Frauenband mit Punch
Zwischen Punk, Goth, NDW
Hypnotic atmo
[Xmal Deutschland – Allein, 1982 (via)]
There was a moment
when this song ruled my small world
Frankly it still does
[Catchers – Cotton Dress von Mute, 1994]
Luxembourg-Belair
Frühzeit unserer Liebe
Tarama-Blini
[Cocteau Twins – Fifty-fifty Clown von Heaven or Las Vegas, 1990]
Passing Great Britain
with a horse pulling a cart
towards the Hebrides
[Vashti Bunyan – Wayward: Just Another Life to Live]
Der Reigen des Joints
Alle Zeit der Welt haben
Sing mich in den Schlaf
[Cowboy Junkies – Sweet Jane (Lou Reed) von The Trinity Session, 1988]
Ist das nicht der Reiz,
keine Ahnung zu haben,
was wir hier machen?
[Low – Especially Me von C’mon, 2011]
ohne die Stimme
strahlt die Musik noch schöner
gleichzeitig fehlt was
[Love Unlimited Orchestra – Rhapsody in White, 1974]
Tonkaleidoskop
Sterben müssen ist traurig
Trommelfellstreicheln
[Talk Talk – John Cope, 1988]
sich fallen lassen
mit dem Kosmos verschmelzen
in den Schoß kriechen
[Brian Eno & Beatie Wolfe – What We Are]
Wispernder Gesang
Das verebbende Schlagzeug
Versprengte Töne
[Talk Talk – New Grass]
Wir gehen im Kreis
Der Horizont öffnet sich
Die Schönheit der Welt
[Talk Talk – New Grass]
Da auf der Lichtung
Zwei Rehe äsen friedlich
Sie blicken sich um
[Talk Talk – New Grass]
Unterm Horizont
Ein orangeroter Zipfel
Die Sonne geht auf
[Talk Talk – New Grass]
Die Wiese so grün
Schmetterlinge haschen sich
auf Sonnenstrahlen
[Talk Talk – New Grass]
Heilige Musik
Wenn ich noch zehn Minuten
zu leben hätte
[Talk Talk – New Grass von Laughing Stock, 1991]
Die Klappe halten
Oft die beste Strategie
Einfach zuhören
[Diabologum – Mieux vaut se taire von Le gôut du jour, 1994 (more)]
Just a blade of grass
Just another bale of hay
And the horses pass.
[Vashti Bunyan – Diamond Day, 1968]
He said something that
would change my life forever.
‚Do not hide your light.‘
[Vashti Bunyan – Just Another Life to Live]
Half a billion streams
Sound of my early twenties
Indestructible
[Tears for Fears – Everybody Wants to Rule the World, 1985 (song exploder)]
Crisp, cool percussion
Kid’s choir, variophone
Organic music
[Talk Talk – Happiness Is Easy von The Colour of Spring, 1986]
Nach zwei Gläsern Wein
öffnet sich bei diesem Lied
das steinerne Herz
[Jason Lytle – Tomorrow’s Started (Talk Talk)]
Auf Synth-Linien
verdammter Welt entschweben
Zum Schlosshund werden
[Talk Talk – Renee von It’s My Life, 1984]
In einem Keller
Mystische Keys, Hypno-Beats
Sirenenstimme
[Jenny Hval – The Artist Is Absent (89 seconds rewrite)]

Allein schon das Cover. Ich habe auf den ersten Blick gedacht, das wären zwei Rechtecke. Bis ich gesehen habe, dass es drei sind und davon fast wahnsinnig geworden bin. Eine so simple zweidimensionale, geometrische Darstellung, die mich doch in die Irre geführt hat. So ist es mit dem Leben. Man denkt, man hat es begriffen und man hat nichts verstanden. Hinter seiner Fassade versteckt ein Mensch seine Gefühle. Die Menschen sind so unglaublich dünnhäutig, aber nach außen will es keiner zugeben. Das ist für viele Menschen die Tragödie ihres Lebens.
Dieses Album, das ich kürzlich über eine Playlist, mit dem Titel Zen Piano o.s.ä., die C. auf France Inter gehört hat, kennengelernt habe, ist wahnsinnig entspannend, wenn es abends läuft, legt es sich wie ein Kokon um mich, wird zu einer zweiten Haut. Seit Tagen höre ich nichts anderes. Charlie Haden, mit dem Jarrett schon seit Urzeiten zusammengespielt hat, spielt einen unprätentiösen, straighten Bass, der Jarrett genau den körperlichen Rahmen gibt, den er braucht, um diese einfachen Jazzstandardmelodien aus den Händen zu schütteln. Die beiden führen hier ein sehr intimes Zwiegespräch, können im Duo direkt aufeinander reagieren. Haden’s Free Jazz– Vergangenheit hat er hinter sich gelassen bzw. sublimiert. Selten ist Jarrett seinem großen Vorbild Bill Evans näher gekommen als hier. Natürlich gibt es neben dem Klavier und dem ruhig dahinplätschernden Bass auch noch Jarrett’s Stimme, er summt und stöhnt gelegentlich, er verschmilzt mit dem Flügel. Wie flüssig und organisch das Klavierspiel ist. Man merkt es, da ist jemand zu sich gekommen und das Glück überträgt sich auf den Zuhörer. Charlie Haden hat in etwa gleichzeitig auch in Jarrett’s zum Studio umgebauter Scheune – die besondere, private, gelassene Atmosphäre hört man beiden Alben an – noch die Stücke für das später veröffentlichte The Last Dance mit Jarrett aufgenommen, einem ähnlich großartigen Album. Ebenfalls Late Night Jazz vom Feinsten. 2014 hat er sich dann leider vom Jazzacker gemacht, hier sieht und hört man die beiden über die Jasmine-Sessions sprechen. Es ist wunderschön, dass so eine Musik existiert und ich kann gar nicht sagen, wie dankbar ich dafür bin.
Beach Boys vibrations
Catchy, psychedelic tune
I hear Nick Drake’s Know
[Cream – I Feel Free, 1. Song auf dem US-Release ihres Debüts Fresh Cream, 1967]
Sich blind verstehen
Perlende Klaviertöne
Hingetupfter Bass
[Keith Jarrett & Charlie Haden – For All We Know von Jasmine, 2010]
Melodietrunken
Auf den Lippen ein Lächeln
Ansteckende Grooves
[Nils Kugelmann Trio – A Good Day]
World deconstruction
Rock’n’roll made of debris
Off to the stars now
[Rocket from the Tombs – 30 Seconds over Tokyo (live 1975)]
Manchmal reicht nicht mal
dieses beschwingte Lied, um
mich aufzumuntern
[Mike Scott – Bring’em All in, 1995]
Im Meer versinken
Auf dem Boden auftreffen
Die Weichheit spüren
[David Darling – No Place Nowhere von Cello, 1992]
Nachsaison am Strand
TV gucken ohne Ton
Honey-slides futtern
[Neil Young – Motion Pictures (For Carrie), 1974]
Spring is here again
And he likes to shoot his gun
Knows not what it means
[Nirvana – In Bloom, 1991]
Kirche proppevoll
Chorgesang macht was mit mir
Sitzfleisch notwendig
[Bach – Matthäuspassion @Friedenskirche Krefeld]
Lass uns wegfliegen
Immer weiter bis ins All
Es gibt kein Ende
[Santana – Waves Within von Caravanserai, 1972]
Noch zweimal schnackseln
Bevor es in den Krieg geht
Traurig aktuell
[The Doors – Love Me Two Times, 1967]
Von 0 auf 100
unter einer Sekunde
Pakt mit dem Teufel?
[Stevie Ray Vaughan – Skuttle Buttin‚, Live Montreux 1985]
Stell dir vor, morgen
kommt der Weltuntergang und
du tanzt die Nacht durch
[Anne Clark – Our Darkness, 1984]
Über den Wiesen
Wasser sprudelt im Himmel
Feldlerchengesang
Rosa ist er nicht
Letzter Vollmond vor Ostern
Benannt nach dem Phlox
[Nick Drake – Pink Moon, 1972]
slackers can jangle too
pedal steel guitar heaven
opaque words flowing
[Pavement – Father to a Sister of Thought von Wowee Zowee, 1995]
Merkst du es denn nicht?
Da ist jemand, der will dich
ganz fest umarmen
[Wilco – She’s a Jar, 1999, von Summer Teeth]
Repetitive
Melodie fräst sich ins Ohr
Sie können es noch
[Stereolab – Aerial Troubles]
Damals die Zukunft
Künstlich, hypnotisch, lasziv
Auf die Tanzfläche!
[Donna Summer – I Feel Love, 12“, 1977, more in BBC Soul Music]
Reh springt ins Dickicht
Mönchsgrasmücke pfeift Weise
Hase schlägt Haken
Lackdoktor lächelt
als er Motorhaube sieht
„Kostet sechshundert“
[The Smile – Bodies Laughing von Cutouts, 2024]
Wabernder Nebel
Zwischen Erde und Himmel
Gleißende Sonne
[Polar Bear – Open See von In Each and Every One, 2014]
Luftige Nummer
Mit der Erde verbunden
durch kantige Beats
[Tortoise – Oganesson]
Eine Melodie
und Stimme, bei denen man
dahinschmelzen muss
[Dean Wareham – That’s the Price of Loving Me]
My hands in your hair
I need to feel your heartbeat
The Rhythm we made
[King Crimson – Heartbeat, 1982]
rad delivery
rad word trip, rad beats, rad breaks
rad effects, rad vid
[clipping. – Run It]
Melancholisches
von innen her strahlendes
Tanzintermezzo
[Andrew Wasylyk & Tommy Perman – Communal Imagination]
Achtzig Sekunden
Fingerpicking-Wirbelwind
Für Schwindelfreie
[Bert Jansch & John Renbourn – East Wind, 1966]
Saal voll. Popcornduft.
Summende alte Männer
mit Jungensblasen.
—
Näselnd-nuschelndes Landei
lässt am Ende die Sau raus
[James Mangold – A Complete Unknown]
Übers Mittelmeer
Mit Oud, Cello, Klavier, Bass
Zu neuen Ufern
[Anouhar Brahem, Anja Lechner, Django Bates, Dave Holland – After the Last Sky]
Mit Pferdewagen
losziehen, Augen öffnen
Natur einatmen
[Vashti Bunyan – Rose Hip November, 1970]
Es entfaltet sich
eine friedliche Landschaft
vor meinen Augen
[Harold Budd & Brian Eno – An Arc of Doves von The Plateaux of Mirror, 1980]
Cockpit, Luxembourg
Strawberry Daiquiri flash
Sommerterrasse
[Green Cosmos – Opus X von Abendmusiken, 1983]
Vorhin auf dem Ergometer habe ich zur Abwechslung mal Jazz gehört. Es ging recht leise los, also habe ich den Bluetooth-Lautsprecher übers Handy lauter gestellt. Irgendwann – mein Ergometer-Programm steigert die Leistung um 25 Watt alle 2 Minuten bis zum Maximalwert, heute 270 Watt, der dann 15 Minuten gehalten werden muss, bevor es dann 6 Minuten wieder sukzessive runter geht mit der Leistung – habe ich das Handy auf den Teppich geworfen, weil der Tretwiderstand so stark geworden ist, dass er mir alles abverlangt hat, dass ich in meine konstante Trittfrequenz kommen musste, weil ich das 27 Minutenprogramm ansonsten nicht durchstehe. Na ja auf jeden Fall fiel mir dann, nachdem das Handy unerreichbar auf dem Boden lag, plötzlich auf, dass die Musik evtl. etwas zu laut war für die Nachbarn. Vor allem das Saxophon hörte sich so an, als würde es mir jemand in 1 Meter Abstand ins Ohr blasen. Am Ende hat sich niemand beschwert und ich habe mein Programm erfolgreich durchgezogen, es war also alles paletti.
Achso, was ich vergessen habe, das erste Stück auf dem Album, das den Titel Über dem Berg trägt, fängt mit einem repetitiven Kalimbapart an, ein bisschen wie bei Steve Reich’s Drumming, meinem Lieblingsalbum von 1974. Wo sich die Drumpatterns ganz langsam verschieben, so dass man es kaum merkt. Minimal Music, die Erste. Zurück zu Green Cosmos, einer deutschen Band, deren einziges Album Abendmusiken aus dem Jahr 1983 geblieben ist. Ich frage mich gerade, ob man die Platte unter Spiritual Jazz subsumieren könnte. Ich glaube ja, auch oder gerade weil sie in vielen Stücken diese lässige Late Night Atmosphäre ausstrahlt. Ja, es stimmt, der Pianist spielt so locker wie Bill Evans, die Töne perlen z. B. bei Concentration nur so aus dem Klavier. Der Saxofonist hat seinen John Coltrane und seinen Pharoah Sanders inhaliert, wobei er seine eigene Intonation hat, nicht so wild und expressiv wie Pharoah spielt, aber mindestens genauso spirituell. In Vollmondscheinsonate hat er diesen zärtlichen Nebelton, einfach umwerfend. Der Bassist thront über dem Ganzen wie Kronos in der griechischen Mythologie, der Bass – besonders schön blubbernd auf Kalimba Suite, Part 1 – hält den Laden zusammen. Meine Lieblingsstücke sind Lovely Suite und der Closer Opus X. Beide sehr lyrisch und wundervoll melodisch. Aber auch sonst ist dies ein von Grund auf entspanntes Album, das gleichzeitig vor Spielfreude sprüht, an dem man seine Freude haben muss. Jazz at the top of its game. Mit einer großen Bandbreite, ohne Berührungsängste mit verschiedensten Stilen. Mehr kann man von Jazz nicht verlangen.
Ein Dankeschön an Michael Engelbrecht, ohne den ich dieses Album niemals entdeckt hätte.
Kehlige Stimme
Als hätte er gesoffen
Trost von down under
[Ed Kuepper – Sea-Air, 1986]
Ein komplettes Buch
über das Lied River Man
von Nick Drake schreiben
[Ich lese gerade die neue, gut recherchierte „Annäherung“ von Jürgen Goldstein an meinen „traurigen Helden“]
Beschauliches Meer
Viele emsige Menschen
Friede sei mit euch!
[Bernie Maupin – Ensenada von The Jewel in the Lotus, 1974]
We move in silence
.. found a way to shape my rage
Peace, love, unity
[Greentea Peng – TARDIS (hardest) from Tell Dem It’s Sunny]
Ich höre das Lied,
und es scheint mir, das muss doch
über Nick Drake sein
[John Martyn – Solid Air, 1973]
Was hast du gesagt?
Wie bitte? Ich verstehe
mein eignes Wort nicht
[Jamie xx feat. Romy – Loud Places, 2015]
Schlummernde Schönheit
Die Welt ist tiefer gedacht
Gefühl schlägt Verstand
[Anja Lechner & Vassilis Tsabropoulos –
3 morceaux après des hymns byzantins: II]
Leichtigkeit des Seins
Hasch mich, ich bin der Frühling!
Frauen an die Macht!
[Throwing Muses – Not too Soon, 1991]
Astral Weeks, jemand?
Entwaffnende Offenheit
Samtene Stimme
[Rosali – Rewind]
Niemand möchte es
Viele werden es trotzdem
Ganz allein sterben
[Antony & the Johnsons – Hope There’s Someone, 2005]
Bei einem Gläschen
Flirt mit zarter Melodie
Hinaus ins Freie
[Sylvie Courvoisier & Mary Halvorson – Bone Bells]
Magische Stimmung
Trompete im Bambuswald
Nach Hause denken
[David Sylvian – Brilliant Trees, 1984]
polyrhythmic drums
tight, not a second wasted
bass kills, guitars blast
[Smashing Pumpkins – I Am One from Gish, 1991]
From out of the blue
Wrapped me around her finger
And vanished again
[The Cranberries – Linger, 1993]
Hinter Klappläden
Breites Grinsen der Sonne
Der Frühling ist da!
[Shelleyan Orphan – Burst aus Humroot, 1991]
Spätabends knülle
Musik von früher hören
Freien Lauf lassen
Gitarrenkrachen
Tief ins Herz der Finsternis
Fade out mit Feedback
[Giant Sand – Seeded (‚tween Bone and Bark) aus Center of the Universe, 1992]
Motorischer Beat
Gitarrentrip ohne Ziel
Neu! lassen grüßen
[Yo La Tengo – End Credits von der Soundtrack-EP Old Joy]
Some kind of fatigue
Guitars stopping the time pass
Cortez memories
[Eleventh Dream Day – Just Got Home (in Time to Say Good-Bye), 2021]
Nachteskapaden
Fingerspitzengefühle
Aus Handgelenken
[Yo La Tengo – Today Is the Day, live on McEnroe, 2004]
There is no music
I ever listened to that
touched me more than his
[Jeroen Berkven – A Skin Too Few. The Days of Nick Drake]
Sperrige Nummern
Wilde Grooves unterm Glaskreuz
Titel wird gesucht
[Johanna Summer, Tobias Fröhlich & Jan-Einar Groh @Stadtkirche Darmstadt]

Der Tag, an dem ich
aufhörte, mit dem Kaufen
von Jarrett-Platten
[muss so Ende der Achtziger gewesen sein]
Das meistverkaufte
Solo-Jazz Album hat mit
Jazz wenig am Hut
[Keith Jarrett – Köln Concert, part I]
Nur ein paar Töne
Klavier trifft auf Saxophon
Sag, was ist Sehnsucht?
[Johanna Summer & Jakob Manz – The Opposite]
Hat Charme behalten
Tausend Mal abgenudelt
Machs gut, Roberta!
[Roberta Flack – Killing Me Softly with His Song, 1973]
Musikfilm ohne
eine einzige Note
des Originals
[Ido Fluk , Köln 75]
US youth, wake up!
Your president, a tyrant
You know what to do
[Wipers – Youth of America, 1981]
Wüstentanz in Trance
Musik kennt keine Grenzen
Schlangenbeschwörung
[Dissidenten – Telephone Arab, 1986]
an abundant voice,
a lyrical sax improv,
a graceful smoothness
[Anna Gréta – Once Upon a Summertime (by the way I find this longer version is far superior to the one from her new album Some Other Time, a tribute to Monica Zetterlund’s & Bill Evans‘ Waltz for Debby from 1964)]
Sieben Minuten
abtauchen in fluffige
Cumuluswolken
[Boards of Canada – Everything You Do Is a Balloon, von High Scores EP, 1996]
clash of old and new
joined up like a sound puzzle
can’t you see the light?
[The Weather Station – Mirror]
Tamara explains it: