Archive for the ‘haiku’ Category

4960

Oktober 15, 2025

„Schlaues“ Gelaber

Praktischer Nährwert gleich 0

Zurück in den Schrank!

[Otfried Höffe – Die hohe Kunst des Alterns. Kleine Philosophie des guten Lebens]

4959

Oktober 15, 2025

Direkt vor Bühne

Dichter, dynamischer Sound

Jeder macht sein Ding

[Giant Sand, Danish line-up@Lido, Berlin]

4958

Oktober 13, 2025

Nuclear missile

Hitting USA mainland

In eighteen minutes

[Kathryn Bigelow – A House of Dynamite, 9 out of 10]

4956

Oktober 11, 2025

Draußen herbstet es

Unter Decke verkriechen

Balladen hören

[Say She She – Little Kisses]

4955

Oktober 10, 2025

Im Laden fällt mir

Luftpumpe runter, die mir

junge Frau aufhebt

4954

Oktober 9, 2025

Auf- und Abwogen

Ins Gehirn eingeschrieben

Geister mit Körpern

[The Police – Spirits in the Material World von Ghost in the Machine, 1981, via]

4953

Oktober 9, 2025

Von Autobahnen

Auf Raststätten abfahren

Nach Trampern gucken

4952

Oktober 9, 2025

In der Geiselhaft

ist einer ihrer Freunde

erschlagen worden

4951

Oktober 9, 2025

Is it just a walk

in a New York winter when

the ice is cracking?

[Suzanne Vega – Cracking, 1985]

4950

Oktober 9, 2025

Dionysos, Gott

des Rausches, der Ekstase

Kater inklusiv

4949

Oktober 9, 2025

Frau mit Lastenrad

Überholt mich, bremst, touchė

Ich spür, sie will red’n

4948

Oktober 9, 2025

Mit dem Bass schwingen

Intrikates Mannschaftsspiel

Kammerjazzmusik

[Oregon – Yellow Bell von Out of the Woods, 1978]

Fränkische Schweiz: 5. Spies – Pegnitz 20

Oktober 8, 2025

Heute ist unser letzter Tag auf der Rundtour durch die Fränkische Schweiz. Wir haben es etwas eilig, weil C. um 16h50 den Schienersatzverkehrsbus von Pegnitz nach Nürnberg kriegen muss und die Etappe nach der Wegführung ca. 26 km lang sein sollte. Daher frühstücken wir um 7. Die Hausherrin brät uns Spiegeleier und wir genießen die würzige, geräucherte Stadtwurst.

Um 5 vor 8 sind wir auf der Piste. Es ist stark bewölkt und tröpfelt im Laufe des Wandertags auch immer wieder, wir werden jedoch von Regengüssen verschont.

Aus dem Ort raus gehen wir den markierten Weg durch den Wald, der direkt nach Riegelstein führt und den Track über die Straße nach Schermshöhe abkürzt. Abkürzen werden wir heute noch öfter, so dass wir am Ende rund 6 km einsparen können, was dem schnellen Fortkommen sehr förderlich ist.

Es geht nach Osten unter der A9 durch, ich zähle 42 Schritte, also gut 30 Meter für die 4+2 Spuren. Nach gut eineinviertel Stunden kommen wir in den größten Ort auf der heutigen Etappe, Plech. Vom Gottvaterberg hat man einen Blick über die größtenteils modernen Häuser der kleinen Gemeinde. Hier oben befinden sich die Felsenkeller, in denen früher Kartoffeln und Rüben sowie Bier gelagert wurden.

Plech, Felsenkeller am Gottvaterberg

Hinter Plech kommen wir bald in den Veldensteiner Forst, einen Mischwald mit vielen intakten Fichten. Wir passieren die eindrucksvolle Felsformation Kuckucksloch.

Kuckucksloch
Kuckucksloch

An dieser Stelle muss ich mal wieder Kritik an den Markierungen anbringen. Das grüne Nr. 5 Dreieck, das unseren Weg markiert, führt uns raus in die offene Landschaft – der Track wäre weitergegangen im Wald – und wird dann nicht mehr weitergeführt. Das ist kein Einzelfall. Natürlich ist es mit der Wander-App kein Problem wieder zum Weg zurückzufinden, der dann übrigens noch etwas abkürzt. Aber es ist doch irgendwie nervig, wenn man den Markierungen nicht so richtig trauen kann. Häufig gibt es auch Schilderwälder mit 3 verschiedenen Wegen in denselben Ort mit 3 verschiedenen Distanzen, an denen man anhalten muss, wenn man sie lesen möchte. Unser Weg ist da häufig gar nicht mal dabei. Beliebt sind auch Markierungen genau an Abzweigungen, wo unklar ist, ob der Weg geradeaus weitergeht oder abzweigt. Mit anderen Worten m.E. kann man sich die Markierungen komplett sparen. Außerdem gehen ja sowieso alle nach ihrem Handy.

Wegmarkierung Nr. 5

Die Waldwege im Veldensteiner Forst sind schön breit und wir kommen gut voran. So nah am Flow wie heute war ich während der ganzen Wanderung bisher nicht. An zwei Stellen können wir über Anstiege abkürzen.

Veldensteiner Forst

Für die Pause, wo wir die beim Frühstück geschmierten Stullen – Alufolie gab es auch –  verzehren, brauchen wir keine zehn Minuten.

Wir kommen jetzt zum Großen Lochstein, der mich doch sehr an den Kuhstall in der Sächsischen Schweiz erinnert, er ist nur deutlich kleiner, aber man kann auch sehr schön hindurchsehen in den Wald auf der anderen Seite.

Großer Lochstein

Wir erreichen schließlich Horlach, von wo wir direkt nach Pegnitz auf dem Rad-Fußweg spazieren. Kurz nach eins nach gut 5 Stunden und einem Schnitt von fast 4 km/h sitzen wir im Café von Kaufland beim wohlverdienten Cappuccino. Ich bringe C. zum Bus am Bahnhof. Dann gehe ich noch einmal durch den Ort zur Egidienkirche. Es ist zwar wieder jemand in der Kirche, als ich die Pforte öffne, aber er studiert „nur“ das „Gästebuch“, so dass ich endlich mein Foto von den Emporen mit den vielen Fenstern machen kann. Obwohl es draußen bewölkt ist, ist die Kirche trotzdem herrlich erleuchtet.

Pegnitz, St. Egidien

Ich versuche noch vergeblich, in zwei Läden und später dann an einer Autobahntankstelle den Spiegel zu bekommen, den ich in der Badewanne zuhause in Berlin nach 4 Stunden Autofahrt lesen möchte. Aber dort gibt es nur haufenweise Illustrierte und Tageszeitungen, die Zeit der gedruckten Nachrichtenmagazine scheint endgültig vorüber.

Hier ist die Übersicht über unsere 5-Tage- Rundwanderung in der Fränkischen Schweiz Anfang Oktober 2025

4947

Oktober 7, 2025

Fernwanderungen

12 Stunden im Bett, 4 on

8 auf 2 Beinen

4946

Oktober 7, 2025

Am Ende zählt nur

das wirklich selbst Erlebte

Der Rest ist Schweigen

4945

Oktober 7, 2025

Gitarre schneidend

Hart, kreativ, melodisch

In Ohren läutend

[Kings of Leon – The Bandit, 2021 (via radioeins)]

4944

Oktober 7, 2025

Negativität

Nie endende Spirale

In die Finsternis

4943

Oktober 7, 2025

Beim langen Gehen

Gedanken gehen im Kopf,

überholen mich

Fränkische Schweiz: 4. Obertrubach – Spies 19

Oktober 7, 2025

Nach zwei Nächten in Obertrubach bewegen wir uns heute wieder vorwärts gen Startpunkt Pegnitz.

Das Wetter ist nicht ganz so schlecht wie gestern, morgens regnet es leicht, später ist es nur bewölkt und am Nachmittag, als wir schon angekommen sind, regnet es noch einmal.

Obertrubach, Ziegengehege

Der Weg führt uns hinauf durch den Wald nach Hilpoltstein, die 5 km ziehen sich wie Kaugummi. Wir treffen nur einen Mann mit Regenschirm, der uns mit seinem braunen, in die Jahre gekommenen Labrador entgegenkommt.

Ich versuche mir, den Weg über die gelben und roten abgefallenen Blätter vom Vorjahr durch das Grün der Buchen schön zu reden. Jeder Schritt ein Genuss.

Im Wald

In Hilpoltstein gibt es eine geschlossene Brennerei, ein Gasthaus, das montags und dienstags Ruhetag hat, sowie einen Honigverkauf, der aufgehabt haben könnte. Außerdem die den Ort überragende Burg. Vom Cappuccino können wir weiter träumen.

Hilpoltstein

Unser nächstes Zwischenziel ist die Burgruine Wildenfels. Der Track führt uns weglos steil hinauf durch Blättermassen, in die wir einsinken, bevor wir auf den richtigen Weg stoßen, den eine Gruppe von Sachsen hinaufgestapft kommt, sie hatten sich gegen die Querfeldeinvariante entschieden. Die Ruine wurde wohl befestigt, so dass sie nicht einstürzen kann. Es stehen außerdem noch Gebäudemauern.

Wildenfels

Weiter geht es durch den Wald, wir bedienen uns an den köstlichen saftigen Birnen, die in mehreren Kisten am Waldrand stehen. Ein weiteres Highlight ist eine Pilzfamilie, laut Gugl ein Gallertiger Zitterzahn oder auch Eispilz.

Gallertiger Zitterzahn

Kurz bevor der nächste Schauer runtergeht, erreichen wir bereits gegen halb drei unser Ziel, die Hutzerstub’n in Spies. Die Hausherrin begrüßt uns schon von weitem. Wir duschen und werfen uns unter die warmen Bettdecken, uns ist kalt und es deutet sich mit den Halsschmerzen eine baldige Erkältung an.

Abends gibt es leckeres Rehgulasch – der Hausherr jagt – mit Spätzle. Dazu trinke ich ein süffiges Weißbier von Lindenbräu aus der Gegend.

Am Nachbartisch sitzt ein junges Paar, das wir schon am ersten Tag in Pegnitz in der Straße gesehen hatten. Sie kommen aus dem Frankenwald zwischen Bayreuth und Hof und sind u.a. auch den Malerweg gegangen, den sie wie wir sehr genossen haben.

Hier ist die Übersicht über unsere 5-Tage- Rundwanderung in der Fränkischen Schweiz Anfang Oktober 2025.

4942

Oktober 2, 2025

Autobahnrauschen

Man hört es und hört es nicht

6 km entfernt

4941

Oktober 1, 2025

Vor mir Altkönig

Nadelwald bis zur Kuppe

Hinter mir Sonne

4940

September 30, 2025

Die Ratte lag da,

öffnete kurz die Augen,

hob nochmal den Kopf

4939

September 29, 2025

Kürbissuppenzeit

Minze, Ingwer, Zitrone

Scharfer Frischekick

4938

September 29, 2025

Zärtlicher Anschlag

Klavier, Bass, Drums im Einklang

Lyrisches Motiv

[Fred Hersch – The Surrounding Green]

4937

September 28, 2025

In erster Reihe

Augen zu, durch Bauch atmen

Schwer werden, hören

[Nicolas Namoradze – Werke von Pärt, Debussy, Bach, Ligeti, Scriabin und Ravel @Kronberg Academy, Bechstein Saal]

4936

September 27, 2025

Starenschwarm pulsiert

Toter Fuchs am Straßenrand

Buchenwald im Dunst

4935

September 27, 2025

Rechts der Autobahn

Wolke aus dunklen Körpern

Hin- und herwogend

4934

September 26, 2025

Zauber im Anfang

Maschine trifft Melodie

Zu Tod genudelt

[The Notwist – Pick up the Phone von Neon Golden, 2003]

4933

September 26, 2025

Schlaflied deck mich zu

Wenn Saiten Schluckauf haben

Quietschen als Add-on

[The Montgolfier Brothers – Think Once More von The World Is Flat, 2002]

4932

September 26, 2025

Tiergartenradweg

Eichel fällt mir auf die Stirn

Helm-Wink von oben

4931

September 26, 2025

Möglich, doch sinnlos

Ein Leben ohne Gehen

Daher raus. Sofort!

[Robert Walser – Spazieren muss ich unbedingt. Vom Gehen über Stadt und Land]

4930

September 24, 2025

Tanz und Traurigkeit

Ein hypnotischer Rhythmus

Ein tolles Duo

[Grandbrothers – We Collide]

4929

September 24, 2025

Kollege trägt Helm

nach Radunfall, an den er

sich nicht erinnert

4928

September 24, 2025

Nach dem Aufwachen

In den Ohren ein Geräusch

Das Rauschen der Zeit

4927

September 23, 2025

Die Badewanne

zum Überschwappen gebracht

Nasse Buchseiten

4926

September 23, 2025

In Parallelwelt

Der mächtigste Mann der Welt

Zu irr für SciFi

4925

September 23, 2025

Zieh mich tief runter

Immer tiefer und tiefer

Denn da will ich hin

[dEUS – Bad Timing von Pocket Revolution, 2005]

Oderlandweg: Wriezen – Falkenberg 24

September 23, 2025

Während der Nacht zieht ein Regengebiet durch, das laute Geplätscher weckt mich auf, ich kann aber nach einem Melatoninsprühstoß wieder einschlafen.

Nach einem ausreichenden Frühstück, wo wir auch ein Brötchen für unterwegs schmieren können, sind wir gegen 9 auf der Rolle.

Es geht wieder zurück durch die triste Wohnsiedlung, am Stadtsee an der B167 nach Bad Freienwalde entlang auf die letzte Etappe unseres kleinen Wanderabenteuers.

Wriezen, Stadtsee

Im Wald sehen wir zwei Rehe, die nachdem sie uns gewittert haben, weit vor uns unseren Weg überqueren, dann aber feststellen, dass dahinter die Bahngleise verlaufen und wieder zurückrennen. Anschließend erreichen wir ein offenes Trockenrasengebiet, das zu DDR-Zeiten vom Militär zu Übungen genutzt wurde und wir kommen zum Ziegelbrennofen von Altgaul, dessen Schornstein seit geraumer Zeit von den Störchen als Nest genutzt wird. Das Storchenpaar scheint bereits in den Süden abgerauscht zu sein. Wenn man sich die Statistik ansieht, dann verschiebt sich der Abflug nach vorne, die letzten Jahre machte sich das Storchenpaar bereits um den 20. August in wärmere Gefilde auf. In Deutschland gibt es übrigens mit rund 1150 Exemplaren in Brandenburg die meisten Störche, Niedersachsen und Baden-Württemberg holen aber kräftig auf.

Altgaul, Storchenturm mit geschlossenem Storchenmuseum

Weiter geht es an der eingleisigen Bahnstrecke entlang nach Altranft, wo am Wochenende die 650 Jahrfeier stattfand, der Ort ist entsprechend mit Wimpeln, Maiskolben, Kürbissen und jeder Menge phantasievollen Puppen geschmückt. Die Bühnen und Stände auf dem Hauptplatz werden gerade abgebaut.

Altranft, 650 Jahre Erntedankfest

Eine Frau aus einer Gruppe von Frauen, die abschmücken und  aufräumen sagt uns, dass wir einen Tag zu spät gekommen sind. H. verneint dies. Ich preise die Einsamkeit des Wanderns und spüre eine Enttäuschung ihrerseits.

Ein Anwohner trägt ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift „Lächle, du kannst sie nicht alle töten“. Darauf angesprochen, dass zwischen seinem missmutigem Gesichtsausdruck und dem Slogan offensichtlich eine Diskrepanz besteht, bleibt ihm die Spucke weg.

Im Gutspark steht das – natürlich geschlossene – Barockschloss, das heute ein Freilichtmuseum nebst Café beherbergt. Generell sind Montag und Dienstag in der Region meist Ruhetage für die Sehenswürdigkeiten. Im Park wird u.a. ein Mähsammelboot von 1975 ausgestellt, mit dem die Gräben im Oderbruch gekrautet wurden, d.h. die Wasserpflanzen wurden kurz über dem Grund abgeschnitten, um den Wasserabfluss sicherzustellen.

Altranft, Schloss
Altranft, Mähsammelboot im Gutspark

Wir kommen nun kurz vor Bad Freienwalde durch von Laubbäumen dominierten Mischwald zur Abbruchkante des Oderbruchs, man hat hier das Gefühl in einem Mittelgebirge zu sein, es geht permanent rauf und runter.

Bad Freienwalde, Abbruchkante

In Bad Freienwalde, wohin wir einen eigentlich von der Streckenführung des Oderlandwegs nicht vorgesehenen Abstecher machen, genehmigen wir uns im Rosencafé einen großen Kaffee mit Käsekuchen und kämpfen uns anschließend durch die ausgedehnte Baustelle im Stadtzentrum, wo der neue Kreisverkehr kurz vor der Vollendung steht. Wir kommen nun in den Schlosspark mit dem von David Gilly für die preußische Königin Friederika Luise Ende des 18. Jahrhunderts gebauten Sommerhaus, das 1909 von Walter Rathenau erworben wurde, der ihm seine heutige Form gab.

Bad Freienwalde, Schloss

Hinter dem Schlosspark befindet sich der russische Ehrenfriedhof mit 1844 zum Ende des 2. Weltkriegs 1945 zum großen Teil in den nahegelegenen Seelower Höhen gefallenen Soldaten, ich finde sogar eine Inschrift vom 28.5.45.

Bad Freienwalde, russischer Ehrenfriedhof
Bad Freienwalde, russische Kriegsgedenkstele

Nun geht es aus dem Ort hinaus, die Abbruchkante des Oderbruchs hinauf zum Haus der Naturpflege, wo sich Kurt Kretschmann der Rehabilitation der Eule widmete. Wir verpassen erst den Abstecher, ich mache ihn dann alleine, während H. oben wartet. Das Haus ist heute mit dem umliegenden Garten – ich treffe die junge Gärtnerin, die sich nicht über fehlende Arbeit beschweren kann – ein Naturmuseum. Oben steht der acht Meter hohe Eulenturm, von dem man eine schöne Sicht auf die grüne Umgebung hat. Gegenüber kann ich in der Ferne den Aussichtsturm auf dem Galgenberg erspähen.

Bad Freienwalde, Eulenturm
Bad Freienwalde, Blick vom Eulenturm

Wir gehen weiter durch Laubwald zum Teufelssee, wo ein einsamer, versteckter Angler sitzt. Hier machen wir unsere Mittagsrast und verspeisen den letzten Proviant, so dass die Rucksäcke für den Schlussteil der Wanderung, der uns über den 106 m hohen Märkischen Watzmann führen wird, federleicht sind.

Teufelssee

Beim Aufstieg treffen wir einen anderen Wanderer in oliver Hose und Wanderstiefeln, der heute Morgen in Eberswalde gestartet ist und als Ziel Bad Freienwalde hat. Er ist begeistert von der vom Höhenprofil abwechslungsreichen Landschaft, die er so nicht erwartet hat. Wir treffen ihn später wieder im Zug zurück nach Eberswalde und dann Berlin. Er hat einen klitzekleinen Akzent, ich vermute einen Französischen.

Von hier haben wir eine schöne Aussicht über das Oderbruch, den Abstecher zum Bismarckturm ersparen wir uns, weil er geschlossen hat.

Blick ins Oderbruch

Nun geht es nur noch bergab nach Falkenberg, wo wir beim Fontanedenkmal an der Hauptstraße rauskommen. Das ehemalige Bahnhofshaus, das zunehmend verfällt, wird von Künstlern bewohnt. Dahinter stehen haufenweise alte Autos wie z.B. Trabis.

Falkenberg, altes Bahnhofsgebäude

Jetzt, wo ich gerade in den Flow gekommen bin, nimmt unsere Wanderung ein Ende. Es gab viel Natur, aber auch die ein oder andere Sehenswürdigkeit zu entdecken, die in einzelnen Fällen sogar geöffnet war. Die nächste Tour ist schon in der Pipeline.

Hier ist die Übersicht über die Wanderung auf dem Oderlandweg vom 20.-22.9.2025.

4924

September 22, 2025

Hund an der Leine

In gebührendem Abstand

folgt brav die Katze

4923

September 19, 2025

Mit einem Fremden,

der nur serbisch und russisch

spricht quer durch Deutschland

4922

September 19, 2025

Ich habe gehört

Es gibt Kirchen, in denen

tanzen sie alle

[Marvin Gaye – Inner City Blues (Make Me Wanna Holler) von What’s Going On?, 1971]

4921

September 18, 2025

Wenn der Blitz einschlägt

Wenn sich dein Leben ändert

Wenn dein Herz stillsteht

[Moriarty – Hanoï Blue, live von Ghee Whiz But This Is a Lonesome Town, 2007]

4920

September 18, 2025

Sich im Kreis drehen

Mehr als die Worte sagen

Gesten und Blicke

[Christian Petzold – Miroirs No. 3, 3 aus 5]

4919

September 18, 2025

„passiv aggressiv“

Sie hielt mir den Spiegel vor

Ich war’s und war’s nicht

4918

September 17, 2025

Rain rain go away

Come again another day

… baby wants to play

[Joan Shelley – Here in the High and Low]

4917

September 17, 2025

Treue Leser, die

ganz plötzlich verschwinden und

man weiß nicht warum

4916

September 17, 2025

Apokalypse

Nie waren wir dir näher

Teuflischer Soulsong

[Curtis Mayfield – (Don’t Worry) If There Is a Hell Below, We Are All Going to Go von Curtis, 1970]

4915

September 17, 2025

Liebe auf Prüfstand

Jung sein und das Geld brauchen

Wie geht das wohl aus?

[Adrian Lyne – Ein unmoralisches Angebot]

4914

September 16, 2025

Vor mir zwei Rehe

eilen in weiten Sprüngen

über den Acker

4913

September 16, 2025

Nazi ermordet

ihren Sohn. Seitdem lädt sie

täglich sein Handy.

4912

September 15, 2025

Die Erde noch warm

Die Felder abgeerntet

Spinnweben glitzern

[Friedemann – Indian Summer vom gleichnamigen Album, 1987]

4911

September 15, 2025

Unterm Walnussbaum

Sehe erst keine Nüsse

Und dann ganz viele

4910

September 15, 2025

Speierlingsbaum steht

ganz allein, Äste gestutzt

Früchte weh’n im Wind

4909

September 15, 2025

Im Schneckentempo

Mit jedem Schritt, den man geht,

bei sich ankommen

4908

September 14, 2025

Spiritual jazz

Plädoyer fürs Einfache

Wir grooven uns frei

[Yusef Lateef – Like It Is von The Blue Yusef Lateef, 1968]

4907

September 14, 2025

Künstler entdecken

einzigartige Landschaft

in Frühromantik

[Frank Richter – Der historische Malerweg]

4906

September 14, 2025

Hypnotischer Bass

Trip durch brodelnde Klänge

Wie weggeblasen

[Nils Petter Molvær – Song of Sand von Khmer Live in Bergen]

4905

September 14, 2025

Es ist nie zu spät.

Grillabend mit Nachbarspaar.

Regen. Flucht ins Haus.

4904

September 13, 2025

Den Kasten Weißbier

viel langsamer austrinken

als den ohne Alk

4903

September 12, 2025

Im Wohlklang schwelgen

Sich vollständig hingeben

Zeit Zeit sein lassen

[Lambchop – Under the Same Moon von I Hope You’re Sitting Down, 1994]

4902

September 12, 2025

Schon im Hof bellt sie

Das Geschäft fix erledigt

Sie braucht Zuwendung

4901

September 12, 2025

Tritt in die Füße

Nahtlose Bewegungen

Tanz ins Wochenend

[Jeff Tweedy – Out in the Dark von Twilight Override]

4900

September 12, 2025

Bei letztem Regen

gefallene Walnüsse

trocknen im Keller

4899

September 11, 2025

Kommt keine Antwort

auf Drohnenangriff, dann wird

er eskalieren

4898

September 11, 2025

Mit sechs schlauer sein

als die Mehrzahl der Großen

Mit acht ein Engel

[Fynn – „Hallo Mister Gott, hier spricht Anna“]

4897

September 11, 2025

Dachauer Straße

Aus Absturzbar erste Frau

in Tram abgeschleppt

4896

September 11, 2025

Dachauer Straße

Mit Rad bei Schnee in Gleisen

steckengeblieben

4895

September 11, 2025

Fiep. Glitch. Piep. Tick. Rausch.

Geräuschkunstwerk mit Hookline.

Punkte verbinden.

[Fennesz – Aus von Hotel.Parallel, 1997]

4894

September 9, 2025

Wolfsstunde. Regen.

Wasser, durch Rohre rauschend.

Das Geräusch ebbt ab.

4893

September 9, 2025

Unten sitzt Katze

Auf Hecke Vöglein. Fliegt weg

nach dem Raubtiersprung

4891

September 8, 2025

Erhaben weinen

Widerhall der Renaissance

Ruhe-, Kraft-, Trostquell

[Dowland – Lachrimae, or Seven Tears: No. 2 (Jupiter Ensemble) von Thomas Dunford, Lea Desandre – Songs of Passion]

4890

September 8, 2025

Aus Schlaf geklingelt

Ihr Nachthemd klatschnass geschwitzt

Jammern, Trugbilder

4889

September 7, 2025

Spätsommerabend

Im Wind wogende Blätter

Blutmond knapp verpasst

4888

September 7, 2025

Sekundenzeiger

der Küchenuhr, der nicht springt,

sondern stetig läuft

4887

September 7, 2025

Neugier des Kindes

auf das geheimnisvolle

Reich der Buchstaben

4886

September 6, 2025

A2 nach Westen

Voller polnischer Laster

Am Samstagmorgen

4885

September 5, 2025

Piano Magic

American Analog …

The bliss of slowness

[Modern Nature – Radio]

4884

September 5, 2025

Aktivwortschatz nicht

sofort um neue Wörter

erweitern wollen

4883

September 5, 2025

Gespreizte Worte

kennen, doch nicht verwenden

Ganz schön arrogant

4882

September 5, 2025

Höllenmaschine

Besteigung ausgeschlossen

Zu wenig Selbsthass

4881

September 4, 2025

Neben all dem Dreck

kommt auch ganz Wunderbares

aus den USA

[Gillian Welch & David Rawlings – What We Had, 2024]

4880

September 4, 2025

In neuem Gewand

Ganz langsam dahinfließend

Flöte im Zentrum

[Ensemble Nirvana – Goldberg Variationen, Aria von JS Bach transkr. für Traversflöte, Violine, Gambe und Orgel]

4879

September 4, 2025

Aus Fülle geschöpft

Barocke Lautenmusik

Frei interpretiert

(s.a. 4874)

4878

September 4, 2025

Konfliktentschärfung

Alle Karten auf den Tisch

Vieraugengespräch

4877

September 3, 2025

Täglich fünfhundert

vorbeidefilierende

News im Feedreader

4876

September 2, 2025

Es fühlt sich so an,

als bekäme das Leben

erst durchs Gehen Sinn

4875

September 2, 2025

Augen aufschlagen

Selbstbewusstsein erlangen

Die Welt bestaunen

4874

September 2, 2025

There was a time when

classical guitar music

almost saved my life

[Rolf Lislevand – Intro / Libro primo d’intravoltura di lauto: Toccata sesta von Libro primo]

4872

August 31, 2025

Kerala, das klingt

nach einem sanften Ort, wo

die Sonne viel scheint

4871

August 30, 2025

Fünfzehn Minuten

Trip durch weite Landschaften

Im Flug vergehend

[Van Morrison – When Heart Is Open von Common One, 1980]

4870

August 30, 2025

Saftige Zwetschgen

Clafoutis, Eierteigfond

Geburtstagskuchen!

4869

August 30, 2025

Prognosen intern

wieder zurück ändern, dass

es kaum jemand merkt

4868

August 29, 2025

Die Haselnüsse

eingesammelt, hingeguckt

Da sind doch noch mehr

4867

August 29, 2025

Vor deinen Augen

stirbt dein Freund, du erträgst’s nicht,

gehst, schämst dich dafür

[Van Morrison – T.B. Sheets, 1967]

4866

August 29, 2025

Kimba’s Hinterteil

Zu immens zum Bespringen

Rudi voll ratlos

4865 Deutschland im Arsch

August 28, 2025

Russische Drohnen

Bundeswehr nicht zuständig

Nicht viel Handhabe

4864

August 27, 2025

Schauer geht nieder

Überall Haselnüsse

Eichhörnchenbar voll

4863

August 27, 2025

Mutig beginnen

Tapfer Scheitern ertragen

Sanft zu Menschen sein

[Ein alter Pater im Internat zu Friedrich von Schirach, auf 17 Silben gekürzt]

4862

August 27, 2025

Kerzengerade

Blick nach vorne, Brust geschwellt

Durch die Welt gehen

4861

August 26, 2025

Höchste Eisenbahn

Für eine Entziehungskur

Er hat es gewusst

[The Gun Club – Yellow Eyes (live) von Divinity, 1991]