Archive for 4. September 2009

das

September 4, 2009

geilste an so einem blog ist ja, dass es sowieso keiner liest. nach 8 jahren bloggen hatte ich heute 7 visitors. mit anderen worten, man kann es schaffen, im untergrund zu blühen. trotz internet. es geht.

was sonst noch so geschah…

September 4, 2009

ein tag weniger ist ein tag mehr in der erinnerung. in der erinnerung ist ein tag mehr als er eigentlich war bevor man sich an ihn erinnert hat.

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wahr und falsch gibt es nur in der logik. im leben gibt es nur schattierungen. nur grau. hellgrau oder dunkelgrau, what do you prefer? mausgrau. knallgrau.

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nach einer teuren flasche spätburgunder des badischen winemakers (deutsch hat der wohl verlernt) fritz keller, die nach möchtegerngroßwinzer schmeckt (schöne pflaumenfarbe allerdings), ist ein einfacher cru bourgeois aus dem médoc eine unglaubliche offenbarung. plötzlich hat man frucht auf dem gaumen, plötzlich ist da natur. die apotheose des rotweins ist bordeaux und dessen apotheose der pomerol. müsste mir mal wieder einen leisten (leider sind die meist überteuert), um zu testen, ob es immer noch wahr ist.

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eleventh dream day. mein erster wirklicher blogpost von vor über 8 jahren war über sie. gerade auf dem ipod „new rules“, ein gitarrenfreakoutstück á la neil young in seiner fruchtbarsten periode gehört. musste nach ein paar minuten eingrooven dazu pfeifen wie als gäbe es kein tomorrow. dieses improvisierte pfeifen, in dem meine sehr eingeschränkte musikalität sich zu 99% selbst verwirklicht. diese soli verzerrter gitarren. irgendwas wollen die uns sagen. ganz viel blues und lebenserfahrung steckt vda (das verschriebene v lass ich jetzt) drin. eigentlich ist unsere ganze existenz in diesen gitarrensoli drin. und noch etwas mehr. weil die sind transzendent und unsere existenz nicht wirklich.

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ob einzelkinder wohl altkluger (altklüger wäre wohl grammatikalisch korrekter hört sich aber beschissen an) sind als andere kinder? es scheint so. war ich früher auch und bin es wohl noch. das traurige daran ist, dass man nur altklug sein kann, wenn man keine lebenserfahrung hat. da gibt es ein blog auf antville, das ich sehr liebe, wo ein sohn gelegentlich zu worte kommt und wo ich mich manchmal frage, ob es diesen sohn wirklich gibt. weil so schlau kann man in dem alter eigentlich noch nicht sein. ein fünfjähriger alleschecker. so sieht wahrscheinlich die zukunft aus.

Am besten fickt man erst und badet dann (Brecht)

September 4, 2009

Ich höre fern das Plätschern deiner Wasser
Ich fühl das Herz in meine Hode sinken.
Es drängt mich wieder dein Pipi zu trinken,
Weil ich ein ruchlos raffinierter Prasser.
(Friedrich Schlegel)

Es drängt mich, dein Pipi zu trinken,
und sieh, nun trinke ich bereits.
O welch Genuss bei deinem Beinespreiz,
o wie die Wasser hurtig blinken.
(Joachim Ringelnatz)

kleine geräusche

September 4, 2009

Er war nicht schön, nicht reich, nicht besonders charmant und kein großer Redner, aber er war der Frau mit wunderbarem Gleichmut beständig zugetan, und er machte beim Schlafen kleine Geräusche, „die schöner waren als alle, die ich kannte, weil sie einer machte, den man mochte, und weil er doch leben musste, um Geräusche zu machen, die mir ein Zelt bauten in der Nacht.“