Truman Capote – Kaltblütig

Juni 9, 2025
Taschenbuchausgabe aus dem Bücherschrank

In Cold Blood ist Truman Capote’s Hauptwerk, es ist eine Fleißarbeit der Recherche, basierend auf vielen Interviews mit den Betroffenen, die zum großen Teil mit ihren realen Namen genannt werden. An einem Sonntagmorgen, dem 15. November 1959 werden in Holcomb, einem Kaff in West-Kansas vier Mitglieder einer angesehenen Familie in ihrem Farmhaus tot aufgefunden. Geld bzw. Wertgegenstände fehlen so gut wie keine. Was ist da passiert? Gleich von Anfang an weiß der Leser, wer es gewesen ist, zwei vor kurzem entlassene Sträflinge, Dick und Perry. Ihre durch ungedeckte Schecks finanzierten Road Trips werden in kurzen Passagen wie in einem Film gegen geschnitten zu der Entdeckung des Massakers und der Geschichte der Familie und ihrer Bekannten sowie den Nachforschungen. Das Kansas Bureau of Investigation übernimmt mit einem Stab von 18 Mann die Ermittlungen. Die eng bedrucken rund 300 Seiten sind in etwa vier gleichlange Teile gegliedert: I Die sie als letzte sahen, II Täter unbekannt, III Antwort und IV Die Ecke.

Bis zum Schluss bleibt es spannend, obwohl der Leser ahnen kann, wie es ausgehen wird. Die ersten vier Zeilen aus François Villon’s Ballade der Gehängten stehen dem Buch vor. Und trotzdem bleibt am Ende mindestens ein großes Mysterium. Mich hat das Buch von Seite eins an gefesselt, weil ich gespürt habe, dass das nicht ein herkömmlicher Krimi ist, sondern beunruhigend authentische und tiefe Einblicke in die Seele von Kriminellen und wie sie dazu geworden sind, erlaubt. Beide Täter wurden von Capote ausgiebig befragt.

Die in den Plot eingewobene Werbung für Pfandbriefe und Kommunalobligationen, die Anfang der Achtziger Usus war bei rororo, hat mich zurück gebeamt in meine Jugend.

Bankenwerbung 1983

Ganz am Schluss des sogenannten „wahrheitsgemäßen Berichts“ trifft der Hauptermittler auf dem Friedhof von Garden City, wo die vier ermordeten Familienitglieder beigesetzt sind, auf die Schulfreundin der getöteten Teenager-Tochter und unterhält sich mit ihr. Dass das ein schönes, aber erfundenes Ende ist, hat mir beim Lesen sofort geschwant. Nicht alles, was hier geschildert wird, hat sich wirklich so zugetragen, Capote hat durchaus seine künstlerische Freiheit genutzt, was der Qualität des Buches m. E. jedoch keinen Abbruch tut.

5 Sterne

P. S. Es spricht nicht für den Menschen Capote, dass obwohl er sich mit dem Mörder Perry Smith während der vielen Gespräche im Gefängnis angefreundet hat und nach eigener Aussage Mitleid gegenüber ihm empfunden hat, er keinerlei Gnadengesuch für ihn gestellt hat. Wenn die Täter nicht gehängt worden wären, wäre das Buch wahrscheinlich weniger erfolgreich gewesen. Auch der Autor war kaltblütig.

4720

Juni 8, 2025

Tatsachenroman

Vier Menschen zuhause tot

Ein Buch wie ein Film

[Truman Capote – Kaltblütig (mehr)]

4719

Juni 8, 2025

Der Blick der Greisin

Diffus, durchdringend, entfernt

Aus dem Zwischenreich

Juni 8, 2025

Am schlimmsten fand ich allerdings, dass ich als Rechtshänder mit links masturbieren musste. Monatelang.

[MPF über die Folgen eines Oberarmbruchs]

4718

Juni 8, 2025

Nebelgestocher

Glasklarer Frauensprechgesang

Klingende Worte

[Bryan Ferry – Orchestra (feat. Amelia Barrett)]

4717

Juni 7, 2025

Ein trauriges Lied

wunderschön beruhigend

Der Hund versteht ihn

[Lambchop – My Blue Wave von Is a Woman, 2002]

4716

Juni 6, 2025

Ohne Corona

wär ich DJ gewesen

Danke, Costanza

4715

Juni 6, 2025

Unten sitzt ein Typ

Er zeichnet den Löwenkopf

auf der Eingangstür

Juni 6, 2025

Und urplötzlich ist man mittendrin. Ohne Worte. Wie immer, wenn es wichtig wird im Leben, sind Worte überflüssig, nichts als Urlauber, die sich im falschen Moment einmischen, sich wichtig machen und durchs Bild laufen.

[Glumm über LSD-Trips]

Juni 6, 2025

„Ich fühle mich eindeutig wohler unter Menschen, die trinken, als unter Menschen, die essen.“

[Vic Mancini on Death Row]

4714

Juni 6, 2025

Time runs at half-speed

A world made of cotton wool

A voice from heaven

[Brian Eno & Beatie Wolfe – Play On]

4713

Juni 4, 2025

Die Natur erwacht

Sonnenstrahlen streicheln dich

Liebe in der Luft

[Max Richter – Spring 1, Vivaldi’s Four Seasons recomposed]

Mutter

Juni 4, 2025

In deinem Bauch war es wohlig warm.
Doch nach neun Monaten war es dort zu eng für mich.
Ich musste raus an die frische Luft.
Jedoch bin ich dir lange nicht von der Seite gewichen.

Wir sagen „Mutter“ zu dir.
Die vielen Pakete, die du gepackt hast.
Die Liebe zu Fremdsprachen, die Freude, zu kommunizieren.
Lange warst du für mich die beste Köchin der Welt.

Heute bewundere ich, wie du versuchst, anderen zu helfen, auch wenn eher du Hilfe benötigst.
Wie ihr beide euch durch den Tag kämpft.

[Die dritte von 112 Stufen der Holsteiner Treppe in Wuppertal, tolle Idee vom Kollegen Grinsekatz]

4711

Juni 4, 2025

Themenvorgabe,

Stückabwahl vom Publikum

Freies Schauspielern

[Gorillas@Ratibor Theater]

4710

Juni 3, 2025

Roadmovie fürs Ohr

Gitarren umgarnen sich

Stereogenuss

[Modern Nature – Pharaoh]

4709

Juni 3, 2025

Harmony is when

everything is falling

into its‘ right place

[Big Thief – Incomprehensible]

Grimmsteig: 4. Hessisch Lichtenau – Wattenbach 13

Juni 2, 2025

Nach der anstrengenden Etappe vom Vortag schlafe ich tief und wache morgens völlig benommen um fünf auf und brauche eine Weile, um überhaupt zu realisieren, wo wir gerade sind. Langsam beim Tagebuchschreiben stellt sich die Erinnerung an gestern wieder ein.

Draußen regnet es. Nachdem der Regen gegen acht nachgelassen hat und wir schon auf dem Weg in den Ort sind, wo wir frühstücken möchten, stelle ich mithilfe von Google zufällig fest, dass auf der anderen Seite des Hotelgebäudes ein Backshop ist, der auch das Frühstück für die Motelgäste anbietet. Das bedeutet, dass wir nicht zurück ins Zentrum gehen müssen, sondern nach dem Frühstück – der Regen hat inzwischen aufgehört – einen Shortcut über die Wiesen und Felder kurz vor Fürstenhagen machen können, um wieder auf den Grimmsteig zu treffen. Heute müssen wir spätestens gegen halb drei am Ziel in Wattenbach sein, wo der Wagen steht, damit C. ihren Zug von Kassel nach Frankfurt kriegt.

Wir hören wieder den sprudelnden Gesang der Feldlerchen und sehen gelegentlich einen der unscheinbaren hellbraunen Vögel aus den Feldern aufsteigen. Nun kommen wir zu einem kurzen, unwegsamen Waldstück, hinter dem ein Weg verläuft, der zum Grimmsteig führt. Wenige Meter vor uns steht ein Reh, das ob unseres Aufeinandertreffens genauso perplex ist wie wir, aber dann schnell ins Unterholz wegspringt. Ich bin mal wieder überrascht, wie klein Rehe doch sind.

Wir erreichen den Grimmsteig und der Weg verläuft im Wald. Am Pistenrand stehen einige Autos mit leicht geöffneten Kofferräumen mit Käfigen, wo zum Teil noch Hunde drin sind. Wir sehen eine Gruppe mit Hunden in der Wiese. Es handelt sich sicher um Jäger und Jägerinnen, die ihre Jagdhunde trainieren.

Der nächste Ort ist Quentel, wird aber eigentlich vom Grimmsteig nur am Rand berührt. Wir entscheiden uns kurzfristig über einen Feldweg dorthin zu gehen, weil es dort laut Internet ein offenes Café gibt. Es stellt sich nach einer Weile heraus, dass der Feldweg zugewachsen ist, unsere Schuhe und Füße werden im hohen Gras nass, wir müssen am Ackerrand laufen und kommen nur schwer vorwärts.

Das Café im Garten ist in einem alten Fachwerkhaus im Innenhof untergebracht. Wir nehmen unseren Cappuccino mit selbst gebackenem Käsekuchen in der Scheune ein. Das Café ist liebevoll eingerichtet und sehr gut besucht. Die Leute frühstücken. Wir kommen mit einer Frau ins Gespräch, die den Grimmsteig schon mehrmals in einem Rutsch bewältigt hat, ihr Rekord für die 85 km ist etwas über 18 Stunden. Ich bin baff.

Quentel, Café im Garten

Der Abstecher nach Quentel war eine weitere Abkürzung, so dass wir gut in der Zeit sind. Allerdings zieht es sich jetzt beim Aufstieg in den Laubwald zu und es fängt an, zu regnen. Mein Regenschirm leistet gute Dienste, C.s Schuhe werden allerdings völlig nass. Plötzlich schlägt kurz vor uns – wir sind am Waldrand – ein Blitz ein, etwas später noch einer. Der Donner kommt wenig später.

Der Regen lässt nun nach und wir gehen hinunter nach Wattenbach, wo wir vor vier Tagen losgegangen sind. Das ausgebrannte Haus haben wir beim Start am ersten Tag, wo wir hier schon einmal vorbeikamen, noch nicht gesehen. Die Brandstiftung fand bereits vor knapp 6 Jahren statt.

Wattenbach, ausgebranntes Haus

Der Wagen steht an unserer ersten Unterkunft, dem Waldschlößchen, oben neben den Wohnmobil. Wir essen ein paar Pfefferbeisser mit einem Brötchen und trinken Ayran dazu, C. wechselt die nassen Klamotten und wir fahren nach Kassel-Wilhelmshöhe, wo sich unsere Wege vorübergehend trennen. C. nimmt einen ICE nach Kassel, ich die Autobahn nach Berlin.

Eine rundum geglückte Rundwanderung findet ihr Ende. Vier Tage haben gereicht, um aus dem Alltagstrott für eine kurze Weile völlig auszubrechen.

Wattenbach, Waldschlößchen

Hier ist die Übersicht unserer Wanderung auf dem Grimmsteig Ende Mai/Anfang Juni 2025.

4708

Juni 1, 2025

Auf dem Weg Menschen

Die Frau im Backshop lächelt

Vom Frühstück bleibt nichts

4707

Juni 1, 2025

Im Gartencafé

Unter dem Tisch ein Yorkie

Frauchen wandert gern

4706

Juni 1, 2025

Querfeldein zu Fuß

Durch das hohe, feuchte Gras

Guck! Da steht ein Reh!

4705

Juni 1, 2025

Regen klatscht auf uns

Direkt vor uns zuckt ein Blitz

Der Donner, später

Grimmsteig: 3. Velmeden – Hessisch Lichtenau 28

Juni 1, 2025

Die Nacht ist mit rund 5 Stunden recht kurz, das Melatonin wirkt nicht mehr. Nach halb 4 döse ich nur noch, ab 5 mache ich mich ans Tagebuchtippen.

Beim reichhaltigen Frühstück sind wir die Ersten, eine zehnköpfige, zum Teil schon recht betagte Wandergruppe, die in Velmeden Quartier macht und von hier mit Autos und Öffis – z. B. der Tram von Kassel nach Hessisch Lichtenau – die Start- und Zielpunkte der Etappen anfährt, kommt kurz nach uns.

Es ist heute überwiegend sonnig-sommerlich, uns steht die Königsetappe über den Hohen Meißner bevor. Ich komme nur langsam in meinen Rhythmus. Eine Gruppe friedlicher Lamas lässt sich von uns Wanderen nicht beirren.

Velmeden, Lamas

Es geht nun erst einmal im langgezogenen Zickzack über Wiesen und Felder hinauf nach Hausen; über uns tirilieren die Feldlerchen. Der Weg am Feldrand ist bereits hier zum Teil nur schwer auszumachen, es gibt später noch andere Abschnitte, wo er ziemlich zugewachsen ist, man merkt, dass er nur relativ wenig begangen wird. Generell ist auch zu den Markierungen zu sagen, dass sie oft doppeldeutig angebracht sind, gut, dass ich zusätzlich meine Wander-App konsultieren kann.

Oberhalb von Hausen ist dichter, feuchter Laubwald und wir gehen auf teilweise glitschigem Pfad erst einmal hoch zur Kitzkammer, einer Basaltspalte, die Eingang in die Märchenwelt gefunden hat. Hier soll Frau Holle die zeternden Mädchen, die von ihren Verlobten verlassen worden waren, in Katzen verwandelt haben, die dann den verirrten Wanderern den Weg weisen mussten, wobei die Bösen in die Irre geführt wurden.

Meißner, Kitzkammer

Wir kommen nun zum NaturFreunde Meißnerhaus auf der großen Wiese unterhalb des Hohen Meißners, wo wir uns mit einem Salat stärken. Hier fallen die ersten Tropfen, so dass wir uns nach innen verziehen.

Meißnerhaus

Am Hohen Meißner fand im Oktober 1913 der erste freideutsche Jugendtag statt, wo sich verschiedene Jungendbünde wie z. B. der Wandervogel trafen, um dem wilhelminischen Mief und Hurrapatriotismus etwas entgegen zu setzen. Diese Jugendbewegung war leider nur von kurzer Dauer, da ja schon im nächsten Jahr der erste Weltkrieg begann.

Erinnerung an Hohes-Meißner-Treffen 1913

Von hier aus gibt es auch einen 17 km langen Wanderweg nach Norden zur Burg Ludwigstein oberhalb der Werra, wo heute das Archiv der deutschen Jugendbewegung aufbewahrt wird.

Wir erreichen jetzt den höchsten Punkt des Grimmsteigs gut 40 Meter unterhalb des Hohen Meißners.

Hoher Meißner, nahe des „Gipfels“

Beim Abstieg kommen uns die bisher ersten Grimmsteigwanderer entgegen, zwei junge Männer, die etwas ausgepumpt wirken, was angesichts des langen Anstiegs von der Südseite her wenig verwundert.

Hier liegen Basaltsteine in bizarren Formationen, die sogenannten Seesteine. Die 150 m dicke Basaltdecke des Hohen Meißners, unter der die Braunkohle zu energiereichem Koks komprimiert wurde, ist vulkanischen Ursprungs.

Seesteine

Wir gehen nun im großen Bogen hinunter in Richtung unseres Etappenziels. Plötzlich kommt ein Schauer herunter, den wir in einer Schutzhütte recht trocken überstehen.

Hinter Hasselbach treffen wir unsere Wandergruppe vom Frühstück, die heute von Quentel nach Hasselbach gehen und einige interessante Tipps für Wanderungen für uns haben.

Nun steigen wir auf einer Wiese und dann auf einem verwunschenen, zum Teil zugewachsenen Weg hinauf zum aus Muschelkalk bestehenden Kindelberg.

Abstieg nach Reichenbach

Hier grast hinter einem Elektrozaun eine Schafherde, deren Treiben – z. B. die Lämmer, die ihren Müttern an die Zitzen wollen – wir von einer Wohlfühlbank, die gerade recht kommt für unsere geschundenen Glieder, beobachten.  Vor uns erstreckt sich der lange Bergrücken des Hohen Meißners.

Chillen auf Wohlfühlbank mit Blick auf Hohen Meißner

Wir kommen nun zur Burgruine Reichenbach, deren Turm mit dem Geld eines betuchten einheimischen Bürgers saniert wurde. Vor gut 15 Monaten war ich schon einmal hier gewesen, wie mir beim Lesen der Plakette mit dieser Info klar wird.

Es riecht in der Umgebung sehr würzig. Der Bärlauch hat sich hier schon fast unkrautmäßig großräumig ausgebreitet.

Bärlauch
Reichenbachturm

Jetzt sind es nur noch wenige km nach Hessisch Lichtenau, das wir komplett durchqueren müssen, da ich nur ein Motel im Gewerbegebiet als Unterkunft gefunden habe. Wir stärken uns noch mit einer vegetarischen Lahmacun, die wir mit viel Ayran herunterspülen und kommen über die Schlüsselkarte im -safe in unser Zimmer, wo wir erschöpft ins Bett sinken.

Hessisch Lichtenau, Frau-Holle-Museum

Hier ist die Übersicht unserer Wanderung auf dem Grimmsteig Ende Mai/Anfang Juni 2025.

Grimmsteig: 2. Nieste – Velmeden 24

Mai 31, 2025

Nach einer erholsamen Nacht in unserem Airbnb-Studio nehmen wir unser Frühstück im nahegelegenen Café ein, die beiden Rhabarberkuchen stellen sich als sehr gut sättigend heraus.

Nieste, Café

Wir haben heute wunderschönes Sommerwetter und bekommen beide etwas Farbe. Ich verkürze unterwegs meine Hose, da es mir zu warm wird. Wie am ersten Tag, so kommen uns auch heute keine den Grimmsteig „richtig“ gegen den Uhrzeigersinn Wandernde entgegen. Insgesamt sind die Wege heute eher breiter, häufig sind es Pisten. Gleich am Anfang stoßen wir auf eine schöne Schutzhütte des Naturparks Meißner – Kaufinger Wald. Insgesamt finden sich jedoch recht wenig Ruhebänke, insbesondere, wenn man sie braucht, kommt kilometerweise nichts.

Schutzhütte

Wir bewegen uns im Tal der Nieste, auch Gläsnertal genannt, weil hier früher viel Glas hergestellt wurde, was in diversen Schautafeln dokumentiert wird. Interessant z. B., dass die grüne Färbung des Glases daher kam, dass man mit Asche die hohe Schmelztemperatur des Sandes, die 1700 Grad beträgt, gesenkt hat. Es gab zudem eine Art Glasordnung, die regelte, wie viel Glas die einzelnen Glasereien herstellen durften, um den Preis hoch zu halten. Heute würde man von einem Kartell sprechen.

Gläsnertal

Auch heute begleitet uns wieder ausgiebiges Vogelgezwitscher auf dem Weg, als würde nur für uns eine Natursymphonie aufgeführt. Der romantische Pfad an der Nieste ist zum Teil mit vielen Wurzeln bewachsen, man muss aufpassen, wo man hintritt.

Brücke über Nieste

Wir sehen auch heute wieder viele blühende Pflanzen am Wegesrand. Hervorstechend sind die gelb leuchtenden Ginsterbüsche. Das matte Blau des Wald-Vergissmeinnicht – bei der Bestimmung hilft mir C. bzw. eine App, die allerdings meint, dass es sich um Gamander-Ehrenpreis handelt – hat es uns angetan.

Ginster
Wald-Vergissmeinnicht

Wir kommen auch heute durch Mischwald, der allerdings von Laubbäumen dominiert wird. Die Fichten sind häufig vom Borkenkäfer kahlgefressen und sterben ab. Vereinzelt wird auch wieder aufgeforstet. Im Vergleich zum Harz scheint der Wald allerdings relativ intakt zu sein.

In der Nähe vom Kreuzstein (534 m), auf dem oben Windräder stehen, erreichen wir den höchsten Punkt der heutigen Etappe. Es geht nun hinab nach Wickenrode, wo uns die historische Obermühle ins Auge fällt.

Wickenrode, Alte Mühle

In Wickenrode rasten wir an der Kirche und steigen dann wieder den Grimmsteig hoch Richtung Rommerode. Von oben bietet sich ein großartiger Blick zum langgezogenen Bergrücken des Hohen Meißners, der morgen Vormittag auf dem Programm steht.

Blick auf Hohen Meißner vor Rommerode

Wir gehen großräumig um Rommerode herum und erreichen bald Friedrichsbrück, von wo es an zwei Windrädern vorbei – das eine ist abgeregelt – wieder zurück nach Rommerode geht.

Bank mit drapiertem Baum
Hinter Friedrichsbrück

Wir treffen nun auf die Gleise einer alten Eisenbahnstrecke und schließlich bei Rommerode auf die alte Eisenbahnbrücke dieser stillgelegten Strecke nach Hirschhagen.

Rommerode, alte Eisenbahnbrücke

Es ist jetzt nicht mehr weit zu unserem Etappenziel Velmeden am Fuße des Hohen Meißners. Die Füße werden zwar schwer gegen Ende, aber insgesamt sind wir heute gut durchgekommen. Der Gärtner, der den Rasen um die Kirche mit seinem Aufsitzmäher vorbildlich kurz geschnitten hat, kann uns bzgl. Kirchenschlüssel leider keine befriedigende Auskunft geben. Die meisten Kirchen in der Gegend scheinen abgeschlossen zu sein.

Velmeden, ev. Kirche

Unser Hotel ist gut belegt und sowohl Restaurant innen als auch Biergarten gut besucht. Hier sehen wir auch „endlich“ so einige Wanderer, die sich so bewegen, als hätten sie heute schon einige Kilometer intus.

Hier ist die Übersicht unserer Wanderung auf dem Grimmsteig Ende Mai/Anfang Juni 2025.

4704

Mai 30, 2025

den Vögeln lauschend,

dem Wanderstockgeklapper,

dem Wind, der auffrischt

4703

Mai 30, 2025

vor uns ein Basset

mit seinen langen Ohren

die Straße kehrend

Grimmsteig: 1. Wattenbach – Nieste 20

Mai 30, 2025

Nach einer geruhsamen Nacht nehmen wir morgens um acht ein üppiges Frühstück mit Ei und sehr leckeren, frischen Erdbeeren ein. Vorher hatte ich noch den Wagen umgeparkt neben das Wohnmobil oben, da er ja jetzt vier Tage hier bleibt. Zur Info: Der Grimmsteig ist ein gut 80 km langer Rundwanderweg.

Wattenbach: Morgenblick aus Hotelzimmer

Am Weg und in den Orten treffen wir heute auf viele blühende Blumen, am Auffälligsten sind die zum Teil riesigen Rhododendronbüsche, die ihre volle Pracht ausbreiten.

Rhododendron

Wattenbach liegt nicht direkt auf dem Grimmsteig, wir gehen einen asphaltierten Zubringer hoch, bevor wir auf die erste stilisierte G-Markierung mit dem Scherenschnitt der beiden Brüder treffen, die ihre Märchen ja größtenteils in der Nähe von Kassel gesammelt haben.

Blick zurück gen Wattenbach
Grimmsteigmarkierung

Der Weg ist von nun an extrem naturnah, zunächst geht es auf schmalen Pfaden durch den Laubwald, wo wir uns prompt beim Telefonieren leicht verlaufen und über einen matschigen Weg zurückfinden. Die Wiesenwege werden gesäumt von den gelb leuchtenden Butterblumen.

Butterblumen

Insgesamt gut 2000 Höhenmeter sind angesagt in den nächsten vier Tagen – wir gehen die Runde in vier statt normalerweise fünf Tagen. Bei den Grimmsteig-Tagen kann man am 20.6. die ganze Strecke in 24 Stunden bewältigen, wenn es einen nach einer besonderen körperlichen Herausforderung gelüstet.

An einem Teich blühen gelbe Sumpfschwertlilien. Später kommen wir an den Fahrenbachteichen vorbei. Etwas abseits des Weges vor einer Schutzhütte hinter einer Lichtung links der gut befestigten Franzosenstraße finden wir nach etwas Herumsuchen eine alte Autobahnbrücke, die mitten im Wald steht und nie genutzt wurde. Sie wurde 1939 gebaut für die Autobahn Eisenach – Kassel, die dann aus naheliegenden Gründen nicht vollendet wurde.

Alte Autobahnbrücke

Es geht aufwärts zum höchsten Punkt heute, dem rund 500 m hohen Großen Beigerkopf. Wir treffen hier auf eine Männergruppe mit Bierdosen in den Händen, der Vadderdach wird begangen. Unser Blick schweift nach Westen, wo wir eine größere Stadt, es handelt sich um Kassel, das knapp 15 km entfernt liegt, ausmachen können.

Blick nach Westen von unweit Großem Beigerkopf

Wir befinden uns hier im Stiftswald Kaufungen, wo man seine Asche im Ruheforst beisetzen lassen kann. Dies scheint recht populär zu sein, auf einer Karte sind hunderte Punkte eingezeichnet, wo organische menschliche Überreste liegen. Der Besucherparkplatz ist voll.

Ruheforst Stiftswald Kaufungen

Am Ortseingang von Oberkaufungen, in das wir hinabsteigen, hat sich jemand ein luftiges Baumhaus aufs Grundstück gebaut.

Oberkaufungen, Baumhaus

Man hat einen schönen Blick auf den Ort, die evangelische Stiftskirche ist allerdings leider geschlossen.

Oberkaufungen
Stiftskirche Oberkaufungen

Wir machen hier unsere Mittagsrast inmitten angeheiterter Menschen. Gut, dass neben den Getränken aus der Kneipe im Grillwagen auch Bratwürste etc. für hungrige Wanderer wie uns bereitstehen.

Im Ort ist eine Familienskulptur auffällig. Während der Junge auf einem Skateboard steht, hat das Mädchen einen Walkman umgeschnallt und befindet sich in einer Art Meditationspose. Kopfhörer bzw. In-Ear-Ohrhörer wie sie heute in Berlin gang und gäbe sind, sucht man jedoch vergeblich.

Oberkaufungen, Skulptur

Es sind jetzt noch knapp 5 km zu unserem Ziel. Wir kommen an einem Bergbaumuseum vorbei, hier wurde früher das schwefelhaltige zum Färben benutzte Alaun abgebaut. Dann geht es am Mittelalthof mit Ponys und mietbaren, bunten Holzhäuschen vorbei. Schließlich hören wir laute Blasmusik in der Ferne. Auf der schön oberhalb von Nieste gelegenen Königsalm – hier beginnt der 24h-Gewaltmarsch – wird zünftig gefeiert. Sie spielen gerade „Hey Jude“ und dann den Tusch „Ein Prosit der Gemütlichkeit“. Gut, dass die Musikanten, als wir vorbeiziehen, gerade eine Pause machen.

Vor Nieste, Königsalm

In Nieste, wo es anfängt, zu nieseln, finden wir unsere Unterkunft nicht auf Anhieb, weil ich 8 und 9 verwechsele. Es ist ein Airbnb, der Schlüsselcode funktioniert und wir sind in der Einliegerwohnung. Von den Besitzern, die selber unterwegs sind, sehen wir nichts.

Nach der Dusche und dem Eincremen der Füße, die genauso wie die Gelenke schon gut beansprucht wurden am ersten Tag, gehen wir hinunter zur Dorfmitte, wo es doch tatsächlich nur meist geistige Getränke gibt und alle schon ziemlich angeschickert sind und sich über mich in Wandersocken in Flipflops amüsieren. Wir essen dann im einzigen offenen Lokal, der von einem Südasiaten bewirtschafteten Pizzeria, unser Abendmahl.

Zurück in der Unterkunft erholen sich unsere müden Knochen in der Horizontalen und ich höre noch um 9 die Klanghorizonte auf dem DLF von Michael Engelbrecht. Insbesondere die neuen Eno-Alben hören sich recht vielversprechend an. Aufgrund der Wandermüdigkeit döse ich allerdings leicht weg.

Hier ist die Übersicht unserer Wanderung auf dem Grimmsteig Ende Mai/Anfang Juni 2025.

4702

Mai 29, 2025

Der Schmerz transformiert

Kraft durch schlichte Melodie

Im Banjohimmel

[Alan Sparhawk with Trampled by TurtlesNot Broken]

Grimmsteig: Prolog

Mai 29, 2025

Wir verbringen einen regnerischen Tag im Home Office in Niederhöchstadt, die Natur atmet auf, es hat in den letzten Wochen definitiv zu wenig Niederschlag gegeben. Gegen halb fünf packen wir unsere Rucksäcke in den Wagen und fahren los gen Kassel. Die A5 nach Norden ist von Anfang an sehr dicht befahren, den Feiertag haben offensichtlich viele für ein verlängertes Wochenende genutzt und den Freitag als Brückentag genommen. Kurz vor Homburg/Ohm fahren wir runter von der A5 in Richtung der erst vor zwei Monaten fertiggestellten A49, wo es sich besser fährt, kurz vor uns passiert ein Unfall, ein Wagen ist vorne zerdeppert und steht um 180 Grad gedreht auf der Überholspur, die Polizei ist schon da.

Bei Edermünde fahren wir ab und kommen nach knapp 20 Km Landstraße an unserem Startpunkt, dem zu Söhrewald gehörenden Dorf Wattenbach an. Dort beziehen wir unser komfortables Zimmer im Waldschlösschen im 2. Stock und nehmen unten im gut besuchten Gastraum unser Abendessen ein, das Bärlauchschnitzel schmeckt hervorragend. Nach dem Essen machen wir noch einen kleinen Spaziergang durch den am Hang liegenden Ort, der idyllisch inmitten von Wiesen und Wald liegt. Nach den Nachrichten, in denen sich unser neuer Bundeskanzler leider mal wieder wenig überzeugend präsentiert, gehen wir kurz nach halb elf ins Bett.

Die Wettervorhersage ist wechselhaft. Es soll eventuell Schauer geben die nächsten Tage, aber auch hochsommerlich warm werden.

Wattenbach, Abendblick vom Zimmer

Hier ist die Übersicht unserer Wanderung auf dem Grimmsteig Ende Mai/Anfang Juni 2025.

4701

Mai 27, 2025

als Chan den Song schrieb,

muss sie sie erblickt haben,

die nackte Wahrheit

[Cat Power – Nude as the News, 1996]

4700

Mai 27, 2025

immer weniger

ändern wollen

alt werden

4699

Mai 27, 2025

Spaziergang ins Dorf

Gehweg etwa schulterbreit

Rechts Hauswand, links Bus

4698

Mai 27, 2025

Neuen Hund noch nie

von der Leine gelassen

Angst, er nimmt Reißaus

4697

Mai 27, 2025

Unbefangener

schwarzer Labradorwelpe

beschnüffelt Kimba

4696

Mai 26, 2025

Vor uns Dunkelheit

Die Tiefe zieht uns hinab

Hinterm Tunnel Licht

[Julian Knoth – Unsichtbares Meer]

4695

Mai 26, 2025

Haiku, Hilfsmittel,

Beziehung herzustellen

Zwischen Welt und Ich

4694

Mai 26, 2025

Bachstelze fliegt auf

Krumme Flugbahn mit Sprüngen

Über hohem Gras

4693

Mai 25, 2025

Funky Gitarren

Blaue Delfine singen

Luftige Nummer

[The B-52’s – Topaz, 1989]

4692

Mai 25, 2025

Kimba erfrischt sich

am Westerbach, im Gebüsch

die Teichrohrsänger

4691

Mai 25, 2025

when cutting branches

slowly creeping up the limbs

my friend Hangover

4690

Mai 25, 2025

Auf dem Bürgersteig

fährt vollbepacktes E-Bike

Der Nachbar, ein Geist

4689 Im Palmengarten

Mai 25, 2025

Stacheln der Rose

Rinde des Ceylon-Zimtbaums

Dornen des Kaktus

4688

Mai 25, 2025

Lügen gespielt mit

nächster Generation

Völlig chancenlos

4687

Mai 25, 2025

Kurz nach zwei im Bett

Riesenbluetoothboxbässe

lassen Dorf beben

4686

Mai 22, 2025

Klingeln in Ohren

Gitarren kreischen besser

als Beatlesmädels

[The Jesus & Mary Chain – You Trip Me Up, 1985]

4685

Mai 22, 2025

Auffrischender Wind

Ein Taubenpaar aufgescheucht

Gartenrotschwanz „singt“

4684

Mai 22, 2025

Über dem Astloch

von Westerbacherle steht

in weiß Vagina

4683

Mai 22, 2025

Auf dem Mittelweg

Jäger mit Bart, Hut, Pfeife

Donnernde Schüsse

4682

Mai 22, 2025

Jagdhund apportiert

ins Gerstenfeld geworfne

Fasanattrappe

4681

Mai 21, 2025

Frauenband mit Punch

Zwischen Punk, Goth, NDW

Hypnotic atmo

[Xmal Deutschland – Allein, 1982 (via)]

4680

Mai 21, 2025

Ganz allein im Haus

Die Wonnen der Einsamkeit

Sich selbst genug sein

4679

Mai 21, 2025

Sümpfe statt Gärten

Querfeldein statt auf Straßen

Raus in die Wildnis!

[Henry David Thoreau – Vom Wandern]

4678

Mai 21, 2025

Rote Farbtupfer

zwischen den Weizenähren

Der wilde Mohn blüht!

4677

Mai 21, 2025

In Wanderschuhe

schlüpfen und sie zubinden

Heimkehr der Füße

4676

Mai 21, 2025

Schwarzen Hund tauschen

gegen echten Vierbeiner

Das hilft, garantiert

4675

Mai 20, 2025

Ein Haiku schreiben

ist immer ein Abnabeln

Schmerzhaft befreiend

4674

Mai 20, 2025

There was a moment

when this song ruled my small world

Frankly it still does

[Catchers – Cotton Dress von Mute, 1994]

4673

Mai 20, 2025

Auf dem Jakobsweg

mit dem Rauchen aufgehört

Der nächste Zug dort

4672 Opernturm

Mai 20, 2025

Den Aufzug finden

zum fünfunddreißigsten Stock

Um Frankfurt Berge

4671

Mai 19, 2025

Der Ruf des Kuckucks

Das Tennisballgeprassel

Das Hecheln Kimbas

4670

Mai 19, 2025

Luxembourg-Belair

Frühzeit unserer Liebe

Tarama-Blini

[Cocteau Twins – Fifty-fifty Clown von Heaven or Las Vegas, 1990]

4669

Mai 18, 2025

Passing Great Britain

with a horse pulling a cart

towards the Hebrides

[Vashti Bunyan – Wayward: Just Another Life to Live]

4668

Mai 18, 2025

Der Reigen des Joints

Alle Zeit der Welt haben

Sing mich in den Schlaf

[Cowboy Junkies – Sweet Jane (Lou Reed) von The Trinity Session, 1988]

4667

Mai 18, 2025

Gießener Bahnhof

„Mir sind hier zu viel Leute“

Ich steh Bus im Weg

4666

Mai 18, 2025

Ist das nicht der Reiz,

keine Ahnung zu haben,

was wir hier machen?

[Low – Especially Me von C’mon, 2011]

4665

Mai 17, 2025

Zeitrafferliebe:

Teeblätterkugel blüht auf

in der Glaskanne

[Dau Johan Haugerud – Oslo Stories: Träume, 7/10]

4664 Gute Musik

Mai 16, 2025

Bei jedem Hören

mehr von sich preis geben, doch

das Geheimnis bleibt

4663

Mai 16, 2025

perfektes Gleiten

auf 2 Rädern durch die Stadt

beim Treten eins sein

4662

Mai 15, 2025

ohne die Stimme

strahlt die Musik noch schöner

gleichzeitig fehlt was

[Love Unlimited Orchestra – Rhapsody in White, 1974]

4661

Mai 15, 2025

noch nie nen Menschen

verloren haben, der mir

wirklich nahe stand

4660

Mai 15, 2025

Tonkaleidoskop

Sterben müssen ist traurig

Trommelfellstreicheln

[Talk Talk – John Cope, 1988]

4658

Mai 14, 2025

Wenn du irgendwas

erleben willst, musst du dich

verändern lassen

[Julia Schoch im Interview mit dem SZ Magazin]

4657

Mai 14, 2025

raus aufs Rad müssen

in die Pedale treten

Sonne, Wind spüren

4656

Mai 14, 2025

sich fallen lassen

mit dem Kosmos verschmelzen

in den Schoß kriechen

[Brian Eno & Beatie Wolfe – What We Are]

4655

Mai 13, 2025

Zum Runterkommen

täglich kurz vorm Einschlafen

dieses Lied hõren

[Talk Talk – New Grass]

4654

Mai 13, 2025

Wispernder Gesang

Das verebbende Schlagzeug

Versprengte Töne

[Talk Talk – New Grass]

4653

Mai 13, 2025

Wir gehen im Kreis

Der Horizont öffnet sich

Die Schönheit der Welt

[Talk Talk – New Grass]

4652

Mai 13, 2025

Da auf der Lichtung

Zwei Rehe äsen friedlich

Sie blicken sich um

[Talk Talk – New Grass]

4651

Mai 13, 2025

Unterm Horizont

Ein orangeroter Zipfel

Die Sonne geht auf

[Talk Talk – New Grass]

4650

Mai 13, 2025

Die Wiese so grün

Schmetterlinge haschen sich

auf Sonnenstrahlen

[Talk Talk – New Grass]

4649

Mai 13, 2025

Heilige Musik

Wenn ich noch zehn Minuten

zu leben hätte

[Talk Talk – New Grass von Laughing Stock, 1991]

4648

Mai 13, 2025

Demokratie durch

Verschwörungstheorien

in großer Gefahr

4647

Mai 13, 2025

Zwei Ohren suchen,

das was sich aufgestaut hat,

zu übermitteln

4646

Mai 12, 2025

Die Klappe halten

Oft die beste Strategie

Einfach zuhören

[Diabologum – Mieux vaut se taire von Le gôut du jour, 1994 (more)]

4645

Mai 12, 2025

Sich in Norwegen

ohne fast food ernähren

Herausforderung!

4644

Mai 12, 2025

Der Strom der Worte,

die aus deinem Mund sprudeln,

will nicht versiegen

4643

Mai 12, 2025

Kerzengerade

Diesmal hol ich dich nicht ein

Jagdinstinkt erlahmt

[Berliner Firmenlauf 2024]

4642

Mai 12, 2025

Nach 5 Stunden Fahrt

Blick hinter Sonnenbrille,

unter Baseball Cap

4641

Mai 11, 2025

Just a blade of grass

Just another bale of hay

And the horses pass.

[Vashti Bunyan – Diamond Day, 1968]

4640

Mai 11, 2025

He said something that

would change my life forever.

‚Do not hide your light.‘

[Vashti Bunyan – Just Another Life to Live]

4639

Mai 10, 2025

Im alten Zimmer

Wir saßen auf dem Teppich

vor vierzig Jahren

4637

Mai 10, 2025

Von Stille geweckt

Von Dunkelheit geblendet

Vom Nichts verschlungen

4636

Mai 9, 2025

Schrilles Tonkonzert

Anschlagende Rauchmelder

Die Mikrowelle!

4635

Mai 7, 2025

Half a billion streams

Sound of my early twenties

Indestructible

[Tears for Fears – Everybody Wants to Rule the World, 1985 (song exploder)]

4634

Mai 7, 2025

Reifen aufpumpen

Felgenbremse einstellen

Kette einölen

4633

Mai 6, 2025

Crisp, cool percussion

Kid’s choir, variophone

Organic music

[Talk Talk – Happiness Is Easy von The Colour of Spring, 1986]

4632

Mai 6, 2025

Am Limit kratzen

Bis zum Ende durchziehen

Totalentspannung

4631

Mai 6, 2025

Flüssiges Lakritz

Liebe auf den ersten Schluck

Süffiger Körper

Baron de Ley, Club Privado, Rioja Reserva 2019

4630

Mai 6, 2025

Dinge loslassen

Gehören mir die Dinge?

Oder andersrum?

4629

Mai 6, 2025

Autokorrektur,

welche aus „Peter Handke“

„Peter Hände“ macht

4628

Mai 6, 2025

Sie hat es getan

Lang hat sie funktioniert

Erinnerungen

[Peter Handke – Wunschloses Unglück]