Nach einer sehr schlechten Nacht nehmen wir unser selbstgebasteltes Frühstück in der Küche ein. Ich futtere nach einem Mango-Smoothie ein Börek, ein Croissant, ein pain au chocolat und ein halbes Pfund sehr trockenen Quark mit einer Birne. Dazu schwarzen Tee.
Heute sind meine Füße und Beine bleischwer, die Knie eingerostet, die Waden steinhart. Die anstrengende Etappe vom Vortag zusammen mit der schlechten Nacht und evtl. dem Rotwein haben ihren Tribut gefordert.
Wir gehen durch den gut 1000 Einwohner – die Zahl steigt – zählenden Ort, der durch die Anbindung ans Netz der deutschen Bahn interessant für Berlinpendler ist und kommen an der geschlossenen Kirche und einem historischen Haus mit Stuckverzierungen vorbei.


Heute ist es wieder etwas wärmer geworden, die Sonne brennt runter auf unsere mit den Fischerhüten gut geschützten Köpfe. Kurz vor Schönholz höre ich sprudelnde Töne in der Luft. Es ist eine Heidelerche. Im Ort machen wir kurz Rast am Löschteich im Baumschatten.

Wir wählen nun die südliche Variante des Weges durch das sumpfige Gebiet des Nonnenfließes, wo es von Mücken wimmelt. Zudem gibt es hier viele Brennnesseln am teilweise leicht zugewachsenen Pfad. Wir sind schon wie während der ganzen Wanderung in kurzen Hosen unterwegs.

Hinter dem grünen Dickicht zeichnet sich Helmschrots Neue Mühle ab, die heute für Gruppenseminare gebucht werden kann. Wir wundern uns etwas, wie die schwache Fließgeschwindigkeit des Wassers hier eine Mühle angetrieben haben soll.

Wir gelangen nun in offeneres Gelände, wo wir schneller vorankommen. Über eine Rinderweide geht es nach Trampe, wo wir die Mittagspause bei Kartoffelsalat sowie Kaffee und Cola einlegen. Damit bekämpfe ich meinen gefühlten Magnesium- und Mineralstoffmangel.


Anschließend werden meine Waden auch weicher und ich habe eine Weile lang das Gefühl, es geht sich von selbst. Zudem werde ich plötzlich gesprächig – am Vormittag hatte nur H. geredet – und ich schleppe mich nicht mehr hinter ihm her.
Nachdem wir im Wald die nördliche Ecke des Gamensees – der Umweg zur Badestelle, wo wir vor 7 Monaten auf dem Oderlandweg schon mal ins Wasser gegangen sind, ist uns zu weit – streifen, kommen wir nun hinein nach Cöthen. Die Schinkelkirche ist erneut geschlossen.

Wir machen wiederum eine Rast im Gut, wo uns die junge, wiederum barfüßige, sympathische Besitzerin wiedererkennt. Es wird gerade ein Anbau gebaut, von dem aus die historische Dampfmaschine angetrieben werden soll.
Die letzten drei Kilometer durch den Wald bis nach Falkenberg kriegen wir jetzt auch noch hin. Auf der Glücksburg können wir noch den weiten Blick nach Osten Richtung Oder genießen. Eine schöne, abwechslungsreiche Wanderung findet ihr Ende. Der erste von womöglich drei Teilen der weitläufigen Berlinumrundung auf Schusters Rappen ist geschafft. Mal sehen, wie es weitergeht. Wir fahren mit Regionalzügen über Eberswalde und Bernau zur Yorckstraße und von da mit der S-Bahn zurück nach Wilmersdorf.
Hier ist die Übersicht über die Wanderung auf dem 66 Seen Weg Ende Mai 2026.
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