Archive for 4. August 2010

Es geht nichts mehr ohne Gehen

August 4, 2010

Nach 20 Tagen hintereinander mit nahezu 30 Km Fußmarsch pro Tag habe ich seit der Rückkehr am Samstag einen sich täglich verschlimmernden Muskelkater in meinen Beinen bekommen. Aus lauter Verzweiflung bin ich heute daher von meinem Arbeitsplatz in der Nähe des Gendarmenmarkts bis nach Wilmersdorf zu Fuß gelaufen. In nur etwas über einer Stunde. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind auch nur etwa 50% schneller. Zumindest ist der Muskelkater jetzt nicht mehr ganz so schlimm. Überraschend auf dem Weg war wie leer das Zentrum von Berlin doch im Vergleich zu Paris z.B. ist. Da waren ein paar Touristen am KZ-Gedenkmal, ein paar mehr am Potsdamer Platz, aber ansonsten waren da zwischen 6 und 7 abends nur ein paar versprengte Figuren.

2:57 Aphex Twin – IZ-US (1997)

August 4, 2010

http://docs.google.com/uc?id=0B6VP-jaS7U-JZGJlODkxZDgtYTk1My00MmZmLWJkYWItYzgzMDJhYTVmNGRh&export=download&hl=de
(Tip: If there is a problem with audio play try shift+reload before play)

Stop making that big face!

Mit der Auswahl dieses Tracks habe ich mich selbst überrascht. Ich bin ja normalerweise nicht so der Fan von elektronischer Musik; bis jetzt habe ich erst ein derartiges Stück in diesem Projekt besprochen. Und es war ähnlich wie auch hier eine Art von synthetisch generierter Musik bei der man meinen konnte, dass der bzw. die Bediener den zur Sounderzeugung benutzten Maschinen Gefühle entlockt haben. Auf IZ-US höre ich eine diffuse, träumerische Sehnsucht gekoppelt mit einer tiefen Traurigkeit in den Synthesizerklängen. Als wären die Maschinen unsere Brüder und genauso wie wir völlig einsam und verloren im Kosmos. Die Drumprogrammierung ist nicht ganz so monoton und steril wie so oft; es liegt vielleicht auch daran, dass es sich nahezu ausnahmslos um relativ hohe Beckenklänge handelt. Insgesamt ist das Stück sehr vielfältig mit den Flötenlinien und einigen fetteren Bassbeats, die aber schön im Hintergrund bleiben. Meiner Meinung nach ist Richard D. James einer der ganz wenigen, die in der Lage sind, lebendige, abwechslungsreiche elektronische Musik mit einem human touch zu kreieren.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 158 Songs ist hier.)