Archive for the ‘DEU’ Category
Dezember 4, 2020
Ich frage mich, ob ich besser oder schlechter jonglieren würde, wenn der nächste runtergefallene Ball mein Todesurteil wäre. Natürlich mit einer vorher definierten Mindestwurfzahl z. B. 300. Man muss dazu sagen, ich zähle die Würfe beim Jonglieren und zwar laut. Ich glaube, es würde keinen Unterschied machen. Beim Jonglieren ist man so im Jetzt da lauert die Gefahr hauptsächlich darin, dass man sich ablenken lässt, dass man anfängt, zu denken. Im Moment des Jonglierens würde das über einem schwebende Fallbeil nichts ändern. Während des Jonglierens würde ein Denken daran das Risiko zu versagen sogar eher vergrößern da man ja gerade im Automatismus, sozusagen auf Autopilot sein muss, um es zu schaffen. Da braucht man keine Zusatzmotivation.
Obwohl es sein könnte, dass ich vor Publikum fehlerfreier jongliere als ohne. Weil die Konzentration eine andere ist. Sich vor anderen zu blamieren ist einfach etwas anderes als dies vor sich selbst zu tun. Kann es sein, dass die Eitelkeit stärker ist als die Todesangst? Seltsamer Gedanke.
Ein Fehler, der mir oft passiert ist es, mich in Sicherheit zu wiegen. Sagen wir, ich habe mir 300 Würfe vorgenommen und ich habe 250 geschafft. Wenn ich jetzt anfange zu denken, dass ich schon fast am Ziel bin, der Rest ist ein Klacks, dann ist das der Beginn eines Abschweifens von den Objekten, die im Fokus stehen, den in der Luft fliegenden Bällen und rächt sich meist sofort. Oder ganz ähnlich, ich bin kurz vor dem Ziel und mache mir bewusst, dass ich fast da bin und es schaffen muss. Dann werde ich nervös und verkrampfe mich und mache einen Fehler. Entweder werfe ich zwei Bälle gegeneinander oder schaffe es nicht, einen Ball zu fangen weil z. B. die Würfe nach oben nicht senkrecht genug sind.
Ich kann es bis heute nicht fassen, dass ich noch mit über 35 jonglieren gelernt habe. Damals einfach aus einer schriftlichen Anleitung, erst mit zwei dann mit drei Bällen, schönen bunten Jonglierbällen, die super in der Hand liegen. Man muss es sich trauen, etwas üben und es kommt dann irgendwann. Es wird aber für mich immer ein Wunder bleiben. A propos Jonglierobjekte, habe ich das schon mal geschrieben im Blog? Ich glaube in Boston war es, da sahen wir einen Typen, der hat doch tatsächlich mit Toastern jongliert.
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Dezember 4, 2020
Treffe trotz Tröpfelns
in Dämmerung Fußgänger,
Jogger und Radler.
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Dezember 4, 2020
Der Regen lässt nach.
Der Morast lässt mich nicht los.
Der Boden ein Schwamm.
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Dezember 1, 2020
Ein Zuckerbäcker
hat die Natur über Nacht
schneeweiß gepudert!
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Dezember 1, 2020
Welt und mich trennt
Bildschirm, der Anschein erweckt,
wahre Welt zu sein.
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November 28, 2020
Rechts hinterm Taunus
versinkt Helios während
links Luna aufgeht.
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November 28, 2020
Ohrstöpsel raus und
ich hör‘ Uhrticken, Heizung,
Autos, dein Atmen.
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November 27, 2020
Vater tadelt Sohn,
der nicht klingelt, bevor er
mich mit Rad passiert.
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November 26, 2020
In den 1990er Jahren erkrankte Kuti an AIDS, an dessen Folgen er am 2. August 1997 starb. Die Existenz der Erkrankung hatte Kuti stets abgestritten… Kondome waren seiner Meinung nach das Mittel einer weißen Verschwörung, deren Ziel die Reduzierung der schwarzen Geburtenrate sei. [Wikipedia]
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November 24, 2020
Die Nächte waren
nie länger als in diesem
Coronaspätherbst.
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November 22, 2020
Meditationen
zwischen den weißen Linien
Tempomat sei Dank.
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November 19, 2020
Himmel trägt Tonsur.
Wolkendecke drumherum.
Zenith nachtschwarzblau.
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November 19, 2020
Himmel zieht sich zu.
Leute grüßen nicht zurück
oder mit Brummen.
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November 19, 2020
Eine Mondsichel?
Oder eine Banane?
Pflück‘ sie und find’s raus!
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November 18, 2020
Sich beim Vortragen,
ans Manuskript zu halten.
Viel zu langweilig.
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November 18, 2020
Keinen getroffen.
Doch nicht allein auf dem Weg
durch die kühle Nacht.
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November 18, 2020
Vielleicht das Schönste
im Leben. Am Firmament,
Sterne zu sehen.
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November 18, 2020
Streifzug durch die Nacht.
Man ahnt mehr, als dass man sieht.
Der Himmel gibt Licht.
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November 18, 2020
Der Weg in die Nacht,
wo man die Sinne aufreißt,
wird zu einer Sucht.
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November 18, 2020
In Nacht eingetaucht.
Großen Wagen gesehen.
Polarstern gefolgt.
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November 17, 2020
Mit Taschenlampen
blenden Leute die Natur
und sehen mich nicht.
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November 16, 2020
Zwischen den Wolken
des aufreißenden Himmels
funkeln Fixsterne.
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November 16, 2020
Schnelle Vertrautheit
mit Unbekannten, die man
in Dunkelheit trifft.
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November 15, 2020
Der goldgelbe Saft
mit durchdringendem Geruch
nach Heu und nach Tier.
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November 15, 2020
Frühlingssonne fällt
auf Massen von Spaziergängern
sonntagnachmittags.
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November 15, 2020
Nachdem die Zehen
gegen das Tischbein stoßen,
bevor der Schmerz kommt.
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November 14, 2020
Schwarzrote Farbe,
Brombeeraromen, fruchtig,
rund und geschmeidig.
[Primitivo aus Puglia, Doppio Passo, 2019 Bio]
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November 14, 2020
Die Windschutzscheibe
heute morgen weiß bestäubt:
ein Feuerlöschstreich.
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November 13, 2020
H…e, W……d, S..-
.a, H…e, L..a, G..i,
C…….e, B…..a.
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November 13, 2020
Winfried, Franz, Walter,
Jonathan, Eckhard, Kostas,
Andrea, Thomas.
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November 13, 2020
An siebter Stufe
der Treppe stolpere ich
bei Versonnenheit.
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November 12, 2020
Frecher Regelbruch:
Auto auf Geh- und Radweg
beschleunigt vor mir.
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November 12, 2020
Novembernebel
hängt über Feld und Wiese.
Wie es sich gehört.
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November 11, 2020
Die Geheimnisse,
die ich der Nacht anvertrau‘,
bleiben im Dunkel.
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November 11, 2020
Die Nacht breitet sich
wie eine Decke über
die klamme Erde.
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November 10, 2020
Der schwere, graue
Himmel hängt voller Wolken
und will einstürzen.
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November 10, 2020
Wenn die Augen sich
an die Nacht gewöhnt haben,
scheint sie tief vertraut.
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November 9, 2020
Morgens streichelt mich
Dachshaar vom Rasierpinsel.
Kaum noch zu kriegen.
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November 8, 2020
Menschen mit Demenz
haben keine Sorgen mehr,
und das hält (sie) jung.
[Martina Bergmann – Mein Leben mit Martha]
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November 8, 2020
Eine Leihgabe
ist das Leben. Die Zeit gibt’s
und nimmt es wieder.
[frei nach David Wagners Vater in Der vergessliche Riese]
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November 8, 2020
Diese Helligkeit.
Der November ist auch nicht
mehr das, was er war.
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November 8, 2020
Verzweifelt suchst du
nach den Namen der Dinge.
Die Welt entfernt sich.
[Reiner Kunze]
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