4833

„Sie findet den Mund nicht,“

schmatzt trotzdem mit den Lippen,

„krallt sich an mir fest.“

[Annie Ernaux – Ich komme nicht aus der Dunkelheit heraus]

3 Antworten to “4833”

  1. Avatar von zartgewebt zartgewebt Says:

    … rührt mich sehr an. Meine Mutter hatte die letzten Jahre vor ihrem Tod Demenz; könnte auch ein Buch darüber schreiben, weil, DAS machte auch viel mir mir …

  2. Avatar von ohrenschmaus ohrenschmaus Says:

    Das glaube ich dir. Meine Mutter hat auch diese Krankheit. Und Parkinson. Eine schreckliche Sache. Mich rührt, wie viel sie noch versucht, an die anderen zu denken.

  3. Avatar von zartgewebt zartgewebt Says:

    … selbst war ich irgendwie in einer leichten Ambivalenz gefangen, denn, manchmal, wenn sie wirres Zeug von sich gab, war mir zum Schmunzeln, nahm ich vieles relativ gelassen, war da sehr geduldig mit ihr (mein Bruder hingegen, der im Elternhaus wohnte, nicht, der dreht da völlig am Rad, war maßlos überfordert mit dem, was sie tagtäglich kund tat). Andererseits, machte es mich manchmal todtraurig, wenn sie völlig ins Negative abdriftete, sie total hilflos gefangen war in der Vergangenheit. (Also, einmal kam ich zu ihr und sie war völlig entsetzt, dass ich nicht am Begräbnis meines Vaters war (der war aber da schon dreißig Jahre tot) bzw. sie bat meinen Bruder tagelang, den Vater (also, ihren Mann) endlich zu begraben, denn er läge ja schon wochenlang in der Leichenhalle (sie war schier verzweifelt darüber). Er wusste sich diesbezgl. überhaupt nicht zu helfen (meine Mutter war da schon bettlägrig, litt übrigens auch an leichter Parkinson und … und … und ), er konnte damit überhaupt nicht umgehen, fiel dann manchmal in einen groben Ton ihr gegenüber. Sehr schwierig DAS alles, für alle im näheren Umfeld.

Hinterlasse einen Kommentar