Schwalben füttern Brut
auf der Telefonleitung
mitten im Fluge
Schwalben füttern Brut
auf der Telefonleitung
mitten im Fluge
Im dichten Bergwald
Frischlinge, den Weg querend.
Wo ist die Bache?
Um sieben gejoggt
Thermofenster ausgenutzt
Bachstelze fliegt vor
Im Haselnussbaum
sitzt das Eichhörnchen und sägt
unreife Nüsse.
Sennenhündin macht
auf kurz gemähter Wiese
Eskimorollen
Um fünf Uhr elf wach
Singdrosselmorgensolo
Emmy pflückt Äpfel
Malteserwelpe
beschnuppert unbefangen
die Sennenhündin
Die Grillen zirpen
Die Wespen schlafen im Nest
Laue Sommernacht
Eichelhäher trinkt
Knisternde Stromleitungen
Saurer deutscher Wein
Das Stöckchen im Maul
des and’ren aufregender
als das im eig’nen.
Mit Maul pflückt Emmy
von tief hängenden Zweigen
unreife Äpfel.
Emmy voll verwirrt
als ich plötzlich zwei „Stöckchen“
in der Hand halte.
Die Malven blühen
Der Sperber im Rüttelflug
Zwei Bücher verschenkt
Aus dem Gebüsch stürzt
ein Reh zur Blumenwiese
und springt meterhoch.
Die Sennenhündin
geht weit in das hohe Gras,
wälzt sich auf Rücken.
Das leise Knarren
der Holzfassadenbretter
von Wespenfüßen
Duft von Hirschlunge
macht aus Golden Retriever
wilde Bestie.
In dem Moment, wo
rare Wildkatze erscheint,
auf das Klo müssen.
[Vincent Munier, Marie Amiguet – Der Schneeleopard]
Meister Lampe lacht
über hundert Kilo Mensch,
spurtet Feld entlang.
Hund verbellt Herde.
Kalb allein auf weiter Flur
dreht sich um und rennt.
Über den Feldern
im Rüttelflug verharrend
der Rote Milan
Gassi im Regen
Das Fell der Sennenhündin
Nasser Flokati
Fuchs springt über Gleis,
verschwindet im Unterholz.
Sennenhündin staunt.
Vor uns auf dem Weg
knapp hundert Meter entfernt
schnürt furchtlos der Fuchs
[vorgestern]
Durch brusthohes Gras
Dunkle Wolken von Westen
Sperber aufgescheucht
Kiefernzapfen fliegt
Labradorhündin rast los
Sie fängt ihn im Maul
Jog durchs hohe Gras
Mäusebussard getroffen
Brennnesseln gespürt
Mit Rücken zu mir
sitzt Taube auf Geländer
zwischen Fettpflanzen.
Wie Amselmännchen
die Sonnenblumenkerne
vier Jungen vorwirft
Sennenhündin kann
drahtigen, dünnen Racker
niemals abschütteln.
Aus einem Stock zwei
Stöckchen machen und beide
im Maul rumtragen.
Sie hat mich gesucht.
Vorteil von Regentagen:
Die man trifft, kennt man.
Der Tag an dem ich
Yorkshire-Terrier als Hunde
akzeptiert habe.
Vogelgezwitscher
begleitet Sonnenpredigt
auf dem Waldfriedhof
Kimba liegt im Gras.
Emmie morpht zum Wirbelwind.
Run ums gold’ne Kalb.
Gummiknochen, blau
Labradorhündin in Trance
Tasche als Christo!
Halbhohe Wiese
Gras mit Morgentau benetzt
Labradordusche
Auf dem Bauch liegend,
den Kopf zwischen den Tatzen,
die Augen rollend.
Wie tief überm Feld
Saatkrähen hinwegfliegen
bei schönster Sonne
Drei Rehe auf Feld
halten inne, wittern uns
und flüchten grazil.
Unsichtbares Band
C. und Sennenhündin trennt
ein Zentimeter
Lenzrose, Kirsche,
Anemone, Liguster.
Weiße Blütenpracht.
Sennenhündin riecht
markierte Anemonen
und strullt darüber.
Die Labradorin
produziert und dupliziert
ihre Stöckchen selbst.
Auf Obstbaum sitzen
zwei Krähen, schwarze Katze
versteckt sich im Gras.
Ein gertenschlankes,
dunkelbraunes Eichhörnchen
springt über Wiese.
Aprilschnee, der sich
in dem schwarzen Hundefell
kontrastreich verfängt.
Morgens halb sieben.
Ich öffne die Klappläden.
Draußen Halbdunkel.
–
Es schmettert das Rotkehlchen.
Die Vogelschar begleitet.
Junger Sennenhund
büxt außer Sichtweite aus.
Nur nicht nachgeben!
In Morgensonne.
Rotmilan über A9.
Der Thermik sei Dank.
Acht Uhr früh. Tür zu.
Mit Gepäck durch Innenhof.
Amsel not amused.
Foxterrier lugt rein
in Cafétür, weicht zurück.
Doch nicht das Frauchen!
Schreckhafte Riesin
Tiger auf Schlaftabletten
Gemütsmensch mit Fell
Schwarzmilanpärchen,
rauhe Schreie ausstoßend,
gleitet durch die Lüfte,
—
Über den Acker hetzen
atemlos zwei Feldhasen.
[Mein erstes Tanka]
Bis er verschwindet
dem Flug eines Greifvogels
mit Augen folgen.
Emmy ist eine fünf Jahre alte fuchsbraune Labradorhündin. Momentan kommt ihr Herrchen zweimal in der Woche morgens mit dem Wagen, parkt auf der anderen Straßenseite und lässt sie, wenn gerade kein Verkehr ist, frei. Wie sie über die Straße rast zum gerade geöffneten Tor unseres Nachbarn, alles um sich herum vergessend. Wie sie dann vor Freude und purer Lebenslust an mir hochspringt und dann Kimba, die Sennenhündin, die hier wohnt, begrüßt mit einem Schmatzer auf die Wange. Dann die Treppe hoch rast, nach Futter suchend im Napf von Kimba. Ja, sie ist verfressen. Und dann wieder die Treppe runter läuft. Und über das ganze Hundegesicht strahlt.
Wenn sie sieht, dass ich dabei bin, einen Apfel aus der Tasche zu holen – und sie merkt das sofort, sozusagen, wenn der Plan hierzu in meinen Synapsen zum Gehirn übertragen wird – ist sie nicht mehr zu halten. Springt hoch an mir, lässt nicht locker bis ich ihr etwas abgegeben habe. Wenn sie dann weit vor uns läuft, Kimba trottet meist hinterher, und dann zum Beispiel meint, sie müsste jetzt unbedingt über den Bahndamm, die S-Bahnstrecke überqueren weil ja auf der anderen Seite die Streuobstwiesen sind, wo es bestimmt noch einen überreifen, alten Apfel zu naschen gibt und ich sie dann rufe und sie ihren Namen hört und innehält, sich den Bruchteil einer Sekunde fragt, was sie machen soll und dann sofort wieder anstandslos zurückkommt, mich unverwandt anguckt, keiner Schuld bewusst und damit natürlich vollkommen recht hat. Ich kenne keinen Hund, der gleichzeitig so wild und eigenständig ist und so gut hört.
Oder wenn sie einen Stock gefunden hat und damit eine Weile lang im Maul herumläuft. Irgendwann legt sie den Stock dann vor sich hin und trippelt ein paar Schritte zurück, legt sich in Deckung hin und wartet mit wachem, gespannten Blick darauf, dass ich den Stock nehme, wofür ich allerdings höchstens ein bis zwei Sekunden Zeit habe, da sie ihn sich sonst selber wieder schnappt. Nun schaut sie mich mit ihrem offenen, unverwandten Hundeblick aus ihren braunen Augen an, was ich denn nun machen werde. Wenn ich nun weit aushole, lässt sie sich nicht von meinen Wurffinten täuschen und läuft fast immer in die richtige Richtung los noch bevor ich den Stock loslasse. Anschließend kommt sie zurück mit dem Stock, lässt mich ihn anfassen, würde ihn aber niemals hergeben, man glaubt nicht was für eine Kraft so ein kleines Hundegeschöpf hat. Sie schafft es zum Beispiel Kimba, die an die 60 Kilo wiegt, an einem Stock zu sich zu ziehen. Auch sehr lustig, wenn die beiden einen längeren Stock im Maul tragen, Emmie links, Kimba rechts und im Tandem über die Wiese rennen. Das geht nicht immer ohne Aufheulen von ihrer Seite aus ab, wenn sich der Stock verklemmt. Böse Absicht ist da aber nie hinter.
Auf den Spaziergängen kommt sie immer wieder von hinten auf Kimba zugelaufen und schleckt sie an der Backe ab, die sich das gerne gefallen lässt. Was für eine völlig entwaffnende, verspielte Zärtlichkeit. Die beiden sind etwa gleich alt und kennen sich schon seit der Welpenzeit.
Emmy ist immer völlig unverstellt, ganz Hund, also sie selbst. Wenn ich sie so sehe, denke ich, dass ich auch gerne mal so lebendig und ausgeschlafen wäre wie sie. So ganz im Hier und Jetzt. 100% ich selbst. Wobei es allein schon unglaublich schön ist, nur so ein Wesen zu kennen.

Seit an Seit traben
Sennenhund und Labrador
traut durch Stock vereint
Eher noch komm ich
durchs Nadelöhr als dass mir
Labrador Stock gibt.
Nach Stockablage
geht Labrador in Deckung
und wartet nicht lang.
Riesiger Fehler
Vor der Labradorhündin
’nen Apfel essen
Mit großer Ehrfurcht
begegnet Sennenhündin
Leonbergerin.
Heller Labrador
springt an Sennenhündin hoch,
schleckt ihr Gesicht ab.
Hündin stürzt aus Tür,
purzelt Treppe herunter,
verschlingt Waldmeister.
Boden gefroren
Sonne blinzelt durch Wolken
Hundeleut‘ grüßen
Wintersonnenlicht
Kirchglocken in Mammolshain
Tanne liegt auf Weg
Grashalme im Wind
Äpfelchen allein am Baum
Schneeglöckchenwiese
Nero, der Elo
beschnüffelt Sennenhündin.
Sie setzt sich brav hin.
Rauschen von hinten.
Kleinvogelschwarm über uns
wirbelt auf und ab.
Quirlige Vizsla
und behäbiger Berner
treffen zusammen.
Gemütlicher Trott.
Absuchen des Horizonts
nach jungen Rüden.
Rotes Eichhörnchen
wedelt wild mit Schweif herum
hoch im Apfelbaum.
Gassi mit Berner
Uns Entgegenkommende
Mit breitem Lächeln
Tor auf, Hündin zieht.
Jetzt noch Blick zurück auf C.
Sie kommt, es geht los.
Schweifschlagend, jauchzend,
konvulsiv hüftewackelnd,
begrüßt uns Hündin.
Sennenhündin sitzt.
Hovawartrüde, jung, tanzt
bellend um sie rum.
Sitze auf dem Klo
Höre kratzendes Geräusch
Erblicke Kleiber
Immer wieder wirft
Bordercollie Eichenblatt
Herrchen vor Füße.
Dunkelheit, eisig
Rotes Licht tanzt in der Luft
Hund mit Leuchthalsband
Bei der Geschichte
vom kleinen, lustigen Hund
zum Schlosshund werden.
Im tiefen Pappschnee
tobt Cocker unbekümmert
mit Sennenhündin.
Nach der Wanderung
Yorkshire-Hündin rast im Kreis
Lebensfreude pur
Im Stirnlampenlicht
Leuchtende Hundeaugen
Fahrradpedale
.
Berner Sennenhund:
Fünfzig Kilogramm Liebe,
Pranken wie ein Bär.
Die Yorkshire-Hündin,
die am Sandstrand begeistert
das Meerwasser schmeckt.
Die Yorkshire-Hündin,
ein wild tanzender Derwisch
mit Puppe im Maul.
Die Yorkshire-Hündin
öffnet das Maul und gähnt
voll synchron mit mir.
Der Cocker-Jagdhund,
der in der Felsnische thront
nahe den Caranques.
Zehn Kilometer
sind wir heute gegangen,
die Hündin fünfzehn.
Blick erwartungsvoll,
Ohren gehen auf und ab,
Stummelschwanz aufrecht.
Öffne Klappläden.
Das Rotkehlchen zwitschert
sein Morgenliedchen.
Ein Gestank steigt auf.
Tretminensuche in Nacht
mehr als erfolgreich.
Mausefalle leer.
Kuchenkrümel verschwunden.
Sie hat sich’s verdient.
Die Sennenhündin
lässt sich von Labradorin
Gesicht abschlecken.