Eins von vier Paaren
Am Ende noch zusammen
Schicksalsschlag vereint
Eins von vier Paaren
Am Ende noch zusammen
Schicksalsschlag vereint
Killing an Arab
Von der Sonne geblendet
Zum Tod verurteilt
[François Ozon – L’Etranger (Camus), 5 aus 5]
Welten vereinen
zu etwas Transzendentem
In der Musik gehts
[Peter Gabriel – A Different Drum von Passion, 1989]
Sitzfleisch angesagt
Tod, Sex, Gewalt, doch kein Plot
Film für Kritiker
[Mascha Schilinski – In die Sonne schauen (5/10)]
Nuclear missile
Hitting USA mainland
In eighteen minutes
[Kathryn Bigelow – A House of Dynamite, 9 out of 10]
Nicht zu bändigen
Stimme, die man nie vergisst
Kein Glück mit Männern
Sich im Kreis drehen
Mehr als die Worte sagen
Gesten und Blicke
[Christian Petzold – Miroirs No. 3, 3 aus 5]
Liebe auf Prüfstand
Jung sein und das Geld brauchen
Wie geht das wohl aus?
Bridge for dead people
Hair-thin, sword-sharp, hell below
Paradise ahead
Beautiful actress
puts headphones around his ears
so that all will change
[The Shins – New Slang, 2001]
Dumpfe Beats, Drones, Hall
Wüstentrip zum nächsten Kick
(Do not) watch your steps
[Óliver Laxe – Sirāt (Soundtrack: Kangding Ray), 3 von 5]
Melodrama-Kitsch
Wohl zu schön, um wahr zu sein
Aber der Weg reizt
[Marianne Elliott – Der Salzpfad nach dem Buch von Raynor Winn]
Als Fan sein Idol
wieder zurückschubsen auf
den richtigen Weg
[James Griffiths – The Ballad of Wallis Island]
Zeitrafferliebe:
Teeblätterkugel blüht auf
in der Glaskanne
[Dau Johan Haugerud – Oslo Stories: Träume, 7/10]
Aussie-Dickschädel
humpelt nach Santiago
und weiß nicht warum
[Bill Bennett – The Way, My Way]
Man redet sehr viel,
kommt aber auch zur Sache
Schöne Stadt am Meer
[Dag Johann Haugerud – Oslo-Stories: Liebe, 8/10]
Saal voll. Popcornduft.
Summende alte Männer
mit Jungensblasen.
—
Näselnd-nuschelndes Landei
lässt am Ende die Sau raus
[James Mangold – A Complete Unknown]
Als ein anderer
aus dem Film rausgekommen
als reingegangen
[Petra Volpe – Heldin]
There is no music
I ever listened to that
touched me more than his
[Jeroen Berkven – A Skin Too Few. The Days of Nick Drake]
Mai Achtundsechzig
Vier Generationen
Mitten in Paris
[Lionel Baier – La cache]
Musikfilm ohne
eine einzige Note
des Originals
[Ido Fluk , Köln 75]
Eine Säuferin
Mann nimmt sie huckepack mit
nach Zusammenbruch
[Kang Mi-Ja – Bombam (Spring Night)]
Inuitmädchen
Ihr die Nase zuhaltend
A good day to die
Kinderloses Paar
Reproduktionsklinik
Nagende Zweifel
[Johanna Moder – Mother’s Baby]
Möchtegernpoet
stellt sich der Familie
seiner Freundin vor
[Hong Sangsoo – What Does That Nature Say to You?]
Schlaganfall kittet
kaputte Familie
wieder zusammen
[Jeanette Nordahl – Begyndelser (Beginnings)]
Beim Küssen sprechen
Langsam zurückkehrende
Erinnerungen
[Claude Chabrol – La Fleur du Mal, 2003]
Den Oro tanzen
am 6. Mai, dem Tag des
heiligen Georg
[Goran Bregoviç – Ederlezi (aus Time of the Gypsies von Kusturica)]
Erst eine Geburt,
dann drei Todesfälle und
eine Schwangerschaft
[Matthias Glasner – Sterben]

Ein sehr persönlicher Dokumentarfilm über und mit der Folkikone. Neben historischen Aufnahmen gibt es Filmmaterial von der letzten Tournee 2018 sowie Tagebücher und Cassettenaufnahmen von Therapiesitzungen. Gerahmt wird das Ganze von Gesprächen mit Joan Baez in der Jetztzeit. Drei Dinge waren immer auffällig an Joan Baez, ihre einmalige, makellose Vibratostimme, ihre klassische, madonnenhafte Schönheit und ihr so natürlich erscheinendes Lächeln.
Hinter diesem Lächeln verbarg sie eine schwere Neurose, die wahrscheinlich mit Missbrauchserfahrungen aus ihrer Kindheit zusammenhängt. Allerdings hat ihr Vater das nie zugegeben und auch sie erinnert sich im Gegensatz zu ihrer jüngeren Schwester Mimi, deren Leben durch den frühen Motorradunfalltod ihres Mannes, des Musikers Richard Fariña, endgültig zerstört wurde, nicht an konkrete Übergriffe. Aber sie fällt im Laufe ihrer Karriere immer wieder in tiefe Löcher, insbesondere als es nach dem Ende des Vietnamkriegs mit dem politischen Aktivismus erst einmal vorbei war. Ihre Beziehungen mit Männern sind keine Erfolgsgeschichten. Während des Woodstock-Festivals 1969 war sie mit ihrem Sohn Gabriel schwanger, der Vater war der Journalist und Vietnamkriegsgegner David Harris, der zu dieser Zeit wegen Wehrdienstverweigerung für 15 Monate im Gefängnis war. Die Ehe hielt 5 Jahre. Mit ihrem Sohn, um den sie sich nicht soviel kümmern konnte wie eigentlich nötig, hat sie sich ausgesöhnt und er spielte bei ihren letzten Tourneen Perkussion.
Was Bob Dylan angeht, so war sie bereits erfolgreich, als er noch ein unbekannter Folkgitarre spielender Junge aus der Provinz war. Sie stellte ihn ihrem Publikum vor. Sehr bald war er im Rampenlicht und stahl ihr die Show. Bob Dylan sagte ihr recht früh, dass ihre Liedtexte künstlerisch schwach und eher banal wären. Man hört im Film trotzdem eine gewisse Wehmut von ihrer Seite heraus, was die gemeinsame Beziehung angeht, die ja damals von der Presse sehr stark ausgebeutet wurde. Ihm war wohl damals seine Freiheit wichtiger als eine feste Beziehung. Sie hat ihn anscheinend mehr geliebt als umgekehrt.
Es kommt hart auf hart
Zwischen Bruder oder Freund
und Frau entscheiden
Wilde Tänzerin
Hat die Neurose im Griff
Barfußkämpferin
[Joan Baez – I Am a Noise]
Die Kamera läuft
Reißaus mit jungen Frauen
Petzolds erster Film
in der Luft schweben
sich runter tragen lassen
aus der Zeit fallen
[Popol Vuh – Die große Ekstase des Bildschnitzers Steiner (Film von Werner Herzog)]
Über die Anden
zieht der bunte Menschenwurm
zurück nach Peru
[Popol Vuh – Aguirre I (l’acrime di rei)]
Sachrang-Wasserfall
Raus aus dem engen Deutschland
Nicht fliegen können
Sympathischer Kerl
Free Jazzer erster Stunde
mit Weggefährten
[Tilmann Urbach – Tastenarbeiter Alexander von Schlippenbach im Rahmen des Berliner Jazzfests]
7/10
Die Melancholie
kommt grazil angeschwebt und
löst sich langsam auf
[Frédéric Chopin – Prélude No. 4 (variation, Benoît Daniel)]
Ein Autorenpaar
Sie erfolgreicher als er
Er liegt tot im Schnee
[Justine Triet – Anatomie d’une chute]
7/10
Männer mit Hüten
irren kopflos paffend durch
Parallelwelten
[Timm Kröger – Die Theorie von allem]
2/10
Der erste Walzer
Sie: Guck mir in die Augen,
nicht auf die Füße
[Karin Hanczewski in Der neue Freund, ab 1h10]
Ohne viel reden
gemeinsam Musik machen
Die Welt verschönern
[Leth/Koefoed – Music for Black Pigeons (über Jakob Bro & seine Mitspieler)]
P. S. Hier etwas mehr zum Film.
I want the last thing you see in this world be a face of love. So you look at me.
Helen to Matthew in Dead Man Walking (Tim Robbins)
Saufexperiment
von vier dänischen Lehrern
in Midlife-Crisis
[Thomas Vinterberg – Der Rausch]
Es gibt Verbrechen,
die machen das Leben für
fast alle besser…
[François Ozon – Mon crime]
Die Pirouette
in dem roten Sommerkleid
von ihrem Gemahl
[François Truffaut – La femme d’à côté]
Er ruft bei ihr an.
Besetzt. Gleichzeitig ruft sie
bei ihm an. Besetzt.
Der Zug fährt an, sie
fabuliert unter Tränen,
er hebt sie hinein.
[Audrey Hepburn & Gary Cooper in Billy Wilder’s – Ariane]
Ich bin übrigens seit neuestem auch mit von der Partie bei meinem musikalisch-, kulturellem Lieblingsblog der letzten Jahre, Manafonistas (nach einem Album von David Sylvian). Dank an Michael für die Großzügigkeit. Geschrieben habe ich noch nicht so viel. Eine Kurzkritik zu Christian Petzolds Roter Sommer, einen kurzen Post zu Haiku und eine weitere Kurzkritik zu Ilker Çataks Das Lehrerzimmer. Da kommt sicher noch mehr. Es macht jedenfalls diebischen Spaß mal aus dem Haikugefängnis auszubrechen und unter Leute zu kommen.
Das Meeresleuchten
hat der Idiot am Schluss
ganz für sich allein
[Christian Petzold – Roter Himmel]
Ménage à quatre
Haus im Wald nahe Ostsee
Der letzte Sommer?
[Christian Petzold – Roter Himmel]
Während der Film läuft
durch den Tiergarten spaziert
Mit Zeit auf Kriegsfuß
Kurz nach der Wende
In Thüringen auf dem Land
Und es bleibt geheim…
[Emily Atef – Irgendwann werden wir uns alles erzählen, 7/10]
Ein Hustenanfall
mitten im Film und exit
„Sie war grad noch da.“
Wogende Körper
Warten bis es zu spät ist
Wagner auf dem Klo
[Patric Chiha – La Bête dans la jungle, 3/10]
Weitergehen, mehr
braucht es nicht, dass am Ende
meist alles gut wird.
[Wolfgang Büscher – in Porträts, Filmprojekt von Thomas Henke via kraulquappe]
Ein Mann betet,
im Raum nebenan säuselt
ein nacktes Mädchen
[Magnet – Willow’s Song (aus The Wicker Game)]
Playing the music is real, physically and whole. Then it’s gone. But it’s still there, in the air, in the mind, it exists. It’s not part of technology, it’s not recorded. It’s part of the soul. It’s there.
Motian in Motion (documentary, 2020)
Zwanzig Minuten
Zielgruppe verfehlende
Werbung vor dem Film
In Großstadt leben
Aus einem Dorf herkommen
Jeweils fremd zu sein
Ins Kino gehen,
nur um neunzig Minuten
ganz still zu sitzen
Es ist extrem schwer,
sich von Büchern zu trennen.
Keiner möchte sie.
[frei nach Verabredungen mit einem Dichter – Michael Krüger (Frank Wierke)]

Neugierig bleiben,
das Wundern nicht verlernen,
seinen Weg gehen
[Werner Herzog – Jeder für sich und Gott gegen alle]
Blick ins Herz der Welt
Medialer Overkill
Bequeme Sitze
[Werner Herzog – Ausstellung in der Kinemathek in Berlin]
Tirol, Zillertal:
Bauernsohn schlägt Erbe aus,
braucht Bergeinsamkeit.
[Adrian Goiginger – Märzengrund]
I love to love but
my babe just loves to dance.
A film in a film
[Mia Hansen-Løve – Bergman Island]
Hängengeblieben
bei Krankenhausserie
Sonst gar nicht mein Ding
[Doctor’s Diary auf RTL Up]
In diesem Leben
möchte ich Lili Marleen
nie wieder hören.
Work hard, love, die young
Wannabe musician with
mellow, sexy voice
[Lange Nacht über Rainer Werner Fassbinder, 0:37-0:56]
In dem Moment, wo
rare Wildkatze erscheint,
auf das Klo müssen.
[Vincent Munier, Marie Amiguet – Der Schneeleopard]
Nichts ernüchtert mehr
als Säufern zuzuhören,
wenn man nüchtern ist.
[Abgewandelter Kommentar zu Thomas Vinterberg’s Der Rausch]