Kumuluswolken
am Himmel richten gegen
Sonne noch nichts aus.
Kumuluswolken
am Himmel richten gegen
Sonne noch nichts aus.
Fußgängerallee:
Linden spenden köstlichen
ovalen Schatten.
Junger Co-Pilger
läuft nach Mammutetappe
in Badelatschen.
Auf der Straße liegt
ein zweidimensionaler
Frosch. Plattgefahren.
Immer schön kauen
sonst zerfällt das Kaugummi
in seine Teile.
Jeder Baumschatten
eine kleine Oase
in der Gluthitze.
Vor dem Durst trinken!
Sonst bin ich am Nachmittag
nicht auszuhalten.
Hunderte Schwalben
auf Telefonleitungen
warten auf Rückflug.
Jähes Jagdende.
Flügelschläge der Störche
vertreiben Terrier.
Wie der Pilgerblick
sich zunehmend senkt. Abends
nur noch steil abwärts.
Ein Rauschen hebt an.
Eine Autobahn? Nicht doch.
’ne Geflügelfarm.
Der Weg ein weiches
Waldbett aus Fichtennadeln.
Ich bin ein Flummi!
Das Rucksackgewicht
sinkt im Laufe des Tages.
Aber nicht für mich!
Über den Feldweg
springen Myriaden von
kleinen Heuschrecken.
Jedem Morgen wohnt
ein Zauber inne, der uns
Kraft gibt für den Tag.
[frei nach Hermann Hesse]
Mühsamer Aufstieg.
Kurz vorm Zenith der Kuppe
ein kühles Lüftchen.
Hoch oben auf dem Mast
klappert der Weißstorch im Nest
mit seinem Schnabel.
Der Mann kann seinen
Schäferhund kaum halten, der
wie ’ne Bestie bellt.
„Guck mal da regnet’s!“
Eine Sekunde später
bricht Sturzregen los.
Schwül. Total verschwitzt.
Der Wind erhebt sich, trocknet
und kühlt den Körper.
Wasser. Frisch und kühl
von der Quelle. Auch pisswarm
das Lebenselixier.
Pistaziengrüner
Sonnenschirm schützt Hortensien:
Kreativ gärtnern.
Wege in Bautzen
zu beschreiben, ist wie das
Haschen nach dem Wind.
[ES aus 455]
Wiedersehen mit
dem Bruder dessen, zu dem
wir unterwegs sind.
Bleischwere Beine.
Nur nicht abreißen lassen.
Wozu das alles?
Schuhbandschlaufe rechts
verhakt sich in Öse links.
Falle auf Asphalt.
Steinchen, die in die
Wanderschuhe reinfallen,
sofort entfernen!
Unter Windrädern
auf Fünfmeterplattenweg
bei gut dreißig Grad.
Aus der Sommerhitze
rein in die erfrischende
Dorfkirchenkühle.
Ein lautes Pochen.
Das Herz des Kirchturmuhrwerks
schlägt. Die Zeit steht still.
Vor meinen Füßen:
Ins Unterholz verschwindet
eine Blindschleiche.
Trommelfellangriff:
Schmerzhaft laute Durchsagen
im Regionalzug.
Ich gucke durch den
Türspion mit dem Gefühl,
geseh’n zu werden.
Team T-Shirt gegen
Team Freier Oberkörper:
Barfuß dem Ball nach.
Einer der Abende,
wo sechsundzwanzig Grad
erfrischend kühl sind.
Äpfel geerntet.
Zwei Monate zu früh bei
zweiunddreißig Grad.
Vom Bach kommend, huscht
ein 🦊 über die Wiese
zurück zum Fuchsbau.
Guck mal, ein Schatten!
Durch die laue Sommernacht
fliegt ’ne Fledermaus.
A cool summer breeze.
Chiming guitars all around.
Jangle Pop heaven.
Die Äpfel fallen
nicht in der Mittagshitze.
Erst später, abends.
Das Stoppelfeld leer.
Die Grillen meditieren
laut und vernehmlich.
Rauschoptimierung.
Erst Fasten, dann ’ne Flasche
Veuve Cliquot süffeln.
[frei nach Amélie Nothomb – Die Kunst, Champagner zu trinken]
In der Dämmerung.
Aus der Deckung des Wäldchens
wagt sich ein Dachs vor.
Kaum am Zaun, kommen
die Pferde angetrottet.
Apfelliebhaber.
Beißender Geruch.
Woher? Aufgeplatzt ist der
Wadenfurunkel.
Das Krankenhausbett
zu kurz, so dass der Patient
nicht zu lange bleibt.
Ein zierlicher Fuchs
schaut im Stoppelfeld aus nach
Nestern von Nagern.
Wer vor dem Draht der
Pferdekoppel steht, werfe
den ersten Apfel.
Über die Wiese stakst
ein Falke, der erst spät auf
einen Baum hochfliegt.
Viel runter und rauf.
Der Duft von Kiefernnadeln.
Panoramabank.
[Der Überhöhische, Start/Ziel Hausen vor der Höhe]
Die Tauben gurren.
Fern zischt die S-Bahn vorbei.
Die Uhr tickt und tickt.
Un petit chat vient
soudain dans la nuit noire,
se frotte et part.
Wir schleichen uns an.
Die Füchse tollen im Feld.
Sie sehen uns spät.
30 Grad heute.
Tiefer Zikadengesang.
Grillengezirpe.
Der Mond nimmt noch zu.
Links davon strahlt Jupiter,
Saturn im Schlepptau.
In der Dunkelheit
ein frisch-würziger Geruch:
der Duft von Fenchel.
Where man and machine
meet and create mystic sounds:
pitch-black savanna.
[Jon Hassell – Seeing through Sound (Pentimento Volume Two) ]
Rotgelbe, weiche
Mirabellen schreien nach
einem Befreier.
Ein Reiher fliegt auf.
Ein Fuchs sucht Schutz im Maisfeld.
Wir füttern Pferde.
Wenn die Nacht sich senkt
und der Geruch frischen Heus
in die Nase steigt.
Pirsch in Dämmerung.
Fangspiel der drei Fuchsjungen
im Kornstoppelfeld.
Meister Lampe spitzt
die Löffel, hört uns und stellt
sich einfach mal tot.
Sounding warm, deep, blue.
Peter Green’s Gibson Les Paul.
A guitar with soul.
Zwei junge Füchse
spielen im Stoppelfeld und
flüchten ins Gebüsch.
Drei Reiher stehen
meditierend auf der Wies‘
vor dem Altkönig.
Vier junge Mädchen
picknicken mitten auf dem
Streuobstwiesenpfad.
Die kalte Dusche
auf Körper und Kopf morgens.
Startschuss für den Tag!
Der Mähdrescher zieht
eine Wolke aus Kornstaub
weit hinter sich her.
Majestätisch thront
der Falke auf dem Pfosten
am Feldwiesenrand.
Der Mann mit Frau
und Golden Retriever grinst breit
beim zweiten Treffen.
Die Sonnenblumen
schauen abends nach Osten.
In den nächsten Tag.
Im Strauchinneren
sind die reifsten Brombeeren.
Da, wo es weh tut.
Auf Stoppelfeldern
würde ich heute nicht mehr
barfüßig laufen.
Ton souffle est frais
quand je te fais des guilis
le long de ton bras.
Eine Berührung
und die reife Brombeere
fällt mir in die Hand.