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Schinderhannes Steig Himmelfahrt 2026, Kelkheim – Glashütten 23

Mai 16, 2026

Nach einer erholsamen Nacht und einem eher überschaubaren Frühstück versorgen wir uns erst einmal beim Bäcker mit Proviant in Form belegter Brötchen und Mohnschnecken. Der Startpunkt des Schinderhannes Steigs liegt im Wald hinter dem Hof Gumbrecht, wo es Blumen zum Selberpflücken und eine Weide mit kleinen Ponies gibt. Die Markierung des Wegs ist aus der Ferne gesehen eher unscheinbar, aber sie wird recht konsequent durchgezogen.

Kelkheim, Schinderhannes Steig Markierung

Der Weg beginnt mit einem Waldlehrpfad mit um die 80 verschiedenen Baumarten und verläuft anschließend größtenteils durch intakten Buchenwald; bald sehen wir vor uns in der Ferne die weiße Kuppel des Bah’àí-Tempel von Hofheim-Langenhain aus dem Wald herausragen, eines von acht Häusern der Andacht, wie diese Tempel genannt werden, weltweit. Es geht auf kurvigem Weg aufwärts Richtung Staufen, im Wald treffen wir auf zwei junge Rehe. Eine gute Stunde nach Aufbruch kommen wir zum Aussichtspunkt auf Eppstein mit dem Mendelssohn-Gedenkstein, wo ich schon auf meiner Ost-West-Durchquerung des Taunus im letzten Dezember vorbeigekommen war. Wir gehen weiter zum nahegelegenen Kaisertempel aus der Gründerzeit und dann hinunter nach Eppstein.

Dort besichtigen wir nach einem Cappuccino  im Supermarktcafe draußen die recht gut erhaltene Burg mit dem früher als Verließ genutzten Bettelbub-Turm und steigen auf den Bergfried, der vom Türmer bewohnt war, der Bescheid gab, wenn es im Ort brannte bzw. sich Feinde näherten.

Eppstein, Blick auf Kaisertempel
Burg Eppstein
Eppstein, Blick von Burg
Burg Eppstein, Türmer

Es geht nun bald durch den Wald in Richtung Eppenhain, wo wir auf einer hinter Bäumen versteckten Bank unsere Mittagsrast halten. Den Schwenker über den Rossert sparen wir uns angesichts der langen Etappe heute und gehen stattdessen durch den hoch und einsam gelegenen Ort. Auf dem erst 2023 vollendeten Atzelbergturm aus Stahl – Vorgänger waren aus Holz gewesen und angezündet worden – läuft vor uns eine ukrainische Familie die 156 Stufen hoch. Oben wackelt der Turm etwas im Wind und ich kann das Unwohlsein der kleineren Tochter gut nachvollziehen. Der Blick über den Taunus ist grandios. Man sieht sowohl den Großen Feldberg als auch den Altkönig und hinter uns den nahegelegenen Fernmeldeturm und Eppenhain.

Atzelbergturm, Blick auf Eppenhain
Atzelbergturm, Blick auf Großen Feldberg links und Altkönig rechts

Wir bekommen nun einige Sonnenstrahlen ab, Regen hat es den ganzen Tag nicht gegeben, nur Haufenwolken sind über uns hinweggezogen.

Das nächste Zwischenziel ist das abgelegene Schlossborn, wo am 1. Mai immer die Rennradfahrer herumpesen. Wir gönnen uns beim gut frequentierten Bäcker einen weiteren Cappuccino.

An verschiedenen Teichen entlang gehen wir durch Wiesen zu unserem Etappenziel Glashütten, das ebenfalls einen verschlafenen Eindruck macht. Hier nächtigen wir in einer Einliegerwohnung im Souterrain, die Hausherrin macht sich Sorgen um Parkett, Mülltrennung und das Schließen der Tür, kredenzt uns dabei jedoch zwei Flaschen Mineralwasser, die unsere Organismen gut vertragen können.

Blume des Tages ist heute der gelb leuchtende Ginster, der uns in Glashütten am Wegesrand begrüßt.

Ginster

Nach der Dusche machen wir uns auf in den als Straßendorf angelegten Ort, essen bei einer Koreanerin sehr leckere, frische mit Gemüse und Salat gefüllte kalte Frühlngsrollen und schlürfen Buchweizentee dazu. Mein Hauptgericht sind Krevetten und gebratener Reis, C.s Gemüse mit Reis, Ei und Kimchi. Die exzellenten Internetbewertungen hat die Köchin, die den Laden allein schmeißt, absolut verdient.

Schlussendlich kaufen wir noch im Supermarkt am Ortsende das Frühstück für morgen und lassen den Abend bei einer Flasche badischem Blanc de Noir ausklingen.

Hier ist die Übersicht über die Wanderung auf dem Schinderhannes Steig vom 14.-17.5.2026.