Archive for the ‘jazz’ Category

5115

Dezember 21, 2025

Maßvoll genießen

Auch eine Gitarre fühlt

Behütender Bass

[Terje Rypdal – The Return of Per Ulv von If Mountains Could Sing, 1995]

5100

Dezember 18, 2025

Sofort mittendrin

Töne tropfen vom Himmel

In meine Ohren

[Stéphane Kerecki & John Taylor – Gary von Patience, 2011]

5083

Dezember 8, 2025

Endloses Vorspiel

Perlende Tastenläufe

Eins mit dem Klavier

[Keith Jarrett – New Vienna Part VII, Live 2016]

5081

Dezember 7, 2025

Überbordender

spiritueller Jazz aus

dem hohen Norden

[Jimi Tenor – Alice in Kumasi]

5043

November 19, 2025

Trip in das Land von

Liebe, Glaube und Hoffnung

Er ist schon mal vor

[Pharoah Sanders – Thembi, 1971]

5034

November 16, 2025

Drei Finnen im Schloss

Subtiles Zusammenspiel

Finger gelockert

[Iiro Rantala, Kaisa Mäensivu, Morten Lund – Beautiful Love (Bill Evans)]

4957

Oktober 12, 2025

Nicht zu bändigen

Stimme, die man nie vergisst

Kein Glück mit Männern

[James Erskine – Billie, 2020]

4948

Oktober 9, 2025

Mit dem Bass schwingen

Intrikates Mannschaftsspiel

Kammerjazzmusik

[Oregon – Yellow Bell von Out of the Woods, 1978]

4938

September 29, 2025

Zärtlicher Anschlag

Klavier, Bass, Drums im Einklang

Lyrisches Motiv

[Fred Hersch – The Surrounding Green]

4908

September 14, 2025

Spiritual jazz

Plädoyer fürs Einfache

Wir grooven uns frei

[Yusef Lateef – Like It Is von The Blue Yusef Lateef, 1968]

4906

September 14, 2025

Hypnotischer Bass

Trip durch brodelnde Klänge

Wie weggeblasen

[Nils Petter Molvær – Song of Sand von Khmer Live in Bergen]

4852

August 24, 2025

In Abendsonne

glitzernde Perlenkette

von Klaviertönen

[Oscar Peterson Trio – You Look Good to Me, live Holland 1965]

4846

August 22, 2025

Erster Sonnenstrahl

An alte Zeiten denken

Beide verbinden

[Paolo Fresu, Richard Galliano, Jan Lundgren – Float]

4793

Juli 27, 2025

Erst schilfig, dann voll

Trompetenklangverwandlung

Mittenrein ins Herz

[Mathias Eick – September, s.a. 4792]

4792

Juli 27, 2025

Sag jetzt lieber nichts

Spanne nur die Ohren auf

Lass die Töne rein

[Mathias Eick – September]

Keith Jarrett & Charlie Haden – Jasmine (2010)

April 29, 2025

Allein schon das Cover. Ich habe auf den ersten Blick gedacht, das wären zwei Rechtecke. Bis ich gesehen habe, dass es drei sind und davon fast wahnsinnig geworden bin. Eine so simple zweidimensionale, geometrische Darstellung, die mich doch in die Irre geführt hat. So ist es mit dem Leben. Man denkt, man hat es begriffen und man hat nichts verstanden. Hinter seiner Fassade versteckt ein Mensch seine Gefühle. Die Menschen sind so unglaublich dünnhäutig, aber nach außen will es keiner zugeben. Das ist für viele Menschen die Tragödie ihres Lebens.

Dieses Album, das ich kürzlich über eine Playlist, mit dem Titel Zen Piano o.s.ä., die C. auf France Inter gehört hat, kennengelernt habe, ist wahnsinnig entspannend, wenn es abends läuft, legt es sich wie ein Kokon um mich, wird zu einer zweiten Haut. Seit Tagen höre ich nichts anderes. Charlie Haden, mit dem Jarrett schon seit Urzeiten zusammengespielt hat, spielt einen unprätentiösen, straighten Bass, der Jarrett genau den körperlichen Rahmen gibt, den er braucht, um diese einfachen Jazzstandardmelodien aus den Händen zu schütteln. Die beiden führen hier ein sehr intimes Zwiegespräch, können im Duo direkt aufeinander reagieren. Haden’s Free Jazz– Vergangenheit hat er hinter sich gelassen bzw. sublimiert. Selten ist Jarrett seinem großen Vorbild Bill Evans näher gekommen als hier. Natürlich gibt es neben dem Klavier und dem ruhig dahinplätschernden Bass auch noch Jarrett’s Stimme, er summt und stöhnt gelegentlich, er verschmilzt mit dem Flügel. Wie flüssig und organisch das Klavierspiel ist. Man merkt es, da ist jemand zu sich gekommen und das Glück überträgt sich auf den Zuhörer. Charlie Haden hat in etwa gleichzeitig auch in Jarrett’s zum Studio umgebauter Scheune – die besondere, private, gelassene Atmosphäre hört man beiden Alben an – noch die Stücke für das später veröffentlichte The Last Dance mit Jarrett aufgenommen, einem ähnlich großartigen Album. Ebenfalls Late Night Jazz vom Feinsten. 2014 hat er sich dann leider vom Jazzacker gemacht, hier sieht und hört man die beiden über die Jasmine-Sessions sprechen. Es ist wunderschön, dass so eine Musik existiert und ich kann gar nicht sagen, wie dankbar ich dafür bin.

Jarrett/Haden – Intro / I’m Gonna Laugh You Right out of My Life

4601

April 26, 2025

Melodietrunken

Auf den Lippen ein Lächeln

Ansteckende Grooves

[Nils Kugelmann Trio – A Good Day]

4566

April 6, 2025

Wabernder Nebel

Zwischen Erde und Himmel

Gleißende Sonne

[Polar Bear – Open See von In Each and Every One, 2014]

4533

März 26, 2025

Cockpit, Luxembourg

Strawberry Daiquiri flash

Sommerterrasse

[Green Cosmos – Opus X von Abendmusiken, 1983]

Green Cosmos – Abendmusiken

März 26, 2025

Vorhin auf dem Ergometer habe ich zur Abwechslung mal Jazz gehört. Es ging recht leise los, also habe ich den Bluetooth-Lautsprecher übers Handy lauter gestellt. Irgendwann – mein Ergometer-Programm steigert die Leistung um 25 Watt alle 2 Minuten bis zum Maximalwert, heute 270 Watt, der dann 15 Minuten gehalten werden muss, bevor es dann 6 Minuten wieder sukzessive runter geht mit der Leistung – habe ich das Handy auf den Teppich geworfen, weil der Tretwiderstand so stark geworden ist, dass er mir alles abverlangt hat, dass ich in meine konstante Trittfrequenz kommen musste, weil ich das 27 Minutenprogramm ansonsten nicht durchstehe. Na ja auf jeden Fall fiel mir dann, nachdem das Handy unerreichbar auf dem Boden lag, plötzlich auf, dass die Musik evtl. etwas zu laut war für die Nachbarn. Vor allem das Saxophon hörte sich so an, als würde es mir jemand in 1 Meter Abstand ins Ohr blasen. Am Ende hat sich niemand beschwert und ich habe mein Programm erfolgreich durchgezogen, es war also alles paletti.

Achso, was ich vergessen habe, das erste Stück auf dem Album, das den Titel Über dem Berg trägt, fängt mit einem repetitiven Kalimbapart an, ein bisschen wie bei Steve Reich’s Drumming, meinem Lieblingsalbum von 1974. Wo sich die Drumpatterns ganz langsam verschieben, so dass man es kaum merkt. Minimal Music, die Erste. Zurück zu Green Cosmos, einer deutschen Band, deren einziges Album Abendmusiken aus dem Jahr 1983 geblieben ist. Ich frage mich gerade, ob man die Platte unter Spiritual Jazz subsumieren könnte. Ich glaube ja, auch oder gerade weil sie in vielen Stücken diese lässige Late Night Atmosphäre ausstrahlt. Ja, es stimmt, der Pianist spielt so locker wie Bill Evans, die Töne perlen z. B. bei Concentration nur so aus dem Klavier. Der Saxofonist hat seinen John Coltrane und seinen Pharoah Sanders inhaliert, wobei er seine eigene Intonation hat, nicht so wild und expressiv wie Pharoah spielt, aber mindestens genauso spirituell. In Vollmondscheinsonate hat er diesen zärtlichen Nebelton, einfach umwerfend. Der Bassist thront über dem Ganzen wie Kronos in der griechischen Mythologie, der Bass – besonders schön blubbernd auf Kalimba Suite, Part 1 – hält den Laden zusammen. Meine Lieblingsstücke sind Lovely Suite und der Closer Opus X. Beide sehr lyrisch und wundervoll melodisch. Aber auch sonst ist dies ein von Grund auf entspanntes Album, das gleichzeitig vor Spielfreude sprüht, an dem man seine Freude haben muss. Jazz at the top of its game. Mit einer großen Bandbreite, ohne Berührungsängste mit verschiedensten Stilen. Mehr kann man von Jazz nicht verlangen.

Ein Dankeschön an Michael Engelbrecht, ohne den ich dieses Album niemals entdeckt hätte.

4525

März 24, 2025

Beschauliches Meer

Viele emsige Menschen

Friede sei mit euch!

[Bernie Maupin – Ensenada von The Jewel in the Lotus, 1974]

4516

März 21, 2025

Swingendes Klavier

Expressive Saxsoli

Mächtige Stimme

[Siggy Davis & the Masterclass @Badenscher Hof]

4468

Februar 28, 2025

Sperrige Nummern

Wilde Grooves unterm Glaskreuz

Titel wird gesucht

[Johanna Summer, Tobias Fröhlich & Jan-Einar Groh @Stadtkirche Darmstadt]

4391

Januar 22, 2025

Ganz unten Cello

In der Mitte Gitarre

Oben Trompete

[Lars Danielsson & Verneri Pohjola & John Parricelli – Cattusella]

4208

Oktober 28, 2024

not folk music, not jazz,

not pop music, not funk, it’s

just balladeering

[Lee Konitz on Lee Konitz, Bill Frisell, Jakob Bro, Thomas Morgan, Craig Taborn – Vinterhymne]

4001

Juni 30, 2024

Warm piano tune

Dreamy sax out of the mist

Northern wistfulness

[Keith Jarrett’s European quartet with Jan Garbarek – My Song]

3924

Mai 13, 2024

Welch Saxofonton:

expressiv, jubilierend

Spiel ihn noch einmal!

[David Sanborn – Chicago Song]

3914

Mai 9, 2024

Andalusien

Vornehm zurückgenommen

Labsal für das Ohr

[Pat Metheny – You’re Everything (Chick Corea)]

3911

Mai 7, 2024

Die Geschmeidigkeit

und Wärme des E-Bassspiels

Jaco lässt grüßen

[Eberhard Weber – The Colours of Chloë]

3884

April 30, 2024

nicht alleine sein

in fortgeschrittener nacht

angekommen sein

[Fred Hersch – Star-Crossed Lovers (Billy Strayhorn)]

3790

März 15, 2024

Schilfblätter im Wind

Anschwellendes Vibrato

Den Ton aushauchen

[Charles Lloyd – Defiant, Tender Warrior]

3608

Dezember 27, 2023

Comment marier

le jazz avec l’électro

sans aucune couture

[Joanna Duda Trio – Grasshopper]

3532

November 5, 2023

Sympathischer Kerl

Free Jazzer erster Stunde

mit Weggefährten

[Tilmann Urbach – Tastenarbeiter Alexander von Schlippenbach im Rahmen des Berliner Jazzfests]

7/10

3450

September 30, 2023

Mobile im Wind

Gitarrenklänge perlen

Das Saxofon schwebt

[Jakob Bro – Laxness]

3260

Juni 24, 2023

Effortless floating,

daydreaming, sipping a glass

of smooth Pomerol

[Gary Burton Quartet – Coral (Keith Jarrett)]

3115

Mai 14, 2023

Eins mit dem Kosmos

Auch auf den Antipoden

Pharoah’s Geist lebt!

[The Circling Sun – Kohan]

2922

März 18, 2023

Sie, die Liebe ist

ein fragiles Gebilde.

Tasten wir uns ran.

[Keith Jarrett – I Loves You, Porgy (Nina Simone)]

2872

März 3, 2023

Der lange Atem

geht dem Saxofonspieler

irgendwann mal aus

[Wayne Shorter – Infant Eyes]

2862

Februar 26, 2023

Ganz im Hier und Jetzt

Nicht sitzen bleiben können

Eins mit dem Klavier

[Keith Jarrett – Solar (Live in Japan 1987) von Miles Davis]

2757

Januar 23, 2023

Jazz at the fringes

Musikauswahl exquisit

Treffende Worte

[Klang und Resonanz auf WDR 3 moderiert von Ralf Dombrowski]

2676

Dezember 26, 2022

Sanfter Pinselstrich

Hoch hinauf auf den Gipfel

Freies Spiel im Raum

[Oded Tzur – Noam]

2427

September 24, 2022

Deine Musik klang

schon immer überirdisch.

Nun bist Du drüben.

[Pharoah Sanders – Hum Allah Hum Allah Hum Allah]

936

Dezember 31, 2020

Die Zeit dehnt sich aus

bis Seelenwunden heilen

zwischen den Tönen.

[Benjamin Moussay – Villefranque]

725

Oktober 30, 2020

Sie tastet sich vor

hinein in die Romantik

aus dem Jazz kommend.

[Johanna Summer – Von fremden Ländern und Menschen (Schumann)]

667

Oktober 5, 2020

Lyrical, warm sax

surrounded by complex rhythms

and bouncing keyboard.

[Nubya Garcia – Source]

611

September 12, 2020

Gefühl, Zärtlichkeit.

Hingetupfte Perfektion.

Für Romantiker.

[Marcin Wasilewski Trio – Austin (Live)]

5’50 Miles Davis – Don’t Lose Your Mind (1986)

März 9, 2011

Das war schon eine ziemlich gute Platte damals, Tutu. Sie hat mich während meines Studiums begleitet und vor allem dieses Stück hatte es mir angetan. Es ist so unglaublich reich, man hat das Gefühl in den knapp sechs Minuten stecken alle Musikstile drin, die man sich vorstellen kann. Neben Jazz und Rock, Zigeunermusik, Funk, Dub Reggae, Anklänge an Techno, moderne, avantgardistische Klassik etc. pp. Und wie das vor Lebensfreude groovt, dieser rumpelnde Bass, diese hallenden Keyboards, dieser kleine (das ist das Adjektiv, das ihn vielleicht am besten in einem Wort beschreibt) Trompetenklang. In diesem Teil steckt das komplette Universum drin. Von der Milchstraße über den Andromedanebel bis zum hintersten schwarzen Loch, da wo die Strahlen unserer Sonne noch nie hingekommen sind. Wer hier seinen Kopf nicht verliert, der hat keinen. Ich übertreibe, dabei hätte es dieses Meisterstück nun wirklich nicht nötig gehabt.

(Die Liste aller seit 1. Februar 2010 ausgewählten 350 Stücke ist hier.)

5’48 Pharoah Sanders – Astral Traveling (1971)

März 8, 2011

Wo uns Pharoah – laut dem Heiligen Geist Albert Ayler der Sohn, John Coltrane war der Vater – mitnimmt auf eine Sternenreise durch eine friedliche Galaxie, wo die Vögel zwitschern, der Bass brummt, die Rhythmusglocken erklingen und das Tenorsaxophon die lyrisch-impressionistische Melodie hervorzaubert. Ein Trip in eine sehr entspannte Welt ohne Geschrei und Gelaber, dafür muss man nicht in die Raumkapsel steigen, dafür reichen ein paar gute Ohrhörer.

(Die Liste aller seit 1. Februar 2010 ausgewählten 348 Stücke ist hier.)

5’39 Tord Gustavsen Trio – Tears Transforming (2005)

Februar 26, 2011

Tord Gustavsen has been my favourite jazz pianist for quite a while now. In the early eighties it used to be Keith Jarrett (cf.). One difference between them is that whereas Keith Jarrett used to moan during his solo concerts, Tord Gustavsen remains perfectly quiet and only plays his instrument. The trio is a perfect place for him. Bass, drums and piano, it really is a minimal setting but absolutely sufficient to create the kind of intimate chamber jazz music I adore. Like Jarrett Gustavsen is on the Munich ECM label and he definitely belongs there with his introspective sound. I listened to this phantastic understated piece this morning on our leather couch with the B**e ear plugs and it was a revelation. The tender melody starting the piece, the subtle cymbals, the slow unfolding of things. Marvelous stuff, just listen and forget about these superfluous words…

(The list of all 339 selections since 1st February 2010 is here.)