Im Dunkeln, fern, liegt
ein schemenhafter Umriss.
Der Altkönig schläft.
Im Dunkeln, fern, liegt
ein schemenhafter Umriss.
Der Altkönig schläft.
Auf der Wand vor mir
drei sich jagende Schatten.
Das Jongliergleichnis.
Ganz frisch auf dem Markt
Powergirl-Indiepoprock
Auf Deutsch mit Botschaft
Zwei Horrornächte
sind nötig, um eine Nacht
tief durchzuschlafen.
Morgensonnengruß
Obstwiesen zugefroren
Es knackt und knistert
Ein Fremder, der uns
sein halbes Leben erzählt,
ziemlich verzweifelt.
Beim Gassigehen
Macht böser Pharmalobby
erklärt bekommen.
Können wir nochmal
ganz von vorne anfangen?
Weißt Du, was ich mein‘?
Schlafgeheimrezept:
Zehn Prozent vom Tag gehen
plus Melatonin.
Sechs Stunden gepennt.
Was für ein Wahnsinnsgefühl:
Ausgeschlafensein.
Hose und Schuhe
– nach Tiergartendurchquerung –
sehen aus wie Sau.
Nach zwei Monaten
Nichtwiegen Überraschung
auf Waage erlebt.
Wenn man so etwas
genommen hat, weiß man wie
glücklich man sein kann.
Post-Punk from Dublin
in two thousand twenty-two.
Cool, dry guitar sound.
[Silverbacks – They Were Never Our People (no free audio) ]
Auf Weg nach Berlin
in geistiger Umnachtung
Elbe überquert.
Heute wieder trüb,
regnerisch mit Windböen.
Gestern nur ein Traum?
Rauschen von hinten.
Kleinvogelschwarm über uns
wirbelt auf und ab.
Quirlige Vizsla
und behäbiger Berner
treffen zusammen.
Gemütlicher Trott.
Absuchen des Horizonts
nach jungen Rüden.
Weißt du noch, damals?
Als wir noch jung waren und
alles möglich war.
[Víkingur Ólafsson – Bach: Konzert in d- moll, BWV 974: II. Adagio]
Blick von Mammolshain.
In Abendsonne getaucht:
Kronberger Altstadt.
Rotes Eichhörnchen
wedelt wild mit Schweif herum
hoch im Apfelbaum.
Aus der Kabine
steigt nach der kalten Dusche
ein anderer Mensch.
Weckt mich jemand, wenn
der Regen aufgehört hat?
Ich will endlich raus!
Fein gewebter Stoff.
Luftig und dicht. Hingetupft.
Ekstase, gesummt.
Knapp hundert Prozent
der aufgeschnappten Musik
lässt mich völlig kalt.
Vier Tage zwei, dann
drei Tage drei Mahlzeiten.
Der Hunger mein Freund.
Zu zerschlagen sein,
ins Bett gehen zu können.
Ein Untoter sein.
Gassi mit Berner
Uns Entgegenkommende
Mit breitem Lächeln
Taunus in orange.
Düsenjet durchpflügt Himmel.
Zwei Kondensstreifen.
Tor auf, Hündin zieht.
Jetzt noch Blick zurück auf C.
Sie kommt, es geht los.
Joggen in T-Shirt
– egal bei welchem Wetter –
und kurzer Hose.
Schweifschlagend, jauchzend,
konvulsiv hüftewackelnd,
begrüßt uns Hündin.
Gitarrenpicking
Ein Lied tief eingraviert ins
Menschheitsgedächtnis
[Jake Xerxes Fussell – Love Farewell, ganz phantastisch auch das Tiny Desk (Home) Concert]
Operneinlassgong
Junge Frau spricht mit Meister
Geschichtsklitterung
[SWR 2-Zeitwort zum 24.1.1975: Keith Jarrett – Köln Concert]
Mondlandung verpasst
Mädchen nahegekommen
Mutter verloren
[Ulrich Woelk – Der Sommer meiner Mutter]
Sennenhündin sitzt.
Hovawartrüde, jung, tanzt
bellend um sie rum.
Alles dreht sich im Kreis.
Dem Winter folgt der Frühling.
Leben geht weiter.
Sitze auf dem Klo
Höre kratzendes Geräusch
Erblicke Kleiber
Immer wieder wirft
Bordercollie Eichenblatt
Herrchen vor Füße.
Groovender Jazz-Funk
Tanz in heiße Freitagnacht
Fetter Bläsersatz
Dunkelheit, eisig
Rotes Licht tanzt in der Luft
Hund mit Leuchthalsband
Deutschland nicht regiert
von Politikschauspielern
sondern Beamten.
Flirrende Hitze.
Wehmütiger Cowboy geht
auf Breitwand durchs Bild.
Nach Heizungsausfall
konzentriert sich das Leben
auf ein paar Zimmer.
Bei der Geschichte
vom kleinen, lustigen Hund
zum Schlosshund werden.
Die Sonne geht auf
Im Nebel Baumumrisse
Heimelige Welt
Auf der linken Spur
mit hundertachtzig Sachen
in die Nebelwand.
Feuerbekämpfung
mit Kräutertee, Heilerde
Kaugummi und Sport.
[Es geht hier um das innere Feuer, wenn sich ein Säureloch in die Kehle brennt. Man nennt es auch stillen Reflux. Ein bisschen so wie ein Wassertropfen, der einem alle zehn Sekunden an exakt derselben Stelle auf den Kopf fällt. Seit über zehn Jahren. Fast ohne Pause. Ein Gastroenterologe sagte mir mal nach einer Magenspiegelung, es wäre nicht so tragisch, nur eine Wohlstandskrankheit. Kein Ratschlag, keine Hilfe, nada. Ich war damals zu baff, sonst hätte ich ihn sicher auf der Stelle k.o. geschlagen. Medikamente wirken übrigens bei mir nicht. Ich glaube das Wetter bzw. Klima hat einen großen Einfluss. In Südfrankreich war es ein paar Tage fast völlig weg. In Berlin dafür jetzt im trüben Winter umso schlimmer. Und das Schlimmste daran, man kreist nur noch um sich selbst, suhlt sich in seinem eigenen Selbstmitleid, kommt da von allein nicht raus.]
Nach dem Gedanken
und vor seiner Äußerung:
ein ganzes Leben.
[frei nach Lou Reed – Some Kinda Love]
Feuersbrunst wälzt sich
flammenlos durch die Kehle
am frühen Morgen
Im tiefen Pappschnee
tobt Cocker unbekümmert
mit Sennenhündin.
Aufgewacht im Bett
als verlorenes Sandkorn
mit Sehnsucht nach Strand.
Ein alter Mann wohnt
im rauschenden Bach und brummt
Unverständliches
Nach der Wanderung
Yorkshire-Hündin rast im Kreis
Lebensfreude pur
Knackige Kälte
Orion am Firmament
Einsamer Jogger
Im Stirnlampenlicht
Leuchtende Hundeaugen
Fahrradpedale
.
Berner Sennenhund:
Fünfzig Kilogramm Liebe,
Pranken wie ein Bär.
Back in Home Office
Völlig verregneter Tag
Wiesen überschwemmt
Zuhause wartet
vom Nachbarn zubereitet
kalte Lachsplatte.
Brand in Kehle schwelt.
Hexagon unter Wolken.
Flüsse stehen hoch.
Weiche erst Radler
rechts, dann Fußgänger links aus.
Bleibe in Mitte.
Sich immer zuerst
zu wenig Apfelkompott
nehmen zur Boudin.