Wie ein Kaninchen
auf die Schlange starren wir
auf den Mann im Kreml.
Wie ein Kaninchen
auf die Schlange starren wir
auf den Mann im Kreml.
Was müffelt denn da?
Die Kühlschranktür ist offen.
It’s the cheese, stupid!
Wenn man sich dieses Interview mit dem Putin-Kenner Michel Eltchaninoff von kurz vor der Invasion anhört, da scheint klar, dass die Ukraine für Putin nur ein Anfang ist. Er will den Westen, die NATO angreifen und sich rächen für in seinem Hirn herumgespensternde Kränkungen. Die erstaunlich rigiden Sanktionen, die jetzt von einer großen westlichen Allianz gegen Russland beschlossen wurden, werden ihn sicherlich nicht besänftigen. Er steht mit dem Rücken zur Wand. Was würde ein Judoka jetzt machen?
ich jetzt draußen Explosionen hören würde, würde es mich nicht wundern. Im Grunde höre ich sie schon in meinem inneren Ohr. Ich bin gerade in Berlin. Wie kann Europa in nullkommanix wieder in die Barbarei eines physischen Krieges zurückfallen? Ein Mann, der versucht, uns sein Psychopathenhirn aufzudrängen. Im Grunde ist das ein Stoff für eine Dystopie aber nicht für die Realität. Ich springe jetzt runter, um aus dem Alptraum zu erwachen. Das hat bis jetzt jedes Mal geklappt.
Frage: Was ist der Unterschied zwischen Hitler und Putin?
Antwort: Hitler hatte keine Atomwaffen.
[Dieser schreckliche Gedanke kam mir vorhin beim Saugen und ich wollte ihn eigentlich in mein Büchlein schreiben und vergessen aber er musste raus]
Kuschlige Nächte
in Laubhütten neben Hund
auf Blättern und Gras.
[Manuel Larbig – Waldwandern]
„Es gibt kein Fegefeuer für Kriegsverbrecher. Sie gehen direkt in die Hölle, Botschafter.“ [Der ukrainische Botschafter zu seinem russischen Kollegen in der UN-Dringlichkeitssitzung, Quelle]
Zwei mal sechs nach acht.
Über den Reihenhäusern
geht die Sonne auf.
Putin riecht Blut wie ein Hai und dehnt sich aus wie Gas. [Quelle]
Breitmaulfroschgrinsend
trifft Delta Blues Avantgarde
im freien Galopp
Windböen, Niesel.
Mit beschlagener Brille
durch Matschwies’n gerannt.
Sechs Jungs bewaffnet
mit Bierkasten und Spirits
Vollrausch fest im Blick
Wintersonnenlicht
Kirchglocken in Mammolshain
Tanne liegt auf Weg
Grashalme im Wind
Äpfelchen allein am Baum
Schneeglöckchenwiese
Fanfare ertönt
von hohen Zinnen herab:
Trompete auf Speed
[Rainer Brüninghaus, Markus Stockhausen, Fredy Studer – Strahlenspur ]
Nero, der Elo
beschnüffelt Sennenhündin.
Sie setzt sich brav hin.
Nach Weckerklingeln
Grübelndes Wachliegen weicht
entspanntem Dösen
Im Dunkeln, fern, liegt
ein schemenhafter Umriss.
Der Altkönig schläft.
Auf der Wand vor mir
drei sich jagende Schatten.
Das Jongliergleichnis.
Ganz frisch auf dem Markt
Powergirl-Indiepoprock
Auf Deutsch mit Botschaft
Zwei Horrornächte
sind nötig, um eine Nacht
tief durchzuschlafen.
Morgensonnengruß
Obstwiesen zugefroren
Es knackt und knistert
Ein Fremder, der uns
sein halbes Leben erzählt,
ziemlich verzweifelt.
Beim Gassigehen
Macht böser Pharmalobby
erklärt bekommen.
Können wir nochmal
ganz von vorne anfangen?
Weißt Du, was ich mein‘?
Schlafgeheimrezept:
Zehn Prozent vom Tag gehen
plus Melatonin.
Sechs Stunden gepennt.
Was für ein Wahnsinnsgefühl:
Ausgeschlafensein.
Nach zwei Monaten
Nichtwiegen Überraschung
auf Waage erlebt.
Wenn man so etwas
genommen hat, weiß man wie
glücklich man sein kann.
Auf Weg nach Berlin
in geistiger Umnachtung
Elbe überquert.
Heute wieder trüb,
regnerisch mit Windböen.
Gestern nur ein Traum?
Rauschen von hinten.
Kleinvogelschwarm über uns
wirbelt auf und ab.
Quirlige Vizsla
und behäbiger Berner
treffen zusammen.
Gemütlicher Trott.
Absuchen des Horizonts
nach jungen Rüden.
Weißt du noch, damals?
Als wir noch jung waren und
alles möglich war.
[Víkingur Ólafsson – Bach: Konzert in d- moll, BWV 974: II. Adagio]
Blick von Mammolshain.
In Abendsonne getaucht:
Kronberger Altstadt.
Rotes Eichhörnchen
wedelt wild mit Schweif herum
hoch im Apfelbaum.
Aus der Kabine
steigt nach der kalten Dusche
ein anderer Mensch.
Weckt mich jemand, wenn
der Regen aufgehört hat?
Ich will endlich raus!
Fein gewebter Stoff.
Luftig und dicht. Hingetupft.
Ekstase, gesummt.
Knapp hundert Prozent
der aufgeschnappten Musik
lässt mich völlig kalt.
Vier Tage zwei, dann
drei Tage drei Mahlzeiten.
Der Hunger mein Freund.
Zu zerschlagen sein,
ins Bett gehen zu können.
Ein Untoter sein.
Gassi mit Berner
Uns Entgegenkommende
Mit breitem Lächeln
Er hätte auch keinen Ober- und Unterkiefer, daran würde man ihn also erkennen. [Alexander Kluge – 30. April 1945, Teil 1]
Taunus in orange.
Düsenjet durchpflügt Himmel.
Zwei Kondensstreifen.
Tor auf, Hündin zieht.
Jetzt noch Blick zurück auf C.
Sie kommt, es geht los.
Joggen in T-Shirt
– egal bei welchem Wetter –
und kurzer Hose.
Schweifschlagend, jauchzend,
konvulsiv hüftewackelnd,
begrüßt uns Hündin.
Gitarrenpicking
Ein Lied tief eingraviert ins
Menschheitsgedächtnis
[Jake Xerxes Fussell – Love Farewell, ganz phantastisch auch das Tiny Desk (Home) Concert]
Operneinlassgong
Junge Frau spricht mit Meister
Geschichtsklitterung
[SWR 2-Zeitwort zum 24.1.1975: Keith Jarrett – Köln Concert]
Mondlandung verpasst
Mädchen nahegekommen
Mutter verloren
[Ulrich Woelk – Der Sommer meiner Mutter]
Sennenhündin sitzt.
Hovawartrüde, jung, tanzt
bellend um sie rum.
Alles dreht sich im Kreis.
Dem Winter folgt der Frühling.
Leben geht weiter.
Sitze auf dem Klo
Höre kratzendes Geräusch
Erblicke Kleiber
Immer wieder wirft
Bordercollie Eichenblatt
Herrchen vor Füße.
Groovender Jazz-Funk
Tanz in heiße Freitagnacht
Fetter Bläsersatz
Dunkelheit, eisig
Rotes Licht tanzt in der Luft
Hund mit Leuchthalsband
Deutschland nicht regiert
von Politikschauspielern
sondern Beamten.
Flirrende Hitze.
Wehmütiger Cowboy geht
auf Breitwand durchs Bild.
Nach Heizungsausfall
konzentriert sich das Leben
auf ein paar Zimmer.
Bei der Geschichte
vom kleinen, lustigen Hund
zum Schlosshund werden.
Die Sonne geht auf
Im Nebel Baumumrisse
Heimelige Welt
Auf der linken Spur
mit hundertachtzig Sachen
in die Nebelwand.
Feuerbekämpfung
mit Kräutertee, Heilerde
Kaugummi und Sport.
[Es geht hier um das innere Feuer, wenn sich ein Säureloch in die Kehle brennt. Man nennt es auch stillen Reflux. Ein bisschen so wie ein Wassertropfen, der einem alle zehn Sekunden an exakt derselben Stelle auf den Kopf fällt. Seit über zehn Jahren. Fast ohne Pause. Ein Gastroenterologe sagte mir mal nach einer Magenspiegelung, es wäre nicht so tragisch, nur eine Wohlstandskrankheit. Kein Ratschlag, keine Hilfe, nada. Ich war damals zu baff, sonst hätte ich ihn sicher auf der Stelle k.o. geschlagen. Medikamente wirken übrigens bei mir nicht. Ich glaube das Wetter bzw. Klima hat einen großen Einfluss. In Südfrankreich war es ein paar Tage fast völlig weg. In Berlin dafür jetzt im trüben Winter umso schlimmer. Und das Schlimmste daran, man kreist nur noch um sich selbst, suhlt sich in seinem eigenen Selbstmitleid, kommt da von allein nicht raus.]
Nach dem Gedanken
und vor seiner Äußerung:
ein ganzes Leben.
[frei nach Lou Reed – Some Kinda Love]