learning by schubsing
Bashung s’est éteint hier
März 15, 2009
Madame rêve de l’album Osez Joséphine (1991). Vidéo avec Fanny Ardant. La femme de mes rêves quand j’avais 18 ans.
lob der telekom
März 15, 2009habe es jetzt doch noch geschafft mit dem neuen medion netbook in unser wlan reinzukommen. hat länger gedauert, die hotline von medion war wenig hilfreich. am ende hat mir die t-online technikhotline aus der patsche geholfen. eigentlich hatte ich den telekom-support nur wegen der bei uns scheinbar nicht funktionierenden 0900er nummern (der teure medionsupport außerhalb der garantiezeit bzw. wenn es bei funktionierender hardware softwareprobleme gibt, hat so eine nr.) angerufen. dazu gab es zwar keine erklärung aber mein ursprüngliches problem konnten sie lösen. ich hatte festgestellt, dass ich bei kompletter rausnahme des mac filters (jedes gerät hat eine eindeutige adresse, geräte die dort nicht verzeichnet sind, können nicht in das wlan) aus dem wlan-konfigurationsprogramm mit dem netbook doch ins netz kam. das sesam-öffne-dich des technikers lautete dann „ipconfig /all“, unter dos eingegeben, natürlich. nicht die mac-adresse, die auf der rückseite des rechners steht ist hier korrekt, nein es ist die mac-adresse der drahtlosen netzwerkverbindung. im nachhinein ist das eigentlich ziemlich logisch. ich hatte mich mit hex-passwörtern rumgeschlagen und befürchtet, dass es wegen des ollen t-sinus 130 dsl routers der telekom, der nur 11 mbit/s übertragen kann während die wireless lan card des netbooks 100 mbit/s überträgt, kommunikationsprobleme geben könnte und ich einen neuen router kaufen müsste. brauch ich jetzt erstmal nicht, keinen bock auf diesen ganzen installationsmist, der immer stunden an wertvoller lebenszeit auffrisst.
abnabelung
März 15, 200935 rhums von claire denis gesehen. war so wie ich befürchtet hatte. sehr langatmig mit wenig handlung, hat sich gezogen wie ein kaugummi. überraschend gut der soundtrack der tindersticks, die ich als one-trick ponys eigentlich schon vor über 10 jahren abgeschrieben hatte. sehr zurückgenommen und variationsreich mit fender rhodes, flöte, melodica und ohne streicher. einige beschauliche und viele realistische bilder im milieu der zugewanderten afrikanischstämmigen in paris. lionel, der s-bahnfahrer, nervt etwas mit seinem dauerschweigen. als er sich dann auch noch die junge, sexy dunkelschwarze unter den nagel reißt, verscherzt er sich bei mir die letzten sympathien. gönn es ihm nicht und bin neidisch. was für eine erbärmliche kreatur mann doch ist. achso das thema. in dem film geht es um die abnabelung von lionel’s tochter jo von ihrem vater, die beide nach dem tod ihrer deutschen mutter zusammen in einem pariser arrondissement mit vielen einwanderern leben. mit den nachbarn noé, der jo verehrt und gabrielle der taxifahrerin, die lionel liebt, könnte es eine ménage à quatre geben. es reicht am ende aber nur für ein pärchen. viele szenen, die kaum sinn im gesamtzusammenhang ergeben. die wie ein angeklebter bart wirken. neben caven als plappertante in lübeck, eine kurze traumsequenz von lionel und jo auf dem pferd und der bereits genannte one night stand lionel’s. auch der kleine sankt-martinszug, der sich „laterne, laterne“ singend durch die dämmerung der ostseedünen bewegt, erscheint im filmkontext eher als kuriosum von einem anderen stern. schön romantisch verträumt, aber für meine begriffe völlig unpassend. das ist ja auch gar nicht der ort zum singen, das wären eher die straßen in der stadt. am ende das runterkippen der 35 rums, à 2 cl schätze ich mal, bleibt auch eher rätselhaft. man wartet auf eine geschichte hierzu, die lionel am anfang angekündigt hat. es kommt aber nix. das beste am film und an lionel. der von ihm gekaufte rote reistopf.
ganz knapp drei sterne. eigentlich 2 1/2, aber die runde ich auf.
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März 12, 2009Sie findet, dass ein Bett eher dazu da ist, darin zu schlafen.
derwischt
März 12, 2009naked people (via)
(Das Gefühl, dass mich jemand ausspioniert. Nachdem ich einige Frauen ausgezogen habe, kommen fast nur noch Frauen. Als hätte das Programm gemerkt, dass ich ein heterosexueller Mann bin.)
The Smiths – Wonderful Woman
März 11, 2009
One of the first songs by The Smiths, the b-side or actually c-side of the 12“ of their second single This Charming Man from October 1983 is a grave and slow ballad in minor. Besides the wonderful line
But when she calls me, I do not walk, I run
I absolutely adore how Morrissey bathes in sentiment in this song. He sing-sighs for most of the second half, a vocal style which will become one of his trademarks later on. He literally sighs the tune and it sounds more melodic and of course more melancholic and more emotional than if he had sung just the words. He surrenders himself completely. Something especially young men love(d) so much about Morrissey. Apparently the lyrics are about Linder Sterling, one of his best friends who sang in the post-punk group Ludus. Could it be that he sighs as he realises that they will never be a couple as he is not able to live with another person? Whatever this is definitely a love song from a man to a woman.
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März 11, 2009Dann stieß ihm seine Freundin zu Weihnachten wütend den neuen Alessi-Korkenzieher in jenen Körperteil, den seine Kollegen Porsche nennen und den Daniel, wie er selbst es formuliert, schon in vielen Garagen geparkt hat.
(aus einem Verriss von Bodo Kirchhoff’s neuem Buch Erinnerungen an meinen Porsche, wo sich ein Investmentbanker an die guten Zeiten erinnert)
mor(t)al hazard
März 10, 2009There is a basic principle in environmental economics called „the polluter pays“: polluters must pay for the cost of cleaning up their pollution. American banks have polluted the global economy with toxic waste; it is a matter of equity and efficiency that they must be forced, now or later, to pay the price of cleaning it up. As long as the banking sector feels that it will be bailed out of disasters–even ones it created–we will continue to have a moral hazard. Only by making sure that the sector pays the costs of its actions will efficiency be restored.
(Joseph E. Stiglitz – A Bank Bailout That Works in The Nation)
close your eyes & you’ll see
März 10, 2009The weird things he predicted are real and they can, indeed, only be seen by people who are not looking.
That’s not totally absurd but I don’t get the relation between Hardy’s paradox and the new findings. His thought experiment states that the encounter of matter and antimatter does not have to result in the annihilation of the two but can result in an interaction where they both survive. But this can only work if there is no observer. The new experiments show that there can be a negative number of polarized photons in some places. How can this be explained with the thought experiment if antiphotons do not exist?
Sophie Hunger – Round and Round
März 8, 2009Sophie Hunger – Round and Round
Eines der Lieder, von denen man nach dem ersten Hören meint, es schon einmal gehört zu haben. Aber dadurch, dass man den unmittelbaren Ohrwurm nicht wirklich in seine auditive Rezeptionsgeschichte¹ einordnen kann, so total umwerfend. Wobei ich es wirklich schon einmal gehört hatte, und zwar auf France Inter, wo die Deutschschweizerin Sophie Hunger regelmäßig gespielt wird. Analog zum Döner Kebap könnte man sagen ein Lied mit allem: Da sind vom Rhythmus her Drive und Groove drin, die expressive Stimme hat viel Soul und eine Prise Blues und die unwiderstehliche Melodie schraubt sich wie ein Korkenzieher direkt ins Herz. In seiner Wärme erinnert mich Hunger’s Gesang an den von Leslie Feist, es schwingt aber auf jeden Fall auch ein bisschen Janis Joplin mit und etwas Folkiges à la frühe Michelle Shocked oder Sally Barker. Ihre Stimme schmiegt sich um die Musik und kann auch sehr eruptiv werden. In solchen Momenten muss ich an Jeff Buckley denken. Ich erinner mich an keine andere Sängerin, die ähnlich intensiv und verletzlich gesungen hätte wie der unglückliche amerikanische Troubadour.
Links:
– Homepage (Myspace)
– 15 Lieder im Stream bei last.fm
– 2 mp3s bei aurgasm, wobei die Plattenfirma darüber nicht so begeistert ist
– Video von Ne Me Quitte Pas für die Blogothèque
– Artikel zu einem Konzert in London Ende 2007 in Das Magazin
¹ Oder wie nennt man die Summe aller Musikstücke, die man jemals gehört hat, etwa individuelle Hörgeschichte?
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März 8, 2009Warum aber, so eine der Fragen, über die Medien und Regierung hinweggehen, warum werden dann die Banken mit Geld gefüttert und nicht die Familien und Haushalte, die ihre Kreditzinsen nicht mehr bezahlen können? Dann bekäme das Banksystem Geld, und zugleich würden Eltern und Kinder nicht aus ihren Häusern gejagt. Vermutlich würde dann allerdings deutlich werden, dass die sogenannten faulen Kredite nicht mehr als ein kleiner Auslöser der Krise waren.
(Friedrich Krotz in der taz)
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März 4, 2009es gibt ein paar wörter an denen man sich festhalten kann. knülle gehört zu diesem exquisiten kreis. wird ganz klar viel zu selten benutzt.
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März 4, 2009there is a new blog around i’d like to draw your attention to. the mix blog musicophilia has got a baby. it’s called musicophiliadaily and it presents a lot of music i’d have liked to talk about here if i had known it beforehand.
The Smiths – What She Said
März 3, 2009Not the most brilliant Smiths song ever but still pretty great and additionally it is about smoking. A colleague relapsed after 1 3/4 years. Yesterday I told him that I was thinking of restarting as the craving for a fag didn’t seem to get better. And he said that he did not have that conversation with himself. The truth was he had already finished it.
I smoke ’cos I’m hoping for an early death
And I need to cling to something.
Cat Power – Wild is the Wind (cover)
März 2, 2009This song totally rules my world right now. I must have listened to it at least twenty times in the past week. It goes well with my current minimalistic obsession which I already tried to express in the haiku about hiking with my father on El Hierro. There is only Chan Marshall’s raspy & at the same time fragile voice and her piano play on her version of this classic, simple song (from George Cukor’s 1957 movie with the same name starring Anthony Quinn and Anna Magnani which tells the story of a rancher who marries his Italian sister-in-law after the passing of his wife, but she falls in love with his son). Cat Power drops some lines of the original lyrics and makes them even more concise. She inhales life in this song and makes it totally her own. Forget Johnny Mathis, Nina Simone or David Bowie, instead at getting at the heart of this song they made it an unbearable Schnulze (tearjerker). But Chan Marshall manages to marry the deep sadness inherent in this tune to an irresistible groove when she evokes the „you“ seven times in a row and clicks her fingers. This playfulness, this joy when she just utters „you“ is a miracle. As if she had just discovered that there is a „you“, that she is not alone in the world. I had four live versions and the album version from the Covers Record which is even more stripped down to the bone to choose from but the performance from La Route du Rock 2006 was the one I preferred, one reason being the length, the other the easiness of the cascades of „you’s“. A while ago Jordan from one of my favourite mp3 blogs Said the Gramophone already analysed this song and came to similar conclusions. Concerning the lines about the leaf and the tree I find the lyrics rather revealing as the singer is the tree and the other beloved person the leaf. It is the leaf which will one day be blown away by the wild wind, the tree will stay.
Here are the lyrics she uses:
Love me, love me, say you do
Let me fly away with you
Give me one more caress
Satisfy this hungriness
We are creatures of the wind
Wild is the windYou, you, you, you, you, you, you
You touch me
When you touch I hear the sound of mandolines
You, you, you, you, you, you, you
You kiss me
With your kiss my life beginsLike a leaf clings to a tree
Please cling to me
We are creatures of the wind
Wild is the wind
Centro de Interpretación del Julán – Los Letreros
Februar 26, 2009Rast am Tagoror
Zwei große Vögel kreisen
Krächzende Krähen
El Mocanal – Pozo de las Calcosas
Februar 25, 2009Nach dem steilen Teil
Nur noch ein sanfter Abstieg
Doch ihm reicht es jetzt
***
Unten Sonnenschein
Beim Aufstieg kein Tröpfchen
Oben ist es nass
El Julán
Februar 25, 2009Der erste Radler:
Ein gebräunter Norweger
ist vor uns am Ziel
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Februar 24, 2009Revolution take 20. An 11 minute version of this Beatles track has surfaced. I haven’t listened to it yet but it seems to be a precursor to Revolution #9 from The White Album.
P.S. The RIAA has been faster than me, merde!
Musik, Name & Gedächtnis
Februar 24, 2009Die Magie einer Musik, die man noch nicht kennt oder die man kennt, aber von der man den Interpreten vergessen hat. Im zweiten Fall birgt sie wieder ein Geheimnis, das sie in dem Moment verloren hatte, als man wusste wer das war und welches Stück. So lange ich nicht mehr weiß, wer hinter der Musik steht, ist sie dichter, stärker, eindrücklicher, mehr auf den Augenblick konzentriert. Das Wissen des Namens des Musikers subtrahiert etwas von ihr, lenkt ab, verwässert.
Shuffle auf der Jukebox. Die ersten Takte eines Liedes, von dem ich weiß, dass ich es kenne. Diese wenigen Sekunden am Anfang, in denen ich noch nicht sicher bin, welche Band und welches Stück das ist. Die Gehirnzellen, die bei mir inzwischen (lauert da Alzheimer um die Ecke?) eine kleine Weile brauchen, bis sie mein Gedächtnis angezapft haben und die Info zurückgemeldet haben. In diesen Momenten ist alles möglich. Dafür liebe ich sie so.
Hoya del Morcillo – Mercader
Februar 24, 2009Ein junges Pärchen
kommt den Barranco runter
dank Geocaching
San Andrés – Las Montañetas
Februar 23, 2009Der dürre Schimmel
steht eingepfercht im Schatten
auf der Meseta
Carneros in Tigaday
Februar 23, 2009Sie holen mich ein
Die Männer im Hammelfell
Au, schwarze Backe
(22.2.)
Ermita de los Reyes – Mirador de Bascos
Februar 22, 2009Errötet sagt sie:
„So eine schöne Natur
Müssen Sie sehen!“
Frontera – Mirador de Jimana
Februar 21, 2009Am Fuß des Weges
Die Bäckersfrau mit dem Brot
ein Himmelsgeschenk
***
Wiedergetroffen
Die spanischen Wanderer
Jetzt steigen sie ab
***
Das Taxi wartet
oben auf einen Wandrer
Es ist seine Frau
***
Weicher Waldboden
Der Abstieg ein Fußbalsam
Nervend: Die Falter
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Februar 20, 2009Dädalus erfror
bevor sein Paar Wachsflügel
in der Sonne schmolz.
Valverde – Tamaduste
Februar 20, 2009Der Himmel reißt auf
Rechts taucht La Gomera auf
Links liegt La Palma
***
Geschminkte Kinder
singen, tröten und trommeln.
Carnaval. Tschüss, Fleisch.
Einsilbiges Quiz
Februar 19, 2009Wieviele Buchstaben hat die längste Silbe im Deutschen? Ich komme immer höchstens auf acht, z.B. schlenzt. Wer bietet mehr?
El Pinar – La Restinga
Februar 19, 2009Der Hirte schnalzt
Die großeutrige Ziege
springt aus der Linse
***
Von uns aufgeschreckt
Ein Paar Felsenhühner
Sie flattern davon
El Lunchón – Las Puntas
Februar 19, 2009Ein Gekreisch hebt an
Ich steige auf die Mauer
Kein Vogel zu sehn
(15.2.)
Sabinosa – Playa de Verodal
Februar 18, 2009Sieh da die Welle
den weißen Kamm geschwollen
überschlägt sie sich
Valverde – Mirador de la Peña
Februar 18, 2009Die Passatwolke
vor der Steilwand löst sich auf
Die Aussicht ist tief
(17.2.)
cu l8er
Februar 14, 2009I will be on Hierro for the next two weeks. Updates are possible but not very probable. If you don’t know El Hierro, it is the smallest and most Western Canarian island. The highlands are very green and often foggy like in Scotland, in the South the sun is burning hard, it is volcanic and rather dry. No other island I know has such a lot of climatic variation on such a small area. A dream island.
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Februar 12, 2009gimme a cig or i’ll kill you
Americans
Februar 12, 2009.
Februar 12, 2009u bet
Februar 12, 2009„Er wird großartig sein“, hatte Obama gesagt. Und: „Ich werde dafür sorgen, dass Tim seinen Moment im hellen Sonnenschein bekommt.“
Joy Division – Dead Souls
Februar 11, 2009My first thought when I heard the title was that it is atheist or at least non-Christian. The soul cannot die according to the Christian belief. And even if it was mortal it would not be the soul as we imagine it. A dead soul is a contradictio in adiecto. Later I realized that Dead Souls is a book by Gogol which Ian Curtis has read. Apparently it is about some sort of macabre financial scheme. The main person travels around in rural Russia to buy the registration papers of dead serfs from the landowners. A classic win-win situation, the landowners would save the taxes they have to pay on the „dead souls“ and the main character would get loans from big farms on behalf of them. Earning money from nothing. Somehow all that sounds like a precursor of the financial crisis to me.
Anyways let’s get back to the song. It was first released as the second track of the Licht und Blindheit double single on the French label Sordide Sentimentale in March 1980. Together with an essay on romanticism by Jean-Pierre Tumel. The other a-side Atmosphere is probably the Joy Divison song I am most allergic to. I absolutely can’t stand Ian Curtis grave disguised voice on it and the synthesizer which sounds like an angel suffused with light landing in a heavy procession doesn’t do anything for me. Pretentious bullshit artistry, if you ask me. Later on Corbijn made a video of it with men in black hooded cloaks walking along. CRAP.
I have deviated again. Dead Souls is a song which has no introduction. On record it starts immediately as if the record button had been switched on in the middle of rehearsing. First we hear Sumner’s guitar looking for a fierce riff and finding it after a while and some fine tom drumming by Morris. Hook’s bass joins in and rumbles and mumbles more or less in the background. Occasionally when it gets melodic it comes to the fore. Suddenly there is more distortion in the guitar, there is raw power, punk. And after a minute or so a groove has set in, it is all hanging there beautifully, moving up and down for another minute, do we really need a singer here?
Someone take these dreams away
That point me to another day
A duel of personalities
That stretch all true realities
Yes we do. The song suddenly gains in stature, it has a soul in form of a voice now. And somehow I don’t care that Curtis sings with that solemn habitus again as his voice sounds haunted now. He really is captured by something. In hindsight the first two lines could be interpreted as an announcement of suicide. Curtis does not want to think about another day, he has made his decision and everything which acts against is a bad dream. But there are still two personalities fighting in his breast. And then he shouts in a terrified way
They keep calling me
Keep on calling me
They keep calling me
He heard voices which he didn’t get out of his head. They always came back. They didn’t stop until May, 18th 1980.
P.S. The version from 18 January 1980 in Eindhoven which is on Les Bains Douches is awesome. The bass is much more prominent in the beginning. The whole song is amazingly rough and powerful. Another proof that they were the best live band ever.
John Cale – Andalucia
Februar 10, 2009You can imagine what happened. Today was another day where I burnt 1919 kilojoule on the stationary bicycle. It is a 27 minute program starting with two minute intervals of 250, 275 and 300 watt. Then I reach the 325 watt plateau which lasts 15 minutes and the last six minutes are descending down to 250 watt in two minute intervals again. By the way 1919 was the last year where swapping of the first two digits with the last two did not change the number. The next one will be 2020. And 1919 is no prime number. As all four digit figures which are permutable in this way it is a multiple of 101. Enough playing around with digits now.
Let’s come back to Paris 1919. This song is actually my favourite of the album. Another declaration of love. This time to a geographical place, the South of Spain. It starts with this great line where syllables seem to be permutated in a magic way that it sounds like a nursery rhyme:
Andalucia when can I see you
When it is snowing out again
Farmer John wants you
Louder and softer closer and nearer
Farmer John who is probably John Cale himself will have to wait for a long time to see Andalucia again as it rarely snows there. Except in the Sierra Nevada but there is no mention of a mountain range in the lyrics. Again Cale sings in a sweet and tender way, there is a lot of yearning and longing for the object of desire in his voice. And in the music as well: the sublime acoustic guitar, the keyboards which stay nicely in the background and finally the pedal steel guitar adding the typical country sentiment to this outspoken ballad.
Needing you taking you keeping you leaving you
In a year and a day to be sure
That your face doesn’t alter
Your words never falter — I love you
After a one year stay the face of Andalucia will be almost the same as on the first day. The seasons will have gone full circle. Spanish people – especially those from the South – don’t hesitate with words, they love talking and apparently Cale loves that too.
Cat Power – The Greatest
Februar 9, 2009Draußen schneit es & es ist dunkel & kalt & feucht, denn die Schneeflocken schmelzen kurz nachdem sie auf meinem Mantel gelandet sind. Myriaden von kleinen weißen rundlich-eckigen Flugkörpern. Sie fliegen mir auf die Nase & auf die Brille, hinter das Brillenglas, auf die Augenlider, schließlich sogar in die Augen. Ich sehe kaum noch den Weg. Noch ein paar Meter & ich habe es geschafft. Bin endlich zuhause. Andere würden sich jetzt einen Glühwein, einen Grog oder einen Irish Coffee brühen. Oder in die dampfende, überschäumende Badewanne steigen. Oder in der Sauna das Wasser auf den Ofen gießen. Ich wärme mich anders, wenn es draußen stürmt & schneit. Von den Ohren übers Hirn in die Eingeweide. Ich lausche Chan Marshall’s von viel zu vielen Zigaretten kratzig-rauher, verruchter Stimme, wie sie davon singt, dass sie mal die Größte sein wollte. Muhammad Ali ick hör dir trapsen. So richtig viel kann ich mit dem Liedtext jetzt nicht anfangen, aber darauf kommt es meistens ja sowieso nicht an. Mir jedenfalls nicht. Aber vielleicht kann einer meiner Leser ja für Aufklärung sorgen.
Hardcore Procrastination
Februar 9, 2009Im Grunde habe ich ja in den letzten sechs Monaten nichts anderes gemacht als darauf zu warten, dass der Spuk endlich vorbei ist und ich mir meine nächste Zigarette anzünden kann.
Picus viridis
Februar 8, 2009Heute mittag hat so ein Geselle bei uns mit seinem langen Schnabel den Rasen vertikutiert. Den Apfelbaum wollte er auch hoch, hat sich aber nicht über den eigentlich für die Blattläuse gedachten Leimring getraut und ist wieder den Rückzug angetreten. Im Rückwärtsgang, lustig anzuschauen. Das Eichhörnchen ist nicht so zimperlich.
P.S. Catherine hat zudem noch ein Mauswiesel im Garten herumschleichen gesehen. Natur pur am verregneten Wintersonntag.
John Cale – Antarctica Starts Here
Februar 8, 2009He built a cathedral for a woman in hell, didn’t he?
Lester Bangs‘ Freundin über „The Marble Index“
Der Einstieg ist jetzt etwas unpassend, aber so war es nun einmal. Die Realität ist meist banal und Rücksicht nimmt sie auch auf niemanden. 1919 Kilojoule habe ich gestern auf meinem Ergometer verbrannt. Da lag es nahe, etwas über John Cale’s Paris 1919 zu schreiben. Es war schon fast eine unheimliche Koinzidenz, dass Stefan gestern im Kommentar sich ein Posting von mir zu einem Lied von genau dieser Scheibe wünschte. Vorher noch etwas zu der Zahl: Es handelt sich natürlich um eine Jahreszahl. 1919 fand in Paris die Friedenskonferenz nach dem ersten Weltkrieg statt, die dann zu dem unseligen Versailler Vertrag führte. Aber erst einmal war jetzt Frieden. Vielleicht auch, um das herauszustellen, ist das Album für John Cale untypisch wohlklingend, viele Stücke sind mit Streichern unterlegt. Es wurde in L.A. mit drei Mitgliedern der funkigen Country/Blues-Rocker Little Feat eingespielt, unter ihnen Lowell George an der Gitarre. Man schwelgt in üppigen orchestralen Arrangements voller Harmonien.
Antarctica Starts Here ist das letzte Stück. Und es ist anders als die Vorgänger. Zum einen ist es eine sehr ruhige und anfangs recht zurückgenommene, schmucklose Pianoballade, die im Vergleich zum Rest fast schon wie Low-Fi anmutet. Zum andern flüstert Cale seinen Songtext ins Mikrofon als hätte er Angst, irgendetwas zu zerbrechen. Das Lied schwebt eigenartig in Moll dahin, vorgetragen mit einer großen Ernsthaftigkeit und Intensität. So sanft und zärtlich kann eigentlich nur ein Liebeslied sein. Es gibt einige Hinweise darauf, dass es um Nico geht, die schöne deutsche Sprechsängerin der frühen Velvet Underground, mit der John Cale viel musikalisch zusammengearbeitet hat (s. Zitat oben). Cale erzählt von einer paranoiden Schauspielerkönigin (Nico spielte in Fellini’s La Dolce Vita), die untätig und mit Puder und Maskara bewaffnet dasitzt. Der folgende Satz beschreibt treffend Nico’s monotone Art zu sprechen:
The lines come out and struggle with
The empty voice that speaks
Wie Antarctica Starts Here auf diesem Album so war Nico ein Fremdkörper in dieser Welt. Von einer atemberaubenden Schönheit, gleichzeitig eine unnahbare Kälte ausstrahlend. Ihre große Liebe war das Heroin, ihr Leben war bewusst gewollte Selbstzerstörung. 1988 starb sie mit 49 an einer Hirnblutung auf Ibiza nach einem Sturz vom Rad.
Cale findet Vergleiche, die buchstäblich ins Herz treffen:
Her heart is oh so tired now
Of kindnesses gone by
Like broken glasses in a drain
Gone down but not well spent
The road from Barbary to here
Bei dem letzten Satz kann ich nur an die Barbarei der Nazis denken, Nico wurde wie meine Mutter 1938 geboren. Auch der letzte Abschnitt würde gut zu Nico passen. Ihre vielen fast durchweg unglücklichen Beziehungen (neben Cale u.a. mit Delon, Morrison, Reed, Buckley, Dylan, Jackson Browne, Brian Jones und Iggy Pop) als eine Art Peep-Show bei der die Männer ihr zugucken wie die Wirkung der Drogen langsam nachlässt. Da fängt sie an, die Eiswüste der Antarktis:
Her schoolhouse mind has windows now
Where handsome creatures come to watch
The anaesthetic wearing off
Antarctica starts here
Und ganz am Ende ertönt im Hintergrund ein Harmonium. Das war ihr Instrument.
Narrenstuhl
Februar 7, 2009An des Papstes Stelle würde ich jetzt mal so langsam an Rücktritt denken. Wahrscheinlich ist ihm das gar nicht gestattet, aber das ist wohl der einzige Weg, nicht völlig das Gesicht zu verlieren. Diesen Papst kann niemand mehr ernst nehmen, weder die Holocaust-Leugner, noch die Juden, noch die Katholiken, noch die Protestanten, noch die Atheisten, noch die Muslime, noch die Marsmenschen. Glos und Benedikt könnten ja die Stühle tauschen, für den Vatikan wäre es auf jeden Fall ein Gewinn, für die Bundesregierung auch kein Verlust.
P.S. Eigentlich ergibt die ganze Geschichte nur dann einen Sinn, wenn Benedikt in seinem tiefsten Innern selbst ein Pius-Bruder ist.
Good vibes
Februar 4, 2009Lloyd Cole & the Commotions: You Will Never Be No Good from the 2nd disc of the 20th anniversary edition of Rattlesnakes (originally from the Perfect Skin single)
Isn’t that what we all need these days? Some nice, happy tune caressing our eardrum? For some reason Lloyd Cole keeps popping up on my jukebox when it is in shuffle mode. And I have only about 30 songs by him on the player which should be just about 1 per cent of all tracks. It must have to do with the fact that micro processors are still not able to produce real random numbers. There will always be a recurring pattern in series of numbers generated by a computer algorithm. In any case due to this systematic, non-random behaviour of my mp3 player tonight I put a song by Lloyd Cole online which is already 25 years old – the Orwell year was a quarter of a century ago, there is something unbelievable – but which still sounds fresh and yummy. It is one of the songs I have to whistle to which is always a good sign. The melody is simple and straightforward, light and peppy. And the lyrics seem rather fitting these days if one imagines Lloyd is singing about the people who have led us into the crisis:
D’you know what I’d do if I could
Chop you up into firewood
That’s what I’d call positive thinking. How to turn them into something useful. It’s a cold winter in Germany, it’d make a lot of sense you know. I hope my humour has been more subtle in the past but in rough times jokes tend to be coarse too.
Cut. Lloyd Cole turned 48 on Saturday and he just released a four cd compilation called Cleaning out the Ashtrays comprising 59 b-sides & rarities. I guess you will hear some more of them here in the near future if you don’t mind.
Japancakes – What You Want (MBV cover)
Februar 2, 2009A couple of years ago I would have supposed that most readers of my blog know Loveless, the album by My Bloody Valentine. But by now I am not so sure anymore as I am uncertain if the plural readers still applies. Whatever Loveless is one of the last innovative rock albums which was great at the same time. It came out in 1991. One groundbreaking album in 18 years? Yes, I think that very well describes the state of rock music. Whatever. Let’s get back to today’s song. Japancakes covered it and the whole Loveless album a while ago. And they covered it well. Stayed close to the original and changed it at the same time. Whereas in the original What You Want like the whole album sounds misty, muddy, nebulous, you name it, Japancakes‘ version is stripped down to the sweet tune. You could call it muzak if you were malicious. Japancakes are from Athens, Georgia. Like R.E.M. And their version is not only purely instrumental but it also uses a lot of pedal steel and therefore sounds a little like country. Not exactly what anybody would associate with MBV. It is like moving the album from foggy, unfriendly London to sunny, easygoing Athens in the South of the USA. And somehow it works. Like classical theatre classical music can be transposed in time and space.
Moriarty – Hanoï Blue
Februar 1, 2009I found the song I had been looking for. A live version is on the second CD of the digibook limited edition of Gee Whiz but this Is a Lonesome Town. As I said before it is slow and sad. And majestic. Especially Arthur’s small dobro solo is phantastic. Here is what I think the lyrics are:
The first time we met in a poolroom bar
We were dressed both the same
We looked like twins
You knelt down and invited me to danceWe started to walk in the dark
And we danced in the night
We danced on the beach
We danced on the sand
We danced in the moonlightUp to the North I was walking in the street
When a queer feeling started grabbing me
When I saw you coming up to me
Like a serendipityAnd we danced on the street
We danced by the river
We danced on the bridge
We danced on the harbourThe last time I saw you
You were sitting on your suitcase
Waiting for the train
I was about to takeWhen we realized
We had the closest seats
We decided to dance on the train
A French-American family
Januar 31, 2009Moriarty: Cottonflower from Gee Whiz But This Is a Lonesome Town
The first time I heard the name of this band I thought of Dean Moriarty, the hero of On the Road, Jack Kerouac’s travelling buddy who was called Neal Cassady in real life. At the same time I was pretty sure that it wasn’t him who inspired the band name. Apparently I was wrong.
I like the song almost as much as the other one about a man with a suitcase and a woman dancing with him in the train which they also played but which is not on the album. Cottonflower is a slow affair. I can see the American prairie or is it the Mississippi delta? It’s a view of the plains which bend down at the horizon. There is a lot of dust on the fields, there are people working in the evening sun there. And there is a sad voice of a woman singing about someone she is in love with who doesn’t turn off the tv, or something like that. It’s a song which feels like home, in a way. That’s how I felt at the concert on Thursday. In a familiar place, cosy. The Moriartys emanate a warmth and devotion like few other bands. When they all – they are five without the drummer – stood close to each other in front of the one and only microphone on Thursday I had the impression of seeing a family who had found itself.
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Januar 30, 2009moriarty haben da gestern in der erstaunlich gutbesuchten brotfabrik ein wunderschönes, ruhiges lied gespielt, das ich gerne hochgeladen hätte. es scheint nicht auf ihrem neuen album (ersten?) zu sein. es kam suitcase drin vor. das dritte oder vierte lied des sets. eher melancholisch angehaucht, eh klar.
es ist noch hoffnung da
Januar 28, 2009die erste mücke gesehen. sie lauert auf dem vorhang. der winter war zu warm bis jetzt (dabei war er gar nicht so schlecht, aber ich bin halt verwöhnt, münchen 1985 auf dem rad zum matheinstitut bei minus 25). wir haben ja erst ende januar. die kältesten tage kommen oft erst im februar.
eyeless in gaza
Januar 28, 2009Wieso ist die Berichterstattung über den Nahen Osten eigentlich immer so einseitig? Wieso sind immer entweder die Palästinenser oder die Israelis die Bösen? Ich glaube, dass beide nicht ganz unschuldig an der jetzigen Situation sind. Wieso verdammt nochmal können die sich nicht endlich mal einigen? Meinetwegen auf die Grenzen von 1967. Was spricht dagegen, Israel? Bis 1967 hat es ja auch gereicht. Mit Raketen rumzuschießen und mit Flugzeugen rumzubomben sind jedenfalls Konfliktbewältigungen auf Steinzeitniveau. Scheiße wie kann man das Leid eines anderen Volkes so ausblenden, wenn man selber einem Volk angehört, dass vom Leiden auch nicht gerade verschont wurde? Oder haben die das etwa schon vergessen?
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Januar 27, 2009avocado diabolo
Shame on you
Januar 26, 2009Die einzige Institution, die aus dem Holocaust nichts gelernt hat, scheint die katholische Kirche zu sein. Damals unter Hitler haben sie nichts gesagt und jetzt nehmen sie Leute wieder in ihre Herde auf, die die Judenvernichtung leugnen. Konsequent ist er ja, der Benedikt.
melancholy is the small brother of depression
Januar 26, 2009Red House Painters: Mistress from „Rollercoaster“
The thread which made me relisten to this song. It’s a pretty great song with the hazy guitar and stuff. I never paid a lot attention to it as one of my all-time favourites is the song before. I wrote a little bit on the thread about all that. The discussion will continue there, hopefully.
Immer und ewich
Januar 25, 2009Hier zuerst gesehen.
Friede, Freude, Freistil
Januar 24, 2009Das Kammerflimmer Kollektief aus Karlsruhe macht nun schon seit zehn Jahren Instrumentalmusik außerhalb aller gängigen Schubladen mit gelegentlichen elektronischen Einsprengseln. Der ausgefallene Name deutet darauf hin, dass ihre Musik zum einen durchaus auch Soundtrackcharakter hat und dass sie eine größere Band sind; auf einigen Stücken musizieren acht Personen. Alles Glühen ist eine Nachtmusik, die sich weit zurücklehnt und den Tag vor dem inneren Auge Revue passieren lässt. Man sieht Kerzenlicht, ein loderndes Kaminfeuer und hört den Wind rauschen. Es ist kuschelig und sehr entspannt. Eine innere Wärme steigt in einem auf. Dazu ein Fläschchen Rotwein und der Abend könnte noch lang werden. Dann plötzlich das offene Ende. Nicht disharmonisch, aber auch nicht melodisch, eher impressionistisch improvisiert. Am Ende bellt noch ein elektronischer Hund. Von nun an ist alles möglich.
Miguel Torres. Titanes. Crianza 2006
Januar 24, 2009- Alkoholgehalt: 14%
- Region: Catalunya
- Reben: Garnacha, Cariñena, Syrah
- Preis: 7 Euro
- Laden: Aldi
- Entkorken mit leichtem Zischen
- Depot: nicht vorhanden
- Farbe: zwischen dunkelrot und schwarz
- Bukett: Rauch, Pflaume, Muskat, Vanille
- Konsistenz: erst samtig, schäumt ganz leicht auf der Zunge (evtl. Einbildung)
- Geschmack: fruchtig, pflaumig, ausgeprägte Tannine
- Abgang: etwas unrund, Wein noch zu jung
Zusammenfassung: Ausbaufähiger nahezu schwarzer Rotwein mit fruchtig-pflaumiger, rauchiger Note, der ein ganz kleines bisschen auf der Zunge bizzelt (?). Sollte noch ein paar Jahre gelagert werden. In der Karaffe hatte er sich am 2. Tag schon gut entwickelt. Für den Preis würde ich mir persönlich lieber einen Bordeaux kaufen.
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Januar 24, 2009Chatwin war wie Fermor ein leidenschaftlicher Fußgänger. Er war fest davon überzeugt, dass Gehen nicht einfach nur einen therapeutischen Wert besitze, sondern eine poetische Handlung sei, welche die Welt von ihren Übeln heilen könne. (Quelle)
Champagne for the ears
Januar 23, 2009Brian Eno: Third Uncle from Taking Tiger Mountain (by Strategy)
Vorhin versucht, Wire. Adventures in Modern Music zu hören. No chance. Alle drei Sendungen fingen nach dem Erkennungsstück mit Tracks an, die beherrscht waren von dumpfen Elektro-Beats, die dauernd wiederholt wurden. Wie Minimal Music nur viel schlimmer und einfallsloser, da völlig melodiefrei. Was ist passiert mit der experimentellen Musik? Wie kann man sich so einen tumben, hirnlosen Mist anhören? Ich versteh das nicht, das ist doch nur noch völlig einfallsloser Bullshit. Es lohnt sich nicht mal nach des Kaisers neuen Kleidern zu schreien, da sich diese Pseudo-Avantgarde ja sowieso niemand anhört. Und das ist gut so.
Zurück zu Brian Eno. Der war früher mal Pop-Avantgarde und hat unheimlich spannende und faszinierende Musik gemacht wie in dem Stück da oben von seiner zweiten Scheibe von 1974. Heute produziert er Coldplay. So eine Fallhöhe muss man erst einmal herunterstürzen. Vorher hat er U2 produziert und davor Ambient erfunden. Bei ihm ging es im Laufe der Zeit von der musikalischen Relevanz immer nur abwärts, aber von der Knete nur aufwärts. Sehr schade. Sein letztes Album mit David Byrne war auch vollkommen belanglos. Das hätte ein Computer mindestens genau so gut komponieren können. Vielleicht war ja einer am Werk.
Eine endlos hallende Basssaite, die schrammelnde, leicht angezerrte Gitarre, eine zweite krachigere Gitarre, das gleichförmige Schlagzeug und dann Eno’s ausdruckslose, neutrale Stimme, die irgendetwas aufzählt. Es hört auf mit „and then there was you.“ Und wie die Leadgitarre mit der Rhythmusgitarre nicht kommuniziert sondern sich auf Eskapaden begibt, die aus dem Lied herausführen könnten, es am Ende aber dann doch nicht tun. Es handelt sich ja hier nicht um Acid or Prog Rock. Das ist alles ganz phantastisch und sehr schön prickelnd. Schampus auf die Hörlöffel.
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Januar 23, 2009Monolog eines alten Sackes
Januar 22, 2009Alain Bashung: Hier à Sousse von Bleu Pétrole
Vorhin der Gedanke, dass ich deswegen so auf neue Sounds stehe weil die Musik von früher mich daran erinnert wie alt ich bin. Und das Deprimierendste: Ich kenne keine neue interessante und innovative Musik mehr. Bin also dazu gezwungen, die Sachen von gestern zu hören. Deswegen bin ich stinksauer auf die jungen Bands und Solomusiker. Die einzige Chance für mich, gute neue Musik zu hören, scheint die Hoffnung auf meine Vergesslichkeit zu sein. Gibt es Alzheimer im Zusammenhang mit früher gehörter und geliebter Musik? Somehow I doubt it. Aber wenigstens gibt es noch so Leute wie Bashung, der inzwischen die Sechzig überschritten hat. Er hat nach längerer Pause mal wieder ein neues Album gemacht und darauf ist dieses Lied, das so losgeht:
Ici à Sfax, Ici à Sfax,
Hier à Sousse, Hier à Sousse,
Demain à Paris, Demain à Paris,
Aucun cadran n’affiche la même heure,
Aucun amant ne livre la même humeur
An Bashung mag ich seinen spröden und trockenen Sprechgesang und seine paroles. Der Mann spielt gerne mit der Sprache und hat etwas zu sagen. Rockende Ohrwürmer schreiben kann er auch. Von allen lebenden französischen Barden ist er mir wahrscheinlich der liebste. Sfax und Sousse sind übrigens beides Hafenstädte in Tunesien und ein cadran ist ein Zifferblatt. Die Problematik mit der langweiligen neuen Musik ist natürlich ein Evergreen in meinem Blog wie man z.B. an diesem über sechs Jahre alten Post sehen kann.
It has been a shitty day
Januar 21, 2009Silver Jews: Punks in the Beerlight from Tanglewood Numbers
There is one thing I do not understand. Why do grown-up people prefer to talk badly about a third person when that person is not there to saying it to that person directly? And why the hell do I have to be in between those two persons? Which means of course that I also have to listen to the other person’s criticism of the first. Je n’y suis pour rien. Additionally I got into a rather fruitless discussion (unfortunately it is in German) about the question if Obama is black, white or something else. I opted for something else. I’d rather forget all this crap and listen to David Berman’s wonderful song about punks in the beerlight. I guess to produce a rhyme like
Ain’tcha heard the news?
Adam and Eve were Jews.
you have to be a) a Jew and b) David Berman
But the unforgettable line in this song is of course the chorus. „I loved you to the max“. It resonates in the ear. There is a happiness hormone hidden in this simple sentence which has an effect only when you sing it and repeat it again and again. The complete lyrics are here. And there is another part which makes this post kind of come full circle:
If it ever gets really really bad,
Let’s not kid ourselves.
It gets really really bad.
How can someone not love David Berman? There’s another great mystery of life.
Rioja Reserva 2004. Guia Real.
Januar 21, 2009- Alkoholgehalt: 13%
- Reben: Tempranillo, Garnacha
- Preis: 5 Euro
- Laden: Aldi
- Entkorken mit leichtem Plopp
- Depot: Einige, wenige Weinsteinkristalle
- Farbe: rubin-, dunkelrot, sehr kräftig
- Blume: Leder, intensiv
- Konsistenz: keine Kohlensäure, dünnflüssig, recht samtig
- Geschmack: Leder, dann schwarze Johannisbeere
- Abgang: recht flach, leicht pfeffrig
Zusammenfassung: Gut trinkbarer Rotwein mit schöner Farbe und von Ledertönen dominiertem Geruch und Geschmack, leider ohne länger anhaltenden Nachgeschmack. Umfüllung in Karaffe tut ihm gut und die Aromen sind nach 2 Tagen stärker geworden.
ILM post of the day
Januar 20, 2009A succinct and apt description of Joy Divison’s music from the surprisingly active thread with the seemingly arbitrary juxtaposition of Pink Floyd vs. Joy Division (I agree that it would be more correct to confront PF against JD+NO as PF was two bands as well, with and without Syd Barrett):
… Joy Division eschew decoration. Their music is stripped down, clean, reduced to mechanical functionality, never more than it needs to be. They emphasize the materiality and physicality of their instruments, rarely pushing them outside a narrow range of effects. As a result, their music is raw yet restrained, coldly monochromatic, even sterile. More than anything else, it is coherent. It is of a piece. In this, it is, perhaps, the purest pop embodiment of modernist ideals, and it rigidly obeys the dictates of its own, spartan aesthetic. The fact that they existed for such a short time only makes their artistic thumbprint that much sharper. …
― Calling All Creeps! (contenderizer), Monday, 19 January 2009 16:35 (Yesterday)
Everything is falling apart
Januar 20, 2009Joy Division: Heart and Soul from Preston 28 February 1980
1. The temperatures have risen in Germany in the last couple of days. Last week we had around -10° Celsius when I left work today it was something like 7°. This weather change caused havoc in the water container for the wipers. For some reason – probably I did not put enough anti-freeze liquid inside – the water froze when there was permafrost. And the ice melted again when it got warmer. So far, so good. But unfortunately the alarm display for the wipers went on again today. There was no water left. And whenever I pour some water into the container, it never gets filled. After some deep analysis – Edgar Allen, you are still my hero – I came to the conclusion that there is a hole in the container. When I will go to the garage to change the container I am pretty sure that it will cost a fortune. Probably they have to remove the motor or something to change that bloody thing.
2. I have got an electronic body-fat balance which I use after my ergometer training to check my weight and body-fat index. Whenever I try to weigh me these days it produces error 0 which means wrong initialisation. First I thought it was the battery but it wasn’t. The balance is just a pile of high-tech junk. A totally useless gadget. Actually I never understood the value-added of the body-fat index. All that interests me is my weight in kilograms. I descended the mechanic balance from the bathroom again which may be less flashy and maybe less accurate but at least it works.
3. Finally the pulse monitor watch has packed up. It used to have difficulties to pick up my pulse in the past, I imagined it was because my pulse was too weak and/or too slow. But now the display has totally faded away. I hope it is only the battery.
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Januar 20, 2009Edgar Allan Poe
Januar 19, 2009Die erste Geschichte, die mich in meinem Leben umgehauen hat, war The Pit and the Pendulum zu deutsch Die Grube und das Pendel. Ich habe sie mit 12 oder 13 gelesen und ich erinner mich wie ich damals an den Sätzen geklebt habe. Wie ich in die Kurzgeschichte eingetaucht bin, mich mit der Hauptperson identifiziert habe und verzweifelt bin. Es gab keine Rettung, ich war auf den Bettrahmen gefesselt und das Pendel mit der superscharfen Klinge senkte sich langsam herab. Das minimale Setting mit dem abgeschlossenen, dunklen Raum, dem Pendel, dem Bett, den Fesseln, dem Essnapf, dem Wasser und den Ratten ist im Grunde wie eine Schachaufgabe. Man muss nur die Elemente richtig kombinieren und es gibt eine Lösung. Aber es kommt schlimmer. Die glühend heißen Wände bewegen sich von allen Seiten auf einen zu, in der Mitte das Loch. Das Ende fand ich damals etwas unbefriedigend, es hatte doch keinen Ausweg gegeben. Im Grunde hat Paul Auster sich immer nur bei dieser Geschichte bedient, wenn er packend geschrieben hat. Seit 15 Jahren hat er nicht einmal das mehr hingekriegt. Was für ein unglaublicher Langweiler ist er geworden.
Um diese Zeit kam die Platte Tales of Mystery and Imagination vom Alan Parsons Project heraus. Ich hatte sie zuerst bei einer frühreifen Mitschülerin gehört, die natürlich einen älteren Freund hatte, mit dem sie immer vor der Tür zur Klasse rumknutschte. Wir hatten zu dieser Zeit eine Mischlingshündin, die Gregor hieß, das war der Männername, den meine Mutter am zweitliebsten hatte, fast hätte sie mich so genannt. Die Hündin sah aus wie eine eigene Rasse. Ein bisschen Schäferhund, ein bisschen Spitz. Wir Kinder hatten irgendwann keine Lust mehr mit ihr morgens Gassi zu gehen. Und eines frühen, dunklen Morgens, ich glaube es war Anfang Dezember, hatten wir sie rausgelassen und sie war nicht sofort zurück gekommen. Ich hörte gerade The System of Dr. Tarr and Professor Fether als jemand die Tür zu meinem Zimmer im Souterrain aufmachte – wahrscheinlich meine Mutter – und mir sagte, dass Gregor auf der Straße 100 Meter hinter unserem Haus überfahren worden war. Ich habe geheult und das leicht pathologische Lied lange nicht mehr aus dem Kopf gekriegt. Wie da in ein paar Minuten das Leben aus dem Hundekörper gewichen war, konnte ich nicht fassen. Wir haben ihn dann im Garten neben der Garagenseitentür begraben.
The Purloined Letter, auf deutsch Der entwendete Brief hat mich beim ersten Lesen überhaupt nicht beeindruckt. Wo war da verdammt nochmal der Witz? Einen geheimen Brief nicht zu verstecken auf dass ihn die Polizei, die das Zimmer völlig auf den Kopf stellte, die Dielen öffnete und die Wände aufbohrte, nicht fand. Später habe ich mich an diese Geschichte erinnert und habe es genauso mit meinem kompletten Geld gemacht, das ich damals hatte. Ich habe es in meinem Geldgürtel allein in einem Raum gelassen, für vielleicht 15 Minuten. Natürlich war es danach weg. Edgar Allen Poe funktionierte in der Praxis nicht.
Im Doppelmord in der Rue Morgue ging es wieder um eine knallharte logische Analyse. Ein Mensch kam für den Mord nicht in Frage. Es konnte nur ein … gewesen sein. Bei Kempelen’s Discovery auf deutsch Maelzel’s Schachspieler war es umgekehrt. Der Schachautomat konnte keine echte Maschine sein. Wobei einer der Gründe warum es ein Mensch sein musste, der in der Apparatur verborgen war, falsch war. Poe meinte nämlich, eine richtige Schachmaschine könnte niemals verlieren. Es hat eine ganze Weile gedauert bis die ersten Schachcomputer gegen Menschen gewonnen haben. In meiner aktiven Schachzeit Mitte der Siebziger waren sie nur Lachnummern.
Auch mit der Wahrscheinlichkeitstheorie tat sich Poe schwer. Er meinte doch tatsächlich, dass im Roulette oder beim Würfeln, weiß ich jetzt nicht mehr so genau, aufeinanderfolgende Spiele nicht unabhängig wären. Wenn also fünf mal rot gekommen war, hielt er es für sehr viel wahrscheinlicher, dass jetzt aus Gründen der ausgleichenden Gerechtigkeit schwarz kommen müsste. Auch da irrte Poe.
Heureka habe ich immer noch nicht gelesen. Das ist Poe’s Kosmologie, in der er versucht, die Welt zu erklären. Hat sich nicht durchgesetzt, genau so wenig wie Goethe’s Farbenlehre. Vielleicht sollten die Dichter ja doch lieber die Finger von der Naturwissenschaft und der Philosophie lassen.
Bei Poe natürlich auch immer faszinierend, dass er angeblich schon von einem oder zwei Gläsern Wein völlig betrunken war. Ich habe jetzt auch zwei Gläser Rioja intus und wenn ich ganz ehrlich sein soll, dann muss ich zugeben, dass ich schon etwas spüre. Nicht die Zunge, die Zeigefinger haben sich gelöst, sonst stünde jetzt hier nicht dieser Beitrag.
EAP200
Januar 19, 2009Zum Start ein Gedicht von jemandem, der heute Geburtstag hat:







