- Melancholia (OmU) 2Std 16Min (Rollberg Kinos 21h15)
- Der atmende Gott – Eine Reise zum Ursprung des modernen Yoga 1Std 44Min (Rollberg Kinos 19h)
- Ziemlich beste Freunde (OmU) 1h52Min (Cinema Paris 18h)
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William S. Burroughs – A Man Within (OmU) 1h31Min (Central 18h)
Archive for the ‘bärlin’ Category
Filme, die ich evtl. sehen möchte
Januar 17, 2012Veröffentlicht in bärlin, DEU, film | Leave a Comment »
Max Prosa – Visionen von Marie
Januar 15, 2012Ein schöner Aspekt von Popmusik ist ja, dass man als langjähriger Hörer, der zwangsläufig auch älter wird, immer wieder mit neuen Generationen von Musikern konfrontiert wird. Dass das Hören von Musik von Leuten, die im Vergleich zu einem selbst immer jünger werden, einem irgendwie auch seine eigene Jugend wieder zurückgibt und zwar praktischerweise ohne, dass man ihre Verwirrungen neu durchleben muss. Man lässt sich so gerne von Musik davon überreden, dass man ja eigentlich im tiefsten Herzen immer noch der naive, romantische und gefühlsduselige Typ ist, der man meinte vor 25 Jahren gewesen zu sein. Max Prosa aus Charlottenburg, der hier – wahrscheinlich im Grunewald – mit seiner Band eine sachte, zarte Ballade spielt, hat mich heute genau an diesem nostalgisch-sentimentalen Punkt berührt, und dafür möchte ich ihm danken.
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Wilco @ Tempodrom, 12.11.2011
November 14, 2011Wir waren am Samstag abend in der Nähe des Anhalter Bahnhofs, wo seit ein paar Jahren die Nachbildung des Tempodromzelts aus Beton steht: sie wird auch mit der Kathedrale von Brasília verglichen. Ende der Achtziger habe ich mal das Weltmusikkollektiv Dissidenten im Zelt gesehen, unweit von der Stelle residiert jetzt unsere Bundesangela. Das Tempodrom war mehr oder weniger ausverkauft, es war bestuhlt und ich habe 2700 Sitzplätze gezählt von denen etwa 2500 besetzt waren. Nur ganz innen nahe der Bühne waren die Ränge leer. Wir saßen ziemlich weit unten auf der Tribüne gegenüber der Bühne, recht weit weg aber wir hatten eine sehr gute Sicht. Es ging pünktlich um acht mit der Vorband los, den Namen habe ich vergessen. Sie hörten sich ungefähr so an wie man sich eine amerikanische Coldplay vorstellen würde, die weiche, beliebige Stimme des Sängers war nicht auszuhalten, der Gitarrist machte dick einen auf David Gilmore, die Band war insgesamt gar nicht so übel mit ganz guten instrumentellen Passagen aber die Songs waren untergründig schlecht, nicht Fisch, nicht Fleisch. Nach einer längeren Pause kamen gegen neun Wilco auf die Bühne. Was mich während des ganzen Konzerts faszinierte bzw. irritierte war das permanente Kommen und Gehen von Leuten, die entweder zu spät kamen, gerade mal wieder auf den Topf mussten, eine rauchen gingen oder sich ein bis vier Bierchen besorgten. Man kam sich vor wie mitten in einem Bienenstock. Wilco lieferten eine recht solide zweistündige Show ab, sie machten teilweise gehörig Lärm, der Gitarrenkrach am Ende jeden zweiten Stückes hatte etwas Pubertäres aber er schien den Musikern gut zu tun. Die großen Entdeckung des Abends war für mich der Gitarrist. So physisch habe ich selten einen Rockgitarristen seine Klampfe bearbeiten sehen. Sein Name ist Nels Cline und er hat auch in jeder Menge Avantgarde-Jazzbands gespielt, dass er schon 55 Jahre alt ist, konnte man ihm kaum ansehen. Bei den krachigen Passagen triezte er sein Instrument derartig brutal, dass sich die schnelle Auf- und Abbewegung der rechten Hand, die die Saiten anschlug, auf den Körper übertrug, der sich zeitweise derartig schüttelte, dass man das Gefühl hatte, der gute Mann würde gerade einen Stromschlag bekommen. Des weiteren hatte er zwei riesengroße Momente. Einmal bei dem neuen Lied Black Moon, einer ruhigen, stimmungsvollen Ballade, wo er die lap steel guitar spielt und Töne von einer überirdischen Schönheit erzeugt, die vor allem am Ende sehr stark an den schwebenden, ätherischen Sound eines Theremin erinnern.
Der andere Augenblick, in dem er im Mittelpunkt stand, zog sich einige Minuten hin. Es war sein Gitarrensolo in der Mitte von Impossible Germany, wo seine Gitarre anfangs sehr nach Carlos Santana klingt und er aber dann sein eigenes Ding durchzieht, gleichzeitig sehr virtuos und sehr eingängig. Natürlich war das Solo im Berliner Konzert noch besser und intensiver als in diesem Beispiel, das ich gefunden habe:
Das herausragende Stück des Abends war jedoch Art of Almost, der Opener des neuen Albums The Whole Love, der so klingt als würden Radiohead ein wildes Krautrock-Stück von Can spielen. Eine ganz phantastische Bandperformance, so viel jugendliche Frische und Spielfreude hätte ich dieser alten Americanacombo gar nicht mehr zugetraut.
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Kurt Vile – Jesus Fever
September 21, 2011Zwischen Berlin und dem Rhein-Main-Gebiet pendel ich ungefähr jedes zweite Wochenende entweder mit dem Flieger, der Bahn oder dem Auto. Durch die verschiedenen Verkehrsmittel ergeben sich andere Perspektiven, der erhabene Blick aus dem Flugzeug von oben auf die Stadt, der verhuschte Blick auf die vorüberfliegende Umgebung aus dem ICE, der mit 300 Sachen dahinrast und der nach vorn gerichtete Blick des Autofahrers, der am meisten drin ist in der Landschaft, durch die er hindurchfährt. Wenn ich mit dem Wagen fahre, versuche ich Leute mitzunehmen, die ich übers Internet finde. Zum einen vergeht die Zeit schneller zu zweit, jedenfalls, wenn man ins Gespräch kommt, zum andern kann man so die Treibstoffkosten teilen. Und das ökologische Gewissen beruhigt es auch ein bisschen. Neulich auf dem Weg zurück nach Berlin hatte ich einen jungen Mann aus der Filmbranche dabei, ich glaube er war Cutter oder so was ähnliches und er hatte gerade an einer TV-Produktion zu einem Jazzmusiker (Chet Baker?) mitgearbeitet. Da im Radio nichts Hörenswertes kam, stöpselte ich irgendwann meinen iPod in die Anlage und ließ ihn die Playlist mit den 365 Stücken aus meinem inzwischen abgeschlossenen Internetprojekt a day, a second durchshuffeln. Das hatte ich auch bei vorherigen Fahrten schon getan; es hatte allerdings nie einer der Mitfahrer ein Wort zu der Musik verloren. Dieses Mal war das anders. Es kamen zwei Bemerkungen, zum einen die, dass die Auswahl relativ ausgefallen wäre und, dass ich ja wohl eine ganze Menge verschiedenartiger Musik hören würde. Zum andern die, dass ich offensichtlich ein Faible für Gitarren (und zwar oft akustische) hätte. Das fiel mir dann plötzlich auch auf, geschätzte zwei von drei Stücken wurden von Gitarren dominiert. Womit wir bei Kurt Vile wären. Das obige Lied Jesus Fever habe ich gestern das erste Mal gehört und der warme Gitarrenklang hat bei mir sofort ein wohliges, inneres Gefühl ausgelöst, obwohl die Melodie eher melancholisch ist und langsam gespielt wird, ist unbestreitbar, dass hier ein Gitarrenmagier am Werke ist, der auch noch eine gut abgehangene, leicht hingenuschelte Stimme hat. In seiner Band, den Violators gibt es drei Gitarristen. Vom Äußerlichen erinnert Kurt Vile etwas an J. Masics von Dinosaur Jr., musikalisch setzt er sich von Mascis dadurch ab, dass er weniger laut ist, aber seine fließenden Gitarrenklänge umso mehr im Ohr des Zuhörers haften bleiben.
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Quiz time
Mai 4, 2011Ein paar Fragen zu diesem Lied für Leute mit Stamina, seine Dauer in Sekunden stellt eine Schnapszahl dar. Es passt in großen Teilen ganz gut zur chilligen Stimmung in der Shisha Lounge heute abend, wo wir eine Kollegin verabschiedet haben.
1) Wie heißt das Lied?
2) Von wem wurde es ursprünglich gespielt?
3) Von wem wird es hier gespielt?
4) Nach welchem bekannten Rocksong, der by the way einer meiner Lieblingssongs ist, klingt dieses Cover am Anfang?
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April 15, 2011ob das wohl eine weise entscheidung war, die nato-außenministerkonferenz im zentrum von berlin stattfinden zu lassen? wieso treffen die sich nicht an irgendeinem verlorenen brandenburgischen see? stattdessen muss die halbe stadt abgeriegelt werden und tausende von polizisten werden mobilisiert. was das kostet, wie das nervt, wie da absolut nix hinten rauskommt.
***
was sucht man auf dem jakobsweg? körperliche genesung? trost? die erleuchtung? gott? die körperliche herausforderung? den partner fürs leben? ich jedenfalls habe dort nur meinen rhythmus, mein tempo, meinen schritt gesucht. und war auch kurz davor, ihn zu finden. aber am ziel, in santiago habe ich ihn dann verloren. da war schluss mit dem kontinuierlichen gehen. da gab es wieder ampeln, die den fluss der bewegung störten. städte sind nix für langstreckenwanderer.
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6:03 Bark Psychosis – Shapeshifting (2004)
März 22, 2011All you people make me ill
You’re not really touching me
Just one comforting thought when I left the apartment this morning: At least I am not alone. I have got some good company which does not leave me. Never. My blues.
***
Sorry to Mark Tranmer and Roger Quigley from the Montgolfier Brothers. I could have chosen the simple and melancholic Between Two Points from Seventeen Stars as well. And I could have written more or less the same words. Sad music is so soothing.
(The list of all 363 selections since 1st February 2010 is here).
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6:00 Talk Talk – Ascension Day (1991)
März 19, 2011I’ll burn on judgement day
Heute waren wir in Friedrichshain. Sind aus der U1 Warschauer Straße ausgestiegen über die Bahnbrücke, in die Revaler Straße und dann über das ehemalige Gelände des RAW, wo heute das Astra Kulturhaus ist. Außerdem diverse andere Projekte u.a. eine Skatehalle und ein cooles Café. Die Sonne schien als gäbe es kein Morgen. Dann ging es über die schattige Simon-Dach-Straße an einigen Cafés vorbei rechts in die Krossener Straße und zum Boxhagener Platz, wo der Wochenmarkt sich gerade auflöste. Über diverse andere Stationen ging es dann schließlich die Sonntagstraße runter hin zum Lenbachplatz. Auf der langen roten Bank verweilten wir anschließend, hörten die Sechsminutenlieder durch, guckten uns das bunte Treiben an, blinzelten in die Sonne, dösten dahin. Und stiegen schließlich am nahegelegenen Ostkreuz in die S-Bahn gen Hackescher Markt.
(Die Liste aller seit 1. Februar 2010 ausgewählten 360 Stücke ist hier.)
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5’47 Portishead – Threads (2008)
März 6, 2011I’m worn, tired of my mind
I’m worn out, thinking of why
I’m always so unsure
I am tired and unsure too, so I know what Beth is singing about. This song closes Portishead’s amazing comeback Third from almost three years ago. It is the last song we have heard from them – I think – and from the mood it joins their stark and oppressive debut; it is quite an antidote to yesterday’s shiny High Llamas song. Today we walked near the lake of Tegel which was still frozen at the parts not exposed to the current. Here in Berlin it is still bloody cold, they have announced minus eight for tonight. Additionally there was a lot of chilly wind hitting us hard in Lübars, the last remaining village of Berlin which must have a horse population significantly higher than the number of inhabitants. The sun which shone brightly kind of reconciliated us with the winterly climatic conditions.
(The list of all 347 selections since 1st February 2010 is here)
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Ulrike Haage
März 5, 2011Heute abend um acht im Radialsystem. Mal abstrakt, mal konkret, auf keinen Fall langweilig. Neuer Jazz, manchmal minimal, manchmal meditativ, manchmal melodisch. Wir sind gespannt.
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5’38 Contriva – Stuck (1999?)
Februar 25, 2011Eine relativ unbekannte Berliner Instrumentalband ohne Wiki- aber mit Indiepediaeintrag, die für mich sehr überraschend ein Cover von My Bloody Valentine (Sometimes von Japancakes countryfiziert) und ein spirituelles Stück von Pharoah Sanders (Colors) ausgestochen hat. An irgendwas erinnert mich das hier, es hat anfangs etwas von der Unschuld der Melodien der Montgolfier Brothers und kriegt dann einen Dreh ins Trancehafte. Der Gruppenname ist übrigens im wahrsten Sinne des Wortes ausgeklügelt.
(Die Liste aller seit 1. Februar 2010 ausgewählten 338 Stücke ist hier.)
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DRL
Februar 21, 2011Gestern waren wir im Cinema International in der Karl-Marx-Allee in der Nähe vom Alex. Es war der Publikumstag – sie sagen auch blödsinnigerweise Kinotag – der Berlinale, wo die Tickets nur die Hälfte kosten und in einem proppevollen großen Saal wurde die Trilogie Dreileben gezeigt, ein Gemeinschaftsprojekt von Christian Petzold, Dominik Graf und Christoph Hochhäusler. Die drei hatten vor ein paar Jahren diverse E-Mails zum Stand des deutschen Kinos ausgetauscht und daraus hatte sich das Projekt entwickelt, drei Filme zu machen, die drei Dinge gemeinsam haben sollten: den Ort, die Zeit und die Tat. Mit der Zeit hat es nicht ganz geklappt, aber davon evtl. später. Ich hatte von den Filmen nicht viel erwartet, die wenigen Kritiken, die ich dazu im Vorfeld gelesen hatte, waren eher zurückhaltend gewesen. Aber das war ein idealer Ausgangspunkt.
Der erste Film war Etwas Besseres als den Tod von Christian Petzold. Sehr ruhig, sich langsam vorwärtsbewegend mit viel Wald, viel Krankenhaus und vielen sehr nahen Gesichtsaufnahmen. Johannes, Zivi in einer Klinik irgendwo am Arsch der Welt, der hier zufälligerweise im Thüringer Wald liegt, verliebt sich in Ana, ein bosnisches Zimmermädchen – politically correct room-maid – in einem nahegelegen Sporthotel. Und es ist eine schöne, sachte Liebesgeschichte. Sie ist diejenige, die anfängt, er reagiert und scheint am Anfang völlig chancenlos zu sein. Sie ist die Powerfrau, er derjenige, der um sie kämpfen muss und dann schließlich bei ihr landet. Das ändert sich dann später wieder, aber nicht wirklich. Ein Lied spielt hier eine Rolle, ein ziemlich abgenudeltes, aber immerhin. Johannes tanzt engumschlungen mit Ana und übersetzt es für sie ins Deutsche. Und es geht ums Weinen von Flüssen in diesem Lied.
Der nächste Film war Komm mir nicht nach von Dominik Graf. Ein ziemlicher Schock nach dem eher – im positiven Sinne – langatmigen Petzoldwerk. Es wird viel geredet, viel genuschelt, die Aufnahmemikros stehen nicht immer da, wo sie die Stimmen so aufnehmen, dass der Zuhörer sie verstehen kann. Dominik Graf und sein Actionkino eben, oder sagt man Genrekino? Er versucht zwanghaft realistisch und lakonisch zu sein, aber es ist oft nur hingerotzt. In diesem Streifen ist die Polizeipsychologin die Hauptfigur. Sie schläft bei einer Freundin von früher – da das Hotel, in dem sie ein Zimmer reserviert hat, doch voll ist – und lernt ihren neuen Mann und eine gemeinsame bis dahin unbekannte Liebesgeschichte aus der Vergangenheit kennen (diesbezüglich intrigieren die beiden Weiber dann ausgiebig nachträglich). Die Schauspielerin, die Vera spielt, (Susanne Wolff) die Freundin, die mit einem Typen zusammmenlebt, der dicke Krimischwarten schreibt, die kein Mensch außer ihm selber kauft, ein Stephen King für Arme – hat mich vom Gesicht her unglaublich an Emmanuelle Béart erinnert. Nur interessanter. Was soll man noch sagen zu dem Film? Die Polizei wird als korrupt dargestellt. So richtig hat mich das nicht überzeugt, das ist mal wieder typisch Dominik Graf, der immer alles übertreibt. Hat der eigentlich schon mal einen Tatort gedreht? Er wäre der ideale Regisseur dafür. Es ist eigentlich immer zu dick aufgetragen, zu überfrachtet bei ihm, mach mal halblang, cool down, das Leben ist nicht so, möchte man ihm zurufen. Aber eins ist klar, wenn der Film im September im Fernsehen ausgestrahlt wird, dann muss ich ihn unbedingt nochmal sehen, denn ich habe die Hoffnung, einige Dialoge und Witze, die ich beim ersten Hören nicht verstanden habe, doch noch zu verstehen.
Der dritte Film war Eine Minute Dunkel von Christoph Hochhäusler und ich habe ihn von Anfang an nicht gemocht. Er konzentriert sich auf Molesch, den ausgebuchsten Mörder. Er flüchtet in einem Wäschesack aus der Klinik, wo er im Totenzimmer seine Mutter besuchen durfte. Dort sieht er auch Johannes, den Zivi aus Teil 1. Die Filme verschränken sich alle untereinander, blicken aufeinander, aber immer nur zwei nie alle drei gleichzeitig. In diesem Fluchtdrama geht es auch um die ziemlich unfähige Polizei, bis auf einen krankgeschriebenen Kriminalisten, der columbomäßig den Fall aufrollt und stringente Schlüsse zieht. Das Ende haben wir leider nicht mehr gesehen, C. musste ihren Flieger kriegen. Wir haben außerdem wahrscheinlich einen oder mehrere der Regisseure verpasst, gelohnt hat es sich trotzdem.
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0:05
Februar 15, 2011Ich hatte es ja schon erwähnt, einen Fünfsekundentrack habe ich auf meinem iPod nicht gefunden. Da aus dem zahlreichen Publikum leider auch keine Vorschläge gekommen sind, musste ich improvisieren. Ihr werdet es nicht glauben, aber diese Aufnahme ist diejenige, die mir bisher am meisten Arbeit gemacht hat. Nicht nur, dass ich eine kurze Reise in die falsche Richtung angetreten habe heute abend und Probleme mit der Feldaufnahme hatte. Noch viel schwieriger war die Umwandlung des Videos in einen reinen Soundclip. Schlussendlich habe ich es hingekriegt und kann euch nun eine Aufnahme mit Lokalkolorit präsentieren. Ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, aber ich glaube, diese Tonfolge hat wie das Ampelmännchen und der grüne Pfeil ihren Ursprung in dem Teil Deutschlands, der von dem anderen eingemeindet wurde. Schon interessant, dass alle diese drei Innovationen aus dem Verkehrsbereich stammen. Vier Fragen am Ende. Wieviele Töne sind das? Wann wird diese Fanfare abgespielt? Was kam danach? Wo war ich genau?
(Die Liste aller seit 1. Februar 2010 ausgewählten 330 Stücke ist hier.)
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0:15 Bill Evans – I’ll See You Again (1964)
Februar 6, 2011Tonight we went to see Eugene O’Neill’s autobiographical Long Day’s Journey into Night at the Renaissance Theater. David Bennent who I had noticed first and last in the Tin Drum more than thirty years ago played the twentysomething Edmund who was suffering from tuberculosis like O’Neill himself in his early years. His brother, the alcoholic Jamie was played by Ben Becker, a rather well-known German actor who had fought with drugs himself in the recent past. The father James, a miserly actor with a penchant for Whisky was incarnated by Gerd Böckmann, another well known actor. The story was simple. The whole family including the mother who was addicted to morphium lived in a pseudo-reality. The American dream had turned into a nightmare. By the way the piece was a little too long and repetitive for my likes.
(The list of all 320 selections since 1st February 2010 is here.)
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Bananenrepublikhauptstadt
Januar 13, 2011Viele Behörden sind überfordert mit der Eintreibung der Außenstände: Im vergangenen Jahr wurde nur ein Drittel der Bußgelder bezahlt. Die Finanzverwaltung erwägt den Einsatz einer privaten Inkassofirma. (q)
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0:41 John & Sean Lennon – With a Little Help from My Friends
Januar 11, 2011Kreuzberger Nächte sind lang. Aber dang, aber DANG. Ich sag nur Goldrausch, oder war es Rauschgold?
(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 294 Stücke ist hier).
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0:43 Yo La Tengo – George (2005)
Januar 9, 2011On Friday night there was this guy at the Nollendorfplatz underground station where I was waiting for the U3 who asked people for money. He also asked me and when I did not react he continued talking to me. He cursed me and said something in the sense that I will think of him when I will be in the same situation in the future. Now I read of a thirty year old stabbing down people in the Berlin underground who did not give him money.
(The list of all 292 chosen tracks since February, 1st, 2010 is here).
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0:55 Maher Shalal Hash Baz – Firing Results (2003)
Dezember 16, 2010Wieder slow motion, wieder sehr gut passend zum Schnee, der heute abend wieder auf Berlin hinabfiel, sehr trocken und pulvrig, für übermütig-spaßige Aktionen wie Schneeballschlachten völlig ungeeignet. Es war Wichteln mit den Kollegen angesagt und zwar in einem alpenländischen Restaurant in Kreuzberg. Wir hatten eigentlich die Vorgabe von fünf Euro pro Geschenk gehabt aber ich war, glaube ich, der Einzige, der dieses Limit eingehalten hat. Dementsprechend verhalten fiel dann auch die Reaktion der Beschenkten aus. Blöde Ausrede, ich weiß auch mit zehn oder zwanzig Euronen wäre mir das Geschenkkaufen kein bisschen leichter gefallen, eher schwerer da die Auswahl tendenziell größer wird. War auf jeden Fall ein netter Abend und wir stapften dann noch in trauter Eintracht durch den Schnee zur U-Bahnstation Gneisenaustraße, die Mädels fuhren alle nach Osten, die Jungens gen Westen. In diesem Moment setzt die obige wehmütige Weise an. Die Melodie erst von einem höheren Blasinstrument (Klarinette?) dann von einem tieferen (Tuba?) und schlussendlich von einem Saiteninstrument, wohl einer Gitarre gespielt. Janz schee traurisch.
(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 280 Stücke ist hier)
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1:03 The Trash Can Sinatras – Perfect Reminder (1993)
Dezember 9, 2010I don’t remember what you said or did
that made you so attractive
So wie der Sänger hier „reminder“ ausspricht kann er nur aus einer Region kommen. Aus welcher, my dear reader? Googlen und lünkern wird mit zehn Jahren Haft im U-Boot in Hohenschönhausen – auch bekannt als Hotel zur ewigen Lampe – bestraft. Schlechter Witz, I know. In der dortigen Stasi-U-Haft saßen auch jede Menge Leute aus dem Westen, z.B. derjenige, der unsere Gruppe heute (bzw. jetzt schon wieder gestern) rumgeführt hat und dessen Buch Der Tag, an dem uns Vater erzählte, dass er ein DDR-Spion sei, ich anschließend gekauft habe. Eine ziemlich unglaubliche Geschichte. Als Widmung hat er mir in das Buch „Zum Erinnern“ geschrieben. Womit wir wieder beim heutigen Titel wären.
(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 272 Stücke ist hier.)
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1:06 Zulya Kamalova – Saginou (1999)
Dezember 5, 2010Was wir heute auf dem Weihnachtsmarkt am Roten Rathaus gekauft haben:
1. Langos mit Debreziner
2. Folienkartoffel mit Kräuterquark
3. Steinerne Seifenschale in Schildkrötenform
4. 0,4 l Glühwein
5. 0,2 l Glühweintasse mit buntem Weihnachsmarktbild mit Riesenrad, Rotem Rathaus und W-Pyramide drauf
6. Windspiel aus Metallstreifen, das optische Spiraleffekte erzeugt
7. 100 g geröstete Maronen
8. Schale aus Olivenholz
9. Brillennase aus Palisanderholz
Der Titel des heutigen Liedes heißt, glaube ich, Sehnsucht auf Tatarisch. Tatarisch ist eine Turksprache. Tatarstan ist eine russische Republik westlich des Urals. Zulya ist eine tatarische Sängerin aus Sarapul (Udmurtien), die seit geraumer Zeit in Australien lebt.
(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 269 Stücke ist hier.)
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Gewalt im Kiez
Dezember 3, 2010Vor kurzem wurde ein Mann in meiner erweiterten Nachbarschaft im Schoelerpark (vielleicht 500 Meter entfernt) erstochen; es handelte sich wohl um ein Verbrechen aus Eifersucht. Jetzt lese ich im Zeit-Magazin, dass eine Redakteurin Ende April in der Düsseldorfer Straße (ca. 1 km in der anderen Richtung) von drei Jugendlichen abends um elf unweit ihrer Wohnung nahezu erschlagen wurde. Die Beute betrug 35 Euro. In diesem letzten Fall ist offensichtlich etwas sehr schief gelaufen. Die drei waren zuletzt in BoB (Bude ohne Betreuung) im Wedding untergebracht.
Ein »niedrigschwelliges Angebot«, soll heißen, die Jugendlichen werden nicht weiter von Pädagogen belästigt. Sie bekommen eine Einzimmerwohnung und pro Woche rund 52 Euro, den Rest müssen sie selber regeln. Wollen sie reden, haben sie einmal in der Woche eine Stunde mit einem Sozialarbeiter. Ansonsten sind sie weithin sich selbst überlassen. Die Jugendlichen sollten durch das Gefühl von »Einsamkeit und Langeweile« ihre eigene »Strukturlosigkeit« wahrnehmen, heißt es im BoB-Konzept, um dann das Bedürfnis nach Struktur zu entwickeln. Tatsächlich entwickeln die drei in kürzester Zeit eine Struktur, eine schwerkriminelle.
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The Pretty Things
November 2, 2010spielten gestern im Quasimodo neben dem Theater des Westens. Es war sehr voll und sehr laut und es war neben dem Sänger Phil May noch der Gitarrist Dick Taylor – der eher wie ein schmaler, pensionierter Schullehrer mit kleiner, runder Nickelbrille daherkam – von der Ursprungsformation von 1963 mit an Bord. Der R&B war musikalisch eher grob geschnitzt bzw. ging im Lärm etwas unter (nächstes Mal unbedingt Ohrstöpsel mitbringen), aber Phil May’s schelmisches, lausbübisches Grinsen ins Publikum nach jeder dritten Liedzeile war einfach umwerfend. Er konnte es selber kaum glauben, dass so viele Leute ihn gestern in Berlin noch hören wollten. Vorne tanzten mindestens sechzigjährige Pärchen solo herum, die weißhaarigen Damen hätte ich ja gerne mal vor vierzig Jahren gesehen. Wen es interessiert, hier steht noch mehr über das Konzert.
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Sounds and Silence
November 2, 2010Am Samstag abend im netten Kreuzberger fsk-Kino am Oranienplatz endlich mal wieder einen guten Film gesehen bzw. in diesem Fall wohl eher gehört. Die Wartezeit vor dem Filmanfang hat uns das faszinierende Video mit der aus Holzlatten minütlich aktualisierten Bildschirmuhr verkürzt. Als besonderen Gag zeigen sie im Kino wie der Filmvorführer den Film auf die Spule legt. Neu entdeckt haben wir in diesem Musikfilm über das ECM-Label vor allem den tunesischen Oud-Spieler Anouar Brahem, der nicht nur phantastisch auf diesem traditionellen Instrument der arabischen Musik spielt sondern auch so einges zu erzählen hat. Andere beeindruckende, mitwirkende Musiker: Arvo Pärt (vor allem der Chor im Schlussstück, der auch im Trailer ist, war überirdisch schön), die zwischen Free und Fusion oszillierende Schweizer Jazzcombo um Nik Bärtsch, der argentinische Akkordeonist Bandoneonspieler Dino Saluzzi und natürlich Jan Garbarek und sein immer noch glasklarer Saxophonton. Keith Jarrett hat sich leider mal wieder geziert. Catherine und ich haben die Besucheranzahl an dem Abend um 67% erhöht, eigentlich unfassbar. Der Film ist ja nicht nur sehr gut sondern auch noch brandneu.
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NoonSong
September 26, 2010Hab ich jetzt schon auf Facebook geshared, muss natürlich auch ins Blog:
War gestern beim gutbesuchten NoonSong in der Kirche am Hohenzollernplatz in Berlin-Wilmersdorf. Da gibt es jeden Samstag
mittag eine ca. einstündige Gesangsdarbietung des Vokalensembles
sirventes Berlin (seh gerade, die sind sogar auf Facebook und werden
jetzt gleich von mir geliked), das gestern Werke von Orlando di Lasso
(mein Favorit…, läuft gerade auf der Website), Mendelssohn-Bartholdy,
Palestrina, Stobäus etc. gesungen hat. Dazu gibt es dann noch ein ganz bisschen Liturgie (einen Psalm, eine Mini-Predigt, das Vaterunser). Die eine Stunde Besinnung hat mir gestern sehr gut getan, vor allem die Kirchengesänge aus der Renaissance haben Ruhe und Kraft gespendet. Den Noonsong gibt es seit über anderthalb Jahren und das komplette Archiv aller Werke kann auf der Website in mp3-Form in guter Qualität runtergeladen werden, wenn man sich mit Namen und email registriert.
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I don’t like films, #1
September 26, 2010Das könnte vielleicht eine neue Reihe hier werden, bei Facebook fehlt er mir schmerzlich der „Gefällt mir Nicht“-Button, denn mir gefällt jeden Tag mindestens eine Sache überhaupt nicht. Bin halt ein Nieselpriem.
Gestern hat mir überhaupt nicht der Film Bal – Honig gefallen, der die diesjährige Berlinale gewonnen hat. Eine nahezu völlig handlungslose Aneinanderreihung von film stills, die abwechselnd den Wald und die Natur in der Nordosttürkei und ein Jungengesicht abbilden. Das Zweitbeste an dem Film war, dass nach knapp anderthalb Stunden endlich mal was passiert ist und der Vater beim Honigsammeln vom Baum gekracht ist – oh Mist, jetzt habe ich auch noch den Plot gespoilt – das wahre Highlight war vielmehr, dass der Typ zwei Reihen vor mir in dem Moment aus seinem Schlummer erwacht und zusammengeschreckt ist und uns alle, die wir auch im Halbschlaf dahindämmerten zurück in die Wirklichkeit geholt hat. Danke, lieber unbekannter Filmgänger. Ansonsten gefällt mir natürlich in dem Zusammenhang auch überhaupt nicht, was die deutsche Filmkritik zu diesem Film geschrieben hat, nämlich nur Elogen (wahrscheinlich war der Kinosaal auch deshalb verdammt gut gefüllt). Bei denen scheint Gruppenzwang zu herrschen, ich seh das jetzt mal positiv, mit dem Lesen von Filmkritiken braucht man auch nicht mehr seine kostbare Lebenszeit zu verschwenden. Der Einzige, der ihn nicht ganz so toll fand, war ein Schreiberling von der FAZ. Und die von mir geschätzte Zeit-Kritikerin hat sich wohl nicht zu dem Film geäußert.
P.S. Ein großes Vorbild ist in diesem Kontext natürlich Tanya Headon’s großartige Kolumne I Hate Music, die damals auf Tom Ewing’s Webzine Freaky Trigger erschien, übrigens der Tom Ewing, der auch der Vater des Musikforums I Love Music ist. Liebe und Hass sozusagen als zwei Seiten einer Medaille. In beiden Fällen hat man ein starkes Gefühl in Bezug auf etwas. Heiß oder kalt, Hauptsache nicht lau.
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2:05 Ramones – Blitzkrieg Bop (1976, live 1977)
September 25, 2010Shoot them in the back now
What they want, I don’t know
Zu Silvester 1977 waren die Ramones im Rainbow Theatre in London und haben ihre Show mit ihrem bekanntesten Song Blitzkrieg Bop eröffnet. Dieses Konzert wurde dann später für das Album It’s Alive ausgewählt. Wie man in dem Video sieht, das in zehn Minuten außerdem noch vier andere Songs featured, haben die Band und das Publikum gut abgerockt. Die Ramones habe ich lange überhaupt nicht wahrgenommen, aber ihre Mischung aus Melodie, Speed und Lärm, die unwahrscheinliche Fusion von Surfmusik à la Beach Boys mit Hard Rock á la MC5 und den Stooges hat schon ihren Reiz. Ich habe weiterhin Schwierigkeiten sie als eine der ersten Punkbands anzuerkennen weil Punk für mich irgendwie eine sehr britische Sache war mit viel working class Bewußtsein und die Ramones mehr etwas von einer Spaßband haben. Wie ich gerade sehe, gibt es in Berlin-Mitte das einzige Ramonesmuseum. In New York und in den Staaten generell hat sich kaum eine Sau für sie interessiert und hier werden sie im Museum verewigt. Auch wieder mal typisch.
(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 210 Stücke ist hier.)
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September 23, 2010In Berlin verfestigt sich zunehnmend der Eindruck, dass die Einheimischen sehr inzestuös unterwegs sind. Kontakte knüpfen ist eine echte Herausforderung. Schade. By the way, kommentieren ist nicht ausgegraut.
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2:29 Nick Drake – Day Is Done (1969)
September 1, 2010When the day is done
Down to earth then sinks the sun
Along with everything that was lost and won
Gestern morgen als ich aus dem U-Bahnschacht am Hausvogteiplatz heraustrat Richtung Gendarmenmarkt sah ich einen Mann, der ein Rad schob. Er war vielleicht sechzig und normal gekleidet. Ich habe ihm ins Gesicht gesehen und schon sprach er mich an. Ich dachte erst, er wolle nach dem Weg – z.B. zur Werderschen Kirche – fragen, aber er war kein Tourist. Er bat mich darum, mir eine Frage stellen zu dürfen. Er würde draußen leben – jetzt fiel der Groschen bei mir – und es wäre sehr schwierig und blablabla. Seine Frage hat er mir nie gestellt, ich habe ihn vorher unterbrochen. Ansonsten hätte er mir wahrscheinlich lang und breit seine traurige Lebensgeschichte erzählt. Um das zu verhindern, habe ich ihm ganz schnell einen Euro gegeben. An ihm hat mich seine Professionalität beeindruckt, er achtete sehr gut auf sein Äußeres, seine Fassade war noch völlig ok. Ich weiß nicht, ob es seine Masche war oder ob es eher zufällig war weil ich ihn unterbrochen habe, aber im Grunde hat er mich gar nicht explizit angebettelt. Was bestimmt auch wichtig für Bettler ist, ist zur richtigen Tageszeit aktiv zu sein. Und morgens gegen neun ist garantiert eine gute Zeit, da die Leute noch leicht verschlafen und noch nicht so abgebrüht sind. Mit jedem Schnorrer, der einem im Laufe des Tages über den Weg läuft, wird man immuner, was dessen Probleme angeht. Das Ziel eines Bettlers muss es sein, der Erste zu sein. In diesem Business gilt ganz besonders: „The early bird catches the worm“. Was ich noch vergessen habe zu erwähnen, „mein“ Bettler hatte einen ganz leichten süddeutschen Singsang drauf, der mich so sanft und ernst vorgetragen auch positiv in seinem Sinne beeinflusst hat. Und Nietzsche hat natürlich trotzdem den Nagel auf den Kopf getroffen: „Bettler aber sollte man ganz abschaffen! Wahrlich, man ärgert sich, ihnen zu geben, und ärgert sich, ihnen nicht zu geben.“ „Mein“ Bettler hat sich nämlich selbst abgeschafft. Nach außen hin hat er nicht die Rolle eines Bettlers gespielt, er war noch er selbst und nicht jemand, der seine Selbstachtung das Klo runtergespült hat.
(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 186 Stücke ist hier.)
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Lambchop
September 1, 2010spielen am 21.11. in Berlin im Admiralspalast im Rahmen des zwanzigjährigen Jubiläums von City Slang Is a Woman, mein Lieblingsalbum von 2002. Ich glaube da gehe/n ich/wir hin. Die CD bzw. Platte wird auch wiederveröffentlicht mit 16(!) Bonustracks (Quelle).
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2:43 Stereo Total – Orange Mécanique (2005)
August 18, 2010Next to me were some gloopy lewdies
I asked them for
synthemescal
vellocetanol
or euphorisakerOh! This would sharpen me up
And make me ready for a bit of the old
Ultra violence
Endlich eine Berliner Band, es wurde aber auch so langsam Zeit. Die einleitenden Worte – z.T. aus Burgess Buch, nehme ich an – spricht zwar eine Französin mit starkem accent auf englisch, aber das passt ja eigentlich janz jut (zu Weltstadt und so). Die Melodie hat so eine neoklassisch-grandiose Anmutung à la Also sprach Zarathustra, nur besser weil nicht ganz so überkandidelt. Dann setzen sphärische Klänge ein, Theremin ick hör dir trapsen, und das Stück entführt uns in einen Klub außerhalb der Milchstraße, ich rat mal, Andromedanebel vielleicht? Esoterisch angehauchte Rentnerinnen sehe ich dazu jetzt eigentlich nicht tanzen, eher Elfen und andere alterslose Fabelwesen. Jedenfalls eine sehr schöne auditive Überraschung heute morgen in der U2 kurz nachdem sie in den Untergrund zwischen Mendelssohn-Bartholdy-Park und Potsdamer Platz eingetaucht ist. Den hammerharten, auf den Zuschauer keine Rücksicht nehmenden Film muss ich auch mal wieder angucken.
(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 172 Songs ist hier.)
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