Handy verschwunden.
Fenster sperrangelweit auf.
Was liegt unterm Bett?
Handy verschwunden.
Fenster sperrangelweit auf.
Was liegt unterm Bett?
Die Sonne geht auf.
Zwischen sattgrünen Wiesen
ein langer Schatten.
Atemzugzählend
Augen voller Sandkörner
In den Tag geschwebt
Vogelgezwitscher
begleitet Sonnenpredigt
auf dem Waldfriedhof
Wie ein Schiff im Wind.
Eher Igel als Hase.
Dem Schicksal trotzend.
Elster auf Holzzaun
Sehr grüßfreundliche Menschen
Die Moersbachschnellen
Ob ein Zauderer
jetzt wirklich der Richtige
an der Spitze ist?
Kaninchen, Tauben
Windrad im Morgennebel
curro ergo sum
Und wenn Putin sich
einfach mal mit Selenskij
ans Schachbrett setzte
Schule fürs Leben.
An der Schachniederlage
ist man selber schuld.
Kimba liegt im Gras.
Emmie morpht zum Wirbelwind.
Run ums gold’ne Kalb.
Und wenn wir Putin
ohne den dritten Weltkrieg
nicht mehr loswerden?
Gummiknochen, blau
Labradorhündin in Trance
Tasche als Christo!
Halbhohe Wiese
Gras mit Morgentau benetzt
Labradordusche
Auf Stein ausgerutscht
bei missglücktem Pontonbau
an Hohwiesenbach.
Tastendes Cello
Verhaltenes Flügelhorn
Perlendes Klavier
Auf dem Bauch liegend,
den Kopf zwischen den Tatzen,
die Augen rollend.
Mein langes Gähnen.
Genauso furchterregend
wie der Tarzanschrei.
Wie tief überm Feld
Saatkrähen hinwegfliegen
bei schönster Sonne
Drei Rehe auf Feld
halten inne, wittern uns
und flüchten grazil.
Unsichtbares Band
C. und Sennenhündin trennt
ein Zentimeter
Acht Stunden gepennt.
Frostige Streuobstwiesen
bei Sonne durchrannt.
Heilende Töne
Schönheit der Mathematik
Erdende Flöte
Lenzrose, Kirsche,
Anemone, Liguster.
Weiße Blütenpracht.
Sennenhündin riecht
markierte Anemonen
und strullt darüber.
Ukrainekrieg
Rückzug russischer Truppen
Verbrannte Erde
Die Labradorin
produziert und dupliziert
ihre Stöckchen selbst.
Letzte Schlafphase:
Embryoposition,
zusammengerollt.
Wordle kann man auch
wunderbar zu zweit spielen.
Sozusagen blind.
Langsam nachlassend:
Wind, Regen und Helligkeit.
Temperatur steigt.
Die Demokratie.
Im Kampf gegen Diktatur
nur Außenseiter.
Morgens auf Wiesen
Rauhreif, der kalte Wind fegt
abends übers Land.
Auf Obstbaum sitzen
zwei Krähen, schwarze Katze
versteckt sich im Gras.
T. S. Eliot – The Waste Land
‚Waow!‘, rief die Frau,
als ich in kurzer Hose
bei Frost vorbei lief
In Streuobstwiesen
das Geschlechterverhältnis
5:1 für Frauchen
Ein gertenschlankes,
dunkelbraunes Eichhörnchen
springt über Wiese.
40 Minuten
Jogging bei sonnigem Frost
Prime Time mit mir selbst
einmal genommen
tollkirsche und stechapfel
erst lähmung dann rausch
Wir tanzen langsam
um unser Grab drum herum
bis wir reinfallen.
[Pascal Comelade – Jac. B and His Dancing Dogs (Topographies anecdotiques)]
Aprilschnee, der sich
in dem schwarzen Hundefell
kontrastreich verfängt.
Heute nur ein Grund,
nach Russland einzureisen:
den Teufel töten.
Dunkelhaarige,
blutjunge, scheue Rehe
sprechen selten deutsch.
Abenddämmerung.
Forsythie leuchtet gelb
auf Streuobstwiese.
Morgens halb sieben.
Ich öffne die Klappläden.
Draußen Halbdunkel.
–
Es schmettert das Rotkehlchen.
Die Vogelschar begleitet.
Wache vor fünf auf.
Es umweht mich Dein Atem.
Lausche andächtig.
Aussichtsloser Kampf
gegen Depression, die
mich voll übermannt.
Handschuh auf Streifzug
verloren, zurückgelatscht,
wiedergefunden.
Zwei Stunden Zeit frei?
Jon’s Geist schwebt im Halbdunkel.
Magische Klänge.
Morgensonnenjog.
Weit weg dröhnt es dumpf. Erst Schreck.
Ist nur die S-Bahn!
Junger Sennenhund
büxt außer Sichtweite aus.
Nur nicht nachgeben!
Gutes Gewissen
früher ins Bett zu gehen
da Nacht viel kürzer.
In Morgensonne.
Rotmilan über A9.
Der Thermik sei Dank.
Acht Uhr früh. Tür zu.
Mit Gepäck durch Innenhof.
Amsel not amused.
Foxterrier lugt rein
in Cafétür, weicht zurück.
Doch nicht das Frauchen!
Wenn der Mensch geboren wird, wird eine Sorge geboren.
Wenn der Krieg aufflammt, fließt das Blut in Strömen.
Ich brenne, ich brenne. Schütte noch mehr Öl ins Feuer.
Ich ertrinke, ich ertrinke. Wirf mich in ein tiefes Meer.
[Rembetiko-Film 1984 – Kegome Kegome]
Fünfzig mal ein aus
Gliedmaßen von sich gestreckt
nach Weckerklingeln
Selten so geschämt.
Kein Wort dazu, den Opfern
direkt zu helfen.
[Ich war heute bei einer Onlineveranstaltung zu diesem Thema]
Eine Sirene
flüstert Unergründliches.
Bind mich am Mast fest!
[Lena Platonos – Bloody Shadows from a Distance via aquarium drunkard, englische Übersetzung der Lyrics]
Weg von den Wurzeln,
Deutschlands moderner Beitrag
zur Nachkriegsmusik
[DLF Lange Nacht: Elektronische Musik aus Deutschland, die beste Sendung, die ich zu dem Thema bisher gehört habe]
Der Boden steinhart
Locker zwei Runden gejoggt
Die Kniee halten
Hey, wach auf, Schläfer
aus dem Reich des tyrannen
Der Himmel wartet
—
Эй, проснись, спящий
из царства тирана
Небеса ждут
Das russische Volk
propagandaberieselt
Oblomow im Bett
Auf dünnem Faden
meines Atems auf Morgen
wartend wie Spinne
[Ivo Andrić – Insomnia, leicht adaptiert]
Du Zähflüssiger!
Sei gelber, kühler, süßer!
Mein Limoncello!
Schreckhafte Riesin
Tiger auf Schlaftabletten
Gemütsmensch mit Fell
Wie Poe bin ich oft
bereits nach einem Glas Wein
völlig betrunken.
Schwarzmilanpärchen,
rauhe Schreie ausstoßend,
gleitet durch die Lüfte,
—
Über den Acker hetzen
atemlos zwei Feldhasen.
[Mein erstes Tanka]
Wind pfeift auf Wiesen
Saharastaub auf Wagen
Sonne bricht sich Bahn
Bis er verschwindet
dem Flug eines Greifvogels
mit Augen folgen.
Kurz vor der Kurve.
Anhänger-Radfahrerin
betätigt Schelle.