Archive for 2. August 2010

2:59 The American Analog Set – Choir Vandals (2001, live)

August 2, 2010

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Selten hat ein Titel so wenig auf die Musik – und auch die Musiker – gepasst wie hier. Die netten, lieben Boys aus Austin, Texas machen auch hier wieder sehr langsame und ruhige, geradezu zärtliche Musik, die die Ohren des Zuhörers umschmeichelt. Sie haben ihren eigenen hypnotisch-minimalistischen, harmonisch-melodischen Sound gefunden, keiner klingt wie sie. Das ist es, was eine gute Band für mich ausmacht: Die Einzigartigkeit des Klangs. Als kleine Abwechslung dienen die Breaks, die mich an diese Perforation am rechten Autobahnrand erinnern, die das Einschlafen des Fahrers verhindern soll, da der Wagen beim Drüberfahren leicht durchgerüttelt wird (weiß einer wie die heißt?). Mit so einer Pause hört das Stück natürlich dann auch auf. Man erwartet, dass es wieder anhebt, aber die Erwartung wird enttäuscht. Einen zusätzlichen Charme bezieht diese mp3 daraus, dass sie von einer Vinylscheibe mit einem kleinen Kratzer stammt. Das sich repetierende Knacken koinzidiert wunderbar mit dem permanent repetierten Motiv. Lang lebe die unperfekte Analog-LP.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 156 Songs ist hier.)

Ultreïa

August 2, 2010


Bevor es hier mit dem normalen Programm weitergeht, eine der beiden musikalischen Entdeckungen unseres diesjährigen Jakobswegteils. Das bekannteste Pilgerlied, gezupft und gesungen in der Herberge von Carrión de los Condes. Wir haben es in der Abtei von Conques vor dem Abendessen gesungen. Ultreïa heißt so viel wie „immer weiter“ (gehen) und „immer höher“ (im geistig/seelischen Sinne kommen). Das Wort rief uns auch ein illuminierter Rückkehrer aus Santiago zu, der uns auf der alten Eisenbahntrasse kurz vor Éauze morgens entgegenkam. Er sah aus wie ein Indianer mit seinem Federschmuck am Pilgerstab, den seltsam flattrigen, orangenen Kleiderfetzen am Leib, den Sandalen und dem auf den Rücken geschnallten aus Weide geflochtenen Korb mit seinem restlichen Gepäck (hauptsächlich dreckige Wäsche wie mir schien).

Hier noch der Text des Liedes:

Tous les matins nous prenons le chemin,
Tous les matins nous allons plus loin.
Jour après jour, St Jacques nous appelle,
C’est la voix de Compostelle.
Ultreïa ! Ultreïa ! E sus eia Deus adjuva nos !
Chemin de terre et chemin de Foi,
Voie millénaire de l’Europe,
La voie lactée de Charlemagne,
C’est le chemin de tous mes jacquets.
Ultreïa ! Ultreïa ! E sus eia Deus adjuva nos !
Et tout là-bas au bout du continent,
Messire Jacques nous attend,
Depuis toujours son sourire fixe,
Le soleil qui meurt au Finistère.
(Paroles et musique Jean-Claude Benazet)