We move in silence
.. found a way to shape my rage
Peace, love, unity
[Greentea Peng – TARDIS (hardest) from Tell Dem It’s Sunny]
We move in silence
.. found a way to shape my rage
Peace, love, unity
[Greentea Peng – TARDIS (hardest) from Tell Dem It’s Sunny]
Benommenheit nach
halbstündiger Siesta
Rausch ohne Kater
In rear mirror
present moving away
Heading towards past
Ich höre das Lied,
und es scheint mir, das muss doch
über Nick Drake sein
[John Martyn – Solid Air, 1973]
Vor vierzig Jahren
mein bester Freund. Erkennt mich
im Traum nicht wieder
Wortkarge Jugend
Redseliger Lebensherbst
Ein Männerleben
Was hast du gesagt?
Wie bitte? Ich verstehe
mein eignes Wort nicht
[Jamie xx feat. Romy – Loud Places, 2015]
Konfuse Zeiten
Wo es langgeht, entscheidet
heute der Wauwau
Sonore Stimme
Warum geht er an Straßen?
Plötzlich war er weg
[Wolfgang Büscher liest aus Der Weg bei Ferlemann & Schatzer]
Schlummernde Schönheit
Die Welt ist tiefer gedacht
Gefühl schlägt Verstand
[Anja Lechner & Vassilis Tsabropoulos –
3 morceaux après des hymns byzantins: II]
Um fünf Gang zum Klo
Vater besänftigt Mutter
Das Schluchzen hört auf
Vom Gurren geweckt
Elsternpaar im Nest vereint
Ganz oben im Baum
Blick in Rückspiegel
Blendende Abendsonne
Spurwechsel riskant
Leichtigkeit des Seins
Hasch mich, ich bin der Frühling!
Frauen an die Macht!
[Throwing Muses – Not too Soon, 1991]
Dröhnen der Heizung
Es juckt am ganzen Körper
Sand in den Augen
Tiefstehender Rhein
Laarer Promenade voll
Reger Schiffsverkehr
Sie tuschelt zu mir:
„Was macht der fremde Mann hier?“
Krankheit schreitet fort
Familienkreis
Ein reichhaltiges Frühstück
Saft und Tee für mich
Schlucke Heilerde
Draußen schnurrt miaut ne Katze
Halb vier Uhr morgens
Astral Weeks, jemand?
Entwaffnende Offenheit
Samtene Stimme
[Rosali – Rewind]
Niemand möchte es
Viele werden es trotzdem
Ganz allein sterben
[Antony & the Johnsons – Hope There’s Someone, 2005]
Als ein anderer
aus dem Film rausgekommen
als reingegangen
[Petra Volpe – Heldin]
Bei einem Gläschen
Flirt mit zarter Melodie
Hinaus ins Freie
[Sylvie Courvoisier & Mary Halvorson – Bone Bells]
Wohlige Wärme
In Matratze versunken
Unter Bettdecke
Magische Stimmung
Trompete im Bambuswald
Nach Hause denken
[David Sylvian – Brilliant Trees, 1984]
Lebensbegleiter
Nicht mehr unter uns weilend
Wunden der Seele
polyrhythmic drums
tight, not a second wasted
bass kills, guitars blast
[Smashing Pumpkins – I Am One from Gish, 1991]
From out of the blue
Wrapped me around her finger
And vanished again
[The Cranberries – Linger, 1993]
Auf Gassirunde
Mehrmals Pferdeapfelduft
Pferde nicht in Sicht
Weißes Blütenmeer
Auf dem Weg nach Mammolshain
Schneeglöckchenwiese
Hinter Klappläden
Breites Grinsen der Sonne
Der Frühling ist da!
[Shelleyan Orphan – Burst aus Humroot, 1991]
Spätabends knülle
Musik von früher hören
Freien Lauf lassen
Zugucken wie der
Häcksler die dicken Äste
des Apfelbaums frisst
Gitarrenkrachen
Tief ins Herz der Finsternis
Fade out mit Feedback
[Giant Sand – Seeded (‚tween Bone and Bark) aus Center of the Universe, 1992]
Treffe ich dich, gibst
du mir’s Gefühl, dein Lächeln
ist allein für mich
Midwest. Achtziger.
Sechzehn. Endloser Sommer.
Liebe und Abschied.
[Benedict Wells – Hard Land]
Motorischer Beat
Gitarrentrip ohne Ziel
Neu! lassen grüßen
[Yo La Tengo – End Credits von der Soundtrack-EP Old Joy]
Intervallfasten
Vierzehn Stunden Vorfreude
aufs nächste Essen
Some kind of fatigue
Guitars stopping the time pass
Cortez memories
[Eleventh Dream Day – Just Got Home (in Time to Say Good-Bye), 2021]
Nachteskapaden
Fingerspitzengefühle
Aus Handgelenken
[Yo La Tengo – Today Is the Day, live on McEnroe, 2004]
Abendsonne scheint
Satte, braune Farbtöne
Die Erde leuchtet
Bis hundert zählen
In Melatoninstarre
Entspannt im Hier-Jetzt
Es ziehen vorbei
Heerscharen Verkleideter
Ich säge im Baum
There is no music
I ever listened to that
touched me more than his
[Jeroen Berkven – A Skin Too Few. The Days of Nick Drake]
Sperrige Nummern
Wilde Grooves unterm Glaskreuz
Titel wird gesucht
[Johanna Summer, Tobias Fröhlich & Jan-Einar Groh @Stadtkirche Darmstadt]

Auf Eibenhecke
spaziert das Eichhörnchen gen
Apfelbaumnussbar
Sich freuen, wenn’s juckt,
weil dann die Körperbutter
gut einziehen kann
Das letzte Mal, als
jemand gegen mein Fenster
Kieselsteinchen warf
[war in München in der 2. Hälfte der Achtziger; es war Klaus aus Berlin, der eigentlich aus Köln kam und den ich beim Interrail im Zug vor Sevilla kennengelernt hatte. Er fuhr schwarz und ließ sich immer rausschmeißen, wenn er erwischt wurde. Ein paar Jahre später sah ich ihn zufällig im Fernsehen im blauen Bademantel bei Tutti Frutti, was mich in dem Moment einerseits überraschte, von ihm andererseits aber auch nicht. Komme gerade drauf, weil ich Hard Land von Dominic Wells zu lesen angefangen habe, wo Kirstie das mit den Steinchen bei Sam macht.]
Gassi mit Kimba
Regen durchweicht die Hose
Vorfreude aufs Haus
Der Tag, an dem ich
aufhörte, mit dem Kaufen
von Jarrett-Platten
[muss so Ende der Achtziger gewesen sein]
Das meistverkaufte
Solo-Jazz Album hat mit
Jazz wenig am Hut
[Keith Jarrett – Köln Concert, part I]
Nur ein paar Töne
Klavier trifft auf Saxophon
Sag, was ist Sehnsucht?
[Johanna Summer & Jakob Manz – The Opposite]
Hat Charme behalten
Tausend Mal abgenudelt
Machs gut, Roberta!
[Roberta Flack – Killing Me Softly with His Song, 1973]
Mai Achtundsechzig
Vier Generationen
Mitten in Paris
[Lionel Baier – La cache]
Musikfilm ohne
eine einzige Note
des Originals
[Ido Fluk , Köln 75]
Eine Säuferin
Mann nimmt sie huckepack mit
nach Zusammenbruch
[Kang Mi-Ja – Bombam (Spring Night)]
Inuitmädchen
Ihr die Nase zuhaltend
A good day to die
Kinderloses Paar
Reproduktionsklinik
Nagende Zweifel
[Johanna Moder – Mother’s Baby]
Möchtegernpoet
stellt sich der Familie
seiner Freundin vor
[Hong Sangsoo – What Does That Nature Say to You?]
Schlaganfall kittet
kaputte Familie
wieder zusammen
[Jeanette Nordahl – Begyndelser (Beginnings)]
US youth, wake up!
Your president, a tyrant
You know what to do
[Wipers – Youth of America, 1981]
Auf Autobahnbrücken
Leute mit Deutschlandfahnen
und gelben Leuchten
Wüstentanz in Trance
Musik kennt keine Grenzen
Schlangenbeschwörung
[Dissidenten – Telephone Arab, 1986]
Du fünfundzwanzig,
ich dreißig, da haben wir
uns kennengelernt
an abundant voice,
a lyrical sax improv,
a graceful smoothness
[Anna Gréta – Once Upon a Summertime (by the way I find this longer version is far superior to the one from her new album Some Other Time, a tribute to Monica Zetterlund’s & Bill Evans‘ Waltz for Debby from 1964)]
Dreimal vom Weg ab
Endloses Langenselbold
Sauna, Bier, Tiefschlaf
Die Nacht ist ok, das „Frühstück“ minimal mit 1 Liter Wasser und zwei Schlücken Kombucha. Ich breche erst gegen 9 auf. An der „Rezeption“ des Gasthofs ist niemand, ich schließe die beiden schweren Türen auf und zu und schmeiße den Schlüsselbund in den Briefschlitz.
Im Ort mache ich mich auf zum Getränkemarkt, meine Saftvorräte aufzufüllen. Ich finde einen Kirsch-Bananennektar, der meine beiden Lieblingsfruchtsäfte vereint sowie einen Rote Bete Saft, der nur leicht süßlich ist und schön erdig schmeckt. Ich habe endlich meine ideale Fastensaftbegleitung gefunden. Im Getränkemarkt fällt mir ein junges Paar im Schlabberlook mit Trainingshose auf, überhaupt scheint der Schlabberlook sehr verbreitet, die Paketfahrer laufen auch fast alle so rum. Der Unterkörper wird auf die bequemste Weise verhüllt, Aussehen ist piepegal.

Hier ist die Gegend mit den lustigen Ortsnamen, Lieblos streife ich bald, Linsengericht ist 3 km entfernt.
Aus Gelnhausen raus geht es den Berg hoch in den Wald, ich komme gut ins Schwitzen. Auf einem breiten Waldweg geht es zum Sommersberg (300 m). Ich verpasse einen Abzweig, was mir heute noch zweimal passiert. Ein Grund heute, es ist mit – 3 Grad so kalt, dass ich die Handschuhe anhabe und es aufwendig ist, die Wander-App dauernd zu konsultieren. Ich habe aber jedes Mal Glück, dass ich statt der Hypothenuse des rechteckigen Dreiecks die beiden Katheten laufen kann und immer nur so rund 1 km extra gehen muss. Als Bonusattraktion für den Umweg bekomme ich ein Rehgehege unterhalb des Solarparks mit zutraulichen Tieren geboten. Im Wald trommelt fleißig ein Specht.
Es geht nun an einer Wiese mit einem großen Tipi und Blockhäusern dahinter vorbei. Hier wird wohl noch Cowboy und Indianer gespielt. Ich komme nun zu einer Unterführung mit einer lustigen, knallbunten Karte des Jakobsweges von Gründau bis zu seinem Ziel.

Auf den Feldern sind viele Saatkrähen zu sehen und zu hören. Weit außerhalb der Rhön stoße ich endlich auf Rhönschafe oder was ich dafür halte.

Die Landschaft ist nun wellig, die Anstiege sanft, ziehen sich aber. Linker Hand erstreckt sich der Höhenzug des Spessart.

Ich komme zur Bergkirche oberhalb von Niedergründau, deren schlichte Innenausstattung mit viel Holz mir gefällt. Sie wird auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Unten im Ort steht ein Gebäude, dass ich erst für einen Tempel einer Sekte halte. Es ist die katholische Kirche, deren bunte Fenster innen beeindrucken.


Es geht weiter auf einem Radweg, der z. T. zum matschigen Waldweg wird. Privatleute schlagen Holz, ein kleines Mädchen steht daneben und friert.
Endlich komme ich nach Langenselbold, das komplett durchquert werden muss und sich mindestens so lang hinzieht wie der Name lang ist.

An der evangelischen Kirche ist eine Steintafel mit einem Auszug aus der Weizsäcker-Rede, die er 40 Jahre nach Kriegsende gehalten hat, die leider heute aktueller ist als damals.

Auf einem Radweg geht es über die A45 (Hanau – Gießen), auf einer Wiese – fast wie die direkte Antwort auf Weizsäcker – ein herzloser Populistenslogan. Können wir mit unserem Wohlstand wirklich nicht 0,7% unserer Wirtschaftsleistung für Länder aufbringen, denen es schlecht geht?

Ich gehe noch etwas am Straßenrand lang und komme bald ins Geweberbegebiet, wo sich mein Hotel befindet. Die Sauna wird gerade angeschmissen und ich leiste mir nach zwei Saunagängen mit jeweils eiskalter Dusche danach heute zum Samstag ein Weißbier. Die Wirkung lässt nicht auf sich warten. Ich penne sofort ein.
Hier ist der Überblick über meine Wanderung auf dem Jakobsweg von Vacha nach Niederhöchstadt im Februar 2025.
Sieben Minuten
abtauchen in fluffige
Cumuluswolken
[Boards of Canada – Everything You Do Is a Balloon, von High Scores EP, 1996]
clash of old and new
joined up like a sound puzzle
can’t you see the light?
[The Weather Station – Mirror]
Tamara explains it:
Beine überkreuz
Oben in Sauna liegend
Ein Fuß im Feuer
two beds, four couples
sensed your body, your perfume
end of a party
—
guide dreamt of time machine to
see his father play outside
Um die Welt reisen
und dann bis an ihr Ende
und drüber hinaus
[David Darling, Ty Burhoe & Jiebing Chen – Voyager]
Ungläubiger Blick
französischer Bulldogge
auf Jakobspilger
Auf Zunge langsam
Honig-Zitrone-Bonbon
zergehen lassen
Die Sehnsucht nach den
Aus den Augen Verlornen
steigt mit dem Alter
Es verschwimmt alles
Wo ist oben, wo unten?
Der Soul als Anker
[Eddie Chacon – Good Sun]
Normalerweise
bin ich ja gar kein Freund von
Repetition
[Slowdive – Crazy for You von Pygmalion, 1995]
Das fließt so dahin,
nimmt sich alle Zeit der Welt,
bei mir auf repeat
[Mats Eilertsen, Harmen Fraanje, Thomas Strønen – Albatross von And then Comes the Night]
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endlich verweiblicht