Golden Retriever
lehrt Berner Sennenhündin
die Buddhanatur.
Golden Retriever
lehrt Berner Sennenhündin
die Buddhanatur.
Farbschattierungen
der Haufenwolkendecke
von weiß zu blaugrau.
Blick aus dem Fenster:
Kumuluswolken ziehen
über die Dächer.
Bis hundert zählend,
rücklings, Glieder ausgestreckt,
im Bettraum schwebend.
Schwäche nicht zeigen.
Bis zum letzten Atemzug
Hilfe ablehnen.
Der Rückwärtsläufer
läuft auf dem Hinweg vorwärts
und zurück rückwärts.
Manche seiner Freunde haben geweint, als sie ihn, diesen anderen, zerbrochenen Mann, zum ersten Mal sahen. Ich war zornig. Wie konnten sie ihm ihre Tränen antun.
[Gabriele von Arnim – Das Leben ist ein vorübergehender Zustand]
Wildes Schwanzwedeln
des Eichhörnchens bei Anblick
des Artgenossen.
Vogel im Obstbaum:
oranger Bauch, schwarzer Kopf.
Nenn mich Schwarzkehlchen.
Von Oberhöchstadt
50 km Fernsicht bis
zum Melibokus.
Ein Mann liegt rücklings
auf dem Rasen des Nachbarn.
Sonnenanbetung.
Eine Frage nur.
Das Internet oder ich?
Entscheide dich jetzt!
Zeitlupentempo
der Ponykutsche, auf der
zwei Frauen tratschen.
Aus Landschaft ragend
wie Stecknadeln auf Karte:
Schmale Kirchtürme.
Augen geblendet
von leuchtendem, satten Gelb
des blühenden Raps.
Windpark bei Naumburg
inmitten von Rapsfeldern,
Äckern und Wiesen.
Schnurgeradeaus
– Cumuli am Horizont –
zieht sich graues Band.
Stechender Geruch
auf dem Rückweg vom Frisör.
Das Spray nach dem Schnitt.
Es klingelt an Tür.
Ich gehe hin, niemand da,
stell Musik leiser.
Heute der Frisör
schneidet die Haarspitzen so,
dass es leicht kitzelt.
Klavier und Cello,
übertönt von der Stille,
wenn sie pausieren.
[Ketil Bjørnstad & David Darling – Silent Dream]
Lufttänzer seid ihr,
gut in den Händen liegend,
meine drei Freunde.
Schlohweiß, ausgezehrt
kommt Nachbar die Treppe hoch.
Covid shows its face.
Super geschlafen
nach Melatoninhammer
von einem mg.
Mit im Impfzentrum.
Perplex. Priorisierung
vor Pragmatismus.
Die Schwalbachwiese
übersät mit Hahnenfuß:
Ozean in gelb.
Am Tag der Arbeit
die Gänseblümchenwiese
elektrisch gemäht.
Resolute Frau
blickt zurück auf ihr erstes
halbes Jahrhundert.
[Petra Gerster – Reifeprüfung von 2007, aus dem Bücherschrank]
Sie liegt vor der Tür.
Über oberster Stufe
baumeln die Tatzen.
Massig, o-beinig,
in wilden Sätzen hoppelnd.
Sennenhundgalopp.
Mittags Hagelschlag.
Kalter Wind bläst Wolken weg.
Sonne setzt sich durch.
Lang wach gelegen.
Für Minuten eingenickt.
Weckton aus dem Nichts.
In der Antike.
Das Abebben der Wollust
im Alter als Glück.
Wellen kräuseln sich.
Ein Teich voller Seerosen,
die sich zunicken.
[Jakob Bro, Arve Henriksen, Jorge Rossy – Music for Black Pigeons]
Der Regengeruch,
das Rauschen, Plätschern, Prasseln
in der lauen Nacht.
Die Sennenhündin
trottet weit hinter uns her
rauf nach Mammolshain.
Spielvarianten
durchrechnen ohne Bezug
zur Realität.
[Anish Giri frei übersetzt zur Verlustpartie gegen Alexander Grischtschuk gestern]
Zwei Maklerkarten
heute in dem Briefkasten
Platzt Hausmarktblase?
Zeit aufgehalten.
So gut wie 2005
mit 2-9-0 Watt.
Küchentischfrühstück.
Herab schaut der liebe Gott,
am Fenster stehend.
Unter der Sonne
kreist ein dunkler Greifvogel.
Wege rappelvoll.
Gerstenkorn platzt auf.
Das Jucken kaum erträglich.
Auge zu und durch!
Die rosa Knospen
des Apfelbaums öffnen sich
wie in Zeitlupe.
Ganztägig Sonne.
Melancholische Stimmung.
Wenig motiviert.
Maximalleistung
auf Hometrainer nicht erhöht.
Ruhepuls zu hoch.
Stellungseinschätzung:
König, Figuren, Bauern.
Konsequenz fürs Spiel.
[Ellis Schatztruhe 4 mit Elisabeth Pähtz]
Fast schwarz vor Augen.
Kampf gegen das Umfallen.
Ein schöner Moment.
Nichts ernüchtert mehr
als Säufern zuzuhören,
wenn man nüchtern ist.
[Abgewandelter Kommentar zu Thomas Vinterberg’s Der Rausch]
Das Dauergrinsen
hat sich durchgesetzt gegen
den Mephistoblick.
Endlich zweistellig,
die Außentemperatur.
Die Stimmung noch nicht.
Wie siehst du denn aus?
Auf die Fresse bekommen?
– Nein, ein Gerstenkorn.
Zuerst im Regen,
dann Extrarunde gedreht,
dann im falschen Film.
Der Apfelkuchen
mit Eierschaum und Mandeln
ist ein feuchter Traum.
Überall Primeln.
Fünf violette Blüten
um den gelben Kelch.
Am Bach liegt ein Baum
aus zwei Stämmen, die plötzlich
nach oben wachsen.
Impfpässe fälschen.
Die Lösung der Impfgegner.
Dümmer geht immer.
Langsamer spielen.
Den Moment mehr auskosten
und doch abdriften.
Wow! Ein Meer in gelb!
Die Schlüsselblumenwiese!
Der Frühling ist da!
Wettpfeifen zwischen
Singdrossel, Mönchsgrasmücke
und eisigem Wind.
Wurfbahnen, die sich
im Unendlichen schneiden.
So geht Jonglieren.
Im Bett verlor’ner
Ohrstöpsel lächelt mich aus
Nachttischgeschoss an.
Verhärmte Alte
zweimal am Tag getroffen.
Abends mit Fahne.
Sitz‘ auf Lieblingsbank.
Drei Radler pesen vorbei.
Der Gegner: die Zeit.
Die Abendsonne
streichelt sattgrüne Wiesen
vor dem Altkönig.
Sonnige Kühle.
Zwei angeleinte Huskies
kommen entgegen.
Zweisame Fußtour
über zwei Bücherschränke
im Dauerregen.
Mehrmals aufgewacht
von eigenen Schnarchlauten
beim Mittagsschläfchen.
Erst durch Nase ein-,
danach doppelt so lange
durch Mund ausatmen.
Mit Müll zum Auto.
Hoch statt runter gefahren.
Schlüssel vergessen.
Hund sitzt und fixiert
seinen Blick schräg nach oben
auf Frauchens Tasche.
Durch den Tiergarten.
Nebelkrähen lassen mich
gnädig passieren.