Archive for 6. November 2010

1:35 Neil Young – Cripple Creek Ferry (1970)

November 6, 2010

Hey hey, Cripple Creek Ferry
Butting through the overhanging trees
Make way for the Cripple Creek Ferry
The water’s going down, it’s a mighty tight squeeze

In diesen 95 Sekunden ist alles drin, was einen guten Song von Neil Young ausmacht. Die eingängie, verspielte Melodie, ein scheinbar einfacher Text und natürlich die charakteristische Fistelstimme. Neil Young in nuce. Und um eine Nussschale geht es hier auch, eine Fähre, die über einen Bach übersetzt. Cripple Creek ist ein Goldgräberort in den Rocky Mountains in Colorado, der während des Goldrauschs Ende der 1890er Jahre gegründet wurde. Und das Lied ist eines von zweien auf After the Goldrush, von denen Neil Young sicher sagen kann, das sie von dem verschollenen, gleichnamigen Filmskript von Stockwell/Berman inspiriert wurden. Mir gefällt vor allem diese Auf- und Abbewegung der Tonhöhe der Melodie, die so eine Art aurales Schaukeln auslöst, gekoppelt mit dem anschließenden vorsichtigen Innehalten. Man meint zu spüren, dass es eine unwägbare Unternehmung ist, zu dem Ziel auf der anderen Seite des Baches überzusetzen. Wie wir alle wissen, endete der Goldrausch für viele mit einem bösen Kater oder schlimmer.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 240 Stücke ist hier.)

1:36 The Four Seasons – December, 1963 (Oh, What a Night) (Auszug, 1975)

November 6, 2010

You know, I didn’t even know her name
But I was never gonna be the same
What a lady, what a night

John Darnielle aka The Mountain Goats scheint auch ein Fan dieses Liedes zu sein, da es hier vor einem seiner Konzerte auf der Anlage gespielt wird. Für mich steht es irgendwie für die goldene Zeit meiner Jugend, ich war zwölf als es rauskam und es ist mir wahrscheinlich auch deswegen so gut im Gedächtnis haften geblieben, da es mein Geburtsjahr besingt und sogar im Titel führt. Die Four Seasons habe ich damals sehr gemocht, sie kombinierten geschickt Melodie und Rhythmus, so dass sehr gut tanzbare Songs herauskamen. Wobei ich auf diese Musik so weit ich mich erinnere überhaupt nicht getanzt habe, ich habe sie eher unbewegt genossen. Kurz danach kam dann die Discowelle (Saturday Night Fever) und da habe ich dann mehr oder wenig völlig zu gemacht gegenüber Chartmusik und versucht, einen eigenen Geschmack zu finden.

(Die Liste aller seit dem 1. Februar ausgewählten 239 Stücke ist hier.)