Archive for the ‘sport’ Category

Altersschreck

September 27, 2022

1972 war Jesse Owens ein Jahr jünger als ich heute bin. Jesse Owens, der 1936 zu einem Zeitpunkt, der für mich in der Frühgeschichte der Menschheit liegt, auf dem Höhepunkt seines Lebens war. Während 1972 für mich vorgestern war. Ein ziemlich aufregendes Jahr. Ein Jahr, das in gewisser Weise den Beginn der modernen, unsicheren Zeit darstellt. Ich lese gerade ein Buch über die Olympischen Spiele in München. An die Namen vieler Olympiasieger erinnere ich mich noch.

2433

September 26, 2022

Am folgenden Tag

nach Ergometer-Einheit:

Der Gang federleicht

2429

September 25, 2022

Joggende Frauen,

die mich erst überholen,

dann weitergehen

2422

September 24, 2022

Ein Kapitelchen

für jeden Kilometer

bis zum Zieleinlauf

[Matthias Politycki – 42,195]

2355

August 27, 2022

Fast schwarz vor Augen

bei dem Zähneputzen nach

Ergometertrip

2354

August 27, 2022

Am Ledersessel

klebt der verschwitzte Rücken,

löst sich langsam ab

2350

August 25, 2022

Unter dem Radar

an allen vorbeiflitzen:

Liegeradfahrer

2345

August 24, 2022

Ein im Video

sich dahinschleppender Typ.

Ach Mist, das bin ich!

[b2run Berlin]

2339

August 23, 2022

Knie hat gehalten

Kollegen kennengelernt

T-Shirt durchgeschwitzt

[b2run Berlin]

2284

August 6, 2022

Mit einem Kopfsprung

ins seichte Wasser sterben

nur meist junge Männer

2280

August 5, 2022

Korrelation

zwischen Ausgeschlafenheit

und leichten Beinen

2253

Juli 23, 2022

Morgenschwimmrunde

Wasser vierundzwanzig Grad

Am Strand von Racou

2252

Juli 22, 2022

Befreit aufspielen

ohne Würfe zu zählen:

Jonglierhamsterrad

2251

Juli 22, 2022

Karambolage,

Fangfehler, seitlicher Wurf,

Kein Fang-Wurf-Umstieg

2248

Juli 20, 2022

Morgenluft schon lau

„Kalte“ Dusche erfrischt noch

nach Joggingrunde

2244

Juli 18, 2022

Unten St. Génis,

Anstieg rauf nach Villelongue

Auslauf bis Laroque

[Langversion]

2241

Juli 18, 2022

Um sieben gejoggt

Thermofenster ausgenutzt

Bachstelze fliegt vor

2219

Juli 9, 2022

Im Hängesessel

mit Pomuskeln rotierend

unterm Apfelbaum

2205

Juli 3, 2022

Einsamer Morgen

Jog durch gemähte Wiesen

Im Heu versunken

2196

Juni 30, 2022

Nach Sport kalt duschen

und nie mehr damit aufhör’n,

zum Fisch mutieren

2156

Juni 17, 2022

Kaninchen en masse

Elektrorollstuhlfahrer

Drei Walkerinnen

2142

Juni 11, 2022

Mit jedem Laufschritt

klebt nasses T-Shirt fester

an Oberkörper.

2132

Juni 9, 2022

Auf nur einem Bein

mit drei Bällen jonglieren:

noch Luft nach oben

2105

Mai 29, 2022

Meister Lampe lacht

über hundert Kilo Mensch,

spurtet Feld entlang.

2090

Mai 21, 2022

Weicher Fall ins Gras

Gänseblümchenwiesenmahd

Klinker erneuert

2079

Mai 15, 2022

Jog durchs hohe Gras

Mäusebussard getroffen

Brennnesseln gespürt

2062

Mai 8, 2022

Körper und Geist sind

auf drittem Kilometer

grad‘ eingelaufen.

2060

Mai 8, 2022

Auf Ergometer

30 Sekunden Endspurt

mit 40 Stuckis

2045

Mai 1, 2022

Laufgruppe schwenkt ein.

Der Abstand wird nicht kleiner.

Sie dreht nach links ab.

2040

April 29, 2022

Knie schmerzt. Umgeknickt.

Beine schwer. Durchgebissen.

Warte auf S-Bahn.

2026

April 21, 2022

Morgens und abends

geh’n bis Feder entspannt ist.

Aufziehmännchen sein.

2019

April 18, 2022

Die Sonne geht auf.

Zwischen sattgrünen Wiesen

ein langer Schatten.

2014

April 16, 2022

Elster auf Holzzaun

Sehr grüßfreundliche Menschen

Die Moersbachschnellen

2011

April 15, 2022

Kaninchen, Tauben

Windrad im Morgennebel

curro ergo sum

1994

April 10, 2022

Acht Stunden gepennt.

Frostige Streuobstwiesen

bei Sonne durchrannt.

1968

April 3, 2022

‚Waow!‘, rief die Frau,

als ich in kurzer Hose

bei Frost vorbei lief

1965

April 3, 2022

40 Minuten

Jogging bei sonnigem Frost

Prime Time mit mir selbst

1949

März 27, 2022

Morgensonnenjog.

Weit weg dröhnt es dumpf. Erst Schreck.

Ist nur die S-Bahn!

1932

März 20, 2022

Der Boden steinhart

Locker zwei Runden gejoggt

Die Kniee halten

1898

März 12, 2022

Seit knapp 5 Monaten

erster Doppelrundenjog

Zeit nebensächlich

1883

März 6, 2022

Boden gefroren

Sonne blinzelt durch Wolken

Hundeleut‘ grüßen

1872

Februar 20, 2022

Windböen, Niesel.

Mit beschlagener Brille

durch Matschwies’n gerannt.

1862

Februar 17, 2022

Auf der Wand vor mir

drei sich jagende Schatten.

Das Jongliergleichnis.

1857

Februar 13, 2022

Morgensonnengruß

Obstwiesen zugefroren

Es knackt und knistert

1815

Januar 30, 2022

Joggen in T-Shirt

– egal bei welchem Wetter –

und kurzer Hose.

Rundlauf Laroque – Saint Génis – Villelongue – Laroque

Dezember 26, 2021

Gehe Kiesel-Auffahrt hoch,

das Tor bereits halb geöffnet,

nach nur wenigen Laufschritten

fühle ich das linke Knie,

gehe es langsam an,

links den asphaltierten Chemin de la Boutade hinab,

vor mir hinter einem rötlich-braunen,

in Morgensonne getauchten Streifen

die Corbières,

rechts ist das Mittelmeer zu erahnen,

davor in der Ebene,

die weiße Kathedrale von Elne,

links zum Greifen nah,

jedoch nur schwer erreichbar,

der langgezogene, mit Puderzucker bestreute

Bergrücken des Canigou-Massivs,

schneeweiß, jungfräulich,

in der Sonne glänzend,

die Landschaft vollkommen beherrschend,

vor der Doppelkurve

mit dem Schlenker

das Ortsausgangsschild,

laufe vor einer Linkskurve

rechts in das Wäldchen hinein,

über die Straße

dann zwischen alten Weinstöcken,

an der kleinen Brücke am Ortsrand von Saint Génis

der tiefste Punkt der Tour,

nun geht es aufwärts, erst leicht,

dann 100 m Steigung rauf zwischen den Pinien,

am Himmel die Halbmondsichel, abnehmend

rechts daneben fliegt

ein die Sonne reflektierendes

Propellerflugzeug durchs Bild,

vor mir im Hintergrund

erheben sich die grün bewaldeten Albères,

auf der rechten Straßenseite

– ich laufe links –

geht ein Paar mit zwei Hunden,

sie leinen sie beide an,

der Schäferhund schweigt,

der kleine Köter kläfft

als ich vorbeilaufe,

nun im Einfamilienhaus-Neubaugebiet

von Villelongue,

am Friedhof vorbei

hinaufgeschnauft ins Ortszentrum,

die enge Kurve

vor der Départmentale nach Laroque

schneidet ein dunkler französischer Kleinwagen

fährt Millimeter an mir vorbei,

ich kann mich gerade noch

an die mit Wein bewachsene

Hauswand schmiegen,

noch ein paar Meter

bis zum Zebrastreifen,

dem höchsten Punkt,

in der Ferne

der Pic Martineau,

lasse die Beine locker auslaufen,

den Berg hinab

bis zum Ortsausgang,

dann rechts quer durch

ein Stück Wiese

hinunter zur ersten Brücke

hinter der Kurve,

die Straße wieder eben,

der Himmel voller Schäfchenwolken,

eine Amsel singt ihr Morgenlied,

rechts vor mir Schleierwolken

links unterhalb des Néolous,

da wo die Albères

langsam zum Mittelmeer hin auslaufen,

versucht die Sonne aufzusteigen,

überquere noch zwei Brücken,

vor mir zwei Frauen,

die eine jung, die andere alt,

was ich erst sehe

als ich sie links überhole,

setze zum Endspurt an,

direkt vor dem Ortseingangsschild

geht das Tor auf.

[33:18]

1736

Dezember 24, 2021

A jogging group that

meets daily before sunrise

in all big cities.

1735

Dezember 24, 2021

Canigou versteckt.

Frischen Jogger überholt.

Am Ende spurtlos.

1704

Dezember 6, 2021

Der Typ, der abends

zehn Runden um den Block läuft

in kurzer Hose.

1682

November 21, 2021

Orgeldrones pushen

zu Hundertertrittfrequenz

auf Ergometer.

[Anna von Hauswolff – Theatre of Nature]

1646

November 6, 2021

Baumsilhouetten

schälen sich aus Frühnebel.

Sinke ins Geläuf.

[20:22]

1625

Oktober 24, 2021

Kaninchenblumen.

Leuchtende Gassigeher.

Jog ins Morgenrot.

1620

Oktober 17, 2021

Von der Dämmerung

in das Morgenlicht gejoggt.

Wolkendecke dicht.

1613

Oktober 10, 2021

Drehe Laufrunde,

sehe fern am Horizont

Sonne aufgehen.

1582

September 4, 2021

Morgenfrische-Jog.

Fenchel-, Kamillendüfte.

Spätsommer gibt Gas.

1533

Juli 20, 2021

Ein Zusammenspiel

von Händen, Augen, Gehirn,

Bällen und Schwerkraft.

1524

Juli 16, 2021

Auf Ergometer

klatschnass geschwitztes Handtuch

völlig auswringen.

1501

Juni 24, 2021

Hoher Ruhepuls.

Warm. Anfangs langsamer Tritt.

Durchgebissen. Yeah!

1487

Juni 15, 2021

Lange Schürfwunde

am Schienbein nach missglücktem

Mini-Trimm dich-Sprung.

1482

Juni 13, 2021

In Streuobstwiesen

den kühlen Sommermorgen

am Schopfe gepackt.

1465

Juni 4, 2021

Die Brille beschlägt

beim Sommermorgenjogging.

Nachschweiß strömt nur so.

1457

Mai 31, 2021

Karnickel verschreckt.

Kornweihe vom Ast verscheucht.

Am Moersbach gejoggt.

1446

Mai 28, 2021

Die Mensch-Maschine

und das Radergometer:

Hochzeit im Himmel.

1430

Mai 22, 2021

Erst als ich weglauf,

bellt der Hund, den ich joggend

überholt habe.

1425

Mai 20, 2021

Richtig ausatmen,

um genug Platz zu schaffen

für den Sauerstoff.

1423

Mai 19, 2021

Werfen statt denken.

Mit den Bällen verschmelzen.

So geht Jonglieren.

1395

Mai 11, 2021

Der Rückwärtsläufer

läuft auf dem Hinweg vorwärts

und zurück rückwärts.

1361

Mai 1, 2021

Dreh‘ Haiku nach links:

Zwei Bälle in den Händen,

ein Ball in der Luft.

1360

Mai 1, 2021

Sonne steht schon hoch.

Jogging mit Vogelkonzert

in Streuobstwiesen.

1347

April 26, 2021

Zeit aufgehalten.

So gut wie 2005

mit 2-9-0 Watt.

1332

April 22, 2021

Maximalleistung

auf Hometrainer nicht erhöht.

Ruhepuls zu hoch.

1314

April 14, 2021

Wurfbahnen, die sich

im Unendlichen schneiden.

So geht Jonglieren.

1310

April 12, 2021

Sitz‘ auf Lieblingsbank.

Drei Radler pesen vorbei.

Der Gegner: die Zeit.

1283

April 5, 2021

Gravitation

so einsetzen, dass Bälle

in Hände fallen.

1274

April 3, 2021

Nimm die drei Bälle.

Guck unfokussiert nach vorn.

Es kann losgehen.

1255

März 28, 2021

Ganz locker bleiben.

Etwas erzwingen wollen,

führt selten zum Ziel.

1244

März 25, 2021

Karambolage.

Auf Boden nieder prasselt

Jonglierballreigen.

1216

März 19, 2021

Voll aufgedreht nach

morgendlichem Sport-Exploit

für Rest des Tages.

1198

März 15, 2021

Der Rückwärtsläufer

guckt nach vorn, rennt nach hinten.

Oder umgekehrt.

1196

März 15, 2021

Jonglieren ist wie

Meditieren mit Folgen.

Abschweifung rächt sich.

1190

März 13, 2021

Trotz hohem Startpuls

recht niedriger Endpuls dank

gefundenem Tritt.

1183

März 11, 2021

Siebenundzwanzig

Minuten können einen

ganzen Tag retten.

1171

März 8, 2021

Nicht genug Selbsthass,

um auf dem Ergometer

zum Ziel zu kommen.

1099

Februar 16, 2021

Eintausend Würfe

bei der Dreiballjonglage.

Rund fünf Minuten.

1081

Februar 11, 2021

Warum sich quälen,

wenn schon ein Teil des Kraftakts

zum Wohlgefühl führt?

1063

Februar 6, 2021

Sich erst auspowern,

dann jede Muskelfaser

einzeln entspannen.

1037

Januar 30, 2021

Zwei km vor Ziel

auf Ergometer entgleist:

Senkel um Kurbel.

1027

Januar 28, 2021

Ist der Geist willig,

beim Sport aufzugeben, wird

das Fleisch sofort schwach.

1026

Januar 28, 2021

Bei Einbruch der Nacht

tänzelt der Rückwärtsläufer

frank an mir vorbei.

1010

Januar 24, 2021

Buttermilchgenuss

nach Schwitzen auf Hometrainer.

Himmel auf Erden.

933

Dezember 31, 2020

Erst zwackt das linke,

dann tut das rechte Knie weh.

Schließlich Wadenkrampf.

922

Dezember 28, 2020

Die neuen Häuser

bejubeln meinen Einlauf

ins Dorf Villelongue.

921

Dezember 28, 2020

Die Welt ist noch da,

das größte Wunder und dann,

dass ich laufen kann.

912

Dezember 24, 2020

A l’aube je double

les éboueurs qui m’observent

avec des grands yeux.

911

Dezember 24, 2020

Im Morgengrauen

sachte gejoggt wegen Knie.

Canigou in clouds.

907

Dezember 22, 2020

Wirf die Bälle hoch

und pflücke sie in der Luft.

Und wieder von vorn.

Laufen

Dezember 20, 2020

Die Geschichte vom Laufen. Laufen, um von etwas wegzukommen. Mit dem eigenen Körper das System Weißer Hirsch ausschwitzen, wegarbeiten, aus sich rauskriegen. Schritt für Schritt. Bis ich so schnell rennen konnte, dass ich aus mir rauslaufen würde. Der Körper sollte herhalten, um in einen Zustand zu kommen, der nur mir allein gehörte. Ganz vorn war der. Und da so schnell demmeln, dass ich nicht mehr erreichbar sein konnte von niemanden und nichts. Darum ging es.

[Ines Geipel – Mauerkinder, S. 93/94]

867

Dezember 6, 2020

Die Füße schmatzen

auf stark durchweichtem Boden,

der kaum Halt bietet.

Deux, trois pensées d’un jongleur

Dezember 4, 2020

Ich frage mich, ob ich besser oder schlechter jonglieren würde, wenn der nächste runtergefallene Ball mein Todesurteil wäre. Natürlich mit einer vorher definierten Mindestwurfzahl z. B. 300. Man muss dazu sagen, ich zähle die Würfe beim Jonglieren und zwar laut. Ich glaube, es würde keinen Unterschied machen. Beim Jonglieren ist man so im Jetzt da lauert die Gefahr hauptsächlich darin, dass man sich ablenken lässt, dass man anfängt, zu denken. Im Moment des Jonglierens würde das über einem schwebende Fallbeil nichts ändern. Während des Jonglierens würde ein Denken daran das Risiko zu versagen sogar eher vergrößern da man ja gerade im Automatismus, sozusagen auf Autopilot sein muss, um es zu schaffen. Da braucht man keine Zusatzmotivation.

Obwohl es sein könnte, dass ich vor Publikum fehlerfreier jongliere als ohne. Weil die Konzentration eine andere ist. Sich vor anderen zu blamieren ist einfach etwas anderes als dies vor sich selbst zu tun. Kann es sein, dass die Eitelkeit stärker ist als die Todesangst? Seltsamer Gedanke.

Ein Fehler, der mir oft passiert ist es, mich in Sicherheit zu wiegen. Sagen wir, ich habe mir 300 Würfe vorgenommen und ich habe 250 geschafft. Wenn ich jetzt anfange zu denken, dass ich schon fast am Ziel bin, der Rest ist ein Klacks, dann ist das der Beginn eines Abschweifens von den Objekten, die im Fokus stehen, den in der Luft fliegenden Bällen und rächt sich meist sofort. Oder ganz ähnlich, ich bin kurz vor dem Ziel und mache mir bewusst, dass ich fast da bin und es schaffen muss. Dann werde ich nervös und verkrampfe mich und mache einen Fehler. Entweder werfe ich zwei Bälle gegeneinander oder schaffe es nicht, einen Ball zu fangen weil z. B. die Würfe nach oben nicht senkrecht genug sind.

Ich kann es bis heute nicht fassen, dass ich noch mit über 35 jonglieren gelernt habe. Damals einfach aus einer schriftlichen Anleitung, erst mit zwei dann mit drei Bällen, schönen bunten Jonglierbällen, die super in der Hand liegen. Man muss es sich trauen, etwas üben und es kommt dann irgendwann. Es wird aber für mich immer ein Wunder bleiben. A propos Jonglierobjekte, habe ich das schon mal geschrieben im Blog? Ich glaube in Boston war es, da sahen wir einen Typen, der hat doch tatsächlich mit Toastern jongliert.

844

November 28, 2020

Collies begleiten

meine Laufbewegungen

mit bösem Bellen.