Eine Erleuchtung
bei geschlossenen Augen:
Blau und Grün im Kampf.
Eine Erleuchtung
bei geschlossenen Augen:
Blau und Grün im Kampf.
Die kleinen, süßen
Spätäpfel unter dem Laub.
Herbstüberraschung.
Bunte Blattvielfalt:
Nuss- und Apfelbaum gelblich,
Zierpflaume rostrot.
Im Nieselregen
Blätter zusammengerecht
für’n Komposthaufen.
Das Eichhörnchen trennt
Haselnüsse fürs Kröpfchen
und fürs Töpfchen.
Tour in Dunkelheit.
Alarmanlage geht los.
Mond hinter Wolken.
Vater schiebt Buggy
mit Mädchen, das mir zuwinkt.
Ich winke zurück.
Die Winterzeit lässt
eine Stunde Tageslicht
für Freizeit übrig.
Gehen ist Fallen
und Auffangen, Schritt für Schritt.
Den Weg ertaumeln.
[frei nach Laurie Anderson – Walking and Falling]
Perfekte Musik,
um den Tränen freien Lauf
lassen zu können.
[Keith Jarrett – Answer Me vom Budapest Concert]
Aus der Traurigkeit
wurde erst „Dankbarigkeit“
und dann Dankbarkeit.
Links vom Fernsehturm
taucht über den Baumkronen
ein oranger Ball auf.
Eichel an Eichel
auf dem Garagenvorplatz.
Ein Naturteppich.
Das fahle Lichtband
des Halbmondes flackert im
Großen Plöner See
Am Seenufer blüht
die Zaubernuss orangerot
zwischen den Eichen.
Auf dem Kölner Ring
setzt starker Platzregen ein.
Wir bremsen alle.
Die Mücke im Klo
konnte den Klimawandel
nur kurz genießen.
Naive Nachtmusik
mit Schlagzeug, Gitarre, Bass,
zwei Saxophonen.
[Dave King Trucking Company – Delta Kreme von Surrounded by the Night]
Blick auf Altkönig:
Vorne Wiese mit Reiher
und Laubbaumbestand.
Des Wiesengängers
preziose Einsamkeit
im Nieselregen.
Nach Süden zieht es
den Starenschwarm, der im Dunst
langsam verschwindet.
Auf dem Vorfahrtschild
am Nordwestkreuz gen Kassel
wacht ein Turmfalke.
Zweirundenherbstlauf
mit innerem Schweinehund
am trüben Morgen.
Bis sie aufplatzt wirft
die Krähe mit dem Schnabel
die Walnuss par terre.
Aus dem Home Office
strömen die Spaziergänger
in die Einsamkeit.
Rotbraune Katze
steht immobil auf Wiese.
Wie hypnotisiert.
Onkel wolltest Du
schon früh nicht mehr genannt werden.
Immer jung im Geist.
Jog im Morgengrau’n.
Mülltonnenstopp, Warten auf
S-Bahn, forschen Hund.
Morgens wach liegen.
Sorgen zermartern Gehirn.
Schwerer Start in Tag.
Weicher Kaltschaum schlägt
harten Federkern im Bett.
Schlafe wieder durch.
Ein Staketenzaun:
Holzstangen aus Kastanie
mit Draht verzwirbelt.
Abenddämmerung.
Autos rauschen, Laub raschelt.
Geräuschverstärker.
Gleichmäßiger Takt
meiner Schritte. Fuß vor Fuß.
Beruhigung pur.
Graham Nash: Auf der Couch saß ein Typ mit einer Gitarre. Er hatte einen Schuhkarton, dessen Deckel voller Gras war. Er trennte die Blüten von den Stengeln und baute perfekte Joints während er mit mir sprach und nicht einmal den Blick abwandte. Ich dachte „Wow, das ist verrückt.“ So lernte ich Crosby kennen. Und mein Leben veränderte sich für immer.
David Crosby: Ich hatte das beste Marihuana in der Stadt. Wenn ich den Leuten einen Joint gab, wurden sie total stoned. Dann sagte ich „Hey Joni, sing‘ ihnen doch was vor.“ Sie hörten ihr zu und ihre Gehirne flossen ihnen durch die Nase und sammelten sich in einer Pfütze auf dem Boden.
[Laurel Canyon Arte Doku]
Töne folgen wie
Leitersprossen vom Wachsein
zum süßen Schlummer.
[Michael Wollny – Nun schließe mir die Augen beide (Alban Berg 1907) von Mondenkind]
Spaziergänger, die
sich auf Wegen links halten
und nicht ausweichen.
Gut gepennt, gerannt,
Gras gemäht, Nager bekämpft,
Kännel gereinigt.
Bilderbuchwetter.
Herbstsonne taucht Wiesenland
in satten Grünton.
Bei ihr gibt es jetzt
nach der Leiche im Keller
nur noch Juwelen.
Am frühen Abend
gehört der Park den Joggern,
wenn es nasslau ist.
Tagsüber träum‘ ich,
endlich wieder sechs Stunden
nachts durchzuschlafen.
Zwei Hunde jagen
im Affentempo vorbei,
dem Kaninchen nach.
Verschwitzter Hintern
rutscht von Badewannenrand.
Falle kopfüber.
Ein Tag Müßiggang
und kein schlechtes Gewissen.
Dreißig Jahre D.
Lauer Herbstabend.
Die Nacht sinkt auf mich nieder
wie ein dunkler Stoff.
Mein Traum, sechs Stunden
an einem Stück zu schlafen.
Doch der Hals wehrt sich.
Auf mittlerer Spur.
Überhole Laster, der
mich nach links abdrängt.
Ätherischer Duft
von Walnüssen nach Lösen
der weichen Schale.
Mutter raucht auf Bank,
kommuniziert mit Baby
und blendet Welt aus.
Einsame Runde.
Fußschmatzen auf Wiesenweg.
Boden saugt sich voll.
On nights you can’t sleep, sit up in bed
And draw the blankets around you
Stare into the darkness
And let your eyes adjust
And you’ll see me
You’ll see me
Haselnuss sägen
und auf Wiese genießen.
Der kleine Racker.

Kopf steil aufgestellt,
den Apfelbaum hochgerast:
Eichhörnchen auf Flucht.
Die Strasse ist feucht.
Der wolkige Morgen graut.
Kleiner Wiesenjog.
Gemeinsam am Tor
vom Nachbarn. Er spricht mit ihr,
ich bin Luft für ihn.
Wo kommen sie her,
alle diese Menschen in
den Streuobstwiesen?
Der fast halbe Mond
etwas nach hinten gebeugt
heute mit Halo.
Sennenhündin spielt
hinter der Pappelreihe
Katz und Maus mit uns.
Doch, die Mondsichel
hat sich gedreht. Erst lag sie,
dann war sie aufrecht.
Einfach totstellen
in der Natur und um dich
erwacht das Leben.
Ein Galloway schleckt
sein ausgewachsenes Kalb
mit der Zunge ab.
Ein dumpfer Aufprall.
Noch einer. Jetzt minütlich.
die Apfeluhr tickt.
Vater mit Baby,
der dasteht mit Ohrhörern,
daran rumnestelnd.
Pop-up Fußpfade
in den Streuobstwiesen, um
Distanz zu wahren.
Auf dem Tennisplatz
wird bei jedem Schlag gestöhnt.
Aus Lust? Leid? Beidem?
Die Sonne steht tief.
Mein Schatten ist gigantisch.
Bald ist Dämmerung.
Wie weggeblasen
ist der Blues nach ’ner Stunde
Spaziergang zu zweit.
Ziegen lassen sich
dornige Brombeerblätter
auf Zunge zergeh’n.
Die Vogeltränke
bekommt Besuch von der Maus.
Welch süßes Schnäuzchen!
Auch vor dem „Schachfeld“
mit dem Jüngeren macht Ernst
bella figura.

A. Paul Weber: Ernst Jünger und Friedrich Georg Jünger beim Schachspiel, 1935
In Sachsen-Anhalt
drehen sich viele Windräder
heute trotz Wind nicht.