Blinde und Riesen
stoßen sich gelegentlich
an Gegenständen
Der Muskelkater
In beiden Oberschenkeln
Vom Sitzenbleiben
zurückgeworfen
auf meinen eignen Körper
ganz in mir ruhend
Stoisch fokussiert
trotz physischer Kontakte
den Liedtext singen
Kilos zulegen,
damit ich sie dann wieder
runterfasten kann
Rückenhaut strafft sich
bei Herabschauendem Hund
Heftiger Juckreiz
Den Rücken hinab
übers Steißbein rinnt der Schweiß
in die Poritze
Beim Zahnarzt zwar noch
die Bohrgeräusche, aber
kein Schmerz: Ultraschall!
Nach vierzehn Stunden
Hungergefühl im Magen
Freuen aufs Breakfast
Fünfzehn Minuten
Morgenprogramm begonnen
Muskeln wachsen spürn
Am schlimmsten fand ich allerdings, dass ich als Rechtshänder mit links masturbieren musste. Monatelang.
Am Limit kratzen
Bis zum Ende durchziehen
Totalentspannung
Frühmorgens geweckt
während Intervallfastens
von grummelndem Bauch
Unter Fußsohlen
Nadelstiche, Madeleines
letzter Wandertour
Erinnerungen
an schlimm schmerzende Füße
auf dem Weg lassen
Dröhnen der Heizung
Es juckt am ganzen Körper
Sand in den Augen
Intervallfasten
Vierzehn Stunden Vorfreude
aufs nächste Essen
Sich freuen, wenn’s juckt,
weil dann die Körperbutter
gut einziehen kann
Beine überkreuz
Oben in Sauna liegend
Ein Fuß im Feuer
Die ersten Schritte
für das linke Knie schmerzhaft
bis es sich rund läuft
Körperbutter zieht
in trockene Waden ein:
Orgasmus der Haut
Hund, herabschauend
Sich straffende Rückenhaut
Jede Pore juckt
Am Knie operiert
Die Hündin nicht dieselbe
Betäubt, immobil
Linker Ringfinger
schräg zur Seite abgespreizt
will nicht mehr zurück
Tropfende Nase
Eisengeschmack auf Zunge
Rahmen rotgefleckt
Drogeriemarkt, leer
Bedienstete schreckt zurück
weil ich so groß bin
Alterserscheinung
Andauernd strenger riechend
Eigene Pisse
Wie jede Faser
sich nach dem Ergometer
vollständig entspannt
Gegen das Stuhlbein
mit dem kleinen Zeh stoßen
Warten auf den Schmerz
Das Magenknurren
Immer wieder exakt zur
selben Tageszeit
Im Bett. An der Wand
Der Schatten eines Berges
Mein eigenes Knie
Nach dem Aufstehen
Aus Humpeln wird runder Gang
Linker Meniskus
Die Lider schließen
Die Handflächen auflegen
Die Wärme spüren
Den Splitter sehen,
den C. mir aus dem Ballen
rausgezogen hat
Muskelkater nach
Spaziergang mit den Eltern
bei drei km/h
Ganz ohne Kaffee
Der Oberkörper vibriert
Das Herz galoppiert
Das größte Geschäft
des ganzen, langen Lebens
gar nicht mitkriegen
Der Geruch nach Schweiß
Die Hand unterm Kopfkissen
Kopf unter Achsel
Einst Pogo getanzt.
Heute gucken die Leute,
wenn ich sie streife.
In Seitenlage
nicht schlafen können wegen
der Last des Beines
Zwei Muskelprotze
mit freiem Oberkörper
mit Kinderwagen
Wie ein Lämmerschwanz
wackelt Krone links unten
auf dem Implantat
Im Morgengrauen
unter der Sommerdecke
nach Wärme suchen
Wie die Fußsohlen
bei dem Gehen Schritt für Schritt
durchmassiert werden
Auf den Handflächen,
nicht auf den Fingerspitzen
Der verschärfte Hund
Seit vierzig Jahren
sich täglich überwinden
Zum Schluss kalt duschen!
Sauge unterm Bett
auf dem Boden liegend Staub
Komme kaum noch hoch
Wir wachen alle
eines Tages als Käfer
auf dem Rücken auf
Die ersten Schritte
nach dem Aufstehn ein Humpeln
seit drei Monaten
Unter den Sohlen
Aus dem Nichts in der Hornhaut
Kleine Orgasmen
Ein goldgelber Strahl
Nicht besonders ergiebig
Du musst mehr trinken!
Die Verdauung still
Das Geräusch der Fußschrite
Der Geist auf Touren
Der Einlauf reinigt
Die Riemen festgezogen
Die Sonne blinzelt
Fasten. Autark sein.
Leben von den Reserven
Sich selbst auffressen
Wach und federleicht
Ich fliege über den Weg
Mit leerem Magen
Bohrende Frage
tief in den Eingeweiden
Habe ich Hunger?
Wandern und Fasten
Täglich ein paar Gramm leichter
Gleich hebe ich ab!
Egal, ob du schläfst
Schön warm unter der Decke
Das Glück des Dösens
Gefahr beim Fasten
Nicht wieder mit dem Essen
starten zu wollen
In der Nacht um vier
Im Kopf summt ein Bienenschwarm
Im Hals ein Feuer
Gluckerndes Wasser
Wärme strömt in den Körper
Die Explosion!
Nach dem Aufstehen
Der durchdringende Geruch
des ersten Urins
Vom Schlaf benommen
In den Ohren ein Sausen
Das linke Knie zwickt
Auf den Kopf regnet’s
Die Stirn runter läuft der Schweiß
Große Reinigung
Die Gelenke steif
Skelett in Vorfreude auf
die Leichenstarre
Die Stirn runter rinnt
der Schweiß, tropft hinab ins Klo
im Sekundentakt
Finger auf die Stirn
Ausatmen in Pulsader
Hand auf dem Gesicht
[Atemübung aus Gabriele von Arnim – Der Trost der Schönheit]
Morgens nach dem Tee
Der Gang aufs stille Örtchen
Die Erleichterung
Klappern im Karton
Der Mund ein Würfelbecher
Die Zähne fallen
Die Plombe ist raus
Wie magisch angezogen
vom Loch die Zunge
Haben oder Sein?
Ich habe einen Körper.
Ich bin ein Körper.
Senkrecht aufrichten
nach Schürsenkelzumachen
Fast schwarz vor Augen
Ein ganzes Leben
in einem Haus verbringen
Dem eignen Körper
Küss mich, Nacktschnecke
Das feit gegen Alpträume
Die Nacht kann kommen
Dreißig Sekunden
schaut der Hund auf den Boden
und der Rücken juckt
Aus heitrem Himmel
Kribbeln in den Fußsohlen
Der Weg spricht zu mir
Lippen aufgespritzt,
Nase korrigiert, gebräunt
Blick abgewendet