Dass jemand mit einem massiven Artikulationsproblem – also ich habe ihn allein schon akustisch – fast nie verstanden, eine über tausendseitige Theorie des kommunikativen Handelns schreibt, scheint schon sehr symptomatisch bzw. sogar stringent. Das Prinzip Hoffnung sozusagen. Ich muss zugeben, dass ich mich für seine Philosophie nie interessiert habe. Zu langweilig, zu mühsam, zu umständlich geschrieben etc. Adorno hingegen war zwar auch schwer zu lesen, aber es lohnte sich meist. Aber er war schon jemand, dem ich versucht habe, zuzuhören, wenn er sich gemeldet hat. Beim Historikerstreit war ich damals ganz klar auf seiner Seite (heute sähe ich das differenzierter). Was er zum Ukrainekrieg gesagt hat, war dann allerdings naiv (mit einem Tyrannen kann man nicht verhandeln) und wenig gehaltvoll. Er war wohl doch eher ein Theoretiker im Elfenbeinturm. Aber ich bin traurig, dass er nicht mehr da ist und froh, dass es ihn gegeben hat, dass er für die Demokratie und die Rationalität und die Verständigung gekämpft hat. Er wird uns fehlen.
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März 16, 2026Noch warmer Körper
Roter Fleck auf der Falle
Augen schaun mich an



