Danach sollen Finanzinstitute ihre derzeit unverkäuflichen Wertpapiere in Zweckgesellschaften zwischenlagern und so mit ihren dann gereinigten Bilanzen wieder Vertrauen im Markt zurückgewinnen. (q)
Träume ich jetzt oder was? Da kommen sie doch her, die Schrottpapiere, die verbrieften faulen Kredite. Es gibt sie doch nur weil die Banken sie in Zweckgesellschaften außerhalb ihrer Bilanzen ausgliedern konnten. Sie jetzt dort wieder hin zu manövrieren ist ja wohl die totale Bankrotterklärung der Regierung. Die Banken tanzen Steinbrück, Merkel et al. auf der Nase herum. Die machen einfach so weiter als wäre nichts geschehen. Fahren im 1. Quartal sogar fette Gewinne ein. Und Ackermann schwadroniert wieder von Renditezielen, die nur erreicht werden können, wenn der Staat, also wir, die Banken dann wieder rausboxen, wenn es in die Hose gegangen ist. Aber vielleicht bin ich ja nur zu blöd, das alles zu kapieren. Hoffen wir mal, dass es so ist.
Zuerst erschienen 1970 auf Abraxas, 1974 dann als Single aus einer Hitkompilation ausgekoppelt.
Die Siebziger waren musikalisch gar nicht so langweilig wie sie mir in der Erinnerung bis vor kurzem erschienen. Sie waren nicht nur das überproduzierte Wasteland aus Progrock, Jazzrock, Glam, Soul, Funk, MoR, Schwedenpop, Schlager usw. Sie waren auch und vor allem das, das stimmt schon, aber sie hatten auch ziemlich gute Musik zu bieten. Und das Erstaunlichste ist, dass ich sie sogar zum Teil gehört habe obwohl ich in den Siebzigern zwischen sechs und sechzehn war und somit nicht unbedingt die Musiktrends jenseits des Mainstreams kennengelernt habe. Ich fange jetzt mal eine lose Reihe mit Posts über Tracks aus den Siebzigern an, die mir mit guten Erinnerungen im Hirn haften geblieben sind und die ich auch heute noch gelegentlich, wenn ich in einer nostalgischen Stimmung bin oder mich in eine versetzen lassen will, gerne höre. Bei sehr vielen Songs aus der Zeit ist das nicht der Fall. Hierunter fällt z.B. das Gesamtwerk von Abba und auch die Fistelstimme des Supertrampsängers Roger Hodgson ertrage ich nicht mehr. Von Freddie Mercury und Queen will ich jetzt gar nicht anfangen.
Samba pa ti (auf deutsch: Samba für dich) habe ich zum ersten Mal Mitte der Siebziger in einer TV-Vorabendserie gehört. Ich glaube es wurde gespielt als sich gerade eine Liebesgeschichte zwischen einem Mädchen und einem Jungen anbahnte. Auf jeden Fall war ich beim ersten Hören sofort hin und weg. Das Instrumental wurde in meinen Gedanken sofort das ultimative Bluesstück. In Frankreich sagt man übrigens erstaunlicherweise slow zu dem Tanz bei dem sich die Partner eng umschlingen und sich gaaanz langsam um die eigene Achse drehen. Natürlich habe ich auf Samba pa ti nicht ein einziges Mal in meinem Leben mit irgendeinem Mädchen getanzt. Dieser Traum wird wohl auf ewig unerfüllt bleiben. Nick Hornby hat sich übrigens gewünscht zu Samba pa ti seine Unschuld zu verlieren, für ihn hörte sich das Lied an wie wenn zwei Liebe machen. Ist nicht völlig abwegig, u.a. auch da die Geschwindigkeit im Laufe des Stücks ansteigt, aber auf den Gedanken wäre ich niemals gekommen. Dazu war es mir damals viel zu verträumt romantisch und zu zärtlich. On second thoughts: Wobei schneller werdende Musik eigentlich gerade nicht zu Sex passt. Weil sich die Bewegung beim Sex schon von ganz alleine beschleunigt. Meine Lieblingsmusiken für dieses Setting sind jedenfalls alle durchgehend langsam.
Bei Samba pa ti fasziniert mich die meditative Ruhe der langsam gespielten Gitarrenmelodie, deren einfache Schönheit fast weh tut, und dieses Innehalten nach der aufsteigenden Tonfolge. Die Pause, in der sich eine starke positive Spannung aufbaut, die erst in einer Wiederholung der Melodie vorübergehend aufgelöst und dann später von einer dissonanten, lauten Keyboardfigur endgültig entladen wird. Danach wird extemporiert und improvisiert, der Track läuft irgendwie ohne klar definiertes Ende aus. Er könnte eigentlich noch ewig weiter gehen.
Carlos Santana sagte kürzlich in Mojo folgendes, was die direkte Emotionalität des Liedes anspricht:
…when I recorded it I was thinking of nothing, it was just pure feeling. I have a suspicion it came from stuff bottled up inside me, that I didn’t know how to express or articulate. (q)
Das ist das zweite Lied auf der ersten Platte der Cocteau Twins, die im Juni 1982 rausgekommen ist. In dem Monat gegen dessen Ende ich mich auf eine Reise gemacht habe, von der ich eigentlich nicht zurückkommen wollte und in gewisser Weise auch nie zurückgekommen bin. Liz Fraser, die ätherische Stimme der Cocteau Twins, war 18 zum Zeitpunkt der Aufnahme. Sie ist sechs Wochen jünger als ich wie ich vor kurzem herausfand.
Der Song beginnt mit einem langsam anschwellenden Hallton. Die kosmische Hintergrundstrahlung als Geräusch? Und nimmt damit den Faden des ersten Liedes Blood Bitch auf, das entsprechend ausklingt. Enter the drum machine. Sowie der elektrische Bass von Will Heggie, der diesem Album und diesem Lied den sonoren Sound gibt. Ominös und dunkel, in den Vordergrund gemischt, stark hallend, ist der Bass hier das Leadinstrument. Ganz in der Schule von Peter Hook bei Joy Division/New Order. Der schnell gespielte, kraftvolle, erdig-melodische Bass windet sich geschmeidig um die drum machine, deren perfekter, klinischer Rhythmus mich ausnahmsweise mal nicht stört. Er passt in die bedrohliche und bedrückende Atmosphäre. Und akzentuiert das anziehend Hypnotische des repetitiven, minimalistischen Songs noch. Robin Guthrie’s verzerrte, feedbackgetränkte Gitarre versorgt das Stück mit einem zusätzlich verunsichernden, lärmigen Element. On top of that kommt dann nach über einer Minute Liz Fraser’s mädchenhafte, gurrende Stimme hinzu. Sie bringt engelhaftes Licht in die Dunkelheit und hält das Lied davon ab, dass es sich völlig im Schattenreich verliert.
Im Gegensatz zu den anderen federleichten Cocteau Twins Platten, deren Musik zu schweben scheint und den Hörer nach oben Richtung Himmel trägt, zieht dieses ernste und gewichtige Album nach unten auf die Erde. Vielleicht sogar zur Hölle hin. Wie auch einige andere Meisterwerke des cold wave (Joy Division’s Closer, New Order’s Movement, The Cure’s Faith, The Birthday Party’s Junkyard) hat dieses Album einen Titel aus einem Wort, das allerdings weniger abstrakt bzw. schmuckvoller daherkommt: Garlands (Girlanden).
Nachdem ich am Wochenende mal alle knapp hundert Cocteau Twins Lieder außerhalb des Albumkontexts durch- bzw. angehört habe, kam ich übrigens zu dem überraschenden Ergebnis, dass ich Garlands (7/8 Stücke, die ich mag) Heaven or Las Vegas (8/10) vorziehe. Noch erstaunlicher war allerdings, dass diese beiden noch von dem vorletzten, recht poppigen Four-Calendar Café (9/10) übertroffen wurden. Ich bin halt doch sehr simpel gestrickt wie ein guter Kumpel sagen würde.
Das Konzert der Go-Betweens vom 9.5.2003 in Darmstadt in seiner vollen Pracht. Das ist schon wieder fast sechs Jahre her. Ich sehe Robert Forster noch vor mir wie er am Schluss zu dem nicht enden wollenden The Farmhouse that Jack Kerouac Built so ausgelassen tanzt, dass er nahezu vom Hallenboden abhebt. Those were the times.
Als er 1999 versuchte, einen Kredit für ein Internetprojekt zu bekommen, lehnte der Banker mit der Begründung ab: „Wer weiß, ob es in ein paar Jahren das Internet überhaupt noch gibt?“ Aus heutiger Sicht wäre die richtige Antwort gewesen: „Wer weiß, ob es Ihre Bank in ein paar Jahren noch gibt?“ (Quelle)
Vor ein paar Tagen habe ich noch morgens das Eis von der Windschutzscheibe gekratzt und jetzt sind gefühlte 20 Grad und die Forsythien in unserem Garten blühen so gelb, dass es einem in den Augen wehtut. Und von der Blitz-Insolvenz spricht heute auch kaum einer. Noch einen Tag Arbeiten und dann geht es für eine Woche tausend Kilometer Luftlinie gen Südwest. Die Schmacht ist noch da, aber sie kämpft auf verlorenem Posten wie der Winter. Wird jetzt alles gut?
Die Stadt Frankfurt greift im Kampf gegen die stetig wachsenden Populationen von Kaninchen und Tauben im Stadtgebiet nun zu drastischen Mitteln: Nach Informationen der Rhein-Main-Zeitung hat der Magistrat eine „Abwrackprämie“ zur Bekämpfung der Plagen beschlossen. (mehr)
In the last few months I have read several reports about internet providers working with record labels and the RIAA to cut off the service of anyone who downloads music from sites like this one. Now, there’s finally a plan that makes sense. (more)
leaked.
sounds pretty great.
like Rather Ripped, but with thicker sound – which is better! (more)
Says Sonic Youth’s Thurston Moore, “The first time I heard it, I hated it; but the second time, my brain turned around backwards in my skull. It changed me forever; I think it changed all of us.” (more)
I’ve just heard that FIDE are considering reinstating an old rule that pawns don’t need to promote when they reach the 8th rank, but can simply remain as pawns. (more)
Dieses Video habe ich mir heute abend bestimmt schon fünf oder sechs Mal angesehen und es langweilt mich immer noch nicht. Das Lied ist von der ersten Platte Fetisch (1983) von der Hamburger Band X Mal Deutschland. Sie waren nicht besonders erfolgreich in Deutschland – kein Wunder bei dem Namen – aber die Engländer und zwar insbesondere John Peel liebten sie. Sie tourten damals mit den Cocteau Twins und landeten dann passenderweise bei 4AD. War auf diesem anspruchsvollen ätherisch angehauchten Indie-Label jemals noch eine andere deutsche Gruppe? Ich weiß es nicht. Im Mittelpunkt der Band stand die charismatische platinblonde Sängerin Anja Huwe, die heute in Kunst macht. Wie sie hier am Anfang mit den Armen und den Schultern sehr energisch tanzt und dann beim Singen die Augen nach oben rollt das hat etwas Berückendes. Der Song bewegt sich irgendwo zwischen NDW-Pop, EBM, Gothic, Punk und Drone Rock, da ist so ziemlich alles drin was mein Herz begehrt. Eine schön verzerrte, lärmende Gitarre, ein satt dahinwummernder Bass, ein lautes, das Ganze nach vorne treibendes Schlagzeug und eine super catchy Synthie-Melodielinie. Die Soundqualität ist eher untergründig, aber das ist gut so.
Cohn-Bendit: Verstaatlichung ist höchstens als kurzfristige Rettungsmaßnahme sinnvoll. Staatliche Banken sind doch nicht besser als private, wenn sie sich den Marktmechanismen unterwerfen. Die Manager von Staatsfirmen gehen auch nicht verantwortungsvoller mit der Natur um. Unser strategisches Problem ist: Der Markt kennt das Wort Zukunft nicht. Auf dem Markt müssen Sie kurzfristig denken. Aber die Politiker müssen langfristig denken und handeln, wenn sie die Zukunft gestalten wollen. (q)
Den letzten Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Der einzige Politiker, der über den Tellerrand des nächsten Wahltermins hinaussieht, ist keiner mehr, denn das wäre höchstens der elder statesman.
Neulich hatte ich so nostalgische Anwandlungen und dachte zurück an meine Jugend. Und ich stellte mir die Frage, was eigentlich das erste zeitgenössische Lied gewesen ist, das ich bewusst wahrgenommen habe. Da kam mir sofort die deutsche Version von Robbie Robertson’s (The Band) Bürgerkriegsballade The Night They Drove Old Dixie Down in den Sinn. Ich erinnere mich zwar auch sehr gut an so einen Ohrwurm wie Sugar, Sugar von den Archies, der schon Ende 1969 rauskam, aber ich gehe mal davon aus, dass ich ihn erst später bewusst gehört habe, ich habe jedenfalls keine Erinnerung an einen Ort oder einen Zeitpunkt. Damals wäre ich sechs gewesen. Das war anders mit Conny Kramer. Das Lied habe ich auf dem Schulhof der Grundschule in Moers-Hülsdonk gehört. Wahrscheinlich als ich schon auf dem Heimweg war. Ich war acht Jahre alt und in der 3. Klasse. Die Szene am Grab mit den läutenden Glocken und den weinenden Freunden ist sofort haften geblieben und ich fand sie unheimlich traurig. Allerdings habe ich nie verstanden warum Conny Kramer gestorben ist. Der Schlager tönte glaube ich aus einem Transistorradio. Das war also 1972 noch vor den olympischen Spielen in München, an die ich mich sehr gut erinnern kann, da ich sie vorm Fernseher in Vaters kleinem Zimmer mit der Terrassentür von morgens bis abends verfolgte. Es war ein wunderbarer Sommer. Bis zu dem Terroranschlag im olympischen Dorf. 1972 war das Jahr, in dem der Tod sich das erste Mal ganz fern am Horizont bemerkbar machte in meinem Leben. Juliane Werding war gerade mal 16 als sie mit diesem Schlager ihren Durchbruch hatte. Der Text hat einen autobiographischen Hintergrund. Sie kommt aus Essen und zog dort mit einem Straßenmusikanten namens Peter durch die Fußgängerzone. Er war der erste Drogentote in Essen. Wenn man sich das vergegenwärtigt, dann kommt sie einem hier unglaublich tapfer vor und man versteht auch warum sie so ernst und niedergeschlagen guckt.
William ist von einer Mission beseelt: Er ist überzeugt, dass die Welt in wenigen Stunden untergehen wird – und dass er berufen ist, sie zu retten. Als Einziger hat er die Zeichen erkannt und gedeutet, und jetzt muss er sich beeilen und die überhitzte Welt abkühlen, bevor sie verglüht. Lektürefetzen zur Klimakatastrophe haben sich in seinem Kopf mit diffusen Erlösungsphantasien zu einer bizarren, in sich aber vollkommen schlüssigen Überzeugung verquickt: Die Welt ist in ihm, deshalb kann er sie, indem er sich selbst abkühlt, mitabkühlen. Für diesen Temperatursturz aber muss er ein Opfer bringen, das ihn, ganz wie der Anblick von Geld, mit Sehnsucht und Ekel zugleich erfüllt: Er muss mit jemandem Sex haben.
(Aus einer Besprechung von John Wray’s Retter der Welt (Originaltitel: Lowboy))
Noch zwei beschissene Filme mehr gesehen in diesem Leben. Schultze gets the Blues (ein Stern), ein transusiger Film über einen pensionierten Bergmann aus dem Osten, der sein Akkordeonspiel an die neue Weltlage anpasst. Statt Polka spielt er jetzt ein Südstaatentanzliedchen. Einer der lahmsten Filme, den ich je gesehen habe. Nur zwei konnten ihm das Wasser reichen, Tous les matins du monde über diesen französischen Barockmusiker, der die Viola da Gamba spielt und der van Gogh Film, wo Dutronc die Hauptrolle spielt. Man wartet anderthalb Stunden, dass mal was passiert, dass es losgeht. Stattdessen jede Menge kitschige Landschaftsbilder. Ideal für den Schönheitsschlaf vor dem DVD-Player.
Dann noch I’m not there (zwei Sterne), den Dylanfilm, wo der Meister von diversen Schauspielern gespielt wird. Sehr enervierend das Selbstreferentielle und Schnippische von Dylan im Umgang mit der Presse. Man hat es schon oft gesehen, aber er kommt einem vor wie ein kleines, gekränktes Kind mit seiner andauernden Unart, den Fragesteller zu verunsichern und selber in Frage zu stellen. Ansonsten Cate Blanchett ganz klar die beste Dylanpersonifikation. Auch ihre Stimme überzeugt, da sie ähnlich abgehackt und nasal-nuschelig ist. Der Rest ein riesiges Potpourri mit erfundenen Namen und Interviewpartnern, die auch von Schauspielern dargestellt werden. Was Richard Gere als Pat Garrett oder irgend so ein dahingelaufener Cowboy da zu suchen hatte, weiß wohl auch nur der Drehbuchautor. Total lächerlich. Irgendwo passt das natürlich auf Dylan, seine eigene Mystifikation wird ins Absurde weitergetrieben, aber insgesamt nervt das ganz gewaltig. Der beste Dylanfilm bleibt weiterhin ganz klar No Direction Home von Scorsese. Dokumentarisch ohne Firlefanz, mehr brauchts nicht bei Dylan.
Es wird einfach nicht besser. Die Kehle brennt, ist irritiert, juckt und kratzt. Ein Königreich für eine Zigarette. Und dieser wirre Gedanke, hätte ich doch gestern schon wieder angefangen, dann könnte ich heute in aller Seelenruhe ohne mir Vorwürfe zu machen, eine rauchen. Und sie vielleicht sogar genießen weil wieder eine ganz dünne Teerschicht auf der Lunge wäre. Wie krank macht einen diese schlimmste weil sanfteste aller Drogen? Für die Raucher ein kleines Filmchen von 1961 (via). Aber erst eine anstecken vorher, okay?
Ich werde das Gefühl nicht los, dass der Sloterdijk dieses Mal ein sehr luzides praxisrelevantes Buch jenseits seiner üblichen lustvoll-gelehrten Wortspielereien geschrieben hat. Es heißt Du musst dein Leben ändern und hier spricht er im Interview darüber. Wobei ich zugeben muss, dass ich noch nie ein Buch von ihm gelesen habe; auf die Kritik der zynischen Vernunft hatte ich damals in meiner Nietzsche-Phase als locker-lässigen Streifzug durch die Philosophiegeschichte abgetan. Das könnte sich jetzt ändern.
Die Gemeinde Budenheim ist die einzige verbandsfreie Gemeinde im Landkreis Mainz-Bingen und liegt in Rheinhessen, 9 km westlich von der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz, gelegen am Rhein.
Heute morgen war Frühling. Es war schon früh hell, die Sonne konnte ungehindert auf Niederhöchstadt hinunterscheinen heute morgen. Von den Temperaturen her war es immer noch kühl, so um die fünf Grad, aber das sind nur noch Rückzugsgefechte des Winters. Er hat eigentlich keine Chance mehr, es ist sozusagen seine Ardennenoffensive. Was ein Bullshit, egal. Jedenfalls wurde mir heute morgen klar, was das Problem an unserer Jakobswegbegehung ist. Für diejenigen, die dieses Projekt nicht verfolgt haben: Wir wanderten im Sommer 2007 in Aire sur l’Adour los und kamen in zwei Wochen bis Logroño, der Rioja-Hauptstadt. Letztes Jahr gingen wir von dort in drei Wochen u.a. durch die Meseta bis nach Villafranca del Bierzo. Von dort haben wir noch knapp zehn Tage nach Santiago und dann noch ein paar Tage bis nach Fisterra zum Atlantik. Ein großes Rätsel für mich war, dass die Etappe letztes Jahr viel weniger eindrucksvoll als unsere ersten Schritte 2007 gewesen ist. Und es schwante mir schon vorher, dass es mit dem unvermeidlich näher kommenden Ziel zu tun haben könnte. Ich habe jetzt eine neue Idee. Anstatt in Villafranca weiterzumachen und über die galizischen Berge zu ziehen, könnten wir doch ganz von vorne anfangen. In Frankfurt. Das könnte dann so aussehen:
Frankfurt/Main – Konstanz: Fernwanderweg E1 mit dem Andreaskreuz, 600 Km, ca. 26 Tage
Konstanz – Genf: Jakobsweg Schweiz, 18 Tage
Genf – Le Puy, Via Gebennensis, 16 Tage
Le Puy – Aire sur l’Adour, 23 Tage
Summa summarum 83 Tage mit den zwei Wochen Villafranca bis Atlantik noch 97 Tage. Wenn man davon ausgeht, dass wir im Schnitt maximal 2 1/2 Wochen Urlaub pro Jahr für diesen Spaß übrig haben, dann reicht das auf jeden Fall bis 2014. I am stretching it, I know.
Das nicht mehr Rauchen hat viele allüberall ausgebreitete Vorteile, die ich jetzt hier nicht wiederholen möchte. Dass man gefühlte zehn mal so oft schlechter Laune ist wie bevor man mit dem Rauchen aufgehört hatte, gehört auf den ersten Blick nicht dazu. Dreht man den Spieß um, dann kann man allerdings sagen, dass die schlechte Laune eigentlich gar keine ist weil sie nur daher stammt, dass man sein Nikotinquantum nicht gehabt hat und nicht weil man auf irgend jemanden im Besonderen oder auf die Welt im Allgemeinen sauer ist. Für meine Miesepetrigkeit könnt ihr alle nichts, das ist nur der böse Nikotinteufel in mir. Wenn das mal kein beruhigendes Wort zum Tagesausklang ist.
Ein Wort, das ich noch nie leiden konnte. Ein verbranntes Wort. Und zwar nicht nur in Konjunktion mit deutsch. Bis vor nicht so langer Zeit – ich bin gerade mal taufrische fünfundvierzig – traf ich immer noch Verwandte und Bekannte der Generation meiner Eltern, die mich mit einem Satz begrüßten, den ich nie verstanden habe und den sie zuletzt bei meinem Anblick nur noch automatisch repetiert und selber wohl auch nicht mehr verstanden haben. „Mann bist du aber groß geworden.“ Was kann man darauf noch antworten? Wie kann man in ein Gespräch treten mit einem Menschen, der einen auf die Länge in Zentimetern reduziert? Schlimm an dem Satz ist ja vor allem diese Insinuation, dass ich nur physisch groß geworden bin und nicht geistig, seelisch oder sozial oder sonst wie. Denn ansonsten würden sie es ja sagen. Der Satz ist nahezu eine Diskriminierung, es wird ja damit ausgedrückt, dass man gerade nicht wirklich groß ist, sondern nur physisch. Inzwischen erwische ich mich selber bei diesem Gedanken, wenn ich meinen Neffen in Jahresabständen wiedertreffe. Bis jetzt konnte ich es mir noch verkneifen, aber so „groß“ ist er mit 14 noch nicht.
Außerdem gibt es da noch Alexander den Großen mit dem mich seltsamerweise noch fast niemand verglichen hat. Obwohl er doch immerhin mein Namensvetter ist, ich von der Körperstatur groß bin und dem Wein auch nicht abgeneigt. Als Feldherr habe ich mich zudem im Schach hervorgetan, wo ich mal kurzzeitig Zweiter bei der NRW-Schülermeisterschaft war. An sowas muss ich denken, wenn irgendwas angeblich groß ist. Gegen das Wort hat sich eine ganz schwere Allergie bei mir entwickelt. Die krieg ich auch nicht mehr weg, nicht dass ich das wollte.
Gestern ist mir wieder eingefallen, was ich nach dem vorletzten oder vorvorletzten Amoklauf gelesen habe. Wie die Leichen dagelegen haben hinterher auf dem Tatort. Und wie dann in ihren Taschen die Handys zu klingeln begonnen haben, weil noch Angehörige und Freunde angerufen haben, die noch nicht wussten, dass ihr Anruf nicht mehr beantwortet werden wird. Ich weiß nicht mehr, wo ich das gelesen habe, in irgendeinem Artikel, in dem ein Polizist Auskunft über seine Erlebnisse gegeben hat.
habe es jetzt doch noch geschafft mit dem neuen medion netbook in unser wlan reinzukommen. hat länger gedauert, die hotline von medion war wenig hilfreich. am ende hat mir die t-online technikhotline aus der patsche geholfen. eigentlich hatte ich den telekom-support nur wegen der bei uns scheinbar nicht funktionierenden 0900er nummern (der teure medionsupport außerhalb der garantiezeit bzw. wenn es bei funktionierender hardware softwareprobleme gibt, hat so eine nr.) angerufen. dazu gab es zwar keine erklärung aber mein ursprüngliches problem konnten sie lösen. ich hatte festgestellt, dass ich bei kompletter rausnahme des mac filters (jedes gerät hat eine eindeutige adresse, geräte die dort nicht verzeichnet sind, können nicht in das wlan) aus dem wlan-konfigurationsprogramm mit dem netbook doch ins netz kam. das sesam-öffne-dich des technikers lautete dann „ipconfig /all“, unter dos eingegeben, natürlich. nicht die mac-adresse, die auf der rückseite des rechners steht ist hier korrekt, nein es ist die mac-adresse der drahtlosen netzwerkverbindung. im nachhinein ist das eigentlich ziemlich logisch. ich hatte mich mit hex-passwörtern rumgeschlagen und befürchtet, dass es wegen des ollen t-sinus 130 dsl routers der telekom, der nur 11 mbit/s übertragen kann während die wireless lan card des netbooks 100 mbit/s überträgt, kommunikationsprobleme geben könnte und ich einen neuen router kaufen müsste. brauch ich jetzt erstmal nicht, keinen bock auf diesen ganzen installationsmist, der immer stunden an wertvoller lebenszeit auffrisst.
35 rhums von claire denis gesehen. war so wie ich befürchtet hatte. sehr langatmig mit wenig handlung, hat sich gezogen wie ein kaugummi. überraschend gut der soundtrack der tindersticks, die ich als one-trick ponys eigentlich schon vor über 10 jahren abgeschrieben hatte. sehr zurückgenommen und variationsreich mit fender rhodes, flöte, melodica und ohne streicher. einige beschauliche und viele realistische bilder im milieu der zugewanderten afrikanischstämmigen in paris. lionel, der s-bahnfahrer, nervt etwas mit seinem dauerschweigen. als er sich dann auch noch die junge, sexy dunkelschwarze unter den nagel reißt, verscherzt er sich bei mir die letzten sympathien. gönn es ihm nicht und bin neidisch. was für eine erbärmliche kreatur mann doch ist. achso das thema. in dem film geht es um die abnabelung von lionel’s tochter jo von ihrem vater, die beide nach dem tod ihrer deutschen mutter zusammen in einem pariser arrondissement mit vielen einwanderern leben. mit den nachbarn noé, der jo verehrt und gabrielle der taxifahrerin, die lionel liebt, könnte es eine ménage à quatre geben. es reicht am ende aber nur für ein pärchen. viele szenen, die kaum sinn im gesamtzusammenhang ergeben. die wie ein angeklebter bart wirken. neben caven als plappertante in lübeck, eine kurze traumsequenz von lionel und jo auf dem pferd und der bereits genannte one night stand lionel’s. auch der kleine sankt-martinszug, der sich „laterne, laterne“ singend durch die dämmerung der ostseedünen bewegt, erscheint im filmkontext eher als kuriosum von einem anderen stern. schön romantisch verträumt, aber für meine begriffe völlig unpassend. das ist ja auch gar nicht der ort zum singen, das wären eher die straßen in der stadt. am ende das runterkippen der 35 rums, à 2 cl schätze ich mal, bleibt auch eher rätselhaft. man wartet auf eine geschichte hierzu, die lionel am anfang angekündigt hat. es kommt aber nix. das beste am film und an lionel. der von ihm gekaufte rote reistopf.
ganz knapp drei sterne. eigentlich 2 1/2, aber die runde ich auf.
naked people (via)
(Das Gefühl, dass mich jemand ausspioniert. Nachdem ich einige Frauen ausgezogen habe, kommen fast nur noch Frauen. Als hätte das Programm gemerkt, dass ich ein heterosexueller Mann bin.)
Dann stieß ihm seine Freundin zu Weihnachten wütend den neuen Alessi-Korkenzieher in jenen Körperteil, den seine Kollegen Porsche nennen und den Daniel, wie er selbst es formuliert, schon in vielen Garagen geparkt hat.
(aus einem Verriss von Bodo Kirchhoff’s neuem Buch Erinnerungen an meinen Porsche, wo sich ein Investmentbanker an die guten Zeiten erinnert)
Eines der Lieder, von denen man nach dem ersten Hören meint, es schon einmal gehört zu haben. Aber dadurch, dass man den unmittelbaren Ohrwurm nicht wirklich in seine auditive Rezeptionsgeschichte¹ einordnen kann, so total umwerfend. Wobei ich es wirklich schon einmal gehört hatte, und zwar auf France Inter, wo die Deutschschweizerin Sophie Hunger regelmäßig gespielt wird. Analog zum Döner Kebap könnte man sagen ein Lied mit allem: Da sind vom Rhythmus her Drive und Groove drin, die expressive Stimme hat viel Soul und eine Prise Blues und die unwiderstehliche Melodie schraubt sich wie ein Korkenzieher direkt ins Herz. In seiner Wärme erinnert mich Hunger’s Gesang an den von Leslie Feist, es schwingt aber auf jeden Fall auch ein bisschen Janis Joplin mit und etwas Folkiges à la frühe Michelle Shocked oder Sally Barker. Ihre Stimme schmiegt sich um die Musik und kann auch sehr eruptiv werden. In solchen Momenten muss ich an Jeff Buckley denken. Ich erinner mich an keine andere Sängerin, die ähnlich intensiv und verletzlich gesungen hätte wie der unglückliche amerikanische Troubadour.
Links:
– Homepage (Myspace)
– 15 Lieder im Stream bei last.fm
– 2 mp3s bei aurgasm, wobei die Plattenfirma darüber nicht so begeistert ist
– Video von Ne Me Quitte Pas für die Blogothèque
– Artikel zu einem Konzert in London Ende 2007 in Das Magazin
¹ Oder wie nennt man die Summe aller Musikstücke, die man jemals gehört hat, etwa individuelle Hörgeschichte?
Warum aber, so eine der Fragen, über die Medien und Regierung hinweggehen, warum werden dann die Banken mit Geld gefüttert und nicht die Familien und Haushalte, die ihre Kreditzinsen nicht mehr bezahlen können? Dann bekäme das Banksystem Geld, und zugleich würden Eltern und Kinder nicht aus ihren Häusern gejagt. Vermutlich würde dann allerdings deutlich werden, dass die sogenannten faulen Kredite nicht mehr als ein kleiner Auslöser der Krise waren.
Bücher sind die festverzinslichen Wertpapiere des Erinnerungsmarktes, meint Eco. „Wenn ich meinen Computer oder mein E-Book aus dem fünften Stock schmeiße, kann ich todsicher sein, dass alles verloren ist. Ein Buch bekommt höchstens einen Knick.“
(Umberto Eco in L’espresso übersetzt vom Perlentaucher)
Caos Calmo (Stilles Chaos), der gerade erst in Berlin gelaufen ist, mit Nanni Moretti in der Hauptrolle gesehen. Mir hat vor allem gefallen, mal wieder italienisch zu hören, verstehe zwar so gut wie nichts aber die Sprache und natürlich ihren Klang habe ich immer gemocht und die Leute auch fast immer. Das Land sowieso. Der Film war untertitelt und ich habe gelernt, dass casino auf italienisch nicht Spielbank heißt, das wäre casinò, sondern Bordell, Durcheinander, Haufen, Lärm, Radau, Schlamassel, Tohuwabohu, Drunter und Drüber etc. Es dauert halt bei mir manchmal etwas länger bis der Groschen fällt. Der Film hat mir übrigens bis auf die dreifache Schleichwerbung für einen Premiumautokonzern gut gefallen. Vor allem das Lächeln der kleinen Claudia¹, der Tochter, das mich an den Charme eines anderen etwa gleichaltrigen italienischen Mädchens erinnert hat, das heute so an die 20 sein sollte. Hexen scheinen für eine italienische bambina unheimlich spannend zu sein. Ich wurde sogar an das wunderlich schöne Wort strega erinnert. Ansonsten auch noch gute Musik. Radiohead’s Pyramid Song in einer zentralen Szene des Films. Was für ein gefühlsschweres Lied, dazu kann man ganz phantastisch loslassen und -heulen, das hat Nanni Moretti dann auch gemacht. Ich glaube, ich versuch das jetzt auch einmal.
Da hatte einer dieselbe Idee mit den Siebzehnsilbengedichten. Dem Ort angemessen schrieb Durs Grünbein seine japanischen Reisetagebücher Lob des Taifuns in Haikuform.
catherine meint, dass das bild da oben kitschig ist. deswegen mag sie das blog nicht. ich versteh das nicht. denn eigentlich gibt es keinen, der so allergisch auf kitsch reagiert wie mich. kitsch ist ganz große scheiße. und das bildchen da oben ist einfach ein naturereignis, eine aufgehende sonne. der kitsch liegt in der retina des beholders. den gibt es ansonsten gar nicht.
Die Magie einer Musik, die man noch nicht kennt oder die man kennt, aber von der man den Interpreten vergessen hat. Im zweiten Fall birgt sie wieder ein Geheimnis, das sie in dem Moment verloren hatte, als man wusste wer das war und welches Stück. So lange ich nicht mehr weiß, wer hinter der Musik steht, ist sie dichter, stärker, eindrücklicher, mehr auf den Augenblick konzentriert. Das Wissen des Namens des Musikers subtrahiert etwas von ihr, lenkt ab, verwässert.
Shuffle auf der Jukebox. Die ersten Takte eines Liedes, von dem ich weiß, dass ich es kenne. Diese wenigen Sekunden am Anfang, in denen ich noch nicht sicher bin, welche Band und welches Stück das ist. Die Gehirnzellen, die bei mir inzwischen (lauert da Alzheimer um die Ecke?) eine kleine Weile brauchen, bis sie mein Gedächtnis angezapft haben und die Info zurückgemeldet haben. In diesen Momenten ist alles möglich. Dafür liebe ich sie so.
Sometimes I write in English, sometimes in German. If you only want to follow the English posts, there is an rss feed here. Für Deutschsprachler, die keine Lust auf die englischen Beiträge haben, ist dieser RSS-Feed gedacht. Alles klar?
Cargo am Frankfurter Hbf gekauft. Die eine Seite gelesen, wegen der ich mir das Heft zugelegt habe. Mich wegen meiner Neugier, die befriedigt wurde, geschämt und gleichzeitig enttäuscht gewesen. Immer dasselbe. Wie minimalistische Musik. Da Capo. Round & round & round. Blog aus Roll entfernt. Ein Blog, das nicht mehr aktualisiert wird, braucht kein Mensch. & auf die Ruine verlinken, können meinetwegen die Netzhistoriker. Kann jetzt den Rest von Cargo in aller Ruhe lesen.
Unglaublich aber wahr. Ich habe doch tatsächlich einen Twitter (oder wie nennt man die Dinger?) gefunden mit dem ich was anfangen kann. Da stehen entweder Denkanregungen, Handlungsanweisungen oder neue Worte/Sachverhalte drin bzw. es wird auf Artikel, Podcasts, Musikstücke oder Videos im Zusammenhang mit dem Autor verlinkt. Wer mag das wohl sein? Brian Eno, wer sonst. Ein Sechzigjähriger zeigt den jungen Spunden wie man ein SMS-Blog schreibt. Ich zwitscher mir jetzt auch einen. Aber in echt.
Draußen schneit es & es ist dunkel & kalt & feucht, denn die Schneeflocken schmelzen kurz nachdem sie auf meinem Mantel gelandet sind. Myriaden von kleinen weißen rundlich-eckigen Flugkörpern. Sie fliegen mir auf die Nase & auf die Brille, hinter das Brillenglas, auf die Augenlider, schließlich sogar in die Augen. Ich sehe kaum noch den Weg. Noch ein paar Meter & ich habe es geschafft. Bin endlich zuhause. Andere würden sich jetzt einen Glühwein, einen Grog oder einen Irish Coffee brühen. Oder in die dampfende, überschäumende Badewanne steigen. Oder in der Sauna das Wasser auf den Ofen gießen. Ich wärme mich anders, wenn es draußen stürmt & schneit. Von den Ohren übers Hirn in die Eingeweide. Ich lausche Chan Marshall’s von viel zu vielen Zigaretten kratzig-rauher, verruchter Stimme, wie sie davon singt, dass sie mal die Größte sein wollte. Muhammad Ali ick hör dir trapsen. So richtig viel kann ich mit dem Liedtext jetzt nicht anfangen, aber darauf kommt es meistens ja sowieso nicht an. Mir jedenfalls nicht. Aber vielleicht kann einer meiner Leser ja für Aufklärung sorgen.
Im Grunde habe ich ja in den letzten sechs Monaten nichts anderes gemacht als darauf zu warten, dass der Spuk endlich vorbei ist und ich mir meine nächste Zigarette anzünden kann.
Heute mittag hat so ein Geselle bei uns mit seinem langen Schnabel den Rasen vertikutiert. Den Apfelbaum wollte er auch hoch, hat sich aber nicht über den eigentlich für die Blattläuse gedachten Leimring getraut und ist wieder den Rückzug angetreten. Im Rückwärtsgang, lustig anzuschauen. Das Eichhörnchen ist nicht so zimperlich.
P.S. Catherine hat zudem noch ein Mauswiesel im Garten herumschleichen gesehen. Natur pur am verregneten Wintersonntag.
He built a cathedral for a woman in hell, didn’t he?
Lester Bangs‘ Freundin über „The Marble Index“
Der Einstieg ist jetzt etwas unpassend, aber so war es nun einmal. Die Realität ist meist banal und Rücksicht nimmt sie auch auf niemanden. 1919 Kilojoule habe ich gestern auf meinem Ergometer verbrannt. Da lag es nahe, etwas über John Cale’s Paris 1919 zu schreiben. Es war schon fast eine unheimliche Koinzidenz, dass Stefan gestern im Kommentar sich ein Posting von mir zu einem Lied von genau dieser Scheibe wünschte. Vorher noch etwas zu der Zahl: Es handelt sich natürlich um eine Jahreszahl. 1919 fand in Paris die Friedenskonferenz nach dem ersten Weltkrieg statt, die dann zu dem unseligen Versailler Vertrag führte. Aber erst einmal war jetzt Frieden. Vielleicht auch, um das herauszustellen, ist das Album für John Cale untypisch wohlklingend, viele Stücke sind mit Streichern unterlegt. Es wurde in L.A. mit drei Mitgliedern der funkigen Country/Blues-Rocker Little Feat eingespielt, unter ihnen Lowell George an der Gitarre. Man schwelgt in üppigen orchestralen Arrangements voller Harmonien.
Antarctica Starts Here ist das letzte Stück. Und es ist anders als die Vorgänger. Zum einen ist es eine sehr ruhige und anfangs recht zurückgenommene, schmucklose Pianoballade, die im Vergleich zum Rest fast schon wie Low-Fi anmutet. Zum andern flüstert Cale seinen Songtext ins Mikrofon als hätte er Angst, irgendetwas zu zerbrechen. Das Lied schwebt eigenartig in Moll dahin, vorgetragen mit einer großen Ernsthaftigkeit und Intensität. So sanft und zärtlich kann eigentlich nur ein Liebeslied sein. Es gibt einige Hinweise darauf, dass es um Nico geht, die schöne deutsche Sprechsängerin der frühen Velvet Underground, mit der John Cale viel musikalisch zusammengearbeitet hat (s. Zitat oben). Cale erzählt von einer paranoiden Schauspielerkönigin (Nico spielte in Fellini’s La Dolce Vita), die untätig und mit Puder und Maskara bewaffnet dasitzt. Der folgende Satz beschreibt treffend Nico’s monotone Art zu sprechen:
The lines come out and struggle with
The empty voice that speaks
Wie Antarctica Starts Here auf diesem Album so war Nico ein Fremdkörper in dieser Welt. Von einer atemberaubenden Schönheit, gleichzeitig eine unnahbare Kälte ausstrahlend. Ihre große Liebe war das Heroin, ihr Leben war bewusst gewollte Selbstzerstörung. 1988 starb sie mit 49 an einer Hirnblutung auf Ibiza nach einem Sturz vom Rad.
Cale findet Vergleiche, die buchstäblich ins Herz treffen:
Her heart is oh so tired now
Of kindnesses gone by
Like broken glasses in a drain
Gone down but not well spent
The road from Barbary to here
Bei dem letzten Satz kann ich nur an die Barbarei der Nazis denken, Nico wurde wie meine Mutter 1938 geboren. Auch der letzte Abschnitt würde gut zu Nico passen. Ihre vielen fast durchweg unglücklichen Beziehungen (neben Cale u.a. mit Delon, Morrison, Reed, Buckley, Dylan, Jackson Browne, Brian Jones und Iggy Pop) als eine Art Peep-Show bei der die Männer ihr zugucken wie die Wirkung der Drogen langsam nachlässt. Da fängt sie an, die Eiswüste der Antarktis:
Her schoolhouse mind has windows now
Where handsome creatures come to watch
The anaesthetic wearing off
Antarctica starts here
Und ganz am Ende ertönt im Hintergrund ein Harmonium. Das war ihr Instrument.
An des Papstes Stelle würde ich jetzt mal so langsam an Rücktritt denken. Wahrscheinlich ist ihm das gar nicht gestattet, aber das ist wohl der einzige Weg, nicht völlig das Gesicht zu verlieren. Diesen Papst kann niemand mehr ernst nehmen, weder die Holocaust-Leugner, noch die Juden, noch die Katholiken, noch die Protestanten, noch die Atheisten, noch die Muslime, noch die Marsmenschen. Glos und Benedikt könnten ja die Stühle tauschen, für den Vatikan wäre es auf jeden Fall ein Gewinn, für die Bundesregierung auch kein Verlust.
P.S. Eigentlich ergibt die ganze Geschichte nur dann einen Sinn, wenn Benedikt in seinem tiefsten Innern selbst ein Pius-Bruder ist.
moriarty haben da gestern in der erstaunlich gutbesuchten brotfabrik ein wunderschönes, ruhiges lied gespielt, das ich gerne hochgeladen hätte. es scheint nicht auf ihrem neuen album (ersten?) zu sein. es kam suitcase drin vor. das dritte oder vierte lied des sets. eher melancholisch angehaucht, eh klar.
die erste mücke gesehen. sie lauert auf dem vorhang. der winter war zu warm bis jetzt (dabei war er gar nicht so schlecht, aber ich bin halt verwöhnt, münchen 1985 auf dem rad zum matheinstitut bei minus 25). wir haben ja erst ende januar. die kältesten tage kommen oft erst im februar.
Wieso ist die Berichterstattung über den Nahen Osten eigentlich immer so einseitig? Wieso sind immer entweder die Palästinenser oder die Israelis die Bösen? Ich glaube, dass beide nicht ganz unschuldig an der jetzigen Situation sind. Wieso verdammt nochmal können die sich nicht endlich mal einigen? Meinetwegen auf die Grenzen von 1967. Was spricht dagegen, Israel? Bis 1967 hat es ja auch gereicht. Mit Raketen rumzuschießen und mit Flugzeugen rumzubomben sind jedenfalls Konfliktbewältigungen auf Steinzeitniveau. Scheiße wie kann man das Leid eines anderen Volkes so ausblenden, wenn man selber einem Volk angehört, dass vom Leiden auch nicht gerade verschont wurde? Oder haben die das etwa schon vergessen?
Die einzige Institution, die aus dem Holocaust nichts gelernt hat, scheint die katholische Kirche zu sein. Damals unter Hitler haben sie nichts gesagt und jetzt nehmen sie Leute wieder in ihre Herde auf, die die Judenvernichtung leugnen. Konsequent ist er ja, der Benedikt.
Immerhinque hat immerhinque 517 Google-Ergebnisse. Das letzte Mal als ich die Wortzusammensetzung gehört habe, muss Anfang der Achtziger gewesen sein. Bestimmt von einem Lehrer, der damals kurz vor der Pension war. Oder war es Walter’s Bruder in Tadellöser & Wolff? Verschroben, ein bisschen betulich aber doch irgendwie sympathisch. Wiederlesen macht jedenfalls Freude.
Nach fast acht Jahren Bloggen kriege ich hier zwölf Views an einem Sonntag. Danke Euch allen, seid ihr auch ganz sicher, dass Ihr Euch nicht in der Adressleiste bei der URL vertippt habt? Ich habe übrigens noch einen zweiten Blognamen reserviert, mit dem kriege ich bestimmt locker tausend Views am Tag. Wie damals mit sex and sunshine.
Das Kammerflimmer Kollektief aus Karlsruhe macht nun schon seit zehn Jahren Instrumentalmusik außerhalb aller gängigen Schubladen mit gelegentlichen elektronischen Einsprengseln. Der ausgefallene Name deutet darauf hin, dass ihre Musik zum einen durchaus auch Soundtrackcharakter hat und dass sie eine größere Band sind; auf einigen Stücken musizieren acht Personen. Alles Glühen ist eine Nachtmusik, die sich weit zurücklehnt und den Tag vor dem inneren Auge Revue passieren lässt. Man sieht Kerzenlicht, ein loderndes Kaminfeuer und hört den Wind rauschen. Es ist kuschelig und sehr entspannt. Eine innere Wärme steigt in einem auf. Dazu ein Fläschchen Rotwein und der Abend könnte noch lang werden. Dann plötzlich das offene Ende. Nicht disharmonisch, aber auch nicht melodisch, eher impressionistisch improvisiert. Am Ende bellt noch ein elektronischer Hund. Von nun an ist alles möglich.
Zusammenfassung: Ausbaufähiger nahezu schwarzer Rotwein mit fruchtig-pflaumiger, rauchiger Note, der ein ganz kleines bisschen auf der Zunge bizzelt (?). Sollte noch ein paar Jahre gelagert werden. In der Karaffe hatte er sich am 2. Tag schon gut entwickelt. Für den Preis würde ich mir persönlich lieber einen Bordeaux kaufen.
Chatwin war wie Fermor ein leidenschaftlicher Fußgänger. Er war fest davon überzeugt, dass Gehen nicht einfach nur einen therapeutischen Wert besitze, sondern eine poetische Handlung sei, welche die Welt von ihren Übeln heilen könne. (Quelle)
Brian Eno: Third Uncle from Taking Tiger Mountain (by Strategy)
Vorhin versucht, Wire. Adventures in Modern Music zu hören. No chance. Alle drei Sendungen fingen nach dem Erkennungsstück mit Tracks an, die beherrscht waren von dumpfen Elektro-Beats, die dauernd wiederholt wurden. Wie Minimal Music nur viel schlimmer und einfallsloser, da völlig melodiefrei. Was ist passiert mit der experimentellen Musik? Wie kann man sich so einen tumben, hirnlosen Mist anhören? Ich versteh das nicht, das ist doch nur noch völlig einfallsloser Bullshit. Es lohnt sich nicht mal nach des Kaisers neuen Kleidern zu schreien, da sich diese Pseudo-Avantgarde ja sowieso niemand anhört. Und das ist gut so.
Zurück zu Brian Eno. Der war früher mal Pop-Avantgarde und hat unheimlich spannende und faszinierende Musik gemacht wie in dem Stück da oben von seiner zweiten Scheibe von 1974. Heute produziert er Coldplay. So eine Fallhöhe muss man erst einmal herunterstürzen. Vorher hat er U2 produziert und davor Ambient erfunden. Bei ihm ging es im Laufe der Zeit von der musikalischen Relevanz immer nur abwärts, aber von der Knete nur aufwärts. Sehr schade. Sein letztes Album mit David Byrne war auch vollkommen belanglos. Das hätte ein Computer mindestens genau so gut komponieren können. Vielleicht war ja einer am Werk.
Eine endlos hallende Basssaite, die schrammelnde, leicht angezerrte Gitarre, eine zweite krachigere Gitarre, das gleichförmige Schlagzeug und dann Eno’s ausdruckslose, neutrale Stimme, die irgendetwas aufzählt. Es hört auf mit „and then there was you.“ Und wie die Leadgitarre mit der Rhythmusgitarre nicht kommuniziert sondern sich auf Eskapaden begibt, die aus dem Lied herausführen könnten, es am Ende aber dann doch nicht tun. Es handelt sich ja hier nicht um Acid or Prog Rock. Das ist alles ganz phantastisch und sehr schön prickelnd. Schampus auf die Hörlöffel.
Google hatte das neue Blog schon vor ein paar Tagen gefunden, aber jetzt ist auch der erste Surfer über eine Suche hier aufgeschlagen. So richtig überrascht bin ich über den einen der beiden Begriffe jetzt nicht. Die Kombination lässt allerdings schon tief schließen.
Vorhin der Gedanke, dass ich deswegen so auf neue Sounds stehe weil die Musik von früher mich daran erinnert wie alt ich bin. Und das Deprimierendste: Ich kenne keine neue interessante und innovative Musik mehr. Bin also dazu gezwungen, die Sachen von gestern zu hören. Deswegen bin ich stinksauer auf die jungen Bands und Solomusiker. Die einzige Chance für mich, gute neue Musik zu hören, scheint die Hoffnung auf meine Vergesslichkeit zu sein. Gibt es Alzheimer im Zusammenhang mit früher gehörter und geliebter Musik? Somehow I doubt it. Aber wenigstens gibt es noch so Leute wie Bashung, der inzwischen die Sechzig überschritten hat. Er hat nach längerer Pause mal wieder ein neues Album gemacht und darauf ist dieses Lied, das so losgeht:
Ici à Sfax, Ici à Sfax,
Hier à Sousse, Hier à Sousse,
Demain à Paris, Demain à Paris,
Aucun cadran n’affiche la même heure,
Aucun amant ne livre la même humeur
An Bashung mag ich seinen spröden und trockenen Sprechgesang und seine paroles. Der Mann spielt gerne mit der Sprache und hat etwas zu sagen. Rockende Ohrwürmer schreiben kann er auch. Von allen lebenden französischen Barden ist er mir wahrscheinlich der liebste. Sfax und Sousse sind übrigens beides Hafenstädte in Tunesien und ein cadran ist ein Zifferblatt. Die Problematik mit der langweiligen neuen Musik ist natürlich ein Evergreen in meinem Blog wie man z.B. an diesem über sechs Jahre alten Post sehen kann.
Konsistenz: keine Kohlensäure, dünnflüssig, recht samtig
Geschmack: Leder, dann schwarze Johannisbeere
Abgang: recht flach, leicht pfeffrig
Zusammenfassung: Gut trinkbarer Rotwein mit schöner Farbe und von Ledertönen dominiertem Geruch und Geschmack, leider ohne länger anhaltenden Nachgeschmack. Umfüllung in Karaffe tut ihm gut und die Aromen sind nach 2 Tagen stärker geworden.
Die erste Geschichte, die mich in meinem Leben umgehauen hat, war The Pit and the Pendulum zu deutsch Die Grube und das Pendel. Ich habe sie mit 12 oder 13 gelesen und ich erinner mich wie ich damals an den Sätzen geklebt habe. Wie ich in die Kurzgeschichte eingetaucht bin, mich mit der Hauptperson identifiziert habe und verzweifelt bin. Es gab keine Rettung, ich war auf den Bettrahmen gefesselt und das Pendel mit der superscharfen Klinge senkte sich langsam herab. Das minimale Setting mit dem abgeschlossenen, dunklen Raum, dem Pendel, dem Bett, den Fesseln, dem Essnapf, dem Wasser und den Ratten ist im Grunde wie eine Schachaufgabe. Man muss nur die Elemente richtig kombinieren und es gibt eine Lösung. Aber es kommt schlimmer. Die glühend heißen Wände bewegen sich von allen Seiten auf einen zu, in der Mitte das Loch. Das Ende fand ich damals etwas unbefriedigend, es hatte doch keinen Ausweg gegeben. Im Grunde hat Paul Auster sich immer nur bei dieser Geschichte bedient, wenn er packend geschrieben hat. Seit 15 Jahren hat er nicht einmal das mehr hingekriegt. Was für ein unglaublicher Langweiler ist er geworden.
Um diese Zeit kam die Platte Tales of Mystery and Imagination vom Alan Parsons Project heraus. Ich hatte sie zuerst bei einer frühreifen Mitschülerin gehört, die natürlich einen älteren Freund hatte, mit dem sie immer vor der Tür zur Klasse rumknutschte. Wir hatten zu dieser Zeit eine Mischlingshündin, die Gregor hieß, das war der Männername, den meine Mutter am zweitliebsten hatte, fast hätte sie mich so genannt. Die Hündin sah aus wie eine eigene Rasse. Ein bisschen Schäferhund, ein bisschen Spitz. Wir Kinder hatten irgendwann keine Lust mehr mit ihr morgens Gassi zu gehen. Und eines frühen, dunklen Morgens, ich glaube es war Anfang Dezember, hatten wir sie rausgelassen und sie war nicht sofort zurück gekommen. Ich hörte gerade The System of Dr. Tarr and Professor Fether als jemand die Tür zu meinem Zimmer im Souterrain aufmachte – wahrscheinlich meine Mutter – und mir sagte, dass Gregor auf der Straße 100 Meter hinter unserem Haus überfahren worden war. Ich habe geheult und das leicht pathologische Lied lange nicht mehr aus dem Kopf gekriegt. Wie da in ein paar Minuten das Leben aus dem Hundekörper gewichen war, konnte ich nicht fassen. Wir haben ihn dann im Garten neben der Garagenseitentür begraben.
The Purloined Letter, auf deutsch Der entwendete Brief hat mich beim ersten Lesen überhaupt nicht beeindruckt. Wo war da verdammt nochmal der Witz? Einen geheimen Brief nicht zu verstecken auf dass ihn die Polizei, die das Zimmer völlig auf den Kopf stellte, die Dielen öffnete und die Wände aufbohrte, nicht fand. Später habe ich mich an diese Geschichte erinnert und habe es genauso mit meinem kompletten Geld gemacht, das ich damals hatte. Ich habe es in meinem Geldgürtel allein in einem Raum gelassen, für vielleicht 15 Minuten. Natürlich war es danach weg. Edgar Allen Poe funktionierte in der Praxis nicht.
Im Doppelmord in der Rue Morgue ging es wieder um eine knallharte logische Analyse. Ein Mensch kam für den Mord nicht in Frage. Es konnte nur ein … gewesen sein. Bei Kempelen’s Discovery auf deutsch Maelzel’s Schachspieler war es umgekehrt. Der Schachautomat konnte keine echte Maschine sein. Wobei einer der Gründe warum es ein Mensch sein musste, der in der Apparatur verborgen war, falsch war. Poe meinte nämlich, eine richtige Schachmaschine könnte niemals verlieren. Es hat eine ganze Weile gedauert bis die ersten Schachcomputer gegen Menschen gewonnen haben. In meiner aktiven Schachzeit Mitte der Siebziger waren sie nur Lachnummern.
Auch mit der Wahrscheinlichkeitstheorie tat sich Poe schwer. Er meinte doch tatsächlich, dass im Roulette oder beim Würfeln, weiß ich jetzt nicht mehr so genau, aufeinanderfolgende Spiele nicht unabhängig wären. Wenn also fünf mal rot gekommen war, hielt er es für sehr viel wahrscheinlicher, dass jetzt aus Gründen der ausgleichenden Gerechtigkeit schwarz kommen müsste. Auch da irrte Poe.
Heureka habe ich immer noch nicht gelesen. Das ist Poe’s Kosmologie, in der er versucht, die Welt zu erklären. Hat sich nicht durchgesetzt, genau so wenig wie Goethe’s Farbenlehre. Vielleicht sollten die Dichter ja doch lieber die Finger von der Naturwissenschaft und der Philosophie lassen.
Bei Poe natürlich auch immer faszinierend, dass er angeblich schon von einem oder zwei Gläsern Wein völlig betrunken war. Ich habe jetzt auch zwei Gläser Rioja intus und wenn ich ganz ehrlich sein soll, dann muss ich zugeben, dass ich schon etwas spüre. Nicht die Zunge, die Zeigefinger haben sich gelöst, sonst stünde jetzt hier nicht dieser Beitrag.