Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Tango trifft Techno im Tempodrom

Mai 22, 2010

Wir waren heute abend in dem Berliner Konzert der argentinisch-französischen Kollaboration Gotan Project (s.a. verlan). Die sieben Gruppenmitglieder waren mit zwei Reisebussen aus Paris gekommen. Die akustischen Instrumente wie Stimme, Bandoneon, Geige und Trompete, Gitarren sowie die Keyboards wurden von Musikern aus Buenos Aires gespielt während an den synthetischen Sounderzeugern ein Franzose und ein Deutschsprachler saßen. Sie waren vor allem für die Drumprogrammierung, diverse Soundeffekte und Einspielungen von Stimmen – häufig durch einen Vocoder gejagt – verantwortlich. Was die beiden da verzapften, war bis auf die diversen Halleffekte nicht unbedingt mein cup of tea, die üblichen eintönigen Beats, schlimm die Roboterstimmen. Aber was die Argentinier da machten, war ziemlich klasse. Im Zentrum natürlich das Bandoneon mit seinem wehmütigem, wiegendem Klang. Dann der Keyboarder, der die Stücke zum Grooven brachte. Und schließlich die Geigerin, die z.T. nur staccatomäßig, leicht über die Saiten strich und so kleine Notentupfer setzte. Manche Stücke hatten einen sehr hypnotischen Effekt; insgesamt fand ich den Sound aber oft sehr breiig und einförmig, als würde da immer die nahezu selbe Nummer gespielt. Wir standen unten, der Saal war ziemlich voll, und nach einer Weile tanzten natürlich so einige Paare Tango. Immer schön anzusehen und vielleicht versuchen wir es ja auch nochmal.

kreuzberg so36

Mai 3, 2010

vorgestern auf dem myfest gewesen. jetzt beim aufschreiben schäme ich mich dafür, einer veranstaltung mit diesem namen beigewohnt zu haben. myspace, myfest, myzeil. myass. erstaunlicherweise in dem gewusel drei kollegen getroffen. der erste war zu sehr mit seinem kinderwagen beschäftigt, um mich in der unterführung vom kottbusser tor zu bemerken. mit der zweiten hatte ich mich dort am kiosk verabredet. die dritte hat uns beide dann am mariannenplatz erspäht. ansonsten eine sehr leckere, gehaltvolle caipirinha getrunken und ein fladenbrot mit köfte und würzigen gegrillten wurstscheiben gefuttert. hab mal wieder den altersdurchschnitt angehoben. länger als eine minute techno halte ich immer noch nicht aus, aber das herumgehampel der leute, vor allem des typen mit sonnenbrille, zauberte ein dickes, fettes breitmaulfroschgrinsen auf meine wangen. gut hingegen die oft orientalisch angehauchte musik auf der bühne am mariannenplatz. ich sag nur saz.

Phaidon

Mai 2, 2010

Dies hier hat mich heute sehr bewegt. Der Gedanke, Gestorbene, die man gut gekannt hat, irgendwann wiederzutreffen, verfestigt sich auch bei mir immer mehr. Die können doch nicht für alle Zeit verschwunden sein. Im Grunde kommt es mir ja schon jetzt so vor, dass die Toten gar nicht weg sind. Dadurch, dass ich an sie denke, ich denke da besonders an eine Person, sind sie weiter lebendig.

4:11 Brian Eno & David Byrne – Regiment (1981, remastered)

April 25, 2010

http://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JMjBjZWE2NmYtYTUwMi00OTM5LWI5YmUtYmFkOGRhYTJkMTZk&export=download&hl=de
Sehr viele, sehr gute Songs hier (u.a. Joy Division’s kraftvoll-dunkles Shadowplay, Wild Is the Wind von Cat Power interpretiert als wäre es ihr eigenes Lied, das lyrische The Fox in the Snow von Belle & Sebastian, der Tanzknüller Some Distant Memory von Electronic, das meditative Spider Monkey von Beth Gibbons oder UB40’s sehr sommerlicher Ohrwurmreggae Food for Thought), aber dieser hier sticht ganz klar aus der Masse hervor. Ich habe gestern schon das Wort erwähnt. Transzendenz. Das mag sich jetzt etwas versponnen anhören, aber im Grunde höre ich Musik hauptsächlich deshalb, um herauszutreten aus dem profanen Hier und Jetzt in eine andere Dimension außerhalb von Raum und Zeit. Es sind solche Momente wie der reine Gesang der Libanesin Dunya Yusin, den Eno und Byrne auf My Life in the Bush of Ghosts gesampled haben. Es scheint eher ein Klagegesang ist, auf jeden Fall ist er überirdisch schön. Er ist eingebettet in einen unglaublich dicht gewobenen Rhythmusteppich. Die Beats werden u.a. auch auf gefundenen Objekten wie Bratpfannen, Pappkartons etc. geschlagen. Ich habe schon mal von diesem Stück geschwärmt, also belass ich es jetzt mal hiermit.

(Die Liste aller seit 1. Februar [5:34] ausgewählten 84 Songs ist hier.)