Ganz tief in mir drin
etwas zum Schwingen bringen,
das ich nicht kannte
[Eliana Glass – Flood]
Ganz tief in mir drin
etwas zum Schwingen bringen,
das ich nicht kannte
[Eliana Glass – Flood]
Als Fan sein Idol
wieder zurückschubsen auf
den richtigen Weg
[James Griffiths – The Ballad of Wallis Island]
Dolch im Gewande
Singe mir erst noch ein Lied
Stoss ihn in mein Herz
[Emily Jane White – Dagger ursprünglich von Dark Undercoat, 2007]
Herumgewirbelt
Boden unter den Füßen
Hinweggeblasen
[Curtis Harding – Time]
Jingle-jangle joy
Don’t think about tomorrow
The eighties are back!
[Gwenno – Dancing on Volcanoes]
Immer wieder schön,
zufällig Nick Drake-Musik
hören zu dürfen
[Nick Drake – Brittle Days III/Work in progress No. 4 (piano)]
Im Mondlicht am Meer
Wellen treffen auf den Strand
Laufen langsam aus
[Robert Schumann – Kinderszenen No. 12, Kind im Einschlummern (Horowitz)]
Hundert Sekunden
Das Ende einer Liebe
Wenn die Zeit stillsteht
[Neil Young – Mexico von Homegrown 2020, eigentlich 1975]
Zerschellt am Ufer
der unwirtlichen Insel,
Sirene aus Wales
[Gwenno – Utopia]
Im abgebrannten
Festsaal Kreuzberg sah ich ihn
mal live. A class act!
[Jonathan Richman – Night Fever (Bee Gees)]
Da tickt eine Uhr
Da ist jemand tieftraurig
Da zieht es mich hin
[Ludovico Einaudi – Punta Bianca]
In dem Spiegelbild
der eigenen Seele tun
sich Abgründe auf
[Bruce Springsteen – Blind Spot]
Ein Strom aus Tönen
fließt langsam durchs Trommelfell
bis er versickert
[Louis Sclavis – Extases von Characters on a Wall, 2019]
Ihre Stimme kühl
Kristallklar wie ein Bergsee
Texte rein wie Schnee
[Dota Kehr – Das wogende Meer]
Erster Durchlauf: nix
Beim zweiten Mal aufgehorcht
Nun bin ich gespannt
Anrührender nie
Die ältesten Instrumente
Menschliche Stimmen
[Johann Sebastian Bach – Kunst der Fuge, Contrapunctus 1 (Netherlands Bach Society)]
Mit Kopf durch die Wand
Eine Stunde von New York
Wölfin zeigt den Bauch
[Hélène Grimaud – Wolfssonate]
angekommen sein
nicht mehr weitergehen wollen
und auch nicht müssen
[Sandro Perri – Floriana von Soft Landing, 2019]
Nach vier Minuten
fängt Musik an, zu flirren
Bitte halt an, Zeit!
Genesis – The Battle of Epping Forest von Selling England by the Pound, 1973]
Auf die Knie gehen
Haarsträhnen herumwirbeln
Kellerdisco dampft
[Golden Earring – Radar Love, 1973]
Tanzfeld beackern
Innehalten. Nachdenken.
Tempo rausnehmen
[Nathan Salsburg – Ruby’s Freilach / Low Spirits von Third, 2018]
Vielleicht das erste
Lied, welches mich vollkommen
umgehauen hat
[Supertramp – School von Crime of the Century, 1974]
Funk meets rap meets jazz
Cool dance into the weekend
Wait. Another war?
[Us3 – Cantaloop (Flip Fantasia) von Hand on the Torch, 1993]
Limpertsberg, Sommer
Chillen in meiner Küche
Im Bauch der Mutter
[Weezer – My Name Is Jonas, 1994]
Jemand verlässt uns,
der niemals wirklich da war
und doch fehlen wird
[The Beach Boys – Til I Die (A Cappella) von The Sunflower & Surf’s Up Sessions 1969-1971]
Nebelgestocher
Glasklarer Frauensprechgesang
Klingende Worte
Ein trauriges Lied
wunderschön beruhigend
Der Hund versteht ihn
[Lambchop – My Blue Wave von Is a Woman, 2002]
Ohne Corona
wär ich DJ gewesen
Danke, Costanza
Time runs at half-speed
A world made of cotton wool
A voice from heaven
[Brian Eno & Beatie Wolfe – Play On]
Die Natur erwacht
Sonnenstrahlen streicheln dich
Liebe in der Luft
[Max Richter – Spring 1, Vivaldi’s Four Seasons recomposed]
Roadmovie fürs Ohr
Gitarren umgarnen sich
Stereogenuss
[Modern Nature – Pharaoh]
Harmony is when
everything is falling
into its‘ right place
[Big Thief – Incomprehensible]
Der Schmerz transformiert
Kraft durch schlichte Melodie
Im Banjohimmel
[Alan Sparhawk with Trampled by Turtles – Not Broken]
als Chan den Song schrieb,
muss sie sie erblickt haben,
die nackte Wahrheit
[Cat Power – Nude as the News, 1996]
Vor uns Dunkelheit
Die Tiefe zieht uns hinab
Hinterm Tunnel Licht
[Julian Knoth – Unsichtbares Meer]
Funky Gitarren
Blaue Delfine singen
Luftige Nummer
[The B-52’s – Topaz, 1989]
Kurz nach zwei im Bett
Riesenbluetoothboxbässe
lassen Dorf beben
Klingeln in Ohren
Gitarren kreischen besser
als Beatlesmädels
[The Jesus & Mary Chain – You Trip Me Up, 1985]
There was a moment
when this song ruled my small world
Frankly it still does
[Catchers – Cotton Dress von Mute, 1994]
Luxembourg-Belair
Frühzeit unserer Liebe
Tarama-Blini
[Cocteau Twins – Fifty-fifty Clown von Heaven or Las Vegas, 1990]
Passing Great Britain
with a horse pulling a cart
towards the Hebrides
[Vashti Bunyan – Wayward: Just Another Life to Live]
Der Reigen des Joints
Alle Zeit der Welt haben
Sing mich in den Schlaf
[Cowboy Junkies – Sweet Jane (Lou Reed) von The Trinity Session, 1988]
Ist das nicht der Reiz,
keine Ahnung zu haben,
was wir hier machen?
[Low – Especially Me von C’mon, 2011]
ohne die Stimme
strahlt die Musik noch schöner
gleichzeitig fehlt was
[Love Unlimited Orchestra – Rhapsody in White, 1974]
Tonkaleidoskop
Sterben müssen ist traurig
Trommelfellstreicheln
[Talk Talk – John Cope, 1988]
sich fallen lassen
mit dem Kosmos verschmelzen
in den Schoß kriechen
[Brian Eno & Beatie Wolfe – What We Are]
Wispernder Gesang
Das verebbende Schlagzeug
Versprengte Töne
[Talk Talk – New Grass]
Wir gehen im Kreis
Der Horizont öffnet sich
Die Schönheit der Welt
[Talk Talk – New Grass]
Da auf der Lichtung
Zwei Rehe äsen friedlich
Sie blicken sich um
[Talk Talk – New Grass]
Unterm Horizont
Ein orangeroter Zipfel
Die Sonne geht auf
[Talk Talk – New Grass]
Die Wiese so grün
Schmetterlinge haschen sich
auf Sonnenstrahlen
[Talk Talk – New Grass]
Heilige Musik
Wenn ich noch zehn Minuten
zu leben hätte
[Talk Talk – New Grass von Laughing Stock, 1991]
Die Klappe halten
Oft die beste Strategie
Einfach zuhören
[Diabologum – Mieux vaut se taire von Le gôut du jour, 1994 (more)]
Just a blade of grass
Just another bale of hay
And the horses pass.
[Vashti Bunyan – Diamond Day, 1968]
He said something that
would change my life forever.
‚Do not hide your light.‘
[Vashti Bunyan – Just Another Life to Live]
Half a billion streams
Sound of my early twenties
Indestructible
[Tears for Fears – Everybody Wants to Rule the World, 1985 (song exploder)]
Crisp, cool percussion
Kid’s choir, variophone
Organic music
[Talk Talk – Happiness Is Easy von The Colour of Spring, 1986]
Nach zwei Gläsern Wein
öffnet sich bei diesem Lied
das steinerne Herz
[Jason Lytle – Tomorrow’s Started (Talk Talk)]
Auf Synth-Linien
verdammter Welt entschweben
Zum Schlosshund werden
[Talk Talk – Renee von It’s My Life, 1984]
In einem Keller
Mystische Keys, Hypno-Beats
Sirenenstimme
[Jenny Hval – The Artist Is Absent (89 seconds rewrite)]

Allein schon das Cover. Ich habe auf den ersten Blick gedacht, das wären zwei Rechtecke. Bis ich gesehen habe, dass es drei sind und davon fast wahnsinnig geworden bin. Eine so simple zweidimensionale, geometrische Darstellung, die mich doch in die Irre geführt hat. So ist es mit dem Leben. Man denkt, man hat es begriffen und man hat nichts verstanden. Hinter seiner Fassade versteckt ein Mensch seine Gefühle. Die Menschen sind so unglaublich dünnhäutig, aber nach außen will es keiner zugeben. Das ist für viele Menschen die Tragödie ihres Lebens.
Dieses Album, das ich kürzlich über eine Playlist, mit dem Titel Zen Piano o.s.ä., die C. auf France Inter gehört hat, kennengelernt habe, ist wahnsinnig entspannend, wenn es abends läuft, legt es sich wie ein Kokon um mich, wird zu einer zweiten Haut. Seit Tagen höre ich nichts anderes. Charlie Haden, mit dem Jarrett schon seit Urzeiten zusammengespielt hat, spielt einen unprätentiösen, straighten Bass, der Jarrett genau den körperlichen Rahmen gibt, den er braucht, um diese einfachen Jazzstandardmelodien aus den Händen zu schütteln. Die beiden führen hier ein sehr intimes Zwiegespräch, können im Duo direkt aufeinander reagieren. Haden’s Free Jazz– Vergangenheit hat er hinter sich gelassen bzw. sublimiert. Selten ist Jarrett seinem großen Vorbild Bill Evans näher gekommen als hier. Natürlich gibt es neben dem Klavier und dem ruhig dahinplätschernden Bass auch noch Jarrett’s Stimme, er summt und stöhnt gelegentlich, er verschmilzt mit dem Flügel. Wie flüssig und organisch das Klavierspiel ist. Man merkt es, da ist jemand zu sich gekommen und das Glück überträgt sich auf den Zuhörer. Charlie Haden hat in etwa gleichzeitig auch in Jarrett’s zum Studio umgebauter Scheune – die besondere, private, gelassene Atmosphäre hört man beiden Alben an – noch die Stücke für das später veröffentlichte The Last Dance mit Jarrett aufgenommen, einem ähnlich großartigen Album. Ebenfalls Late Night Jazz vom Feinsten. 2014 hat er sich dann leider vom Jazzacker gemacht, hier sieht und hört man die beiden über die Jasmine-Sessions sprechen. Es ist wunderschön, dass so eine Musik existiert und ich kann gar nicht sagen, wie dankbar ich dafür bin.
Beach Boys vibrations
Catchy, psychedelic tune
I hear Nick Drake’s Know
[Cream – I Feel Free, 1. Song auf dem US-Release ihres Debüts Fresh Cream, 1967]
Sich blind verstehen
Perlende Klaviertöne
Hingetupfter Bass
[Keith Jarrett & Charlie Haden – For All We Know von Jasmine, 2010]
Melodietrunken
Auf den Lippen ein Lächeln
Ansteckende Grooves
[Nils Kugelmann Trio – A Good Day]
World deconstruction
Rock’n’roll made of debris
Off to the stars now
[Rocket from the Tombs – 30 Seconds over Tokyo (live 1975)]
Manchmal reicht nicht mal
dieses beschwingte Lied, um
mich aufzumuntern
[Mike Scott – Bring’em All in, 1995]
Im Meer versinken
Auf dem Boden auftreffen
Die Weichheit spüren
[David Darling – No Place Nowhere von Cello, 1992]
Nachsaison am Strand
TV gucken ohne Ton
Honey-slides futtern
[Neil Young – Motion Pictures (For Carrie), 1974]
Spring is here again
And he likes to shoot his gun
Knows not what it means
[Nirvana – In Bloom, 1991]
Kirche proppevoll
Chorgesang macht was mit mir
Sitzfleisch notwendig
[Bach – Matthäuspassion @Friedenskirche Krefeld]
Lass uns wegfliegen
Immer weiter bis ins All
Es gibt kein Ende
[Santana – Waves Within von Caravanserai, 1972]
Noch zweimal schnackseln
Bevor es in den Krieg geht
Traurig aktuell
[The Doors – Love Me Two Times, 1967]
Von 0 auf 100
unter einer Sekunde
Pakt mit dem Teufel?
[Stevie Ray Vaughan – Skuttle Buttin‚, Live Montreux 1985]
Stell dir vor, morgen
kommt der Weltuntergang und
du tanzt die Nacht durch
[Anne Clark – Our Darkness, 1984]
Über den Wiesen
Wasser sprudelt im Himmel
Feldlerchengesang
Rosa ist er nicht
Letzter Vollmond vor Ostern
Benannt nach dem Phlox
[Nick Drake – Pink Moon, 1972]
slackers can jangle too
pedal steel guitar heaven
opaque words flowing
[Pavement – Father to a Sister of Thought von Wowee Zowee, 1995]
Merkst du es denn nicht?
Da ist jemand, der will dich
ganz fest umarmen
[Wilco – She’s a Jar, 1999, von Summer Teeth]
Repetitive
Melodie fräst sich ins Ohr
Sie können es noch
[Stereolab – Aerial Troubles]
Damals die Zukunft
Künstlich, hypnotisch, lasziv
Auf die Tanzfläche!
[Donna Summer – I Feel Love, 12“, 1977, more in BBC Soul Music]
Reh springt ins Dickicht
Mönchsgrasmücke pfeift Weise
Hase schlägt Haken
Lackdoktor lächelt
als er Motorhaube sieht
„Kostet sechshundert“
[The Smile – Bodies Laughing von Cutouts, 2024]
Wabernder Nebel
Zwischen Erde und Himmel
Gleißende Sonne
[Polar Bear – Open See von In Each and Every One, 2014]
Luftige Nummer
Mit der Erde verbunden
durch kantige Beats
[Tortoise – Oganesson]
Eine Melodie
und Stimme, bei denen man
dahinschmelzen muss
[Dean Wareham – That’s the Price of Loving Me]
My hands in your hair
I need to feel your heartbeat
The Rhythm we made
[King Crimson – Heartbeat, 1982]
rad delivery
rad word trip, rad beats, rad breaks
rad effects, rad vid
[clipping. – Run It]
Melancholisches
von innen her strahlendes
Tanzintermezzo
[Andrew Wasylyk & Tommy Perman – Communal Imagination]
Achtzig Sekunden
Fingerpicking-Wirbelwind
Für Schwindelfreie
[Bert Jansch & John Renbourn – East Wind, 1966]
Saal voll. Popcornduft.
Summende alte Männer
mit Jungensblasen.
—
Näselnd-nuschelndes Landei
lässt am Ende die Sau raus
[James Mangold – A Complete Unknown]
Übers Mittelmeer
Mit Oud, Cello, Klavier, Bass
Zu neuen Ufern
[Anouhar Brahem, Anja Lechner, Django Bates, Dave Holland – After the Last Sky]