Morgens bebt das Bett
Tageslicht fällt durch Türspalt
Neben mir niemand
Morgens bebt das Bett
Tageslicht fällt durch Türspalt
Neben mir niemand
Verhalltes Schlagzeug
Dichter Gitarrenteppich
Samtene Stimme
Aus anderer Zeit:
„So don’t you get fresh with me.“
Frauenpower pur.
Boden gefroren
Sonne blinzelt durch Wolken
Hundeleut‘ grüßen
Wie ein Kaninchen
auf die Schlange starren wir
auf den Mann im Kreml.
Was müffelt denn da?
Die Kühlschranktür ist offen.
It’s the cheese, stupid!
Kuschlige Nächte
in Laubhütten neben Hund
auf Blättern und Gras.
[Manuel Larbig – Waldwandern]
Zwei mal sechs nach acht.
Über den Reihenhäusern
geht die Sonne auf.
Breitmaulfroschgrinsend
trifft Delta Blues Avantgarde
im freien Galopp
There is a blanket
made of infectious rhythms
and sweet harmonies.
Windböen, Niesel.
Mit beschlagener Brille
durch Matschwies’n gerannt.
Sechs Jungs bewaffnet
mit Bierkasten und Spirits
Vollrausch fest im Blick
Wintersonnenlicht
Kirchglocken in Mammolshain
Tanne liegt auf Weg
Grashalme im Wind
Äpfelchen allein am Baum
Schneeglöckchenwiese
Fanfare ertönt
von hohen Zinnen herab:
Trompete auf Speed
[Rainer Brüninghaus, Markus Stockhausen, Fredy Studer – Strahlenspur ]
Nero, der Elo
beschnüffelt Sennenhündin.
Sie setzt sich brav hin.
Nach Weckerklingeln
Grübelndes Wachliegen weicht
entspanntem Dösen
Im Dunkeln, fern, liegt
ein schemenhafter Umriss.
Der Altkönig schläft.
Auf der Wand vor mir
drei sich jagende Schatten.
Das Jongliergleichnis.
Ganz frisch auf dem Markt
Powergirl-Indiepoprock
Auf Deutsch mit Botschaft
Zwei Horrornächte
sind nötig, um eine Nacht
tief durchzuschlafen.
Morgensonnengruß
Obstwiesen zugefroren
Es knackt und knistert
Ein Fremder, der uns
sein halbes Leben erzählt,
ziemlich verzweifelt.
Beim Gassigehen
Macht böser Pharmalobby
erklärt bekommen.
Können wir nochmal
ganz von vorne anfangen?
Weißt Du, was ich mein‘?
Schlafgeheimrezept:
Zehn Prozent vom Tag gehen
plus Melatonin.
Sechs Stunden gepennt.
Was für ein Wahnsinnsgefühl:
Ausgeschlafensein.
Hose und Schuhe
– nach Tiergartendurchquerung –
sehen aus wie Sau.
Nach zwei Monaten
Nichtwiegen Überraschung
auf Waage erlebt.
Wenn man so etwas
genommen hat, weiß man wie
glücklich man sein kann.
Post-Punk from Dublin
in two thousand twenty-two.
Cool, dry guitar sound.
[Silverbacks – They Were Never Our People (no free audio) ]
Auf Weg nach Berlin
in geistiger Umnachtung
Elbe überquert.
Heute wieder trüb,
regnerisch mit Windböen.
Gestern nur ein Traum?
Rauschen von hinten.
Kleinvogelschwarm über uns
wirbelt auf und ab.
Quirlige Vizsla
und behäbiger Berner
treffen zusammen.
Gemütlicher Trott.
Absuchen des Horizonts
nach jungen Rüden.
Weißt du noch, damals?
Als wir noch jung waren und
alles möglich war.
[Víkingur Ólafsson – Bach: Konzert in d- moll, BWV 974: II. Adagio]
Blick von Mammolshain.
In Abendsonne getaucht:
Kronberger Altstadt.
Rotes Eichhörnchen
wedelt wild mit Schweif herum
hoch im Apfelbaum.
Aus der Kabine
steigt nach der kalten Dusche
ein anderer Mensch.
Weckt mich jemand, wenn
der Regen aufgehört hat?
Ich will endlich raus!
Fein gewebter Stoff.
Luftig und dicht. Hingetupft.
Ekstase, gesummt.
Knapp hundert Prozent
der aufgeschnappten Musik
lässt mich völlig kalt.
Vier Tage zwei, dann
drei Tage drei Mahlzeiten.
Der Hunger mein Freund.
Zu zerschlagen sein,
ins Bett gehen zu können.
Ein Untoter sein.
Gassi mit Berner
Uns Entgegenkommende
Mit breitem Lächeln
Taunus in orange.
Düsenjet durchpflügt Himmel.
Zwei Kondensstreifen.
Tor auf, Hündin zieht.
Jetzt noch Blick zurück auf C.
Sie kommt, es geht los.
Joggen in T-Shirt
– egal bei welchem Wetter –
und kurzer Hose.
Schweifschlagend, jauchzend,
konvulsiv hüftewackelnd,
begrüßt uns Hündin.
Gitarrenpicking
Ein Lied tief eingraviert ins
Menschheitsgedächtnis
[Jake Xerxes Fussell – Love Farewell, ganz phantastisch auch das Tiny Desk (Home) Concert]
Operneinlassgong
Junge Frau spricht mit Meister
Geschichtsklitterung
[SWR 2-Zeitwort zum 24.1.1975: Keith Jarrett – Köln Concert]
Mondlandung verpasst
Mädchen nahegekommen
Mutter verloren
[Ulrich Woelk – Der Sommer meiner Mutter]
Sennenhündin sitzt.
Hovawartrüde, jung, tanzt
bellend um sie rum.
Alles dreht sich im Kreis.
Dem Winter folgt der Frühling.
Leben geht weiter.
Sitze auf dem Klo
Höre kratzendes Geräusch
Erblicke Kleiber
Immer wieder wirft
Bordercollie Eichenblatt
Herrchen vor Füße.
Groovender Jazz-Funk
Tanz in heiße Freitagnacht
Fetter Bläsersatz
Dunkelheit, eisig
Rotes Licht tanzt in der Luft
Hund mit Leuchthalsband
Deutschland nicht regiert
von Politikschauspielern
sondern Beamten.
Flirrende Hitze.
Wehmütiger Cowboy geht
auf Breitwand durchs Bild.
Nach Heizungsausfall
konzentriert sich das Leben
auf ein paar Zimmer.
Bei der Geschichte
vom kleinen, lustigen Hund
zum Schlosshund werden.