmNmJi&export=download&hl=de

Well I Wonder
Do you hear me when you sleep?
I hoarsely cry

ich bin müde und zerschlagen (ich kann in berlin nicht vernünftig schlafen, gehe halb eins ins bett und wache halb fünf auf und wälze mich, nicht nur wegen der fehlenden rolladen aber auch), mir tut der hals weh (die schmacht bleibt, als wäre meine kehle radioaktiv verseucht, halbwertzeit 1000 jahre) und der rücken schmerzt jetzt auch in diesem ikea-ledersessel. und das schlimmste ich befinde mich in einer tiefen depression. (wieso sind depressionen eigentlich immer tief? sind sie es überhaupt? hilft es dem deprimierenden, wenn er realisiert, dass seine depression nicht tief ist, oder deprimiert es ihn noch mehr?). dieser post ist einfach stream of consciousness und hat nicht unbedingt was mit dem lied zu tun. heute und gestern war ein typ in der u2, der spielte saxophon. in der u2 sind auf dem weg von hausvogteiplatz zum bahnhof zoo eigentlich immer musikanten oder solche die sich dafür halten drin. das besondere an dem saxophonisten war, dass er anders war. zum einen wegen des instrumentes, die meisten spielen gitarre oder akkordeon – sodann weil er ganz ok gekleidet war, also offensichtlich kein penner. außerdem spielte er ein unaufdringliches, lyrisches jazzstück, scheiße ich weiß nicht wie es heißt, aber es ist sehr bekannt. zudem spielt er ziemlich lange. also nicht nur von einer station zur nächsten sondern eher über zwei stationen. diesem musiker gebe ich kein geld obwohl er der beste ubahnmusiker ist, den ich bisher gehört habe. seine musik nervt nicht. das ist eigentlich für mich die hauptmotivation, geld zu geben. die musik ist so schlecht gespielt und nervt so dermaßen, dass ich mitleid mit dem musikanten kriegt. na ja dieser kriegt jedenfalls nix von mir – es kriegt sowieso nur der erste bettler, der mir am tag über den weg läuft die 50 cent, die ich morgens in meine jackentasche tue und diesen sehe ich erst am abend also ist er meist nicht der erste – weil ich genau weiß, dass er von den anderen was kriegen wird. heute war eine gruppe französische schüler in der pubertät in der u2. sie klatschten nach der performance und der eine junge gab dem bettler was. ich hab jetzt noch in 77 lieder reinzuhören und muss packen und und und. ach und was ich vergessen habe, mein auto ist im arsch. die pumpe-düse will nicht mehr so richtig, esp fällt dauernd aus, die leistung fällt ab und ich komme kaum noch die berge zwischen bad hersfeld und eisenach hoch. meine autos halten immer knapp 10 jahre. der erste von 1990-2000, der zweite von 2001-2010. jeweils etwas mehr als 100.000 km, ich glaube der erste hatte mehr. ein fingerzeig des himmels: was zum teufel soll ich mit einem auto in berlin? wir sind jedenfalls jetzt erstmal ne woche in laroque bei perpignan.

(Die Liste aller seit 1. Februar [5:34] ausgewählten 95 Songs ist hier.)

Liebes Blog,

Januar 13, 2010

ich möchte Dir etwas sagen, das ich noch keinem gesagt habe. Ein großes Geheimnis. Meinst Du, Du kannst es für Dich behalten? Wenn nicht Du, wer sonst? Du redest nicht mit anderen, ich weiß es, Du bist verschwiegen wie ein Grab. Was hättest Du schon davon, auch nur einer Menschenseele von meinem intimen Bekenntnis zu erzählen? Absolut gar nichts. Und wenn ich sie in Dich hineinschreibe, meine Beichte, dann sinkt sie hinab auf den Grund des Netzes und niemand wird sie je von dort wieder hervorholen können. Weißt Du was, liebes Blog? Ich hab es mir nochmal überlegt. Ich sage Dir jetzt doch nicht mein Geheimnis. Da könnte ich es ja genauso gut für mich behalten. Geheimnisse sagt man Menschen, die sie weitererzählen können. Ohne diesen Kick macht es keinen Spaß. Den nennt man übrigens Vertrauen.

saviour’s sex

März 28, 2009

William ist von einer Mission beseelt: Er ist überzeugt, dass die Welt in wenigen Stunden untergehen wird – und dass er berufen ist, sie zu retten. Als Einziger hat er die Zeichen erkannt und gedeutet, und jetzt muss er sich beeilen und die überhitzte Welt abkühlen, bevor sie verglüht. Lektürefetzen zur Klimakatastrophe haben sich in seinem Kopf mit diffusen Erlösungsphantasien zu einer bizarren, in sich aber vollkommen schlüssigen Überzeugung verquickt: Die Welt ist in ihm, deshalb kann er sie, indem er sich selbst abkühlt, mitabkühlen. Für diesen Temperatursturz aber muss er ein Opfer bringen, das ihn, ganz wie der Anblick von Geld, mit Sehnsucht und Ekel zugleich erfüllt: Er muss mit jemandem Sex haben.

(Aus einer Besprechung von John Wray’s Retter der Welt (Originaltitel: Lowboy))

my bad humour is just an illusion

März 17, 2009

Das nicht mehr Rauchen hat viele allüberall ausgebreitete Vorteile, die ich jetzt hier nicht wiederholen möchte. Dass man gefühlte zehn mal so oft schlechter Laune ist wie bevor man mit dem Rauchen aufgehört hatte, gehört auf den ersten Blick nicht dazu. Dreht man den Spieß um, dann kann man allerdings sagen, dass die schlechte Laune eigentlich gar keine ist weil sie nur daher stammt, dass man sein Nikotinquantum nicht gehabt hat und nicht weil man auf irgend jemanden im Besonderen oder auf die Welt im Allgemeinen sauer ist. Für meine Miesepetrigkeit könnt ihr alle nichts, das ist nur der böse Nikotinteufel in mir. Wenn das mal kein beruhigendes Wort zum Tagesausklang ist.

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Februar 23, 2009

Bei den einen ist die Fassade interessanter als das, was dahinter steckt, bei den anderen ist es umgekehrt.