Fünf Spatzen baden
unter Wasserhandpumpe.
Bis ich sie sehe.
Fünf Spatzen baden
unter Wasserhandpumpe.
Bis ich sie sehe.
Daten im Kontext.
Meist nicht so sensationell
wie alleinstehend.
Wagen ist durch TÜV.
Vorderachse korrodiert.
Er ist jetzt neunzehn.
Zecke macht Köpper
von Hecke zu Schlafstatt Hemd
in meinen Schenkel.
Ein Einkaufswagen
nachts in den Streuobstwiesen.
Ich höre Stimmen.
Gefühl, Zärtlichkeit.
Hingetupfte Perfektion.
Für Romantiker.
Ringeltaubenpaar
vertreibt den Artgenossen
aus uns’rem Garten.
Maisernte morgens.
Mähdrescher und Anhänger
gut synchronisiert.
Wenn alle Weißen schuld sind am Elend der Farbigen, ist es am Ende niemand, und die wirklich Schuldigen sind entlastet.
Es lärmt und es staubt.
Schlepper zieht Steinsammler, der
die Erde wegsiebt.
Kleine Birnenfrucht,
die süßlich, bitter-pelzig
schmeckt: der Speierling.
Eine Familie
mit kleinem Hund weicht uns aus,
geht abseits des Wegs.
Auf der Bank sitzend:
Vor uns fliegt ’ne Schwalbe tief
immer hin und her.
Unter dem Deckel
des Komposthaufens schwirren
Fruchtfliegen en masse.
Hunderte Krähen
picken friedlich auf dem frisch
gepflügten Acker.
Der Duft des Fenchels
ist im Dunkeln süßlich,
schwer und intensiv.
Ein Berner, der sich
in seine Ecke verzieht.
Völlig verängstigt.
Die Sonnenblumen
lassen die Köpfe hängen.
Sie sind ausgeblüht.
Die Schwerkraft hat sich
um die Haselnussernte
sehr verdient gemacht.
Die Abendsonne
wärmt geschlossene Lider
auf der Terrasse.
Schraubendreherbit
verloren. In Kompostsack
wiedergefunden.
Kleine Zehen von
schwarzer, steinharter Hornhaut
mit Raspel befreit.
Nach Aufstehen schwarz
vor Augen. Zu niedriger
Blutdruck für Größe.
Trompetenblume
wächst bis unter den Balkon.
Wespen lieben sie.
Weiße Pfirsiche
vom Nachbarn, der sie jetzt nicht
mehr alleine schafft.
Eibe geschnitten
mit schwerer Heckenschere.
Der Bizeps freut sich.
Im Garten springen
ein schwarz- und zwei rot-braune(s)
Eichhörnchen herum.
Gehe so lange
bis die Feder entspannt ist.
Bin Aufziehmännchen.
Die Grillen zirpen.
Fledermäuse fliegen tief.
Es riecht nach Fenchel.
Sie ist gewandert,
hat Schüler unterrichtet
und ist gepaddelt.
[sinngemäß aus einer Trauerpredigt]
Bei der Geburt ist
niemand alleine, beim Tod
sind es sehr viele.
Von der Autobahn
ist der Inselsberg schon vor
Erfurt zu sehen.
Zur Bülowstraße
und zurück dauert so lang
wie Geogadii.
Trete aus der Tür.
Lächelnd sagt sie mir, dass sie
mich verwechselt hat.
Beine kämpfen noch
mit Start-Stopp-Automatik
an roten Ampeln.
Der Frisör schützt mich
mit seiner Maske. Mir wird
sie abgenommen.
Wie geht es weiter?
Vacha – Eschborn? Alb-, Rennsteig?
München – Venedig?
Der Übergang von
gehender zu sitzender
Tätigkeit: schwierig.
Wie aus heiterem
Himmel: Jemand verschwindet
als wir nicht da sind.
Der Regen setzt ein.
Allein mit dem Busfahrer
’ne Stunde im Bus.
Verschlafener Ort.
Im Eiscafé Eiskaffee.
Und Pilgerfreunde.
Mein Geschenk an Dich:
Mobile Waldzweisamkeit
für rund fünf Stunden.
Hohe Baumstapel
links und rechts. Der Buchenwald
lichtet sich deutlich.
Erstmals ist’s Wasser
aus der Trinkflasche zu kalt.
Ende des Sommers?
Reife Brombeeren
am Wegesrand fallen uns
in die Handteller.
Die Gehmaschine
übernimmt die Kontrolle.
Wir sind Roboter!
Es klopft an der Tür
um halb sieben. Der Wirt bringt
die Frühstückseier.
Wirt quatscht an der Tür.
Und kommt wieder. Columbo
lässt herzlich grüßen.
Runter und rauf und
Rastbänke und Aussichten.
Ein Wanderertraum.
Trinken, ums Gewicht
des Rucksacks zu verkleinern,
nicht gegen den Durst.
Unser Stadtführer
hat im Schrank dreiundzwanzig
Paar rote Schuhe.
Nach strapaziöser
Etappe im Schlaf wieder
gut regeneriert.
Habe mich über
viel Hartbelag bis hierher
geschleppt. Weiß nicht wie.
Den Weg mit Füßen
acht Stunden am Tag streicheln,
macht was mit einem.
An meiner Seite
ein Luchs, der Markierungen
von weitem erkennt.
Bänke kommen nie,
wenn man sie braucht und wenn doch,
dann sitzt jemand drauf.
Der eintönige Ruf
des Gartenrotschwanzes
ertönt überall.
Von riesigem Schloss
erschlagen. Dahinter auf
Wiese geht es ab!
Nach der Wegesrast
dauert es bis Maschine
wieder in Gang ist.
Wildblumenwiese.
Sonnenblume, Malve, Mohn,
Borretsch, Kamille.
Vier alte Damen
auf Rädern fragen mich nach
Weg nach Grabsleben.
Bis zum Horizont
runde Heuballen auf Feld.
Mmm. Zylindrismus?
Weißer Terrier bellt
vor Haustür als wir passier’n.
Er möchte hinein.
Frühstück in Hostel.
Eier selbstgekocht. Abwasch
in Spülmaschine.
Pappeln biegen sich
im Sturm über uns. Äste
zu unser’n Füßen.
Vor uns im Tal aalt sich
Erfurt in Morgensonne.
Noch 20 km.
Westwind von vorne.
Windschnittigeres Pärchen
überholt von links.
Äpfel auf dem Weg
müssen weggekickt werden
solang noch Kraft ist.
Wenn man hier auf was
Weiches tritt, ist’s wahrscheinlich
ein Mauskadaver.
Uralter Bauer
verteilt Dung mit Mistgabel.
Ackergaul schaut zu.
Zwei junge Ziegen
spazieren über Acker
umkreist von vier Mann.
Junge Feldmaus nagt
an Grashalm. Wir speisen Ei,
Müsliriegel, Obst.
Nahporträt misslingt
da Objektivbewegung
Katze verängstigt.
Traktor pflügt Feld um.
Der Geruch feuchter Krume
steigt in die Nüstern.
Über dem Acker
sind fünf Rote Milane.
Mäuse, aufgepasst!
Laubbäume sattgrün,
Felder beige. Luzides Licht
der Morgensonne.
Von Glimmstängelrauch,
der durchs Kippfenster in die
Nase zieht, geweckt.
Blutunterlaufen.
An die Grenze gestoßen.
Zwei kleine Zehen.
Sechs (Solo-)Pilger
bisher geseh’n, zwei Weiblein.
Mit dreien gequatscht.
Nichts als ein Vogel,
im Wind raschelnde Blätter,
eigene Schritte.
Auf Feldweg rennen
Mäuse in ihre Löcher.
Oder verwesen.
Unstrutwein: frisch, leicht,
Klimawandelprofiteur,
geht nicht in den Kopf.
Saale passiert mit
Fähre nach Strömungsprinzip:
Motor unnötig.
Des irren Nietzsche
Lieblingsblick von Veranda
im Himmel gesucht.
Windmühlenstraße
mündet ein in Steinweg: Dorf-
trifft auf Stadtleben
Kürzeste sowie
härteste (alles Asphalt)
Etappe bisher.
Sie, am Nebentisch:
„Alles Essen, das ich dir
empfohl’n hab‘, war gut.“