Wenn ich so etwas lese, macht mich das schaudern und ich bin froh, den größeren Teil meines Lebens schon hinter mir zu haben. Werden in Zukunft noch Menschen mit Menschen sprechen? Ich habe da große Zweifel. Weil mit der KI, die alles weiß und einem nach dem Mund redet, ist es doch viel angenehmer zu interagieren. Was wäre das für eine Welt, in der Menschen es nicht mehr auf sich nehmen, sich mit anderen Menschen mit anderen Standpunkten auseinanderzusetzen? Ich möchte in dieser Welt jedenfalls nicht leben.
Reizend ist es, still und gemächlich übers Land zu gehen und von ernsten, starken Bäuerinnen freundlich gegrüßt zu werden. Ein solcher Gruß tut wohl wie der Gedanke an die Unvergänglichkeit. Es öffnet sich ein Himmel, wenn Menschen freundlich miteinander sind.
Und urplötzlich ist man mittendrin. Ohne Worte. Wie immer, wenn es wichtig wird im Leben, sind Worte überflüssig, nichts als Urlauber, die sich im falschen Moment einmischen, sich wichtig machen und durchs Bild laufen.
Es heißt immer, es sei die Liebe, nach der wir ein Leben lang suchen, oder es sei Ruhm. Es ist keins von beiden. Was wir suchen, ist Verständnis. Wir suchen dauernd ein anderes Herz, das wir anrühren können und das uns anrühren kann. Unermüdlich wie ein ausgehungertes Tier suchen wir danach. Denn unser Herz ist immerzu einsam. Immerzu allein. Und wo immer wir dieses Verständnis auch zu finden meinen, bei einem Mädchen, bei einem Jungen, einem gebrechlichen Greis oder einer alten Schrulle, bei einem Säufer, einer Prostituierten, einem Verrückten, einem Kind, dahin gehen wir, und nichts auf der Welt kann uns zurückhalten.
Zum Verständnis der vergangenen Faunenwechsel, wie der massive Austausch von ganzen Artengemeinschaften innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums auch genannt wird, ist es wichtig zu wissen, dass wir heute erdgeschichtlich gesehen in einem Eiszeitalter leben, wenn auch in einer Warmphase. Mehrere solcher meist zehn- bis fünfzehntausend Jahre währenden warmen Klimaperioden liegen hinter uns, auf die jeweils etwa zehnmal so lange Kälteperioden folgten.
… Eighty years ago, Nazi Germany was itself fighting a war of terror on this very same Ukrainian soil: the same cities, towns and villages were its victims as are now Russia’s…
No historical comparison is exact, but Putin’s attempt to destroy the independent existence of a neighbouring nation, with war crimes, genocidal actions and relentless targeting of the civilian population, is the closest we have come in Europe since 1945 to what Adolf Hitler did in the second world war….
It’s worth noting that Germany has a formidable defence industry that has very profitably exported lethal equipment to some quite dubious regimes around the world. So why not send it to defend a European democracy against the new Hitler?…
Playing the music is real, physically and whole. Then it’s gone. But it’s still there, in the air, in the mind, it exists. It’s not part of technology, it’s not recorded. It’s part of the soul. It’s there.
A lot of the mess that we’re in comes from the idea that systems are separate from each other—that we can suck up resources of the Earth and chuck the trash back, and that’s outside. There is no outside. That’s what we have to remember.
Freilich muss man aushalten lernen, was Jünger schreibt. Man muss einmal mehr auf Zehenspitzen durch die Hölle wandern. Mag sein, dass das erst dann gelingt, wenn man gewisse Leseerfahrungen gemacht, und das Stadium überwunden hat, in dem man Werke nur noch daraufhin liest, ob sie politisch korrekt sind.
Im Vorfeld auf die Partie (Anm. : Niemann-Carlsen beim Generation Cup heute) hatten die Veranstalter zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um etwaigen Betrugsversuchen vorbeugen zu können. Das Turnier wird online ausgetragen, die Spieler befinden sich daheim in den eigenen vier Wänden.
Nach den Duineser Elegien möchte die sichtbare Welt von uns bewusst vergegenwärtigt, verstanden werden. Darin besteht nach Rilke das wahre Leben, das den Menschen aus seinem Alltag heraushebt, um allem, was um ihn herum ist, im eigenen Inneren eine hohe Gegenwärtigkeit zu verleihen.
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Der Mensch ist das große Auge der Natur, mit dem sie sich selbst schauen, bewundern und rühmen möchte.
„Es gibt kein Fegefeuer für Kriegsverbrecher. Sie gehen direkt in die Hölle, Botschafter.“ [Der ukrainische Botschafter zu seinem russischen Kollegen in der UN-Dringlichkeitssitzung, Quelle]
Ich bin kein Pessimist weil ich weiß, wir alle gemeinsam sind nur übrig geblieben in der Evolution weil wir irgendeinen Schatz in uns tragen. In den Zellen, im Ohr, in den Irrtumsfähigkeiten selbst, ja. Und deswegen traue ich Menschen sehr viel zu. Was uns wieder rausholt. Ich habe Menschen 1946 noch gesehen wie sie improvisieren können. Menschen sind sehr kluge Lebewesen. Klug wie die Elefanten.
Das alte Schachbrett aufgeräumt und unter dem alten Holztisch verstaut. Nicht ein Mal wirklich gespielt sondern die Figuren willkürlich aufgestellt, weil man da noch Kind war. Der Turm in der ersten Reihe und die Bauern alle beim Namen genannt. Das Holzbrett schon ganz verbogen wie eine hügelige Landschaft. Und rollt und rollt, so wie das Mädchen die Wiese hinunter.
Manche seiner Freunde haben geweint, als sie ihn, diesen anderen, zerbrochenen Mann, zum ersten Mal sahen. Ich war zornig. Wie konnten sie ihm ihre Tränen antun.
[Gabriele von Arnim – Das Leben ist ein vorübergehender Zustand]
In Kunstbrut erbrütete Küken, die ihm im Alter von wenigen Tagen untergeschoben werden, führt ein Kapaun (Anm. von mir: ein kastrierter Masthahn) umsichtig und liebevoll und meist länger als eine Henne…
Ich glaube, es war Esther Kinsky, die einmal gesagt hat, wenn man übersetze, müsse man sich bis zur Erschöpfung in den Text vertiefen, bis man in eine Trance gerate und dann in dem anderen sei und nicht mehr in sich selbst.
[Gabriele von Arnim – Das Leben ist ein vorübergehender Zustand]
Der größte Unterschied zwischen Schreiben und Übersetzen ist für mich: Schreiben hat mit einem selbst zu tun, mit dem eigenen Horizont, dem eigenen Fühlen, der eigenen Sprache – beim Übersetzen geht es hinterm Horizont weiter, ich treffe auf Dinge, von denen ich nicht einmal wusste und mit denen ich mich schreibend nie beschäftigt hätte.
Wir täuschen uns, wenn wir den Tod nur immer vor uns sehen, ein großer Teil von ihm liegt bereits hinter uns, hinter mir, es ist die Zeit, die ich bisher durchlebt habe, die hat der Tod schon. [Sigrid Damm, Wandern – ein stiller Rausch, S. 173]
„Das Gefühl, man hätte den Durchblick, im Gegensatz zu den anderen, den Dummen, den Schlaf-Schafen, scheint eine hochpotente Droge zu sein. Man ernennt sich zum Statistiker, Virologen, Internetforscher, Politiker, was auch immer, ohne Ausbildung, ohne eigene Forschung, aber mit dem Gewicht der überlegenen Gewißheit.“
Die Geschichte vom Laufen. Laufen, um von etwas wegzukommen. Mit dem eigenen Körper das System Weißer Hirsch ausschwitzen, wegarbeiten, aus sich rauskriegen. Schritt für Schritt. Bis ich so schnell rennen konnte, dass ich aus mir rauslaufen würde. Der Körper sollte herhalten, um in einen Zustand zu kommen, der nur mir allein gehörte. Ganz vorn war der. Und da so schnell demmeln, dass ich nicht mehr erreichbar sein konnte von niemanden und nichts. Darum ging es.