Knirschen und Knistern.
Der Boden hart gefroren.
Knacken und splittern.
Knirschen und Knistern.
Der Boden hart gefroren.
Knacken und splittern.
Die Wege vereist.
Die Dunkelheit fällt nieder.
Die S-Bahn fährt leer.
Nach dem Abendrot:
Orion am Himmelszelt.
Fern leuchtet Frankfurt.
Auf offener Flur.
Ein einsamer Wanderer.
Der Nordwind bläst stramm.
When they don’t rock out
their knack for sweet melody
is unstoppable.
Die Hände brennen
bei minus acht Grad draußen
in der Eishölle.
Durch den Schnee gestapft.
Kopfschmerzen von kaltem Wind.
Auf Eis gegangen.
Ready for a trip?
A descent into the night
where noises abound.
[CS + Kreme – Mount Warning from the album Snoopy]
Fette Schneeflocken
tanzen munter durch die Luft.
Symphonie in weiß.
Spaziergangsrunde
auf betonierten Wegen
um Morast herum.
How rage is transformed
into vibrant energy.
A guilty pleasure.
[Hayley Williams – Simmer from the album Petals for Armor]
Rodomontade
in Bücherschrank verfrachtet.
Bye, bye Netzkarte.
Take back all the days.
…
Children carrying balloons.
…
There’ll be no 21.
[The Apartments – Twenty One from the album No Song No Spell No Madrigal]
Sich erst auspowern,
dann jede Muskelfaser
einzeln entspannen.
Die Sennenhündin
zieht beim Start an der Leine
und bei der Rückkehr.
Vom Sauerbornbach,
Schwalbach, Sulzbach, Nidda, Main,
Rhein in die Nordsee.
Es riecht leicht muffig.
Kirschkernkissen aufgewärmt
in Mikrowelle.
Listening to this
wil make you a better mensch.
Trust me, dear reader.
[Alabaster DePlume – Visit Croatia from the album To Cy & Lee: Instrumentals Vol. 1]
Bin angeschickert
nach einem Glas Muscat und
einem Glas Rotwein.
Kiwi, Pink Grapefruit
und selbstgemachter Joghurt.
Herb-süß. Ekstase.
Sich ärgern bringt nichts
es sei denn, man ärgert sich
nur über sich selbst.
Strömender Regen.
Rotkehlchen nimmt langes Bad
in Vogeltränke.
[Flashback nach vorgestern]
Zu früher Stunde
werde ich in der Küche
mit Gähnen begrüßt.
Morgendämmerung.
Ich öffne die Klappläden.
Rotkehlchengesang.
Nach langsamem Druck
auf Lichtschalter im Flur
brennt Glühfaden durch.
Beim Gehen senkt sich
ein Mantel in Zeitlupe
über mich: die Nacht.
Aljechin, Fischer
Kasparov, Shirov, Dubov,
Tal, Morozevich.
Mein Blick durchs Fenster
vertreibt die Spatzen sofort.
Er muss stechend sein.
Atem loslassen.
Innehalten. Bis zwölf zähl’n.
Langsam einatmen.
Brausetablette
mit Magnesium sprudelt
nassforsch im Wasser.
Anyone a lift
into the big open space
without return ride?
[Ana Roxanne – A Study in Vastness from the album Because of a Flower]
Abenddämmerung.
Jeder Fußgänger grüßt mich,
der meinen Weg kreuzt.
Morgen dicht bewölkt
und zum Teil schauerartig
verstärkter Regen.
The handy displays
eighteen twenty-nine and then
eighteen twenty-eight.
Krähen mit Beute.
Starenschwärme fliegen auf.
Kohlmeisenständchen.
Zwei km vor Ziel
auf Ergometer entgleist:
Senkel um Kurbel.
Zwei Stunden spaziert.
Viele Hunde unterwegs.
Dauerschneetreiben.
Die Sennenhündin
will jeden, den wir treffen,
einzeln begrüßen.
„In her loving look,
the whole universe contained.
Love the universe!“
[Adam’s (the robot) first haiku for Miranda in Ian McEwan’s Machines Like Me.]
During all our lives
we are searching for something.
Is it just a note?
[Keith Jarrett – Budapest Concert, part VIII]
Auf je mehr Fremde
man unterwegs trifft, desto
weniger grüßt man.
Wie Entfernungen
zu Fuß riesig erscheinen
in der Dunkelheit.
Grünfink gut getarnt
auf grüner Futtersäule
an Haselnussbaum.
Zu Bächen schwellen
die Betonwege zwischen
dem Weideland an.
Nach langem Regen
riecht die Luft wie an der See,
nur ohne Salzflair.
Wenn der Landregen
nicht demnächst mal aufhört, dann
schwimmt der Rasen fort.
Stapfen im Pappschnee
hinterlässt Fußabdrücke,
knirscht wundersam nach.
Mit nassen Haaren,
im roten Bademantel
steigt Fisch aus Dusche.
Es schneit und schneit und
wenn’s damit nicht aufhört, dann
schneit es immer noch.
Mit achtzehn Stunden
Fasten pro Tag begonnen.
Abendbrot entfällt.
Dusche so lang kalt,
bis auf dich aus den Düsen
Eiswürfel stürzen!
Hundert Prozent Match.
Alle von mir Gegrüßten
grüßen auch zurück.
Hälfte des Himmels
in dunklen Rosatönen,
wolkenverhangen.
Ergreife den Schnee!
Wiese weiß, weich und sumpfig.
Es taut schon wieder.
In der Dämmerung
überstrahlen Schneefelder
den grauen Himmel.
Buttermilchgenuss
nach Schwitzen auf Hometrainer.
Himmel auf Erden.
Vorn große Schwester.
Zwillingsmädchen angeleint.
Hinten lenkt Mutter.
Dichtes Schneetreiben.
Buntspecht auf morscher Hasel
bewegt rege Kopf.
Auf matschigem Pfad
mit links trottender Hündin
rund um das Kronthal.
Erst tropft’s, dann flockt es.
Räumfahrzeug kämpft links mit Schnee.
Schließlich nur noch trüb.
Werde überholt
bei Regentempolimit
als Blitzer auslöst.
Mit hundertzwanzig
fahr‘ ich unter Brücke durch
auf der „DÖDELZ“ steht.
Kreuze zwei Typen.
Ihre süßliche Sillage
tief eingeatmet.
Oranger Kübel.
Flashback: Blindfahrt durch Wald nachts
mit Notbeleuchtung.
Rasiercrèmetube
mit den Zähnen ausgedrückt:
Geschmack süß-seifig.
Nach dem Aufwachen
völlig von der Nachtischlampe
geblendet zu sein.
In rotem Sweatshirt
rote Bete gegessen,
der Finger blutend.
eins eins zwei drei vier
eins drei minus eins eins eins
drei zwei eins eins zwei
[Gerundete Abweichungen der durchschnittlichen Monatstemperaturen von Oktober 2019 bis Dezember 2020 zum Mittel von 1981-2010 in Frankfurt/Main, in Grad Celsius]
Erstes Rendezvous
mit der Waage dieses Jahr:
Schwelle durchbrochen.
Draußen frühlingshaft.
Einen langen Atem hat
der Klimawandel.
Die Leute scheinen
mehr Rücksicht zu nehmen
beim Schlangestehen.
A kick-ass anthem
to start a presidency
with lots of good vibes.
[New Radicals – You Get What You Give]
Zehn Meter hohe
Bäume schwanken permanent
im Wind hin und her.
Im wohligen Bett
auch nach dem Weckerklingeln
noch liegenbleiben.
Freudige Stimme
einer unbekannten Frau
holt mich aus dem Schlaf.
Bei Schnee bekunden:
„Hoffentlich war das alles
für diesen Winter.“
Morgens ein Schneeflaum
auf Büschen im Innenhof.
Abends pladdert es.
„Eureka“ singen
die Stare nach Entdeckung
der Futtersäule.
Am Baum ein Apfel.
Amsel stößt mit Schnabel zu.
Es macht „Plumps“ im Schnee.
[Vorgeschichte hiervon]
Ins Herz stechende
sonnig-klare Melodie
mit lässigem Groove.
[Kraan – Path vom neuen Album Sunglass]
Gutes Kilo Schnee
durch die halbe Republik
nach Berlin gefahr’n.