Grimmsteig: 2. Nieste – Velmeden 24

Nach einer erholsamen Nacht in unserem Airbnb-Studio nehmen wir unser Frühstück im nahegelegenen Café ein, die beiden Rhabarberkuchen stellen sich als sehr gut sättigend heraus.

Nieste, Café

Wir haben heute wunderschönes Sommerwetter und bekommen beide etwas Farbe. Ich verkürze unterwegs meine Hose, da es mir zu warm wird. Wie am ersten Tag, so kommen uns auch heute keine den Grimmsteig „richtig“ gegen den Uhrzeigersinn Wandernde entgegen. Insgesamt sind die Wege heute eher breiter, häufig sind es Pisten. Gleich am Anfang stoßen wir auf eine schöne Schutzhütte des Naturparks Meißner – Kaufinger Wald. Insgesamt finden sich jedoch recht wenig Ruhebänke, insbesondere, wenn man sie braucht, kommt kilometerweise nichts.

Schutzhütte

Wir bewegen uns im Tal der Nieste, auch Gläsnertal genannt, weil hier früher viel Glas hergestellt wurde, was in diversen Schautafeln dokumentiert wird. Interessant z. B., dass die grüne Färbung des Glases daher kam, dass man mit Asche die hohe Schmelztemperatur des Sandes, die 1700 Grad beträgt, gesenkt hat. Es gab zudem eine Art Glasordnung, die regelte, wie viel Glas die einzelnen Glasereien herstellen durften, um den Preis hoch zu halten. Heute würde man von einem Kartell sprechen.

Gläsnertal

Auch heute begleitet uns wieder ausgiebiges Vogelgezwitscher auf dem Weg, als würde nur für uns eine Natursymphonie aufgeführt. Der romantische Pfad an der Nieste ist zum Teil mit vielen Wurzeln bewachsen, man muss aufpassen, wo man hintritt.

Brücke über Nieste

Wir sehen auch heute wieder viele blühende Pflanzen am Wegesrand. Hervorstechend sind die gelb leuchtenden Ginsterbüsche. Das matte Blau des Wald-Vergissmeinnicht – bei der Bestimmung hilft mir C. bzw. eine App, die allerdings meint, dass es sich um Gamander-Ehrenpreis handelt – hat es uns angetan.

Ginster
Wald-Vergissmeinnicht

Wir kommen auch heute durch Mischwald, der allerdings von Laubbäumen dominiert wird. Die Fichten sind häufig vom Borkenkäfer kahlgefressen und sterben ab. Vereinzelt wird auch wieder aufgeforstet. Im Vergleich zum Harz scheint der Wald allerdings relativ intakt zu sein.

In der Nähe vom Kreuzstein (534 m), auf dem oben Windräder stehen, erreichen wir den höchsten Punkt der heutigen Etappe. Es geht nun hinab nach Wickenrode, wo uns die historische Obermühle ins Auge fällt.

Wickenrode, Alte Mühle

In Wickenrode rasten wir an der Kirche und steigen dann wieder den Grimmsteig hoch Richtung Rommerode. Von oben bietet sich ein großartiger Blick zum langgezogenen Bergrücken des Hohen Meißners, der morgen Vormittag auf dem Programm steht.

Blick auf Hohen Meißner vor Rommerode

Wir gehen großräumig um Rommerode herum und erreichen bald Friedrichsbrück, von wo es an zwei Windrädern vorbei – das eine ist abgeregelt – wieder zurück nach Rommerode geht.

Bank mit drapiertem Baum
Hinter Friedrichsbrück

Wir treffen nun auf die Gleise einer alten Eisenbahnstrecke und schließlich bei Rommerode auf die alte Eisenbahnbrücke dieser stillgelegten Strecke nach Hirschhagen.

Rommerode, alte Eisenbahnbrücke

Es ist jetzt nicht mehr weit zu unserem Etappenziel Velmeden am Fuße des Hohen Meißners. Die Füße werden zwar schwer gegen Ende, aber insgesamt sind wir heute gut durchgekommen. Der Gärtner, der den Rasen um die Kirche mit seinem Aufsitzmäher vorbildlich kurz geschnitten hat, kann uns bzgl. Kirchenschlüssel leider keine befriedigende Auskunft geben. Die meisten Kirchen in der Gegend scheinen abgeschlossen zu sein.

Velmeden, ev. Kirche

Unser Hotel ist gut belegt und sowohl Restaurant innen als auch Biergarten gut besucht. Hier sehen wir auch „endlich“ so einige Wanderer, die sich so bewegen, als hätten sie heute schon einige Kilometer intus.

Hier ist die Übersicht unserer Wanderung auf dem Grimmsteig Ende Mai/Anfang Juni 2025.

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